Universaltour

Leichte Rennradtour von Poing über Eglharting, Moosach, Großhelfendorf nach Sauerlach. (Autor: Björn Eichelbaum)
63 km
390 m
3.00 h

Start in Poing

Die Ausfahrt beginnt direkt am oder besser gesagt vor dem S-Bahnhof in Poing. Wenn das bei Ihnen einer dieser Tage sein sollte, an denen Sie nicht genau wissen, wie gut die Beine heute sind und die Tour insgeheim schon in eine Spazierfahrt umfunktionieren, haben Sie bis hierher alles richtig gemacht. Nur menschlich, denn diese Route ist universell nutzbar und macht als Trainingstour genauso viel her wie als reine KB-Aussichtstour. Wenn Sie nach einem lauen Start merken, dass es an diesem Tag doch besser läuft als gedacht, haben Sie genug Gelegenheiten, sich an einem steileren und an einem länger gezogenen Anstieg ausreichend zu belasten. Wenn Sie hingegen nach einem harten ersten Drittel merken, dass das heute nichts mehr wird, ist die Strecke kurz genug, um die Angelegenheit so angenehm wie möglich zu Ende zu bringen. Und wenn es unterwegs gar nicht mehr gehen sollte, können Sie an den S-Bahnhöfen Zorneding, Großhelfendorf, Kreuzstraße oder Otterfing immer noch die Notbremse ziehen.

In Poing orientieren Sie sich am Bahnhof zuerst in Richtung Anzing. Das ist ganz einfach, folgen Sie einfach den Schildern Richtung Wildpark, bis nach einigen Hundert Metern die Straße rechts nach Anzing abgeht. In Anzing fahren Sie weiter durch den Ort und gegen Ende dann rechts nach Purfing, wo es, immer leicht ansteigend, weiter über Wolfesing bis nach Pöring geht. In Pöring biegen Sie bitte links in die Burgstraße, die Sie nach Eglharting führt. Dort fahren Sie weiter bergauf nach Buch und durch den Ort weiter in eine wunderbare Abfahrt mit geschmeidigen Kurven und 11+% Gefälle, die Sie über Altenburg bis nach Moosach führt. So wie diese Abfahrt dürfte in etwa der Radfahrerhimmel aussehen – nur mit etwas besserem Straßenbelag.

Halbzeit

Die Hälfte der Strecke haben Sie nun fast hinter sich gebracht und Sie fahren von Moosach aus weiter nach Glonn. Wenn es hinabging, muss es irgendwann auch wieder den Berg hoch gehen. Und das tut es auch, und zwar gleich, wenn Sie aus Glonn heraus Richtung Großhelfendorf fahren. Wenn Sie auf dem Weg nach Großhelfendorf auf der Höhe von Unterlaus bemerken, dass Sie mit etwas Essen im Bauch und einem Weißbier das Gewicht und damit auch den Trainingseffekt erhöhen, halten Sie am Ortseingang von Unterlaus und kehren Sie im Landgasthof Bergmüller ein, der von Frühjahr bis Spätherbst einen gemütlichen Biergarten direkt an der Straße unterhält.

Am Pseudokreisverkehr in Unterlaus fahren Sie dann rechts ab über den Hopfberg rauf nach Oberlaus und weiter bis hinein nach Großhelfendorf. In Großhelfendorf geht es weiter nach Grub. Dazu biegen Sie im Ort auf der Dorfstraße gleich die erste Möglichkeit links ab und etwa 100 Meter später noch mal links nach Grub. Bei oder in Grub – bei den kleinen Streusiedlungen weiß man ja nie genau, ob man am Ortsein- oder -ausgang oder gar in der Mitte ist – folgen Sie der Ausschilderung rechts Richtung Kreuzstraße.

Das nun folgende, gut 20 Kilometer lange Stück, das durch den Forst bis nach Hofolding führt, steigt auf den ersten zehn Kilometern bis nach Otterfing leicht an und von dort bis Hofolding mit etwa gleichem Gefälle über die nächsten zehn Kilometer wieder ab. Reflexartig stellt sich Ihr Kreislauf nun auf die Möglichkeit eines KA-Intervalls ein, das Sie den Anstieg über mit mittlerer Frequenz fahren und bei abfallender Strecke langsam und koordiniert mit viel Kraft und mindestens 53/13er-Übersetzung in Würde und Anstand zu Ende bringen. Sollten Sie das Intervall durchgefahren sein, werden Sie sich in Hofolding auf das baldige Ende der Tour freuen oder Sie verlängern die Tour im Landgasthof in Hofolding. Die letzten paar Kilometer bis zur S-Bahn-Station in Sauerlach legen Sie am besten auf dem gut ausgebauten Radweg zurück, der parallel zur Straße verläuft.


GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour63 km
Höhenunterschied390 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktS-Bahnhof Poing
EndpunktS-Bahnhof Sauerlach
TourencharakterEine überschaubare Tour für die wärmeren Jahreszeiten und mittlere Intensität mit einigen Höhenmetern, die allerdings gut über den Streckenverlauf verteilt liegen. Auf ruhigen Straßen geht es im Münchner Osten vorbei am Ebersberger Forst über das idyllische Glonn durch den Hofoldinger Forst nach Sauerlach.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte des Bayerischen Landesvermessungsamtes (1:50 000)
VerkehrsanbindungBahn: S2 Poing, S5 Sauerlach, S6 Kreuzstraße
GastronomieLandgasthof Hofolding, Faistenhaarer Straße 1, 85649 Hofolding, Tel. 08104-2636, Fax 08104-891329, E-Mail: kontakt@landgasthof-hofolding.de
Tipps
Powerdrinks: Das Angebot an sogenannten Sportdrinks ist in den letzten Jahren geradezu explodiert. Schauen Sie bei Ihrem nächsten Stopp an der Tankstelle mal ins Kühlregal. Da gibt es High-Performance-Wässerchen mit L-Carnitin, Koffein, Isomaltin, Malto-dextrin, manche Hersteller versprechen mehr Power durch Sauerstoff, andere schwören auf Vitaminzusätze und die balancierende Kraft eines bisher vergessenen Tees aus dem Hochland von Bhutan. Alle diese Getränke haben drei Dinge gemeinsam: Sie bestehen zu 90% aus sehr gewöhnlichem Wasser, kosten unverhältnismäßig viel Geld und bringen so gut wie nichts. Das Argument, dass diese Getränke ja isotonisch sind, zählt nicht, das können Sie auch selbst.
Hier ein Rezept für ein wohlschmeckendes, preiswertes isotonisches Sportgetränk ohne künstliche Aromen und Geschmacksverstärker: Kochen Sie einen Früchte- oder Kräutertee, den Sie mögen, in einem Liter Wasser auf und mischen Sie 50 bis 60 Gramm Dextrose, also Traubenzucker, in den Tee. Der Fruchtzucker, die Fruktose, etwa aus der beliebten Apfelsaftschorle, ist nur bedingt ideal, da die Fruktose in der Leber erst in verwertbaren Zucker umgebaut werden muss. Für den GA1- und GA2-Bereich reicht das meist noch aus, wenn Sie richtig pressen, sollten Sie allerdings auf Dextrose zurückgreifen. Pro Liter mischen Sie noch ein halbes Gramm Kochsalz (ca. eine Messerspitze) hinzu, um den Verlust an Elektrolyten auszugleichen. Wer es besonders frisch mag oder mit den Resten einer Erkältung kämpft, kann auch einen Tropfen Minzöl hinzugeben. Jetzt füllen Sie das Ganze in schicke Flaschen, schreiben einen unverschämt hohen Preis drauf – fertig ist der Powerdrink.

Buchtipp

Björn Eichelbaum

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