Fennberg-Klettersteig

Ganz unten im Südtiroler Unterland, der Sprach- und Provinzgrenze zum Trentino bereits ganz nahe, fußt der Fennberg in der breiten, durch die Abzugskanäle des Kalterer Sees erst urbar gemachten Sohle des Etschtals. Und genau da, Höhenkote 210 m, startet der »Fennberg-Klettersteig«, eine interessante gesicherte Route, bloß mäßig schwierig, aber ziemlich lang und anhaltend steil, im Hochsommer deshalb eine richtige (knochentrockene) Hitzefalle. Viel schöner ist die Tour im Frühling, wenn am Weg die rosafarbigen Blüten des Diptam (Dictamnus albus) stehen und der Goldregen (Laburnum anagyroides) seine Farbenpracht entfaltet. 
21 km
890 m
5.30 h
Auf schmalem Weglein, teilweise im Wald, über den steilen Wandvorbau (Drahtseil) zum Einstiegskamin: etwa zehn Meter hoch und senkrecht, aber gut gesichert (Schlüsselstelle). Drahtseile, Eisenbügel und drei Leitern sichern auch den weiteren Anstieg, der packende Tiefblicke ins Etschtal bietet. Durch eine steile Rinne (Drahtseile) gelangt man schließlich auf die mächtige, bewachsene Rampe in der Wandmitte.

Hier wird der Klettersteig zum (aussichtsreichen) Wanderpfad; in der oberen Felszone folgen dann nochmals einige gesicherte Passagen. Ein breites Band leitet nach links; mit Drahtseilsicherung steigt man dann auf unter einen mächtigen Überhang (Routenbuch). Nun rechts aufs »Dach« des Fennbergs (ca. 1120 m) und im Wald zum Plattenhof in Unterfennberg (1047 m), 3 Std.

Abstieg vom Fennberg-Klettersteig

Der Abstieg ist die Krux des »Fennberg-Klettersteigs«, gibt es doch keine ideale Route. Die beiden markierten Wege durch die Fenner Schlucht bzw. das Höllental enden weitab vom Einstieg. Unvermeidlich deshalb ein längerer Straßenhatscher – oder Daumen raus und freundlich gucken ...
Der mit »3« bezeichnete Margreider Steig führt vom Plattenhof zunächst flach zu den Häusern von Putzwald (1058 m), dann in nördlicher Richtung am Abbruch des Fennbergs hinunter in die Fenner Schlucht, wo man auf eine Forstpiste stößt. Sie führt aus der Klamm heraus und in einer weiten Schleife, zuletzt zwischen Weinpergeln, abwärts nach Margreid an der Weinstraße (243 m).

Südseitiger Abstieg: zunächst auf der Straße westwärts, vorbei am kleinen Fenner See und an der Leonhardskirche bis zum Anwesen Tratt (1002 m). Hier auf Weg 502 steil bergab ins romantische Höllental. Drunten am Bach zu dem breiten Fahrweg, der von Roverè della Luna (241 m) heraufkommt. Hinunter ins Etschtal und – Sie wissen schon …

Herbststeige

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour21 km
Höhenunterschied890 m
Dauer5.30 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAn der Straße von Margreid nach Roverè della Luna.
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterÜberhaupt zeichnen sich die felsigen Steilhänge des Fennbergs durch eine besonders artenreiche Vegetation aus, wobei ausgesprochene Alpenpflanzen wie etwa Silberwurz (Dryas octopetala) und Behaarte Alpenrose (Rhododendrum hirsutum) hier extrem weit herabsteigen (bis etwa 500 m). Zahlreich vertreten sind Liliengewächse, dazu kommen mehrere Orchideen wie etwa der Violette Dingel (Limodorum abortivum) und mehrere Ragwurzarten (Ophyris). Auch die Fauna kann sich sehen lassen; Smaragdeidechsen (Lacerta viridis) sind am Fennberg ebenso heimisch wie die Gottesanbeterin (Mantis religiosa). Günstige Lebensbedingungen finden in den sonnigen Steilhängen auch Schlangen wie die Aspisviper (Vipera aspis) und die ungiftige Aeskulapnatter, deren lateinischer Name (Elaphe longissima) deutlich macht, wodurch sie sich besonders auszeichnet: durch ihre Länge (bis 2 m).
Hinweise
Tiefblicke ins Etschtal. Gute Actionmotive im unteren Teil des Klettersteigs: Einstiegskamin, senkrechte Klammerreihe, Leiterpassagen. Vormittagssonne.
VerkehrsanbindungIm Südtiroler Unterland nach Margreid an der Weinstraße (243 m), weiter Richtung Roverè della Luna. Gut drei Kilometer hinter dem Ort markiert eine Wegtafel den Beginn des Klettersteigs. Beschränkte Parkmöglichkeit.
GastronomiePlattenhof und Gasthof zur Kirche in Unterfennberg (1047 m). Mehrere Gasthäuser in Margreid und Roverè della Luna.
Tipps
Es soll ja auch Genießer unter den Klettersteiglern geben, die hartes Brot, ein Stück Speck und einen Schluck aus der Wasserflasche nicht für einen kulinarisch-lukullischen Höhenflug halten, vergleichbar dem Erlebniswert auf schwindelnden Abgrundpfaden. Wer sich auch gerne auf gastronomische Höhen entführen lässt, ist bei der Familie Pomella im Turmhotel Schwarz Adler in Kurtatsch genau richtig (Tel. 0471/88 06 00, ; info@turmhotel.it, www.turmhotel.it).
Informationen
Gehzeit: Gesamt 5.30 Std.; Aufstieg 3 Std., Abstieg und Rückweg 2.30 Std.

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