Mountainbiketour zum Rötelstein über Ohlstadt

Fahrtechnisch einfache Tour, nur im oberen Bereich kurzer, knackiger, steiler Abschnitt. Bequeme Bergabfahrt, schöner Abschluss, allerdings mit Steigung (Autor: Lisa Bahnmüller)
23 km
750 m
2.00 h
Wir radeln vom Parkplatz wenige Meter auf der Teerstraße weiter, biegen aber bei der ersten Möglichkeit rechts inden Feldweg ein. Die Straße steigt an und windet sich am Hang oberhalb des Kochelsees Richtung Westen empor. Nach ca. 4,3 km erreichen wir die Abzweigung zur Glentleiten. Erschöpfte Radler sausen hier rechts abwärts zum direkten Einkehrschwung in die Gaststätte Kreuthalm. Wir aber wenden uns nach links weiter bergauf und folgen zunächst der Beschilderung »Heimgarten« und dann auch dem Wegweiser zum »Rötelstein«.

Buchen- wechselt sich mit Nadelwald ab, im Frühjahr leuchtet das frische Grün, und im Herbst hebt sich das Goldgelb der Laubbäume schön von den dunkleren Nadelhölzern ab. Die Abzweigung nach Ohlstadt lassen wir unberücksichtigt, höchstens um einmal 200m weiter die schöne Aussicht an der Rastbank zu genießen oder um die Tour hier abzukürzen. Der Weiterweg führt steil bergauf und wird ab hier nun knackiger. Bei Kilometer 7,0 erreichen wir die eigentliche Abzweigung nach Ohlstadt, die wir für die Abfahrt wählen werden.

Kurzer Fußmarsch auf den Rötelstein-Gipfel

Bis zum Gipfelglück sind es noch zwei weitere steile Serpentinenkurven, dann haben wir den Sattel erreicht, und uns trennt nur noch ein 15-minütiger Fußmarsch vom Aussichtsfelsen des Rötelsteins (Räder mit den Fahrradschlössern absperren oder hinter einem Holzstoß im Wald verstecken). Neben dem Gipfelkreuz aus Aluminium laden ein paar einfache Bänke zur Rast ein. Über uns steht im Süden der Heimgarten mit seinem langen Grat zum Herzogstand; in der Tiefe liegt der Kochelsee, und dahinter ragen die Berge der Benediktenwand-Gruppe auf. Im Norden sieht man die großen bayerischen Seen, Starnberger und Ammersee, nach links folgt die Murnauer Moorlandschaft.

Zurück bei den Rädern geht es dann die wenigen Meter zur Abzweigung hinunter, wo wir nun links den kleinen Bach in einer Furt überqueren und die schöne Downhill-Fahrt nach Ohlstadt genießen. Das Dorf zeigt sich in bester oberbayerischer Manier und ist ohne große Planung gewachsen, was man an den verzwickten Straßenführungen erkennt. Einige stolze, alte Bauernhöfe sind erhalten geblieben, ebenso manch uralter Trodstadl, in dem früher das Getreide gelagert wurde. Überraschenderweise finden wir hier aber auch herrschaftliche Villen aus der Zeit um 1900. Ohlstadt war damals wie Murnau und Kochel ein Anziehungspunkt für Künstler, und in der Kaulbachstraße können wir (1.4.–30.11., Mi und Sa von 16–18Uhr geöffnet) das noch im Originalzustand erhaltene Atelier des Münchner Malerfürsten Kaulbach besichtigen.

In Ohlstadt fahren wir stets leicht bergab auf die Kirche zu und stoßen dort auf die große querende Hauptstraße. Hier nun rechts,ein Stück die Straße entlang, bis uns erneut nach rechts Radwegschilder die Richtung nach Schwaiganger/Großweil (Bodensee-Königssee-Radweg) weisen. Wir radeln bis zum Pferdegestüt Schwaiganger, aber leider nicht mitten hindurch. Kurz nach dem Gestüt verlassen wir den eigentlichen Radweg (der bis Großweil immer nur parallel zur viel befahrenen Autostraße verläuft) und biegen rechts ein, hinauf Richtung Glentleiten. Zunächst noch über Felder, dann geht’s zum letzten Anstieg. Der ist zum Glück nicht steil, zieht sich aber zäh dahin.

Wir trösten uns mit dem Gedanken, dass die Sträflingsarbeit der Bodenbepflasterung wohl viel schlimmer war. Direkt am großen Parkplatz erreichen wir die Anhöhe der Glentleiten und der Kreuthalm. Für Erstere sollten wir uns etwas Zeit nehmen, denn das große Freilichtmuseum ist immer einen Ausflug wert. Die Kreuthalm lockt mit ihrer schönen Terrasse, von der wir einen fantastischen Blick über das Kochler Moor haben. Zurück nach Schlehdorf können wir den schmalen Wiesenweg direkt unterhalb des Biergartens hinunterrollen, der uns mitten in den Ortskern zurückführt. Nun ist es nicht mehr weit in die Seestraße und zum Parkplatz.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour23 km
Höhenunterschied750 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortSchlehdorf
AusgangspunktSchlehdorf, Parkplatz in der Seestraße
Endpunkt Schlehdorf, Parkplatz in der Seestraße
TourencharakterBike & Hike zum versteckten Aussichtsberg
KartentippKompass 1:50 000, Blatt 7Murnau–Kochel–Staffelsee
VerkehrsanbindungAuto: Von München auf der A 95 Richtung Garmisch bis Ausfahrt Kochel/Murnau; Weiter über Großweil nach Schlehdorf und auf Höhe der Klosterkirche am Gasthof Klosterwirt rechts in die Seestraße; erster Parkplatz nur für Gäste des Gasthofs, 400m weiter kostenlose Stellplätze auf der linken Straßenseite
GastronomieIn Ohlstadt diverse Gaststätten; Berggasthof Kreuthalm an der Glentleiten oberhalb von Großweil (schönste Aussicht übers Loisach-Kochelsee-Moor); Fischerwirt in Schlehdorf
Tipps
Auf dem Wiesenweg von der Kreuthalm nach Schlehdorf können mitunter sehr viele Spaziergänger unterwegs sein. Dann rollen wir besser auf der Teerstraße hinab nach Großweil, zur Loisachbrücke und dann rechts, dem Fluss entlang, über Unterau nach Schlehdorf.
Informationen
Das Freilichtmuseum Glentleiten ist seit seiner Eröffnung 1976 zu einem einzigartigen Kulturzentrum geworden. Als der Bezirkstag von Oberbayern 1971 den Entschluss fasste, das Museum zu gründen, war er zunächst von dem Gedanken getragen, die alte bäuerliche Wohnkultur, die unrettbar dem Untergang geweiht war, für die Nachwelt zu bewahren. So fanden sich überall im Bezirk Oberbayern verlassene Häuser, die dem Verfall preisgegeben waren. Auf dem riesigen Areal des Museums wurden sie wieder aufgebaut, mit allen Nebengebäuden und Gärten, die früher jedes Haus besaß. Nach Möglichkeit übernahm man die Höfe mit komplettem Inventar. Auch wurden viele Werkstätten der Handwerksbetriebe übertragen, die es früher in jedem größeren Dorf gab: u. a. Schmiede, Seilerei, Wetzsteinmacherei und einen Kramerladen.
Tourismusbüro
Gästeinformation Schlehdorf, Tel. 08851/484, www.schlehdorf.de
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