Der Stonemantrail mit Start in Sillian

Die schönsten Trails der Region wurden zu einer perfekten Tour aneinandergereiht, markiert und mit Steinmännchen versehen. Ein MTB-Traum wird wahr! (Autor: Uli Preunkert, Carolin Kreutzer, Marianne Pietschmann)
49 km
4500 m
5.00 h
Frühmorgens starten wir von Sillian. Es ist kalt und dunkel und wir philosophieren müde über Sinn und Unsinn des Mountainbikens »mitten in der Nacht«.
Es hilft alles nichts und so machen wir uns auf den Weg zur Sillianer Hütte. Sehr moderat beginnt der Stonemantrail von dieser Seite. Es gilt, alle fünf Stempelstellen anzufahren. Als Belohnung winkt eine Trophäe und die Verewigung auf der homepage www.stoneman.it.
Bis zur Leckfeldalm geht es recht gemütlich bergauf, erst danach beginnt es steiler zu werden. Hier ist bereits teilweises Schieben angesagt, da es uns zum Fahren zu anstrengend ist. Schließlich haben wir einen langen Tag vor uns und wollen nicht unsere ganze Energie schon am Anfang verpulvern.
Kurz vor der Sillianer Hütte kommt die erste Stempelstelle in Sicht, das Armband erhält seine erste Markierung und die ersten 1350 Höhenmeter sind geschafft. Wir lassen die Sillianer Hütte in Richtung Hornischegg (2550 m) hinter uns und gelangen rasch auf den Karnischen Höhenweg, die sogenannte Demut-Passage. Dies ist ein ca. zehn Kilometer langer Singletrail, der je nach Fahrkönnen mehr oder weniger fahrbar ist. Eigentlich sollte es bis zum Kniebergsattel leicht bergab gehen. In der Praxis jedoch tun sich unzählige Gegenanstiege auf und die Passage scheint kein Ende zu nehmen. Hier kann sehr viel Zeit verloren gehen und die kurzen Anstiege summieren sich auf ca. 350 Höhenmeter. Das kostet Energie!
Endlich kommt die zweite Stempelstelle in Sicht. Der Höhenmesser zeigt knappe 1800 Höhenmeter an. In den vier Stunden, die wir bereits unterwegs sind, haben wir kaum 25 Kilometer geschafft.
Hinter dem Kniebergsattel erwartet uns ein weiterer kleiner Anstieg über ein Geröllfeld. Ums Eck fällt der Blick auf eine Madonna-Statue, die auf einem Felsvorsprung steht. Ab hier geht es flüssiger bergab, trotz des einen oder anderen kleinen Gegenanstiegs. Der Singletrail beginnt nun richtig Spaß zu machen, geht später in einen Karrenweg über und mündet schließlich auf Asphalt.
In rasanter Fahrt geht es nach Padola hinunter, durch den Ort hindurch und bereits wieder leicht ansteigend ins Val Grande. Hier befindet sich die Stempelstelle Nummer drei. Wieder eine Verzierung für unser Armband.
Kurz hinter der Stempelstelle lassen wir den Asphalt hinter uns und zweigen ab auf eine teils steile Forststraße, die unter dem Kreuzbergpass wieder auf die Bundesstraße mündet. Wir folgen der Bundesstraße und biegen bald hinter einem Hotel wieder nach links ab. Ca. 250 Höhenmeter haben wir jetzt noch bis zu den Rotwandwiesen zu bewältigen. Anfangs kurbeln wir auf einem breiten Singletrail, später auf Forst- und Karrenwegen voran. Am Ende queren wir einen breiten Fußweg, der uns direkt zur Seilbahnstation auf der Rotwandwiese führt und an der sich die vierte Stempelstelle findet.
Unser Höhenmesser zeigt bereits 2500 Höhenmeter an und nur noch ein letzter Stempel fehlt auf unserem Armband. Doch dieser muss erneut hart erkämpft werden.
Eine reine Forststraßenabfahrt folgt, eher eine Seltenheit auf dieser Tour. Sie führt uns in schneller Fahrt hinunter zum Gasthaus Purtschall und nach Sexten. Über Innichen fahren wir auf dem Radweg nach Toblach, wo es dann an die letzten Reserven geht. Gute 1500 Höhenmeter müssen wir am finalen Aufstieg zum Markinkele noch bewältigen. Dabei ist es durchaus hilfreich, dass der erste Teil der Auffahrt auf Asphalt und einer recht bequemen Forststraße stattfindet. Erst ab dem Wanderparkplatz in der Nähe der Lachwiese wird die Strecke dann schlechter und vor allem auch kräftezehrender.
In vielen Serpentinen windet sich der Weg nach oben und unsere Kräfte schwinden merklich. Die letzten 300 bis 400 Höhenmeter schaffen wir mit letzter Motivation und sind heilfroh, als wir die fünfte und letzte Stempelstelle erspähen.
Die letzte Markierung schmückt unser Armband, der Höhenmesser steht bei knapp 4000 Höhenmetern. Wir gönnen uns noch eine kurze Rast und machen uns dann an die Abfahrt.
Ein oder zwei Kilometer führt uns die Schotterstraße in Richtung einiger Befestigungsanlagen aus dem Ersten Weltkrieg. Dann folgt eine kurze Querung auf einem Singletrail vorbei an weiteren Bunkern und schließlich die finale Abfahrt, deren Auftakt ein traumhafter Singletrail ist. Abwechslungsreich und anspruchsvoll, aber nie zu schwierig führt er uns hinab.
Doch auch der schönste Trail ist mal zu Ende und wir kommen auf eine Forststraße, die später zu Asphalt wird. So erreichen wir zügig das Tal in der Nähe von Winnebach. Zum Schluss geht es dann stets leicht bergab auf dem Radweg Richtung Sillian, wo wir müde und erschöpft, aber glücklich ins Ziel einlaufen.
Eine einzigartige Traumtour liegt hinter uns. Wir haben alles erlebt, was das Mountainbikerherz begehrt: fantastische Landschaft, perfekte Streckenführung, Singletrails von flowig bis ruppig und dazu die bizarren Dolomiten-Felstürme, die keine Wünsche offen lassen. Das Ganze ist von Roland Stauder und seinem Team perfekt ausgeschildert – das GPS und die Karte können getrost zu Hause bleiben.

Wer nicht zu übertriebenem sportlichen Ehrgeiz tendiert – umso besser. Die Runde ist eigentlich zu schade, um sie an einem Tag abzuwickeln. Auf zwei oder drei Tage aufgeteilt, kann man sie noch viel besser genießen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour49 km
Höhenunterschied4500 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortSillian
AusgangspunktSillian (1100 m)
EndpunktSillian (1100 m)
TourencharakterRoland Stauder, Ex-Mountainbikeprofi, hat in seiner Heimatregion in Sexten eine einmalige Erlebnisrunde für Mountainbiker ausgearbeitet und bestens markiert. Für die Tour gibt es zwei mögliche Startpunkte. Der erste davon liegt in Sillian.
Hinweise
Erlebniswert – hoch. Kondition – mittel. Fahrtechnik – anspruchsvoll.
KartentippKompasskarte Sextener Dolomiten/Dolomiti di Sesto: Wander- und Bikekarte. GPS-genau, 1:25 000
VerkehrsanbindungAuf der Brennerautobahn bis zur Ausfahrt Brixen. Dann die Pustertaler Staatsstraße nach Bruneck nehmen. Über Toblach kommt man nach Sillian.
GastronomieAlpe Nemes (1950 m) Rifugio Malga Nemes, Tel. +39/(0)347/011 93 60, info@alpe-nemes.com, Sillianer Hütte (2447 m), Tel. +43/(0)664/ 532 38 02, viktoria_sch@hotmail.com, Rotwandwiesenhütte (1924 m), Tel. +39/(0)474/71 06 51, info@rotwandwiesenhuette.it
Tipps
Um den Stonemantrail in drei Tagen zu bewältigen, sollte man Tagesetappen mit 1500 Höhenmetern bewältigen können. Der drei Kilometer lange Anstieg zur Sillianer Hütte ist extrem steil! Die zehn Kilometer lange Demut-Passage ist der technisch schwierigste Teil. Spezialisten werden ihre Freude daran haben. Fünf Stempelstellen gilt es anzufahren: – Markinkele: 2545m – Sillianer Hütte: 2447m – Passo Silvella: 2329m – Valgrande: 1362m – Bergstation Rotwandbahn: 1900m.
Informationen
Siehe Tour 3.3.1 in Karte.
Höchster Punkt
Markinkele (2545 m)
Unterkunft
Alpe Nemes (1950 m) Rifugio Malga Nemes, Tel. +39/(0)347/011 93 60, info@alpe-nemes.com, Sillianer Hütte (2447 m), Tel. +43/(0)664/ 532 38 02, viktoria_sch@hotmail.com, Rotwandwiesenhütte (1924 m), Tel. +39/(0)474/71 06 51, info@rotwandwiesenhuette.it
Tourismusbüro
Tourismusverein Toblach, Juni/September: Mo–Fr 9–12 und 15–18 Uhr; Sa 9–12 Uhr; So geschlossen, Juli/August: Mo–Fr 8.30–19 Uhr; Sa 8.30–12.30 und 14–18 Uhr; So 10–12 Uhr. Ausgabestellen Startpaket Stonemantrail: Sexten Kletterhalle: 9–23 Uhr, Toblach Bahnhof Globo Alpin: 8–12.30 Uhr Werktags. An diesen Orten kann man das Abenteuer beginnen und das Startpaket erwerben. Auf dem Stempelarmband befindet sich eine Nummer, die vor dem Start in einer der vier Ausgabestellen registriert werden muss. Ab dem Startdatum hat man maximal drei Tage Zeit, um alle Stempelstellen zu erreichen, dort die verschiedenen Symbole am Armband abzustempeln und somit eine der Trophäen zu gewinnen. Zur Endkontrolle und zur Prämierung muss man zur Ausgabestelle zurück. Bitte die Öffnungszeiten der jeweiligen Ausgabestelle beachten! Das Startpaket kann bereits am Vortag ab 19 Uhr erworben werden, wobei der folgende Tag als Startdatum gilt. Wird der Trail abends – und damit außerhalb der Öffnungszeiten der Ausgabestelle – beendet, so kann das Armband auch am Folgetag bis 9 Uhr abgegeben werden.

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