Von Toblach an den Misurina See

Eine technisch einfache Tour, die weder mit schwierigen Trails noch harten Steilrampen aufwartet. Die Steigungen sind stets moderat auf gut fahrbarem Untergrund. Etwas Kondition für die Bewältigung der Höhenmeter sollte man aber schon mitbringen! (Autor: Uli Preunkert, Carolin Kreutzer, Marianne Pietschmann)
65 km
1200 m
5.00 h
Ausgangspunkt dieser schönen Mountainbiketour ist der Toblacher Bahnhof, der gegenüber dem Kulturzentrum Grand Hotel gelegen ist. Toblach ist bekannt als die »Gemeinde der Drei Zinnen«, da die Nordwand der etwa 13 Kilometer Luftlinie entfernten Drei Zinnen noch auf Gemeindegebiet liegt.
Wir befinden uns auf ca. 1230 Metern über dem Meeresspiegel und fahren Richtung Cortina den Oberlauf des Baches Rienz entlang. Der Weg führt nach Süden, zu Beginn auf einer asphaltierten Gemeindestraße, dann über einen gepflegten Forstweg. Nach wenigen Minuten sind wir im Höhlensteintal am Toblacher See. Im seichten Wasser spiegeln sich die Berge. Weiter flussaufwärts zweigt ein Weg zum Soldatenfriedhof ab, hier liegen Opfer des Ersten Weltkrieges begraben. Damals herrschte in den Dolomiten ein jahrelanger harter Stellungskampf zwischen dem italienischen und dem österreichischen Heer.
Der weitere Anstieg ist nicht besonders anstrengend. Uns trennen noch 18 Kilometer vom Pass auf 1530 Meter. Der Pass von Schluderbach (Passo di Cimabanche), der Südtirol von Venetien trennt, ist auch eine Sprachgrenze: Toblach ist vorwiegend deutschsprachig, in Cortina spricht man Ladinisch.
Wir befinden uns hier in einem Naturparkdreieck: Links die Sextener Dolomiten, rechts der Naturpark Fanes-Sennes-Prags, im Süden der Naturpark der Ampezzaner Dolomiten. Es geht jetzt leicht abwärts und langsam verdichten sich die Hinweise, dass wir uns auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse fortbewegen. Die alte Bahntrasse des Höhlensteintals führt durch dunkle Tunnel, über spektakuläre Viadukte und an verlassenen Bahnhofsgebäuden mitten im Wald vorbei. Die elektrische Eisenbahn Toblach-Cortina-Calazo verkehrte von 1921 bis 1964 und wurde dann eingestellt. Nach der Durchquerung der Tunnel und der Brücke finden wir uns in einer Mondlandschaft aus Dolomitengestein wieder. Steinmassen, karge Nadelbäume und tiefe Täler prägen die einmalige Landschaft der Ampezzaner Dolomiten. Weit ist es nicht mehr bis Cortina (1211 m), dem größten besiedelten Zentrum der Dolomitenladiner. Die Strecke am Stadtrand ist wieder asphaltiert und wird auch gern als Spazierweg benutzt, wir fahren also mit Rücksicht auf die Fußgänger langsam und vorsichtig.
Cortina selbst ist eine wahre Perle: In Italien ist Cortina d’Ampezzo seit jeher als Klassiker des Wintersports bekannt. 1956 fanden hier die Olympischen Winterspiele statt und Italiens Schickeria amüsiert sich in dem beschaulichen Bergstädtchen Jahr für Jahr im Schnee. Eine Runde über den Corso Italia sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Cortinas Flaniermeile ist für Autos gesperrt, trotzdem herrscht meist Trubel auf dem Corso. Wir schieben also besser und passieren Heimatmuseum, Barockkirche und El Canpanon, den Glockenturm im neogotischen Stil.
Nach dem Mittagessen ist über die Passstraße ein Anstieg von etwa 550 Höhenmetern bis auf den Passo Tre Croci (1809 m) zu bewältigen. Der Pass verbindet in 1809 Metern Höhe Cortina d’Ampezzo mit der Verbindungsstraße (SS 48 bzw. SS 51) zwischen Auronzo di Cadore und Toblach. Nördlich des Passes liegt der Monte Cristallo (3216 m), südlich der Sorapis (3205 m).
Nach der Abfahrt bis zur Kreuzung mit der Straße nach Auronzo und einem kurzen Anstieg erreichen wir den Misurina See (1754 m). Gab es zuerst nur dichten Wald, der kaum einen Blick auf die berühmten Dolomitengipfel freigab, ist man am Misurina See überwältigt von dem gebotenen Dolomitenpanorama. Atemberaubend schön baut sich mit dem See, der Cadinigruppe, den Drei Zinnen und der Sorapisgruppe eines der schönsten Bergszenarien der Dolomiten vor einem auf. Besonders reizvoll ist sein Anblick von Norden her, wenn sich die Gipfel des Sorapis im klaren Wasser des Sees spiegeln. Ein unvergesslicher Anblick und wohl eines der am meisten fotografierten Dolomitenmotive.
Nach einem kurzen Abstecher zum Lago Antorno (1866 m) über die Drei-Zinnen-Straße geht die Fahrt über das Popena-Tal zurück nach Schluderbach und über den Radweg zum Ausgangspunkt nach Toblach.

Roadbook.
1) Vom Toblacher Bahnhof südlich Richtung Cortina fahren (entlang dem Oberlauf des Baches Rienz) 2) Am Toblacher See vorbeifahren 3) Am Dürrensee vorbeifahren 4) Weiter der Beschilderung Richtung Cortina folgen 5) Über den alten Bahnweg Richtung Gemärk/Cimabanche weiterfahren 6) Über den Passo de Cimabanche weiter Richtung Cortina fahren 7) In Cortina über den Corso Italia fahren 8) Am Ende des Corso Italia links abbiegen 9) Zweite Straße links fahren (Via Cantore) 10) Auf der Passstraße Richtung Passo Tre Croci fahren 11) Den Anstieg von 550 Hm bis auf den Passo Tre Croci (1809 m) hochfahren 12) Nach der Abfahrt bei der Kreuzung geradeaus fahren (nicht rechts nach Auronzo abbiegen) 13) Erreichen des Misurina Sees (1754 m) 14) Weiter der Straße in das Popena Tal folgen 15) 600 m hinter dem Misurina See kann man noch einen kurzen Abstecher zum Lago Antorno (1866 m) machen 16) Weiter auf der Straße Richtung Schluderbach fahren 17) Ab Schluderbach über den Radweg zum Ausgangspunkt nach Toblach.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour65 km
Höhenunterschied1200 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortToblach
AusgangspunktToblach (1256 m)
EndpunktToblach (1256 m)
TourencharakterDie Tour führt über die alte Bahntrasse durch das reizvolle Höhlensteintal rund um die Cristallogruppe. Die schöne Gebirgslandschaft um den Misurina See beeindruckt mit gewaltigen Gebirgsmassiven wie den Drei Zinnen, dem Monte Cristallo und der Marmarolegruppe.
Hinweise
Erlebniswert – mittel. Kondition – mittel. Fahrtechnik – mittel.
KartentippKompasskarte Bruneck/Brunico, Toblach/ Dobbiaco, Hochpustertal/Alta Pusteria. Wander-, Bike- und Skitourenkarte. 1:50 000
VerkehrsanbindungAuf der Brennerautobahn bis zur Ausfahrt Brixen. Dann die Pustertaler Staatsstraße ins Hochpustertal nehmen, dort der Beschilderung nach Toblach folgen.
GastronomieUnzählige Restaurants in Cortina, Tipp: Pizzeria Grill al Passetto in der Via Guglielmo Marconi
Verleih
BIKEVERLEIH. Radboutique Steger, Tel. +39/(0)474/55 04 42. Mister Bike, Brixen, Tel. +39/(0)472/20 06 35. Profi Bike, Brixen, Tel. +39/(0)472/83 15 75 Geführte Radtouren werden angeboten: Über das Hotel Innerhofer oder Infos bei www.kronplatzbike.it.
Informationen
Siehe Tour 4.1 in Karte.
Höchster Punkt
1866 m (Lago Antorno)
Unterkunft
Wer in einem Hotel mit Bike-Angebot wohnen möchte, ist im Hotel Innerhofer, Lützelbucherstr. 6, I-39030 Gais, Tel. +39/(0)474/50 43 77, Fax +39/(0)474/50 40 76, info@hotel-innerhofer.com, gut aufgehoben. Das Hotel bietet neben einer Bike-Werkstatt und einer abschließbaren Garage auch Mieträder, Shuttledienst, einen Waschsalon und einen Trockenraum.
Tourismusbüro
Tourismusverband Hochpustertal, Dolomitenstraße 29, I-39034 Toblach, Tel. +39/(0)474/91 31 56, Fax +39/(0)474/91 43 61, info@hochpustertal.info.

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