Neckar - Von Eberbach nach Neckargemünd

Der Neckar ist zwar Bundeswasserstraße, trotzdem ist die vorgestellte Route eine problemlose Kanuwanderung vorbei an mittelalterlichen Städten und entlang mal schroffen, mal sanft bewaldeten Hängen, an den Ufern auch für Anfänger geeignet, denn die Anzahl an großen Kähnen hält sich im überschaubaren Rahmen. (Autor: Michael Hennemann)
Der Neckar kommt aus südlicher Richtung und erreicht zwischen Bad Wimpfen und Mosbach den Odenwald. In einer großen Biegung wendet er sich nach Westen gen Heidelberg, um wenig später bei Mannheim in den Rhein zu münden. Im Scheitelpunkt des Westknicks, an der Uferpromenade des Kurorts Eberbach im Herzen des Naturparks Neckar-Odenwald, beginnt unsere Tagestour. Vorher lohnt sich ein Besuch der unterhalb der Burgruine aus dem 11. Jahrhundert gelegenen Altstadt, deren Kirchen, Fachwerkhäuser und Türme von Resten einer Befestigungsanlage umgeben werden. Eine herrliche Aussicht über die Neckarschleife genießt man von einem Eckturm der Stadtmauer.

Nach dem Start am Hafen zieht links das Tipi-Camp eines Kanuvermieters an uns vorüber, dann liegen sieben, recht einsame Paddelkilometer vor uns. Die Lastkähne, die uns begegnen oder überholen, können wir an einer Hand abzählen. Vor Hirschhorn spannt sich eine Straßenbrücke über den Neckar und am linken Ufer verschwindet die Straße im Fels. Der Neckar beschreibt eine sehr engen Flusskehre und nach einem Gasthof am linken Ufer liegt vor uns die Schleuse Hirschhorn. Da Kanus nicht geschleust werden, lenken wir unsere Bootsspitzen Richtung linkes Ufer und finden dort am Ufer neben der Schleusenkammer eine Gleislore, die uns die Umtrage erleichtert.

Hinter der Schleuse spiegeln sich am rechten Ufer die Silhouette der »Perle des Neckartals« mit Kirche, Burg und Fachwerkhäusern im Wasser. Am linken Ufer lockt ein weiterer Gasthof, am rechten Ufer liegen zahlreiche Sportboote und sogar ein Flusskreuzfahrtschiff vor Anker.

Der Historische Stadtrundweg führt uns vom Gebäude der Touristeninformation durch mittelalterliche Gassen, deren Fachwerkhäuser aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammen vorbei an den vorbildlich renovierten und sanierten Sehenswürdigkeiten dieses wunderschönen, historischen Städtchens und zur Burg Hirschhorn. Der Bau der romanischen Kernburg begann um 1250, in der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde die Burg umgebaut und erweitert und der romanische Burgfried durch einen schlankeren »Hexenturm« ersetzt.

Nach unserer Sightseeing-Tour wieder im Boot, ziehen bei Flusskilometer 43 am rechten Ufer ein Gasthaus mit Übernachtungsmöglichkeit und ein Campingplatz in Neckarshausen an uns vorbei, dann folgt ein besonders schönes und einsames Stück und dichter Wald erstreckt sich über das gesamte Tal.

Der nächste Ort, die Vierburgenstadt Neckarsteinach, kündigt sich durch einige Bootsausrüster und Werften am rechten Ufer an. Die Bootsschleppe am Wehr in Neckarsteinach liegt wieder ganz links außen, noch neben dem Wehr. Hinter dem Wehr können wir links am Ufer den idyllisch gelegenen Campingplatz unterm Dillsberg ansteuern oder für einen kleinen Stadtspaziergang in Neckarsteinach am rechten Ufer anlegen.

Die Burganlage aus der Mitte des 12. Jahrhunderts in Dilsberg, einem Stadtteil Neckargemünds, thront hoch über dem linken Ufer und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Neben den zahlreichen Fachwerkbauten, Steinhäusern, Wehranlagen und dem tiefen Burgbrunnen mit unterirdischen Stollen kommen die Touristen vor allem wegen des Aussichtsturms mit seinem grandiosen Panoramablick über das Neckartal.

Zum Wahrzeichen Neckarsteinachs sind die vier Burgen geworden, die die Landschaft um den Ort prägen und an denen wir jetzt nach und nach vorbei paddeln, bis wir den Endpunkt unserer Tour erreichen. In Neckargemünd, wo das Flüsschen Elsenz in den Neckar mündet, legen wir hinter Eisenbahn- und Fußgängerbrücke, aber noch vor der Straßenbrücke, am linken Ufer, gegenüber vom Gasthaus Zum Schwanen mit seinem schönen Biergarten unter alten Kastanienbäumen, am Anleger der Fahrgastschifffahrt an.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour23 km
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGroßparkplatz am Hafen in Eberbach bei Flusskilometer 57
EndpunktParkplatz am Schiffsanleger in Neckargmünd
TourencharakterDas Neckartal ist geprägt von Geschichte und Kultur und auf den bewaldeten Uferhängen reihen sich Burgen, Schlösser und Ruinen aneinander, als wollten sie für uns Spalier stehen. Ob Naturfreund oder Kultur- und Kunstliebhaber, ob Feinschmecker oder Weinexperte, der Neckar bietet etwas für jeden Geschmack.
Befahrbarkeit: Ganzjährig
Befahrungsregeln: auf diesem Abschnitt keine Einschränkungen
Hindernisse: Schleusen in Hirschhorn und Neckarsteinach, an denen Kanufahrer nicht geschleust werden. Sie sind aber mit Umtragemöglichkeiten (Gleisloren) ausgestattet und eine Portage ist daher problemlos.
Beste Jahreszeit
VerkehrsanbindungA5 bis zum Kreuz Heidelberg, weiter auf der B37 über Heidelberg nach Eberbach. Transfer - Problemlos mit dem Zug von Neckargemünd nach Eberbach, verkehrt mindestens jede Stunde
GastronomieGasthäuser in Wassernähe in Hirschhorn, Neckarshausen, in Neckarsteinach und Neckargmünd
Verleih
100% Kanu+ Bike, Tel. 07139/933 4411, www.kanu-bike.de
Informationen
Hochseilgarten Neckargemünd: Kurz vor Neckargemünd ziehen hohe Pfähle, verbunden mit Drahtseilen und Hängebrücken am rechten Ufer unsere Aufmerksamkeit auf sich. Der Hochseilgarten ist eine spannende Ergänzungsmöglichkeit einer Kanutour auf dem Neckar. In luftiger Höhe gilt es hier einen Hindernisparcours zu bewältigen, der mit einer Seil- und Balkenkonstruktion in 12 m Höhe arrangiert ist. Zahlreiche Stationen mit Übungen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden fordern Mut und Geschicklichkeit heraus. Für die verschiedenen Aufgaben, die zuerst vielleicht unlösbar erscheinen, ist aber nicht nur Muskelkraft und Akrobatik gefragt, sondern die gute Zusammenarbeit mit seinen Kletterpartnern. Mehr Infos unter www.hochseilgarten-neckargemuend.de
Unterkunft
  • Tipi-Camp in Neckargerach
  • 100% Kanu+Bike, Tuchbleiche 17, 4239 Hardthausen-Gochsen, Tel. 07139/933 4411, www.kanu-bike.de
  • Camping Unter dem Dillsberg in Neckarsteinach, Tel.: 06223/72585
  • Campingplatz an der Friedensbrücke in Neckargemünd, Tel.: 06223/2178, www.camping-am-neckar.de
Tourismusbüro
  • Tourist Information Eberbach, Kellereistraße 36, 69412 Eberbach, Tel.: 06271/4899, www.eberbach.de
  • Tourist-Information Neckargemünd, Bahnhofstraße 13, 69151 Neckargemünd, Tel.: 06223/3553, www.neckargemuend.de

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