Valparola-Passstraße

Alpenpässe in Italien (Autor: Rudolf Geser)
16 km
805 m
2.00 h
Wie der Giaupass gehört auch der Valparolapass nicht zu den bekanntesten Pässen der Dolomiten, obwohl er eine direkte Verbindung zwischen dem Grödner Joch und dem Falzáregopass herstellt. Er ist trotz seines sehr guten Ausbauzustandes wenig befahren und von seinem Steigungsverlauf mit max. 10 % recht ausgeglichen. Über die schöne Landschaft, die sich hier im zentralen Teil der Dolomiten mit der hügeligen Mittelgebirgslandschaft zu Füßen der 2500 m hohen Settsass am Rande der Fanesgruppe darstellt, müssen ohnehin nicht viele Worte verloren werden. Ausgangspunkt ist die Ortschaft Stern/La Villa im Gadertal, etwa 3 km nördlich von Corvara, wo man der Beschilderung »St. Kassian/Valparolapass« folgend die kurze Abfahrt im Ort ausnutzen sollte, um mit Schwung die folgende 10 %ige Steigung aus dem Ort heraus angehen zu können. Am Ortsende (km 20,0) geht die Steigung zurück, unschwierig wird die Siedlung St. Kassian (km 6,5) erreicht und hoch oben ist bereits die Passhöhe unterhalb der Felsabstürze des Kleinen Lagazuoi erkennbar. Nur kurz hält die am Ortsende ansetzende 10 %ige Steigung an und fast eben radelt man bis zur Hotelgruppe von Armentarola (km 10,0). Erst nach einer Brücke über den Gaderbach (km 11,0) nimmt die Steigung wieder auf 10 % zu und kehrenreich windet sich die Trasse anfangs durch Lärchen- und Kiefernwald, dann durch kahles, felsiges Gelände zu Füßen der zerklüfteten Steilwände der Cunturinesspitze zur Passhöhe. Diese erreichen wir beim Rifugio Valparola (km 18,5) inmitten einer wilden Trümmerlandschaft aus Felsbrocken, die von einem Felssturz am Kleinen Lagazuoi herstammen, mit dem kleinen Valparolasee und einem alten verfallenen Fort aus dem Ersten Weltkrieg, welches auch hier an die Geschehnisse des Ersten Weltkrieges erinnert. Es wurde 1897 zur Verteidigung der südlichen Grenzen des österreichisch-ungarischen Reiches errichtet, obwohl Österreich-Ungarn, zusammen mit Deutschland, seit 1882 durch eine Allianz mit Italien verbündet war. Trotz seiner mächtigen Mauern wurde es allerdings recht rasch zerstört. Schon wenige Wochen nach Beginn der Kampfhandlungen wurde es durch eine von den Cinque Torri abgeschossene Granate so stark beschädigt, dass es evakuiert wurde. Die Österreicher spiegelten allerdings weiter vor, dass das Fort besetzt sei, um die Italiener so zu weiterem Beschuss und damit Munitionsverschwendung anzuhalten. Es ist vorgesehen, die zerstörten Anlagen wieder zu restaurieren und ein Kriegsmuseum darin unterzubringen, was wohl aus Kostengründen noch einige Zeit dauern wird. Nicht lange dauert dagegen die nachfolgende Abfahrt, denn wer sich auf eine lange Abfahrt eingestellt hat, wird vorerst enttäuscht werden, denn diese endet schon nach 1,5 Kilometern mit Gefälle bis 10 % 75 Höhenmeter tiefer auf der Falzáregopasshöhe (Tour 22). Damit ist der Valparolapass etwa mit dem Malojapass (Tour 44) und dem Umbrailpass (Tour 51), beide in Graubünden (Schweiz), vergleichbar, die beide ebenfalls nur eine richtige Passauffahrt aufweisen können.

Schwierigkeit: Leichte bis mittelschwere Radtour mit 10 % Höchststeigung. Befahrbarkeit: Ganzjährig befahrbar.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied805 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktNordseite: Stern/La Villa, 1387 m, ca. 3 km nördlich von Corvara
TourencharakterWie der Giaupass gehört auch der Valparolapass nicht zu den bekanntesten Pässen der Dolomiten, obwohl er eine direkte Verbindung zwischen dem Grödner Joch und dem Falzáregopass herstellt. Er ist trotz seines sehr guten Ausbauzustandes wenig befahren und von seinem Steigungsverlauf mit max. 10 % recht ausgeglichen. Über die schöne Landschaft, die sich hier im zentralen Teil der Dolomiten mit der hügeligen Mittelgebirgslandschaft zu Füßen der 2500 m hohen Settsass am Rande der Fanesgruppe darstellt, müssen ohnehin nicht viele Worte verloren werden.
Beste Jahreszeit
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt Südtirol/Venetien
VerkehrsanbindungAm günstigsten über das Grödner Joch nach Corvara und das Gadertal auswärts nach Stern/La Villa oder Brennerautobahn, Ausfahrt Bressanone/Brixen durch das Pustertal bis St. Lorenzen bei Bruneck und durch das Gadertal über Zwischenwasser und Pedratsches nach Stern/La Villa
Höchster Punkt
2192 m

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