Sentiero attrezzato Fausto Susatti, Sentiero attrezzato Mario Foletti,

Leichte, gesicherte Steige im Süden des Rocchetta-Massivs. Lassen sich sehr schön zu einer Rundtour verbinden, mit dem »Sentiero delle Laste« als Zu- bzw. Abstiegsvariante. Am »Sentiero dei Camminamenti« und am »Sentiero delle Laste« hervorragende neue Sicherungen. Lampe für den langen Stollen an der Cima Rocca! (Autor: Eugen E. Hüsler)
6 km
1020 m
6.00 h
Die Tour beginnt als Straßenwanderung: zunächst am Westufer in Richtung Limone bis zur Abzweigung der alten Ponalestraße. Ohne Motorenlärm durch vier Tunnels (Vorsicht: häufig Radler!) zur Mündung des Val Sperone (ca. 170 m). Hier rechts ab von der Straße und im Zickzack bergan. Unter den Felsen nach links und überwiegend schattig über eine Hangterrasse in einen Graben, dann in ein paar Kehren steil hinauf zum Südgrat der Cima Capi, wo der Zustieg von Biacesa mündet (ca. 575 m). Von Biacesa (418 m) kurz auf einem gepflasterten Sträßchen bergan zur Abzweigung des »Sentèr dei Bech«, der mit einigem Auf und Ab die abschüssigen, felsdurchsetzten Südhänge der Cima Rocca quert und schließlich am Südgrat der Cima Capi in den von der Ponalestraße herauf kommenden Anstieg mündet (ca. 575 m). Mit etwas Glück kann man an dem Weg Smaragdeidechsen und Schlangen beobachten; im Frühling blüht hier der seltene Diptam (Dictamnus albus). Eine deutliche Spur führt über den verstrauchten, felsdurchsetzten Kamm zum Einstieg des »Sentiero Susatti« (730 m). Zwei Steilrinnen, lediglich mit ein paar Eisenstiften versehen, machen den Auftakt, dann folgt Gehgelände bis zum Fuß des eigentlichen Felsgrates. Drahtseile leiten durch gestufte Rinnen und über kleine Aufschwünge nach oben. Eine kurze Linksquerung verlangt etwas Armzug; wenig höher ist eine schmale Gratrippe zu übersteigen. Immer wieder stößt man auf Überreste ehemaliger Kriegsstellungen. Zum Gipfel hin wechseln Wegstücke ab mit kurzen, ungesicherten Kletterstellen (I); ein letztes Drahtseil hilft auf das »Dach« der Cima Capi (909 m), 0.45 Std. Der Weiterweg führt kurz abwärts, dann an dem schmalen, nach rechts senkrecht abfallenden Grat hinüber zur Abzweigung des »Sentiero Foletti« (Tafel). Hier beginnt die spannende Umrundung des innersten Val Sperone, erst absteigend (Drahtseile, Krampen), dann auf ausgesetzten Horizontalbändern (Drahtseile) und zuletzt über eine steile Treppe (Seile, einige Eisenbügel) wieder ansteigend zu einer Geländeschulter, wo der »Sentiero Susatti« endet. Unterhalb der Bocca Pasumer (980 m) mündet der Abstieg vom »Sentiero dei Camminamenti« (Wegzeiger). An der erwähnten Verzweigung links (Laufgraben) zum »Sentiero Foletti«, dann leicht hinab zu einem Horizontalband und über schräge, trittarme Platten (Eisenschienen) am Drahtseil hinüber zum Ansatzpunkt einer Rinne. Gut gesichert schräg aufwärts und in einer weiteren, recht luftigen Querung zu einer bewachsenen Felsschulter. Dahinter durch eine steile, erdige Rinne (Drahtseil) abwärts in einen Felswinkel, wo die Ferrata ausläuft. Auf gutem Steig flach zum gemauerten Bivacco Arcione (Sitzbänke). Wenig weiter steht das Kirchlein San Giovanni (858 m), 0.30 Std. Gleich hinter dem Kirchlein von San Giovanni (858 m) weist ein Schild zum »Schützengräbenweg«, dem »Sentiero dei Camminamenti«. Er folgt dem verzweigten Stollen- und Grabensystem an der Cima Rocca (1089 m) und ist abschnittweise mit Drahtseilen und einigen Eisenbügeln hervorragend gesichert. Im Aufstieg verschwindet die Route zweimal kurz im Bergesinnern (Kopf einziehen!); dem ersten Loch entsteigt man über eine etwa sechs Meter hohe Eisenleiter. Dann muss man sich entscheiden: unten durch oder über den Berg. Der Gipfelweg ist gut markiert; deutliche rot-weiße Markierungen leiten auch durch den Hauptstollen, der sich mehrfach verzweigt. »Irrwege« sind entsprechend bezeichnet (»senza uscita«, »pericoloso!«). Zurück im Tageslicht steigt man über Schützengräben hinunter zur Wegspinne an der Bocca Passumer (980 m). Zwei-, dreimal bietet sich dabei rechts ein Blick in bodenlose Tiefen. Der Abstieg aus der Scharte auf das markante Band, das von der Cima Capi herüberkommt (Wegvariante unter Umgehung der Cima Rocca) und den gesamten Felskessel des innersten Val Sperone umzieht, erweist sich aber als recht interessant. Drahtseile sichern die ausgesetzten Passagen am teilweise luftigen Gang hinüber zu der kleinen, von einem Hochspannungsmast »geschmückten« Scharte im Rücken des Monte di Riva (865 m). Dahinter gehts endgültig abwärts, zunächst im Zickzack, vorbei an einer guten Quelle, dann flacher in längerer Hangquerung und schließlich auf breitem Weg hinaus zur Bastione (211 m) und hinunter nach Riva. Alternativer Anstieg von Biacesa (418 m) über den »Sentiero delle Laste« zum Kirchlein San Giovanni, bestens gesichert. Wer die Klettersteigrunde im Val di Ledro startet, wird die leichte Ferrata nach der Überschreitung von Cima Capi und Cima Rocca im Abstieg begehen. Man folgt dem »Sentèr dei Bech«, Markierung 470, bis zur signalisierten Abzweigung, Markierung 470. Auf einem ehemaligen Kriegsweg in Kehren bergan gegen die Felsen, dann teilweise mit Drahtseilhilfe über Bänder und durch felsige Rinnen; zwei Aufschwünge sind zusätzlich mit Krampen versehen (siehe oben). Schließlich gewinnt der Steig die ehemalige Kriegsstellung unterhalb von San Giovanni. Nun entweder links unter Felsen zum Kirchlein oder rechts gut gesichert (Drahtseil, Eisenbügel) über einen Felsaufschwung direkt hinauf zum Bivacco Arcione, 1 Std. von der Abzweigung.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied1020 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAbzweigung der Via del Ponale südlich von Riva. Alternativ das Dörfchen Biacesa (418 m) im Ledrotal.
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterKlettersteige im Multipack. Das findet der Interessierte an der Südflanke des Rocchetta-Massivs, in den Felsen über dem untersten Val di Ledro. Dabei handelt es sich durchwegs um richtige »Genießerrouten« in einer einmaligen Kulisse, die auch weniger Geübten nicht gleich den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Weder der »Sentiero Susatti« noch der »Foletti« gehören in die Kategorie schwieriger Ferrate, und der »Schützengräbenweg« (Sentiero dei Camminamenti) ist auch nicht anspruchsvoller. Bloß eine Taschenlampe braucht man da, denn der Weg verläuft zum Teil in, nicht am Berg. Und der etwa 150 Meter lange Hauptstollen unter der Cima Rocca ist wirklich stockdunkel – selbst wenn draußen die Sonne scheint. Den Gang durch die Finsternis kann man sich allerdings bei einer Gipfelüberschreitung sparen, teilweise am sichernden Drahtseil.Wer schwindelfrei und trittsicher ist, wird an der Runde seine helle Freude haben. Die Steige bieten viel Abwechslung, das Ambiente ist schlicht grandios. Dass hier vor allem der Krieg einst der große Wegbauer war, macht dagegen eher nachdenklich: Von 1915 bis 1917 ging die Alpenfront über das Rocchetta-Massiv, wurde an seinen Flanken und steilen Wänden gekämpft und gestorben. Wozu?
Hinweise
Highlights: Faszinierende Tiefblicke auf den obersten Gardasee.
VerkehrsanbindungRiva (78 m), historisches Städtchen am oberen Ende des Gardasees, erreicht man von der Brennerautobahn auf guten Straßen, 40 Kilometer von Trento, 17 km von der Autobahnausfahrt »Rovereto Sud -Lago di Garda Nord«. Wer die Tour in Biacesa (418 m) startet, folgt in Riva dem Wegzeiger »Val di Ledro«, bis zu dem kleinen Ort etwa 8 km. Parkmöglichkeiten vor und im Ort.
GastronomieKeine. Unterschlupf im Bivacco Arcioni beim Kirchlein San Giovanni (860 m), stets zugänglich, nicht bewirtschaftet!
Informationen
Gesamt 6.30 Std.; Riva – »Sentiero Susatti« – Cima Capi 2.45 Std., »Sentiero Foletti« 0.30 Std., »Sentiero dei Camminamenti« – Cima Rocca – Bocca Pasumer 1.15 Std., Abstieg über die Bocca d’Enzima nach Riva 2 Std. Ab Biacesa mit Zustieg über den »Sentèr dei Bech« gesamt etwa 5.30 Std.

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