Breitenstein, 1622 m

Die erstaunlich abwechslungsreiche Voralpen-Skitour auf den ersten Berg im Wendelsteinkamm ist zu Recht als Tipp nach starken Schneefällen oder bei Schlechtwetter beliebt. Oben für Anfänger anspruchsvoll, dafür bei guter Sicht Blick über das Alpenvorland bis München.
Exposition: West, Nordwest / Lawinengefahr: gering (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
7 km
830 m
2.00 h
Aufstieg.
Südostwärts, einen geräumten Fahrweg kreuzend, zu einem locker mit Gestrüpp bewachsenen Hang. Über diesen hinauf in ein Waldstück und auf einem Fahrweg nach einem Linksknick über die folgende Almfläche nordostwärts weiter zu einem bewaldeten Rücken. Auf diesem rechts, südwärts erst flach dahin, dann ostwärts in einer Schneise aufwärts zur freien Bucheralm (ca. 1220 m). Südostwärts steiler in die linke obere Ecke der Freifläche und rechts auf einem Weg zu einem Zaundurchgang queren. Relativ steil über eine Almfläche hinauf (selten Lawinengefahr) zu einem Durchschlupf zwischen Felsen und dahinter links zum Skigipfel; oder geradeaus ostwärts in ansteigender Querung (nicht abwärts zur Hubertushütte), durch eine Senke und gegenüber kurz steil hinauf zum steinigen Gipfel mit Kreuz.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute. Vom flachen Rücken besser bereits beim grünen Skifahrerzeichen links hinab.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied830 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortFischbachau an der Leitzach (771 m)
AusgangspunktGasthaus Winklstüberl (795 m)
TourencharakterNach heftigem Schneefall bin ich, damals noch ohne eine blasse Ahnung von dieser Skitour, mit Skitouren-Einsteiger Thomas zum Mangfalltaler Breitenstein gefahren. Zufällig parken wir am Gasthaus Winklstüberl. Sieht nicht so aus, als könnte hier eine Tour beginnen, weshalb ich in der Wirtschaft frage. Die Wirtin schaut mich nur befremdet an: Auf der anderen Seite der gemütlichen Wirtschaft stehen die Blechschachteln der Skitourengeher dichtgepackt zu Dutzenden, und von jungfräulichem Tiefschnee ist bereits jetzt, am Samstag, wenig übrig. So sieht also ein Geheimtipp aus – Außerdem ist das Wetter wechselhaft; aber das ist genau das richtige Training für einen entschlossenen Jungmanager wie den Thomas. Im lockeren Pulk geht es im Wechsel von Almen, Waldrücken und Querung zunehmend steiler bergauf, bis die meisten nach dem bizarr vereisten Felsentor mit Düseneffekt zum Skigipfel abbiegen. Wir gehen noch rüber zum steinigen Haupt-gipfel. Das hätte ich nicht tun sollen: Nach kurzem Gipfelaufenthalt in Frau Holles Waschküche schnallen wir die Ski an und – ritsch, ratsch! habe ich die ersten tiefen Kratzer in die Beläge meiner nigelnagelneuen Carver gefahren! Darüber kann nur eines hinweg-trösten: Die Aussicht auf die landauf, landab gerühmte Kuchentheke im Winklstüberl nach einer selbst bei verspurtem Schnee genussvollen Abfahrt.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippBayer. Landesvermessungsamt 1 - 50000, Mangfallgebirge; KompassWanderkarte 1:50000, Blatt 8, Tegernsee-Schliersee
VerkehrsanbindungAuto - Auf der A8 bis Ausfahrt Weyarn und auf der Ortsumgehung an Miesbach vorbei Richtung Bayrischzell. Über Schliersee zum Weiler Aurach und links ab durch Fischbachau zum Weiler Winkl ÖV: Mit der Bahn von München Richtung Bayrischzell bis zur Haltestelle Fischbachau und mit dem Bus durch Fischbachau bis zum Weiler Winkl
GastronomieWinklstüberl
Höchster Punkt
Breitenstein, 1622 m
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