Warnow - Von Weitendorf nach Eickhof

Herrliche, problemlose Tagestour auf der einsamen Warnow, bei der auch der spektakuläre Warnowdurchbruch durchquert wird. Hier wartet ein tiefes Tal mit kleinen Stromschnellen und einer idyllischen Waldlandschaft auf die Paddler. (Autor: Michael Hennemann)
Der Wegverlauf.
Die Warnow ist so schön, dass man am besten schon am Abend vorher anreist. Wir haben gerade unser Zelt am Wasserwanderrastplatz Weitendorf unter der riesigen Graupappel, die als Naturdenkmal geschützt ist, aufgebaut, da besucht uns der Bürgermeister des Ortes und kassiert nicht nur die moderate Übernachtungsgebühr, sondern informiert uns bei einem netten Plausch gleich noch über die Entwicklung des Kanutourismus an der Warnow. Er erzählt uns, dass die Zahl der Kanuten in den letzten Jahren ständig zugenommen hat und jetzt etwa 2000 Boote pro Saison in Weitendorf anlanden. Stolz zeigt er uns das neue Tipi, das die Gemeinde gerade angeschafft hat, und weist uns darauf hin, dass wir gerne ein Lagerfeuer entfachen dürften. Eine Axt um das Feuerholz klein zu machen, bekämen wir am Kiosk. Da ein leichter Nieselregen eingesetzt hat, verzichten wir auf das Feuer und kriechen gleich in die Schlafsäcke.
Gleich nach dem Start am nächsten Morgen beschreibt die Warnow eine malerische Rechtskurve, nimmt von links kommend den Brüeler Bach auf, führt uns unter einer Eisenbahnbrücke durch und vorbei an Wiesen, Schilf und Rohrkolben. Wir lassen uns langsam treiben und beobachten die Tier- und Vogelwelt. In den letzten Jahren ist hier sogar der Wachtelkönig, eine Rallenart, heimisch geworden.
An der Sagsdorfer Brücke von Sternberg nach Groß Görnow können wir anlegen, um eine erste Rast zu machen. Nun schlängelt sich die Warnow in vielen Kurven nach Nordosten. An der nächsten Straßenbrücke bietet sich eine weitere Rastmöglichkeit am rechten Ufer an, kurz dahinter mündet von rechts die Mildenitz in die Warnow. Knapp 1 km flussaufwärts liegt das gemütliche Kanucamp, wo man rustikal in kleinen Holzhütten übernachten kann.
Die Bäume entlang der Ufer nehmen zu, und vor uns liegt das Filetstück der Tour, das Warnowdurchbruchstal. Bis zu 30 m tief hat sich die Warnow hier in den Endmoränenwall gefressen und die flotte Strömung trägt uns durch dichten Wald und über einige leichte Schnellen. Mit richtigem Wildwasser hat das zwar nichts zu tun, ist aber eine willkommene Abwechslung und für Paddler mit etwas Erfahrung völlig problemlos zu bewältigen. Bald schauen uns Spaziergänger von der Holzbrücke zu. Wir legen an und entdecken neben der Brücke einen Weg hinauf zum Burgwall von Groß Görnow. Wieder zurück im Boot folgt der »wildeste« Abschnitt. Das Wasser rauscht vorbei an großen Findlingen und umgestürzten Bäumen. Fast zu schnell liegt das Durchbruchstal hinter uns und die Warnow gleitet wieder sanft dahin.
Anschließend umfließt die Warnow eine kleine Insel. Bei Normalwasser kann Sie umrundet werden, bei Niedrigwasser halten wir uns rechts. Am Ende, wo die beiden Arme wieder zusammenfließen, überspannt eine Brücke den Fluss, davor können wir an der grünen Metalltreppe anlegen und eine Pause auf dem idyllischen Rastplatz einlegen.
Wir paddeln durch einen fast urwüchsig anmutenden Erlenbruchwald, bis uns eine extrem niedrige Brücke den Weg versperrt. Trotz einiger Verrenkungen im Boot ist kein Durchkommen und so entscheiden wir uns für eine Portage am linken Ufer und versinken beim Anlegen knietief im Schlamm.
Nachdem dieses einzige Hindernis der Tour gemeistert ist, kündigt die nächste Eisenbahnbrücke das Ende der Tour an. Gut einen halben Kilometer weiter legen wir in Eickhof vor der Wildwasser-Slalomstrecke am linken Ufer in einer Nische an, deren Böschung mit Steinen eingefasst ist.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWasserwanderrastplatz in Weitendorf
EndpunktWasserwanderrastplatz in Eickhof
TourencharakterDie Warnow ist ein abwechslungsreicher Wanderfluss durch Wiesen und Felder. Landschaftlicher Höhepunkt ist das etwa 2 km lange Warnowdurchbruchstal hinter Sternberg.
Befahrbarkeit.
Ganzjährig
Befahrungsregeln.
keine Einschränkungen
Hindernisse.
Eine extrem flache Brücke vor Eickhof erfordert bei hohem Wasser- stand eventuell eine Portage.
Beste Jahreszeit
VerkehrsanbindungB104 (Schwerin– Güstrow), ca. 5 km westlich von Sternberg liegt Weitendorf Transfer - Bei gebuchten Touren übernimmt der Verleiher den Transport. Wer mit eigenen Booten unterwegs ist, braucht ein zweites Auto oder ein Fahrrad, Rückkehr zum Startpunkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist praktisch unmöglich.
GastronomieKioske am Start und Ende der Tour bieten Snacks und Getränke an, ansonsten keine Einkehrmöglichkeiten.
Tipps
Archäologisches Freilichtmuseum Groß Raden. Knapp 4 km nordöstlich von Sternberg kann man im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden einen altslawischen Tempelort aus dem 9. und 10. Jahrhundert besuchen. Nach umfangreichen Ausgrabungen und Rekonstruktionen der Kultstätten eröffnete das Museum 1987. Neben der Präsentation der Funde lockt das Museum heute vor allem mit der Möglichkeit, slawisches Hand- werk zu erleben, und mit historischen Spielen und Wettkämpfen. Weitere Infos unter www.gross-raden.de
Verleih
KanuCamp Sternberger Burg, Tel. - 0171/ 4517958; Kanustation Pension Bruchmann, Tel.: 03847/2767
Unterkunft
Zeltmöglichkeit an den Wasserwanderrastplätzen am Beginn und Ende der Tour, KanuCamp Sternberger Burg, Tel. - 0171/4517958
Tourismusbüro
Fremdenverkehrsamt Sternberg, Luckower Straße 3, 19406 Sternberg, Tel.: 03847/ 451012, www.sternberger- seenland.de

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