Aiplspitz, 1759 m

Relativ einfache Voralpenskitour, die aber am Gipfelgrat – vor allem bei der Abfahrt – Konzentration erfordert. Gefahr von Wechten!
Lawinengefahr: mittel (Autor: Siegfried Garnweidner)
14 km
970 m
4.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Wanderparkplatz in Geitau anfangs nahezu eben am Segelflugplatz vorbei nach Süden, in den Wald hinein und am Holzplatz nach rechts über die Brücke. Dahinter dreht der Fahrweg wieder nach Süden ab und führt zur Hütte in Mieseben. Von dort auf dem Sträßchen nach links (Südosten) durch den Wald hinauf, aber bei der Verzweigung nach rechts (Westen) abdrehen. Der Fahrweg quert einen langen Waldhang und führt in den Krottenthaler Graben hinein. Am unteren Rand der gewaltigen Mure, die im Herbst 1996 vom Hochmiesing abgegangen ist, schwenkt das Sträßchen links in den Wald ab und steigt in Kehren an, bis es die Bahn der verheerenden Mure quert und westlich davon wieder in den Wald hineinführt. Nun geht es relativ flach weiter. Auf einer Lichtung muss man rechts abdrehen, um durch das obere Krottental über weitgehend freie Hänge hinauf zur Krottenthaler Alm zu gelangen. Hinter den Almhütten hält man sich rechts und steigt über den weiten, mäßig steilen, Südhang zum Grat zwischen Aiplspitz und Kleinmiesing an. Dort links und dem Gratrücken gegen Nordwesten folgen (Acht geben auf die überwechteten Nordabbrüche), bis schließlich das Gipfelkreuz erreicht ist.
Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute. Bei gutem Schnee kann man auf dem Murenstrich in den Talgrund abfahren. Unerschrockene Extremskifahrer, die ihre Brettel perfekt beherrschen, wedeln bei idealen, also extrem sicheren, Bedingungen gleich unter dem Gipfelfelsen nach Nordosten hinab. Durch die bis 45 Grad steile und von Felsen durchsetzte Aiplrinne gelangen sie hinab in die freien, weiten Hänge bei der Geitauer Alm und auf Forstwegen und durch dichten Wald in die weiten, flachen Hänge oberhalb von Geitau. Von dort schieben sie die Brettel zum Parkplatz hinaus.

Exposition - Osten und Süden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied970 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWander- und Langlaufparkplatz (790 m) in Geitau
EndpunktWander- und Langlaufparkplatz (790 m) in Geitau
TourencharakterDiese ziemlich weite und im Wald auch etwas monotone, oberhalb der Krottenthaler Alm aber interessante Vorgebirgs-Skitour wird – gemessen an den beliebten Bergen des Spitzingseegebiets – recht selten durchgeführt. Wegen des stark besonnten Südhangs (Firn!) unterhalb des Gipfelgrats und der langen Strecke im dichten Wald braucht man eine üppige Schneelage.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee – Schliersee – Wendelstein)
VerkehrsanbindungOberlandbahn ab München, Haltepunkt Geitau; mit dem Auto von Miesbach über Schliersee oder durch das Leitzachtal bis Aurach und auf der B307 bis Geitau
GastronomieGasthaus Rote Wand in Geitau (Dienstag Ruhetag)
Tipps
Alternativer Aufstieg - Den Aiplspitz kann man auch vom Spitzingsee über die Schnittlauchmoosalm besteigen. Dafür müssen allerdings bei Aufstieg und Abfahrt satte Zwischenanstiege gemeistert werden.
Unterkunft
Gasthaus Rote Wand in Geitau (Dienstag Ruhetag)
Tourismusbüro
Bayrischzell, Tel.: 08023/648; www.bayrischzell.de
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