Silvretta-Hochalpenstraße

Alpenpässe in Österreich (Autor: Rudolf Geser)
89 km
1180 m
3.00 h
Die Silvretta-Hochalpenstraße ist eine landschaftlich reizvolle Panorama-Verbindungsstraße zwischen dem Nordtiroler Paznauntal und dem Vorarlberger Montafon, mit den Eckpunkten Landeck im Osten und Bludenz im Westen. Sie führt mitten hinein in die stark vergletscherte Bergwelt der Silvrettagruppe, die im 3312 m hohen Piz Buin gipfelt.Mit ihren knapp 1200 Höhenmetern auf der Ostseite und den nicht ganz 1500 Höhenmetern der Westseite gehört sie für uns Radler noch nicht zu den schweren Touren, dafür ist sie in landschaftlicher Hinsicht ganz im obersten Bereich anzusiedeln. Sie gilt nämlich nach der Großglockner-Hochalpenstraße als die zweitschönste, technisch interessanteste und landschaftlich abwechslungsreichste Höhenstraße Österreichs. Um die Probe aufs Exempel zu machen, wollen wir die Tour in Pians bei Landeck beginnen und im gut 88 km entfernten Landeck beenden, wovon knapp die Hälfte, also 42,5 km, über die Auffahrt zu bewältigen sind.In Pians (km 0,0), etwa 6 km westlich von Landeck gelegen, müssen wir nur der Beschilderung »Silvretta« folgen und rollen auf dem ersten Kilometer erst einmal ins Paznauntal ab. Noch gibt die ebene Trasse Gelegenheit sich einzurollen, denn erst bei km 2,5 steigt sie spürbar an. Auch die Ortschaft See (km 6,0) erreichen wir von einigen kürzeren Anstiegen bis 8 % abgesehen unschwierig und auch bis Nederle (km 17,0) können gut trainierte Fahrer meistens das große Kettenblatt aufgelegt lassen. Hinter dem Ort dürfte damit allerdings Schluss sein, denn auf den nächsten beiden Kilometern steigt die Straße auf 10 % an. Bis Ischgl (km 22,5), dem Hauptort des Tales, legt sie sich zwar auf 8 % zurück, was aber immer noch das kleine Kettenblatt erforderlich erscheinen lässt.Die Länge der Steigungsstrecken nimmt nun zu, flachere Abschnitte gestatten aber immer wieder einen Tempowechsel, sodass wir über Mathon (km 27,5) die Ortschaft Galtür (km 32,0) relativ zügig erreichen dürften.Wer den Hinweis auf Kehren vermisst haben sollte, es gab bisher auf dieser Streckenseite keine. Auch im weiteren Verlauf lassen sie auf sich warten. In der nun hochgebirgiger werdenden Landschaft wechseln wir mit Überfahren der Mautstelle (km 35,0) vom Paznauntal in das Kleinvermunttal über. Steigungsmäßig interessant wird es dann bei km 37,0, wo diese bis auf 11 % zunimmt. Fast am Ende der Auffahrt ist es den Straßenbauern aber doch noch gelungen, zwei Kehren unterzubringen, über die wir die Passhöhe (km 42,5) erreichen.Diese bietet uns neben einem beeindruckenden Bergpanorama noch den Blick auf die grün schimmernde Wasserfläche des Silvrettastausees, der von den Gletschern des gleichnamigen Silvrettahorns gespeist wird. Es ist der höchstgelegene Stausee Österreichs und wer will, kann hier vom Rad aufs Boot umsteigen, denn er wird von einem ziemlich großen Elektroboot befahren.Mit Beginn der Abfahrt überfahren wir nicht nur die Landesgrenze zwischen Tirol und Vorarlberg, sondern auch die Wasserscheide zwischen Donau und Rhein und zudem bildet sie auch noch die Sprachgrenze zwischen dem alemannischen und dem tirolerischen Dialekt. So kehrenarm die Auffahrt war, auf der Abfahrt herrscht hier kein Mangel. Über fünf Kehren geht es gleich einmal mit 11 % Gefälle rasant zum Vermont-Stausee (km 48,0) abwärts, der von den Gletschern der Litzner-Seehorngruppe, mit dem 3121 m hohen Großen Seehorn als höchster Erhebung, gespeist wird.Über 25 Haarnadelkehren mit Gefälle bis 12 % stürzen wir uns dann über eine Talstufe hinunter ins Montafon, wobei wir in kürzester Zeit nicht weniger als 800 Höhenmeter überwinden. Dafür ist mit Überfahren der Mautstelle-West (km 56,5) wieder Mittreten angesagt. Nur kurz fällt die Straße hinter St. Gallenkirch (km 67,0) etwas stärker ab und bis zum Doppelort Schruns/Tschagguns (km 73,0) erfordert die flache Trasse wieder Kondition. Diese benötigte auch der weltberühmte Ernest Hemingway, der hier den Winter 1925/26 im renommierten Hotel Traube verbrachte und dabei Skitouren in die umliegende Bergwelt der Verwallgruppe und des Rätikon unternahm. Wer es mit der Literatur nicht so hat, kann dafür dem Montafoner Heimatmuseum am Kirchplatz von Schruns einen Besuch abstatten und sich einen Einblick in die Geschichte und Kultur des Tales verschaffen, bevor er bei St. Anton (km 81,0) einen leichten Gegenanstieg bewältigen muss. Über Lorüns (km 84,0) ist der Ortsanfang von Bludenz (km 85,5) dann aber bald erreicht.Sehenswürdigkeiten: Bludenz: Altstadt mit Stadtmuseum, Schloss Gayenhofen; Schruns: schönes Ortsbild mit Montafoner Bauernhäusern, Montafoner Heimatmuseum, Pfarrkirche St. Laurentius.

Schwierigkeit:

Mittelschwere Radtour mit 11 % Höchststeigung / Mittelschwere Radtour mit 12 % Höchststeigung

Dauer:

2,75 - 4 / 2,75 - 4

Befahrbarkeit:

1. Juni bis 15. November

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour89 km
Höhenunterschied1180 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktOstseite – Ausgangspunkt: Pians, 859 m, ca. 6 km westlich von Landeck; Anfahrt: Autobahn Innsbruck-Bludenz A 12 (Inntalautobahn), Ausfahrt Zams/ Landeck-Ost – Landeck – Pians Westseite – Ausgangspunkt: Bludenz, 580 m; Anfahrt: Autobahn Innsbruck-Bludenz A 12 (Inntalautobahn), Ausfahrt Bludenz/Montafon
Hinweise
Schwierigkeit: Mittelschwere Radtour mit 11 % Höchststeigung / Mittelschwere Radtour mit 12 % Höchststeigung, Dauer:2,75 - 4 / 2,75 - 4, Befahrbarkeit: 1. Juni bis 15. November
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt Österreich
Höchster Punkt
2032 m

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