Pordoi-Joch-Passstraße

Alpenpässe in Italien (Autor: Rudolf Geser)
0 km
640 m
1.00 h
Ostseite: Wenn wir unsere Auffahrt in Arabba (km 0,0) beginnen, treffen wir noch im Ort auf die erste dieser Kehren und auch eine Höhenangabe weist uns darauf hin, dass wir uns in 1609 m Höhe befinden. Wer aufpasst, kann an einem folgenden Kilometerstein ablesen, dass bis zur Passhöhe noch 8,7 km vor uns liegen. Und dorthinauf folgt nun eine Kehre unmittelbar der anderen, wobei die gleich bleibend bei 8 % liegende Steigung einen je nach Konditionsstand mehr oder weniger schnellen, in jedem Fall flüssigen Fahrstil erlaubt. Rechts von uns erhebt sich die Felswand des Sellastocks, die im 3152 m hohen Piz Boè gipfelt, während zur Linken die dunklen, aus Eruptivgestein bestehenden Padonberge eher an eine Mondlandschaft erinnern. Etwa bei Kehre 20 kann man im Vorblick bereits die Passhöhe erkennen, aber es zieht sich noch dorthinauf, denn bei Kehre 27 werden die Abstände zwischen den Serpentinen deutlich größer. Bei Kehre 32 wartet der Gasthof Lezuo (km 8,0), von wo es noch eine Kehre und einen Kilometer hinauf zur Passhöhe (km 9,0) sind. Ein Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges aus dunklen Porphyrblöcken etwas oberhalb erinnert daran, dass diese Gegend einstmals heiß umkämpft war, und eine Seilbahntrasse führt in Schwindel erregendem Verlauf hinauf zum Saß Pordoi. Westseite: Beginnen wir unsere Auffahrt zum Pordoi Joch über die Westseite, ist der bekannte Fremdenverkehrsort Canazei unser Ausgangspunkt. Der Hauptort des oberen Fassatales liegt ausgedehnt auf einem flachen Talboden mit großartigem Gebirgshintergrund und gilt als Ausgangsort für Wanderungen und Bergbesteigungen in der Marmolada-, Langkofel- und Sellagruppe. Für Radler ist er Schnittpunkt dreier Passstraßen, denn außer zum Pordoi Joch geht es von hier auch zum Sella Joch (Tour 28) über dessen Südseite und nach Osten zum Fedáiapass (Tour 32) hoch. Wer das Fassatal einige Kilometer bis San Giovanni auswärts radelt, könnte es auch noch als Stützpunkt für die Befahrung des Karerpasses (Tour 31) von Osten her ansehen. Wir aber wollen nun zum Pordoi Joch hoch und verlassen Canazei (km 0,0) über eine weit ausholende Schleife mit 10 % Steigung, kurz nach dem Ortsende treffen wir auf die erste Kehre mit der Höhenangabe 1485 m, der sich durch schattigen Tannenwald der westlichen Talseite in enger Folge fünf weitere anschließen. Diese erste Kehrenstrecke endet beim Albergo Lupo Bianco (km 4,5) und nach einer weiteren Biegung tauchen vor uns die gewaltigen Südwestabstürze des Piz Ciavázes auf. Bei gleich bleibender Steigung ist die Abzweigung zum Sella Joch (km 6,0) bei Kehre 11 dann bald erreicht, wo eine Gedenktafel an den berühmten »Campionissimo« Fausto Coppi erinnert. Etwas mehr als die Hälfte der Auffahrtsstrecke haben wir hier bereits hinter uns, aber der landschaftlich schönste Teil liegt noch vor uns. Bei auf 8 % nachlassender Steigung radeln wir über die flüssig angelegten Kehren aufwärts und bei Kehre 18 müssen wir uns einen Halt gönnen. Der Blick, der sich von hier am Rande eines kleinen Sees über grüne Almwiesen hinweg auf das Langkofelmassiv, das sich eindrucksvoll in Langkofeleck, Fünffingerspitze und Grohmannspitze gliedert, bietet, ist von fast einmaliger Schönheit. Bei gleich bleibender Steigung geht es ohne allzu große Mühe höher und prächtig entwickelt sich die Sicht auf den tafelförmigen Sellastock mit seinem auffälligen Band aus Raibler-Schichten im oberen Drittel, das den Schlerndolomit vom Hauptdolomit trennt, und im Süden blinken sogar die Schneefelder der Marmolada auf. Die nummerierten Kehren versorgen uns auch mit Höhenangaben und so wissen wir, dass Kehre 23 in 2171 Meter Höhe liegt. Die vier Kehren und 68 Höhenmeter entfernte Passhöhe (km 11,0) ist dann bald erreicht.

Schwierigkeit: Leichte bis mittelschwere Radtour mit fast durchgehend 8 % Steigung / Mittelschwere Radtour mit 11 % Höchststeigung. Dauer: 1,25 - 1,75 / 1,25 - 1,75. Befahrbarkeit: Ganzjährig befahrbar.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour0 km
Höhenunterschied640 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktOstseite: Arabba/Rèba, 1602 m; Westseite: Canazei, 1465 m
TourencharakterDas Pordoi Joch ist die Verbindung zwischen dem obersten Cordevoletal, dem so genannten Buchenstein, und dem Fassatal zwischen den Talorten Arabba, ital. Rèba, und Canazei. Die Passstrecke verläuft entlang der Südseite des Sellastockes und ist demnach ebenfalls Bindeglied der Sella-Umrundung (Touren 25 bis 28). Von den vier dabei zu befahrenden Passstraßen ist sie mit insgesamt 60 Kehren, von denen sich 33 auf die Ostseite und 27 auf die Westseite verteilen, die kehrenreichste.
Beste Jahreszeit
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt Südtirol/Venetien
VerkehrsanbindungOstseite – Ausgangspunkt: Arabba/Rèba, 1602 m; Anfahrt: Brennerautobahn A 22, Ausfahrt Bressanone/Brixen – Mühlbach – St. Lorenzen bei Bruneck – Zwischenwasser – Pedratsches – Corvara – Campolongopass – Arabba oder Cortina d'Ampezzo – Falzáregopass – Andraz – Arabba Westseite – Ausgangspunkt: Canazei, 1465 m; Anfahrt: Am günstigsten über das Sella Joch nach Canazei (Tour 28) oder alternativ Brennerautobahn A 22, Ausfahrt Bozen/Nord – Kardaun – Karerpass – Pozza di Fassa – Canazei
Höchster Punkt
2239m

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