L’Alpe du Schäftlarn

Die kurze Strecke ist ideal geeignet für knackige Bergintervalle und Leistungstests. Neben der Belastung für den Körper bietet das Kloster Schäftlarn Anregendes für Auge, Ohr und Geist. (Autor: Björn Eichelbaum)

Kurz und knackig

Ohne Standortbestimmung nützt Ihnen das beste Training nichts. Mindestens dreimal im Jahr sollten Sie sich als ambitionierter Radsportler selbst auf die Probe stellen und einen Leistungstest absolvieren. Das geht am besten und aussagekräftigsten am Berg, da hier verfälschende Einflüsse, wie etwa Gegenwind, Sitzposition und Rollwiderstand, vernachlässigt werden können. Der Anstieg beim Kloster Schäftlarn eignet sich neben den Leistungstests auch ganz hervorragend für Kraftausdauer-Intervalle bei niedriger Frequenz – sowohl während als auch außerhalb der Saison.

Sie erreichen den Startpunkt entweder mit dem Rad aus der Stadt kommend oder Sie fahren mit der S-Bahn bis nach Hohenschäftlarn, Ebenhausen oder sogar Icking. Die Anfahrt über Icking bietet den Vorteil, dass Sie einige leicht ansteigende Kilometer zum Warmfahren vor sich haben. Vom S-Bahnhof Icking aus rollen Sie auf die Münchner Straße und fahren etwa vier Kilometer Richtung Norden bis nach Ebenhausen. Wenn Sie in Ebenhausen am Bahnhof aussteigen, brauchen Sie nur rechts in die Poststraße und dann auf die B11 – zuvor Münchner, jetzt Wolfratshauser Straße –, bis Sie kurz nach dem Ortsausgang rechts bergab Richtung Kloster Schäftlarn abbiegen. Jetzt haben Sie Gelegenheit, sich den Anstieg in der Abfahrt erst einmal anzuschauen, bevor es wieder bergauf geht. An der ersten Kreuzung geht es rechts ab, dann folgen Sie den Serpentinen bis zur Klosteranlage am Fuße des Anstiegs.

Der Startpunkt für den Leistungstest ist die Bushaltestelle am Kloster. Die angegebenen Zeiten beziehen sich auf diesen Startpunkt und den Endpunkt an der Kreuzung Klosterstraße/Münchner Straße. Sie wissen bereits, wo es langgeht, jetzt heißt es treten, atmen und schwitzen. Bei einem Leistungstest sollten Sie in der Übersetzung und Frequenz fahren, in der Sie sich am wohlsten und leistungsfähigsten fühlen. Fahren Sie ein Kraftausdauer-Intervall, sollten Sie eine möglichst hohe Übersetzung wählen und mit niedriger Trittfrequenz, etwa 50 bis maximal 60 Umdrehungen, fahren. Das ist anstrengend, aber dafür ist der Anstieg auch nur zwei Kilometer lang. Alternativ können sie anstatt links Richtung Ebenhausen auch weiter der Straße bis zum Ortseingang Hohenschäftlarn folgen. Das bietet sich insbesondere an, wenn Sie einen guten Lauf haben, aber aufgrund des Verkehrs nicht ohne zu halten links abbiegen können. Die Höhenmeter sind in etwa die gleichen, allerdings ist diese Variante etwa 100 Meter kürzer.

Alternativen – die Wippe

Neben der einfachen Auffahrt gibt es noch eine weitere Möglichkeit, seine Fähigkeiten am Berg zu trainieren, ohne dass man weit aus der Stadt herausfahren muss. Dazu rollen Sie den Anstieg wieder abwärts und folgen einfach der Straße am Kloster vorbei bis zum Isarkanal, überqueren die Brücke an der Wirtschaft Bruckenfischer und folgen der Straße bergauf, bis Sie auf die Münchner Straße treffen. Oben angekommen, drehen Sie um und fahren wieder zurück und den Anstieg am Kloster hoch. Die längere Gerade im Isartal bietet Ihnen genug Zeit zur Erholung zwischen den Bergintervallen.

Gerade am Anfang oder Ende der Saison, wenn eher Intervalltraining anstelle einer kompletten Passauffahrt steht, eine wunderbare Möglichkeit, sich in der Nähe der Stadt steil auf und ab zu bewegen. Pro Durchgang werden immerhin 210 Höhenmeter bewältigt und nach drei Durchgängen weiß man auch, was man getan hat. Eine Möglichkeit wäre, die ersten beiden Sätze mit hoher Trittfrequenz und niedriger Übersetzung zu fahren, um die Motorik zu schonen. Erst den letzten Intervallsatz fahren Sie dann mit niedriger Frequenz und hoher Übersetzung. Da der größte Teil beider Anstiege von Bäumen begleitet wird, kann es im Spätherbst und Winter durchaus rutschig und glatt werden. Von November bis Anfang März sollten Sie diesen Abschnitt bei unklarer Wetterlage deshalb eher meiden.

4 km Bergzeitfahrstrecke/Leistungstest

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied135 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHohenschäftlarn, Ebenhausen-Schäftlarn oder Icking (S-Bahnhof)
EndpunktKreuzung Münchner Straße am Ortseingang Hohenschäftlarn/Klosterstraße
TourencharakterStetiger Anstieg vom Kloster Schäftlarn mit mehreren Kehren bis zur Kreuzung Münchner Straße. Gut geeignet für Bergintervalle, Kraftausdauer-Intervalle und ganzjährige Leistungstests. Im Winter auch mit dem Crossbike über den Isartrail zu erreichen.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte des Bayerischen Landesvermessungsamtes (1:50 000)
VerkehrsanbindungBahn: S7 Wolfratshausen
GastronomieKlosterbräu Stüberl im Kloster Schäftlarn; Gasthaus zum Bruckenfischer, An der Schäftlarner Brücke, Dürrnstein 1, Tel. 08178-3635
Tipps
Kloster Schäftlarn: Das Kloster Schäftlarn, im Jahre 762 gegründet, gehört zu den bayerischen Urklöstern. Als Gründer gilt der Priester Waltrich, der die Anlage dem Bischof in Freising als Kloster übergab. Bischof Otto von Freising erweckt 1140 das klösterliche Leben neu und übergibt Schäftlarn den Prämonstratenser-Chorherren aus dem schwäbischen Ursberg. In der Zeit vom 12. bis etwa 16. Jahrhundert entstehen eine große Zahl Handschriften. Unter der Leitung von Giovanni Antonio Viscardi werden die Klostergebäude in der Zeit um 1703 in barocker Manier neu errichtet. Ab 1733 wird die Klosterkirche als Glanzstück des süddeutschen Spätbarock neu aufgebaut. 1866 errichtet König Ludwig II. von Bayern nach der Säkularisation das Benediktinerpriorat neu und verpflichtet es zur Führung einer Lateinschule.
Im Laufe seiner langen Geschichte hatte die Abtei viele verschiedene Herren: Benediktiner, weltliche Chorherren, Prämonstratenser und seit 1866 bis zum heutigen Tag wieder Benediktiner, die die dem Kloster angeschlossene Schule führen. Alljährlich finden in der Klosterkirche in der Zeit vom 12. Mai bis 13. Oktober Konzerte statt (www.schaeftlarner-konzerte.de). Die Klosterkirche wird allerdings seit einigen Jahren renoviert, sodass bis etwa 2010 die Konzerte im sogenannten Prälatenstadl im Südflügel des Klosterareals stattfinden.
Neben der spätbarocken Klosterkirche, die zu den herausragendsten Bauten ihrer Zeit zählt, der opulenten Orgel und dem wunderschön angelegten Klostergarten laden auch der gemütliche Biergarten und der Klosterladen, in dem es Souvenirs, Bücher zur Geschichte des Klosters und Produkte der Abtei zu kaufen gibt, zu einem längeren Abstecher vor oder nach der Ausfahrt ein.

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