Engelspitze, 2291 m

Rasante Skitour, die absolut sichere Schneeverhältnisse erfordert. Nur für gute Skifahrer.
Lawinengefahr: hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
6 km
1070 m
3.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Östlich von Namlos von der Autostraße am Sommerweg zum Amselboden hinüber und über leicht geneigte Wiesen gegen Südosten, bis die freie Fläche endet. Am Wegweiser kurz in den Wald hinein, am Wanderweg einen Steilhang und den Engelbach queren. Hinter dem Bach sehr steil hinauf und auf einem Ziehweg in den Wald hinein. Bald kommt man in eine stark ansteigende Lichtung, durch die es etwa bis 1600 Meter Höhe hinaufgeht. Dann den Wald verlassen. Die folgenden Wiesenhänge sind anfangs arg steil, doch nimmt im weiteren Verlauf die Hangneigung etwas ab. An ein paar Hütten vorbei und nach den letzten einzelnen Bäumen zu einem steilen Rücken hinauf. In der Nähe dessen Schulter nach Osten bis zum Kreuz. Normalerweise endet dort die Tour. Wer zum Gipfel der Engelspitze will, steigt vom Kreuz ein paar Meter gegen Osten ab, quert einen weiten Sattel und geht zum Felsgipfel das letzte Stück ohne Ski steil hinauf.
Abfahrt.
Wenn absolut sichere Verhältnisse herrschen, der Schnee evtl. sogar aufgefirnt ist, hält man sich links, also südlich des Gipfelrückens und wedelt nach Süden hinab. Will man einen Gegenanstieg vermeiden, muss man rechtzeitig den Rücken nach rechts erreichen, um der Aufstiegsspur ins Tal zu folgen.

Exposition - Westen

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied1070 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortNamlos, 1225 m
Ausgangspunktsüdöstlicher Ortsrand von Namlos, 1225 m
TourencharakterSteile Grasflanken, die sich in Kamm- oder Gipfelnähe enorm aufschwingen, sind kennzeichnend für die Lechtaler Alpen. Früher sind diese Hänge von Almbauern gemäht worden und dabei trugen sie oft Steigeisen, um den nötigen Halt zu finden. Klar, dass diese Steilhänge im Winter ein enormes Lawinenrisiko in sich bergen. Das ist auch an der Engelspitze so. Allerdings kann der Skitourist den großen Gefahrenstellen ausweichen, denn der Anstieg verläuft streckenweise durch weitgehend sicheren Wald und auf freien Rücken, die bei vernünftiger Routenwahl deutlich sicherer sind. Wer auch bei der Abfahrt am Rücken bleibt und die Scheitelstrecke nicht zu weit verlässt, darf sich, stabile Schneeverhältnisse vorausgesetzt, die Engelspitze zutrauen. Neben einer spannenden Tour vermittelt sie auch großartige Ausblicke zur Heiterwand, zum Thaneller, in die benachbarte Liegfeistgruppe, vornehmlich aber zur markanten Namloser Wetterspitze und hinaus zum auffallenden Hochvogel.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 24 (Lechtaler Alpen – Hornbachkette)
Verkehrsanbindungaus dem Lechtal von Stanzach nach Namlos oder vom Zwischentorental über Bichlbach – Berwang – Rinnen nach Namlos
Gastronomieauf der Route keine Möglichkeit
Tipps
Abfahrt zum Brentersbach. Wer einen Gegenanstieg nicht scheut und beste Verhältnisse vorfindet, kann fast bis zum Brentersbach hinunterwedeln, wo er im Loch die Felle wieder aufzieht und zur Aufstiegsspur am Gipfelrücken aufsteigt.
Höchster Punkt
Engelspitze, 2291 m
Unterkunft
auf der Route keine Möglichkeit
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