Kitzbüheler-Horn-Straße

Alpenpässe in Österreich (Autor: Rudolf Geser)
12 km
910 m
2.00 h
Unnötig, über den Fremdenverkehrsort Kitzbühel im österreichischen Tirol viele Worte zu verlieren, der ist ohnehin weltbekannt. Interessanter wäre es da schon, sich damit auseinander zu setzen, womit er diese Berühmtheit erlangt hat. Da gibt es nun zwar viele Gründe, wie etwa die landschaftlich schöne Lage in den waldbedeckten Vorbergen der Kitzbüheler Alpen, seine malerische Altstadt mit den sehenswerten Häusern oder eine gepflegte Gastronomie. Aber der Hauptgrund ist ein anderer, nämlich das dort jährlich stattfindende Skiabfahrtsrennen, das vom 1665 Meter hohen Hahnenkamm über die so genannte Streif hinunter in den Ort ausgetragen wird. Diese Abfahrt, die zu Recht als eine der schwierigsten und gefährlichsten der Welt gilt, hat regelrecht Kultstatus erlangt und wird dabei zu einem Spektakel ausgeweitet, welches seinesgleichen sucht.Weniger bekannt ist dagegen das Kitzbüheler Horn, nordöstlich der Ortschaft gelegen, dessen Skihänge mit der Steilheit des Hahnenkamms nicht mithalten können. Allerdings ist nunmehr dieses Kitzbüheler Horn wiederum für Radler interessanter, führt doch eine Mautstraße dort hinauf, die vorerst beim Alpenhaus Kitzbüheler Horn in 1670 Metern Höhe endet, wo man dann noch einem für den öffentlichen Verkehr gesperrten Gipfelsträßchen hinauf zum Gipfelhaus und dem ORF-Sender folgen kann. Steigungen zwischen 14 und 16 %, im obersten Bereich sogar kurz 18 % erreichend, sind dabei zu überwinden, was die Befahrung vom Schwierigkeitsgrad her schon in obere Bereiche verweist.Um sich die Sache einmal anzusehen, radelt man von Kitzbühel in Richtung St. Johann und trifft kurz nach dem Ortsende unmittelbar nach Überquerung der Kitzbüheler auf die Abzweigung zur Mautstraße Kitzbüheler Horn (km 0,0). Unter einem engen Bahntunnel hindurch folgen wir der Beschilderung »Kitzbüheler Horn« und vorbei an den letzten Häusern am Ortsrand nimmt die Steigung auf 10 % zu. Nach ziemlich genau 1 km Fahrt kann man am Boden einen weißen Strich erkennen, welcher den Beginn von hier stattfindenden Radrennen kennzeichnet, die von örtlichen Radklubs veranstaltet werden.In den 80er-Jahren wurden diese Rennen sogar mit Profis besetzt, mit denen sich dann die Hobbyradler messen konnten. Auch der Autor hat vor langer Zeit einmal daran teilgenommen. Damals siegte der Schweizer Radprofi Beat Breu mit einer Zeit von wenig mehr als 29 Minuten hinauf zum Alpenhaus Kitzbüheler Horn.Vielleicht blicken Sie also auf Ihre Uhr, bevor Sie auf ein größeres Ritzel schalten, denn die Steigung nimmt auf 14 % zu. Erst kurz vor der Mautstelle (km 3,0) legt sie sich etwas zurück, um gleich darauf aber wieder auf 14 % anzusteigen. Über weit auseinander gezogene Kehren windet sich die Trasse nach oben, die Steigung lässt kaum einmal spürbar nach, dafür zeigen uns Aufschriften am Straßenrand jeden halben Kilometer die vom Start an zurückgelegte Entfernung.Schweißtreibend geht es nach oben, an flacheren Abschnitten ist nicht viel zu vermelden, ein etwa 300 m langer 8 %iger Abschnitt nach einem Weiderost (km 4,0) und einige flachere Meter bei der Obernaualm (km 5,0), das ist dann auch schon alles. Zwischen Kilometer 6,5 und 7,5 legt die Steigung sogar nochmals zu, nämlich auf 16 %, bevor sich die letzten fünf Kehren bis zum Alpenhaus Kitzbüheler Horn (km 8,5) mit »nur« noch 12 % Steigung schon fast moderat anfühlen. Blicken Sie nun wieder auf Ihre Uhr und erschrecken Sie nicht, wenn Sie Ihre Zeit mit der von Beat Breu vergleichen. Auch die des Autors lag deutlich darüber.Übrigens muss die Schinderei hier noch kein Ende haben, man kann sie leicht noch etwas ausdehnen. Bei einer Schranke (km 8,5) beginnt das Gipfelsträßchen gleich einmal mit 16 % Steigung, die auf 300 m Länge bis zur zweiten Kehre (km 9,2) beibehalten wird. Der Rückgang auf 14 % bis zum Raintal-Sessellift (km 10,2) ist keine wirkliche Erleichterung, eher schon die folgenden 400 Meter mit 10 %, bevor es nochmals mit 16 % Steigung bis zum Gipfelhaus (km 10,8) nach oben geht.Wer jetzt immer noch nicht genug hat, der folgt den zwei kurzen Rampen mit 18 % Steigung, bevor der Eingang des ORF-Senders unserem Vorwärtsdrang endgültig Einhalt gebietet.

Schwierigkeit:

Mittelschwere Radtour mit 16 % Höchststeigung

Befahrbarkeit:

Ganzjährig befahrbar

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied910 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAbzweigung an der B 161 Richtung St. Johann kurz nach dem Ortsende von Kitzbühel, 763 m
Hinweise
Schwierigkeit: Mittelschwere Radtour mit 16 % Höchststeigung, Befahrbarkeit: Ganzjährig befahrbar
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt Österreich
VerkehrsanbindungAutobahn München-Kufstein A 93 und A 12 (Inntalautobahn), Ausfahrt Kufstein Süd – Scheffau – Elmau – Going – Kitzbühel
Höchster Punkt
1966 m

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