Seiser-Alm-Straße

Alpenpässe in Italien (Autor: Rudolf Geser)
Die Seiser Alm ist mit einer Ausdehnung von 60 Quadratkilometern nicht nur die größte Hochweide der Dolomiten, sondern eine der größten im ganzen Alpenraum. Oberhalb von Bozen, in landschaftlich einmalig schöner Lage zu Füßen des 2564 m hohen Schlern gelegen, hat die »Alm«, wie sie von Einheimischen kurz genannt wird, das ganze Jahr Saison. Von Frühling bis Herbst sind es die Bergsteiger und Wanderer und im Winter die Skifahrer und Langläufer. Auch wir Radler kommen auf unsere Kosten, wenn wir auf gut ausgebauter Straße aus dem Eisacktal dort hinaufradeln. In Waidbruck (km 0,0) folgen wir den Hinweisschildern »Kastelruth/Seiser Alm« und beginnen die Auffahrt unterhalb der Trostburg auf anfangs schmaler, bis 11 % ansteigender Trasse. Die Straße wird bald breiter und ein Schild (km 3,5) zeigt den Beginn zweier Kehren an, wo die Steigung bis auf 13 % zunimmt. Nach einem 90 m langen unbeleuchteten Tunnel, der in einen klammartigen Taleinschnitt leitet, wird es nochmals steiler, bis zu 15 % sind auf fast 1 km Länge zu überwinden, bevor sich die Trasse am Klammende (km 5,5) auf 13 % und mit Blick auf den Schlernblock bis zur Straßenkreuzung »Kastelruth/Seiser Alm« (km 8,0) auf 10 % zurücklegt. Auf die bewaldeten Bergkuppen zu Füßen des Schlernblocks zu, der hier in mächtigen Felswänden nach Süden hin abbricht, folgen wir der Beschilderung »Seiser Alm« der in das Gemeindegebiet von St. Valentin abzweigenden Straße. Zwischen grünen Wiesen mit weit verstreuten Häusern und alten Bauernhöfen wechseln bis zum Ortsende von St. Valentin (km 11,0) Anstiege bis 10 % mit flacheren Abschnitten ab, dann nimmt die Steigung auf 11 % zu. Gleichzeitig nimmt uns Wald auf, durch den sich die Trasse über mehrere Kehrengruppen bei kaum einmal nachlassender Steigung höher schlängelt. Beim Restaurant Frommer (km 15,5) geht der Wald zurück, drei Kehren sind noch zu überwinden, bevor sich auch die Steigung zurücklegt und wir in die weite Hochfläche der Seiser Alm einradeln. Es ist eine schier unüberblickbare, gewellte Wiesenfläche, die im Süden vom Schlernblock begrenzt wird, während beim Weiterradeln im Vorblick langsam die spitzen Felszacken der Langkofelgruppe auftauchen. Am Beginn der Hotelgruppe (km 17,5) ist für Autotouristen die Weiterfahrt zu Ende, wir können aber, nunmehr ungestört, dem noch leicht ansteigenden Sträßchen in den Naturpark Schlern hinein folgen. Besonders im Frühjahr und Sommer kann man sich an der reichhaltigen Flora kaum sattsehen und wenn sich dann der Langkofel noch von seiner eindrucksvollsten Seite zeigt, wird man kaum einen schöneren Flecken Erde in den Alpen finden. Etwa drei Kilometer zieht sich das Sträßchen noch leicht ansteigend bis zum höchsten Punkt (km 20,5) der Auffahrt, der eigentlich den Umkehrpunkt bedeuten würde. Aber es gibt die Möglichkeit weiterzuradeln und in einer Rundtour zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Dabei gilt es allerdings abzuwägen, denn auf vier Kilometer Länge muss man dabei ein unbefestigtes Straßenstück in Kauf nehmen. Bei angepasster Fahrweise sollte dies allerdings auch mit unseren schmalen Drahtreifen kein ernsthaftes Hindernis sein, eher schon die Steigungsabschnitte bis 15 %, die auf einem kurzen Stück, des unzweckmäßigen Belages wegen, vielleicht sogar eine kleine Schiebeeinlage erfordern. Hat man das Für und Wider abgewogen und sich für die Weiterfahrt entschlossen, radelt man erst einmal bis zu den Gasthäusern in der Saltner Schwaige (km 23,0) auf kurviger und teilweise etwas holpriger Straße abwärts. Auf nunmehr unbefestigter Trasse folgen wir der Beschilderung »Brunelle/ Grödner Tal« und rollen im Schritttempo am Bach entlang, den wir auf der nächsten Holzbrücke überqueren, um sich dann eine etwa 200 m lange 12 %ige Steigung hochzukämpfen oder vielleicht besser zu schieben. Vorsichtig abfahrend hat man bei der Häusergruppe von Überwasser (km 27,0) nunmehr wieder Asphalt unter den Reifen, sollte es aber dennoch nicht allzu sehr laufen lassen, denn noch präsentiert sich das Sträßchen schmal und kurvig. An einer Abzweigung halten wir uns an die Beschilderung »Streda Minert«, die uns nach St. Ulrich (km 31,0) leitet. Nach dem Tunnel am Ortsende (km 32,0) folgen wir der nach Kastelruth abzweigenden Straße, die uns gleich einmal mit einem 14 %igen Anstieg auf 2 km Länge empfängt. Nach einem Flachstück nimmt die Steigung sogar auf 15 % zu. Sie hält zwar nur kurz an, geht dafür aber im weiteren Verlauf auch nur kurz unter 12 % zurück. Endlich ist der höchste Punkt, der Panider Sattel (km 37,0), erreicht und eine lange leichte Abfahrt bringt uns nach Kastelruth (km 42,5), wo man auf die Auffahrtsstrecke trifft, die uns diesmal in umgekehrter Richtung rasch zum Ausgangspunkt (km 52,5) zurückführt.

Schwierigkeit: Mittelschwere bis schwere Radtour mit 15 % Höchststeigung. Befahrbarkeit: Ganzjährig befahrbar.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour25 km
Höhenunterschied1435 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWaidbruck, 468 m
TourencharakterDie Seiser Alm ist mit einer Ausdehnung von 60 Quadratkilometern nicht nur die größte Hochweide der Dolomiten, sondern eine der größten im ganzen Alpenraum. Oberhalb von Bozen, in landschaftlich einmalig schöner Lage zu Füßen des 2564 m hohen Schlern gelegen, hat die »Alm«, wie sie von Einheimischen kurz genannt wird, das ganze Jahr Saison. Von Frühling bis Herbst sind es die Bergsteiger und Wanderer und im Winter die Skifahrer und Langläufer. Auch wir Radler kommen auf unsere Kosten, wenn wir auf gut ausgebauter Straße aus dem Eisacktal dort hinaufradeln.
Hinweise
Wegen des 90 m langen Tunnels im unteren Teil der Auffahrt ist Beleuchtung ratsam. Ab Kastelruth ist die Strecke vor allem an Wochenenden und zu Ausflugszeiten stark befahren. In den Sommer- monaten ist die Seiser-Alm-Straße ab St. Valentin für Kraftfahrzeuge von 9.00 bis 17.00 Uhr gesperrt.
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt Südtirol/Venetien
VerkehrsanbindungBrennerautobahn A 22, Ausfahrt Chiusa/ Klausen – Waidbruck
Höchster Punkt
1900 m

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