Lahn - Von Giessen nach Nassau

Der erste Abschnitt der Tour ist dicht besiedelt und durch nahe an den Ufern verlaufende Straßen auch recht laut. Schnell aber dominiert dann das Naturerlebnis. Waldbestandene Hänge begrenzen ein mal etwas weiteres, mal etwas engeres Tal, in dem es immer genug zu gucken und zu erleben gibt - mittelalterliche Fachwerkstädte, Schlösser, Burgen und Kirchen. Ein besonderes Erlebnis und einzigartig in Deutschland ist die Fahrt durch den 200 m langen Schiffstunnel, der eine große Lahnschleife bei Weilburg abkürzt. Die Infrastruktur für eine Paddeltour ist auf der Lahn ideal, kein anderer Fluss in Deutschland bietet mehr Angebote für Kanuten. (Autor: Michael Hennemann)
Der Wegverlauf.
An der Einsatzstelle in Odenhausen herrscht bunter Trubel. Allerdings sind die Paddler in der Unterzahl. Vielmehr scheint der in einem Bauwagen untergebrachte Imbiss mit einigen Bierzeltgarnituren davor ein Anziehungspunkt für das gesamte Dorf zu sein. Man genießt die Sonne und hält bei einem Bier einen Plausch mit seinen Nachbarn.
Auch auf dem Wasser ist auf den ersten Metern einiges los und Tretboote wühlen das Wasser auf. Bald aber verteilt sich der Ansturm und die weit von den Ufern in den Fluss ragenden Trauerweiden hüllen uns in ein dichtes Grün. Ein paar neugierige Enten schwimmen auf uns zu, betteln nach Futter und drehen unverrichteter Dinge wieder ab.
Für eine Pause an der Gaststätte hinter der nächsten Straßenbrücke ist es noch zu früh und auch die älteren Herren, die im Schatten der Wohnwagen in der ersten Reihe des Campingplatzes Lahnblick in Ruttershausen ihr Angelglück versuchen, sind schnell passiert.
An der nächsten Straßenbrücke zwingt uns das Wehr in Lollar zur einzigen echten Portage der Tour. Wir landen am rechten Ufer an und tragen die Boote etwa 250 Meter auf einem Trampelpfad am Wehr vorbei.
Vorbei am Bootshaus des KC Wassersport Lollar (Tel. 06406/5434) und dem Campingplatz Wißmarer See (0641/72916) erreichen wir über eine besonders idyllische Strecke eine Rechtskurve, in der die örtlichen Kanuvereine, auf deren Vereinsgelände sich auch gut zelten lässt (Wiesecker KC, Tel. 06406/72893; PC Wißmar, Tel. 06406/5967, www.paddelclub-wissmar.de), ihre Slalomübungsstrecke aufgebaut haben. Wir aber steuern die Badenburg am linken Ufer an. Sie wurde um 1350 nicht als Verteidigungsanlage, sondern als Herrensitz gebaut. Ein in der Mitte des 18. Jahrhunderts eingerichtetes Gasthaus wurde schnell zum beliebten Ausflugsziel der Gießener Bürger und seit 1975 kann man in einer rustikalen Schankwirtschaft in den Gewölbekellern zünftig speisen.
Hinter Badenburg ist die Lahn Bundeswasserstraße, die kurioserweise mit einer negativen Kilometrierung beginnt. Einfache Erklärung des Phänomens - Der Nullpunkt orientiert sich an der ehemaligen hessisch preußischen Grenze knapp sechs Kilometer westlich von Gießen.
Nach der Autobahnbrücke und einer offiziellen Ein- bzw. Ausstiegsstelle nähern wir uns Gießen. Entlang der Ufer steigt fast von jedem der kleinen Grundstücke mit zum Teil improvisiert wirkenden Gartenlauben und Wochenendhäuschen eine Rauchsäule über dem Grill auf. Im Zentrum von Gießen lassen wir einige Restaurants, Biergärten und Hotels sowie am linken Ufer das Vereinsheim des SKC Gießen (Tel. 0641/33526, www.skc-giessen.de) mit dem Vereinslokal Lahnterrasse hinter uns zurück. Gegenüber von der Anlegestelle und dem Bootsverleiher am rechten Ufer liegt die Bootsgasse des ersten Wehrs in Gießen.
Wir paddeln daher am linken Ufer bis zur Einfahrt der Bootsgasse vor, betätigen den Ziehschalter und warten ab, bis die Ampel »grün« zeigt. Dann geht es sehr schnell. Mit flotter Strömung, leichten Wellen und einem Heidenspaß, der viel zu schnell vorbei ist, rauschen wir durch den zwei Meter breiten Betonkanal.
Auch die nächsten Wehre in Gießen sind mit Bootsgassen ausgestattet. Sie befinden sich beim nächsten Wehr zwei Straßenbrücken später an der linken Seite bzw. am dritten Wehr hinter der Autobahnbrücke auf der rechten Seite.
Die Lahn führt uns nun in einem begradigten, kanalartig ausgebauten Abschnitt mit recht flotter Strömung vorbei am Rastplatz Atzbach zur Schleuse Dorlar, an der 2005 gebaut wurde, sodass wir am linken Ufer umtragen mussten.
Problemlos befahrbar ist dagegen die Schleuse Naunheim, die wir hinter der Autobahnbrücke der A45 und einer Eisenbahnbrücke im linken Arm erreichen (im rechten Arm versperrt ein Wehr den Weg). Hier dürfen wir das erste Mal zum Schleusenmeister werden und sind froh, dass wir zu zweit unterwegs sind. So kann einer von uns die Schleuse betätigen, während der andere mit dem zweiten Kajak im Schlepptau durch die Schleuse fährt. Das beste an dieser Schleuse ist aber der Biergarten direkt nebenan.
Das Prozedere des Schleusens ist recht einfach und funktioniert für die Talfahrt bei gefüllter Schleusenkammer wie folgt: Nachdem die Schotten des oberen Schleusentores geschlossen sind, kann das Tor geöffnet werden und die Boote können einfahren. Sowohl die Schotten als auch die Tore werden mit hydraulischen Kurbeln bewegt, sodass man sie auch ohne großen Kraftaufwand problemlos betätigen kann.
Sind alle Boote in der Schleusenkammer, wird das obere Tor geschlossen und die Schotten des unteren Tores werden geöffnet, sodass das Wasser ablaufen kann. Hat der Wasserstand das untere Niveau erreicht, kann das untere Tor geöffnet und die Paddeltour fortgesetzt werden. Vorher aber nicht vergessen, alle Tore und Schotten wieder zu schließen.
Nächste Zwischenstation der Tour ist Wetzlar. Erster Vorposten ist der Campingplatz im Ortsteil Niedergirmes (Tel. 06441/ 34103) am rechten Ufer. Der ebenfalls am rechten Ufer gelegene Anleger vor der großen Shoppingmall nach der Eisenbahn- und Straßenbrücke bietet den kürzesten Weg in die Innenstadt. Ein Landgang und Bummel durch die malerische Altstadt mit verwinkelten Gassen, mittelalterlichen Plätzen, schmucken Fachwerkhäusern und Barockbauten lohnt sich in jedem Fall. Wieder zurück in den Kajaks, steht uns der Sinn nun nicht nach einer weiteren Pause, daher lassen wir sowohl den Biergarten als auch die Pizzeria am rechten Ufer liegen und legen hinter der Brücke rechts am Steg an. Das Wehr ist nicht mit einer Bootsgasse ausgestattet, trotzdem bereitet es aber keine Probleme, denn vom Holsteg aus können wir die Boote einfach treideln. An der kommenden Brücke mit den Schwimmpontons halten wir uns rechts, unter der folgenden Steinbogenbrücke legen wir rechts an und können die Boote auf einer Rollenbahn umsetzen.
Nach den ersten Paddelschlägen hinter dem Wehr sollten Sie unbedingt über die Schulter zurückblicken, um die Silhouette und das Wahrzeichen der Stadt, den Wetzlarer Dom, mit seinen romanischen und gotischen Bauelementen noch einmal eingehend zu betrachten.
Zunächst passieren wir hinter der nächsten Brücke am rechten Ufer eine Anlegestelle, dann auf der linken Lahnseite den KC Wetzlar (DKV-Kanustation, Tel. 06441/43039). Ein Wassersportverein mit anderen Ambitionen residiert vor der Eisenbahnbrücke am rechten Ufer. Auf der Strecke bis zum nächsten Wehr wird Wasserski gefahren bzw. alles was schwimmt, vom Autoreifen bis zur aufblasbaren Banane, hinter möglichst schnellen Motorbooten hergezogen. Da wir am Wochenende unterwegs sind, herrscht reger Betrieb und wir paddeln weit am rechten Ufer, um niemandem in die Quere zu kommen.
Froh sind wir daher, als am rechten Ufer vor uns das altehrwürdige Kloster Altenberg auftaucht und wir im rechten Arm zur nächsten Schleuse paddeln und die Motorbootraser hinter uns lassen können. Richtig ruhig wird es aber leider auch danach nicht, denn die Straße am rechten Ufer rückt näher. In Oberbiel folgen zwei Schleusen in kurzem Abstand, an der zweiten haben wir Glück und ein paar Kinder aus dem Dorf haben ihren Spaß daran, die Kurbeln rotieren zu lassen, sodass wir nicht einmal aussteigen müssen und anschließend mit flotter Strömung und sogar über einige kleine Schnellen den Campingplatz Schooleck in Solms erreichen.
Auf dem Platz herrscht munteres Treiben. Die Planen von Tipizelten flattern im Wind, vom Kletterturm erschallt eine Glocke, wenn es jemand bis nach oben geschafft hat, und der Geruch von Lagerfeuer ist allgegenwärtig. Schooleck ist kein klassischer Campingplatz, auf dem Liegestühle, Wohnmobile und Vorzelte regieren, sondern eine für manchen vielleicht etwas chaotische, große Wiese, auf der mehrere Kanuvermieter Zeltmöglichkeiten und ihren Service anbieten und kleine Imbissbuden errichtet haben, an denen gekühlte Getränke, Snacks und Frühstück serviert wird.
Ein paar hundert Meter weiter führt zunächst eine Holzbrücke über die Lahn, am rechten Ufer dahinter bietet ein Supermarkt die Möglichkeit, den Proviant aufzustocken. Allerdings müssen wir dafür zunächst ein Stück weiterpaddeln und den Steg an der Anlegestelle unterhalb des Bahnhofes vor der Eisenbahn- und der Autobahnbrücke anlaufen, um dann zurückzumarschieren. Anschließend schwingt die Lahn in einem großen Bogen nach Norden, vorbei am Jugendzeltplatz in Leun. Am Ende des Schlenkers kreuzen erneut Eisenbahnstrecke und Autobahn das Lahntal und wir passieren am rechten Ufer einen zweiten Jugendzeltplatz ohne jegliche sanitären Einrichtungen.
Kurz vor Selters wenden wir uns dem rechten Ufer zu, da die Lahn hier wieder als Wasserskistrecke dient. Wir überlegen kurz, für den Anleger im Ort mit einem schönen Biergarten am linken Ufer die Seiten zu wechseln, entscheiden uns dann aber, weiter zur Schleuse Löhnberg zu paddeln. Während die Lahn unser Vorankommen von Solms bis hierher mit einer flotten Strömung unterstützte, sind wir auf der nun folgenden Staustrecke bis Weilburg auf uns selbst gestellt.
Aber die knapp vier Kilometer, bis hinter einer Brücke die ersten Industrieanlagen und Fahrgastschiffsanleger vorbeiziehen, sind schnell bewältigt und voraus spannt sich eine große Brücke über die Lahn, hinter der sich deutlich die Silhouette der Kirche von Weilburg abhebt. Vor der Brücke biegen wir nach links ab und verschwinden im etwa 200 Meter langen, stockdunklen Schiffstunnel, der eine große Schleife der Lahn abkürzt. Am Ende entlässt uns eine Doppelkammerschleuse wieder ans Tageslicht.
Der rechts hinter der Schleuse liegende Jugendzeltplatz wurde 2005 umgebaut und war daher geschlossen, umso mehr Betrieb herrscht dagegen auf dem Campingplatz in Odersbach (Tel. 06471/7620, www.camping-odersbach.de). Wer nicht übernachten, aber seinen Proviant auffüllen will oder eine Pause im Gasthaus einlegen möchte, kann vor dem Campingplatz rechts unter der Brücke anlegen.
Vom Campingplatz sind es etwa noch 1,5 strömungslose Kilometer bis zur Schleuse Kirschhofen, danach schiebt uns eine leichte Strömung durch ein einsames, beeindruckendes Tal mit bewaldeten Hängen, an denen zwischen den Bäumen zum Teil der nackte Fels durchscheint. Zunächst taucht am linken Ufer die Bahnstrecke aus einem Tunnel auf, dann ziehen die ersten Vorzelte der Dauercamper am Campingplatz Gräveneck (Tel. 06471/4485) vorbei und nach etwa 500 Metern ist, kurz vor der Straßenbrücke, der Anleger und die Zeltwiese für Kanuten erreicht.
Am linken Ufer vor der nächsten Schleuse in Fürfurt paddeln wir an einem Gasthaus vorbei, hinter der Schleuse trägt uns die gute Strömung schnell zum Anleger von Aumenau mit zahlreichen Hotels und Gaststätten, die wir allerdings rechts liegen lassen, weil unser Tagesziel, das Jugend- und Wanderheim des ESV Limburg (Tel. 06482/4615) nicht mehr weit ist. Dort könnten wir zwar ein Bett im Bootshaus bekommen, ziehen aber unser Zelt vor und dürfen es direkt im Vorgarten der Wirtschaft aufbauen.
Ein paar Kilometer weiter liegt in Villmar am rechten Ufer, schräg gegenüber von Anlegestelle und Pizzeria, die Einfahrt zum Schleusenkanal. Nachdem wir einmal mehr Kurbeln und Hebel der Schleuse betätigt haben, zieht am linken Ufer ein steil aufragender Fels an uns vorbei. Als Nächstes taucht vor uns die eindrucksvolle Silhouette mit der mächtigen Burg von Runkel auf. Im Ort selbst geleiten uns schöne Fachwerkhäuser zur Schleuse, danach geht es unter einer malerischen Steinbogenbrücke hindurch und vorbei am Campingplatz der Firma Lahntours (Tel. 06426/92800, www.lahntours.de).
Es folgt eine recht gerade Strecke, die bei Dehrn, wo vom rechten Ufer der Burgturm grüßt und sich die Motoryachten in der Lahn spiegeln, einen großen Bogen nach Süden macht. Nach der Straßenbrücke lädt am rechten Ufer am Anleger ein Biergarten zum Verweilen ein und wir halten uns am rechten Ufer, da bis Limburg Wasserskifahrer über die Lahn flitzen.
Wir flitzen nicht, sondern paddeln gemächlich vorbei an der romanischen Pfeilerbasilika von Dietkirchen und der Gaststätte und dem Rastplatz dahinter. Nach einer schönen Fußgängerbrücke aus Holz knickt die Lahn nach rechts ab und in einigen hundert Metern Abstand passieren wir die riesigen Brückenkonstruktionen der ICE-Trasse und der Autobahn.
Direkt dahinter liegt der Campingplatz (Tel. 06431/22610, www.camping.limburg-net.de), voraus erhebt sich der imposante Dom von Limburg. Am linken Ufer vor dem Wehr liegt der Kanuverein (Ansprechpartner: Eberhard Schütz, Tel. 06431/ 6906, www.kanuclub-limburg.de), wir aber halten uns am Ende des Campingplatzes rechts und erreichen über einen Kanal die Schleuse in Limburg, wo wir zum ersten Mal auf dieser Tour nicht selbst aktiv werden, sondern den Anweisungen eines Schleusenwärters folgen.
Direkt hinter der Schleusenausfahrt fahren wir unter einer Straßenbrücke hindurch, einige Meter weiter lohnt sich hinter der nächsten großen Brücke ein Blick zurück auf den linken Arm, wo der Dom über dem Wehr zu thronen scheint. Es folgt ein breites, gerades Stück der Lahn, von den Ufern grüßen zunächst noch einige Wohnhäuser und dann vereinzelt Spaziergänger, die ihren Hund ins Wasser schicken oder selbst eine kleine Abkühlung suchen.
Nach einer weiteren Eisenbahn- und einer Straßenbrücke erkennen wir am linken Ufer durch die Baumwipfel schimmernd die Türmchen von Schloss Oranienstein. Dahinter legen wir links am Wassersportzentrum Zum Mühlchen (Tel. 06432/924000, www.dasneuemuehlchen.de) an, um unser Zelt aufzubauen und bei kühlem Bier auf der idyllischen Terrasse des Restaurants den Abend ausklingen zu lassen. Direkt hinter dem Wassersportzentrum kann man alternativ auch auf dem Campingplatz Oranienstein (Tel. 06432/2122, www.camping-diez.de) übernachten.
Hinter der Straßenbrücke zwischen Diez und Aull leuchtet farbenfroh die gelbe Kirche mit rotem Umgang und schwarzem Turm. Dahinter liegt mittig das Wehr in Diez, wir paddeln ganz links zur Schleuse. Außerhalb der Schleusenzeiten kann man am rechten Ufer umtragen.
Nach der Straßenbrücke in Diez türmen sich in Fachingen am linken Ufer einer weiten Lahnschleife die Getränkekisten des Fachingen-Werks auf. Nachdem die Eisenbahnschienen zweimal unseren Weg gekreuzt haben, ist Balduinstein mit mehreren Restaurants und Hotels erreicht. Am rechten Ufer, wo eine große Zahl Motorboote vor Anker liegt, hat der örtliche Getränkemarkt praktischerweise direkt hinter dem Steg ein paar Stühle aufgestellt, sodass wir uns ein kaltes Hefeweizen schmecken lassen können, bevor wir uns in der Schleuse Cramberg (Bootsumtrage rechts) ein paar Meter absenken lassen.
Die Lahn beschreibt nun einen großen Mäanderbogen in einem tief eingeschnittenen, bewaldeten und einsamen Tal. Hinter der Schleuse Scheidt (Bootsumtrage am rechten Ufer) liegt links ein Durchlaufwasserkraftwerk, hinter dem die Bahnstrecke aus einem Tunnel auftaucht. Kurz hinter der 100-km-Tafel könnten wir unsere Tagesetappe am Campingplatz am Rupbach (Tel. 06439/1660) beenden, folgen aber dem Ruf der Laurenburg, die etwa einen Kilometer weiter hoch über der Lahn emporragt, um zu deren Füßen auf einer der schönen Terrassen am äußerst paddlerfreundlichen Gasthof Zum Lahntal (Tel. 06439/7620) unser Zelt aufzuschlagen.
In der nächsten Linkskurve leuchten die gelben Bojen der Wasserskislalomstrecke und wir halten uns möglichst rechts, bis wir zur Schleuse Kalkofen kommen. Nach etwa fünf einsamen Kilometern ist Obernhof mit Gaststätten, Cafés, einem Bootsverleih und einem Campingplatz (Tel. 02604/ 1865) erreicht.
Hoch über dem linken Ufer überblickt das weiß strahlende Kloster Arnstein das Geschehen. In der nächsten Rechtskurve zieht am rechten Ufer der Campingplatz Schloss Langenau (Tel. 02604/4666, www.camping-nassau.de/langenau.htm) vorbei und wir lassen uns in Hollerich ein letztes Mal auf dieser Tour schleusen (Bootsumtrage links).
Die letzten drei Kilometer sind schnell bewältigt und vor uns ragt der große Turm der Burg in Nassau, der von sechs kleinen Türmchen umzingelt wird, in den blauen Himmel. Burg und Turm verschwinden beim Näherkommen aus unserem Blickfeld und die Wohnwagen und Motorboote am Campingplatz (Tel. 02604/4442, www.camping-nassau.de/nassau.htm) leiten uns zur Kettenbrücke (2005 Baustelle), hinter der wir links an der Anlegestelle unsere Tour beenden.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour136 km
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktFestplatz in Odenhausen an der Straßenbrücke über die Lahn.
EndpunktSteg nach der Brücke in Nassau.
TourencharakterRundherum unproblematischer mit hervorragender Infrastruktur hinsichtlich Verleihern, Unterkunfts- und Einkehrmöglichkeiten. Die ideale Mehrtageswandertour (nicht nur) für Anfänger und Familien mit Kindern.

Befahrbarkeit - Ganzjährig.
Befahrungsregeln: Entlang der Lahn sind diverse Schutzgebiete eingerichtet. Vom Wasser aus gut sichtbare Informationstafeln markieren die Ein- und Ausstiegsstellen sowie Rastplätze. Bitte nur an diesen Stellen anlanden. Bei Hochwasser darf die Lahn nicht befahren werden. Es gilt ein höchster Schifffahrtswasserstand von 360 cm für die Pegel Leun (Tel. 06473/19429) und Kalkofen (Tel. 06439/19429).
Hindernisse: Insgesamt 22 Wehre, was sich schlimmer anhört, als es ist: Nur das erste Wehr der Tour muss selbstständig umtragen werden, ansonsten machen im ersten Abschnitt Bootsgassen oder Rollenbahnen und im weiteren Verlauf in der Hauptsache Schleusen aufwändige Portagen überflüssig. Bis Limburg erfolgt das Schleusen in Selbstbedienung, ab Limburg übernehmen Schleusenwärter die Regie (Schleusenzeiten vom 01.04–31.10. 10–18.30 Uhr, Mittagspause 12–12.30 Uhr).
Hinweise
Besucherbergwerk Fortuna. Als letztes hessisches Eisenwerk wurde 1983 die Grube Fortuna in Solms-Oberbiel stillgelegt. Heute führen ehemalige Bergleute Touristen durch das Industriedenkmal. Nach der Fahrt hinab zur 150 Meter tiefen Sohle führt die alte Grubenbahn in den ehemaligen Abbaubereich, wo der Eisenerzabbau mit Originalmaschinen, z.B. Bohrwagen, Radlader und Schrapper, vorgeführt wird. Wie die Bergleute damals gelebt und gearbeitet haben, wird im Bergbaumuseum dokumentiert. Weitere Infos unter www.grube-fortuna.de
VerkehrsanbindungA480 bis zum Gießener Nordkreuz, weiter auf der B3 nach Norden Richtung Marburg, nach knapp 5 km links ab nach Lollar.
GastronomieGute Einkehrmöglichkeiten in diversen Restaurants, Cafés und Biergärten direkt am Ufer entlang der gesamten Strecke.
Tipps
Die Erfindung der Kleinbildfotografie. Im Zeitalter der Digitalfotografie sind die Anfangsjahre der Fotografie in Vergessenheit geraten und wir können uns nur noch schwer vorstellen, welche Qualen damalige Fotografen auf sich nehmen mussten und wie mühselig es gewesen sein muss, die schweren, unhandlichen Plattenkameras von Aufnahmeort zu Aufnahmeort zu schleppen. Bereits 1905 hatte Oskar Barnack, ein Mitarbeiter beim Leitzwerk in Wetzlar, die Idee, ein kleineres Negativformat zu nutzen und die Fotografien später zu vergrößern. Als Entwicklungsleiter arbeitete er mit Kinofilm und entwickelte aus dem 36-mm-Filmmaterial den bis heute genutzten Kleinbildfilm. Um das Negativformat von 24x36 mm konstruierte er einen Belichtungsapparat mit festem Verschlussablauf und einem Objektiv. Die moderne Kleinbildkamera für den Schnappschuss zwischendurch war geboren. Erste Fotos von für damalige Verhältnisse hervorragender Qualität entstanden 1914. Durch den Ersten Weltkrieg verzögerte sich die Produktion der ersten Leica (Leitz Camera) bis 1924. 1925 wurde die Ur-Leica der Öffentlichkeit vorgestellt.
Verleih
Die Lahn ist wohl Deutschlands Kanufluss mit der höchsten Verleiherdichte. Die Namen und Adressen der Anbieter erhalten Sie bei den Fremdenverkehrsvereinen (siehe »Info«).
Informationen
Transfer - Beste Nachholbedingungen, da die Eisenbahnstrecke entlang des gesamten Lahntales verläuft und es in vielen Orten nur ein Katzensprung von der Ausstiegsstelle zum Bahnhof ist.
Unterkunft
Vom einfachen Biwakplatz bis zur Hotelübernachtung ist an der Lahn alles möglich. Etappenvorschlag für eine einwöchige Tour - Einstieg: Lollar; 1. Nacht: SKC Gießen (15 km); 2. Nacht: Zeltplatz Schooleck (27 km); 3. Nacht: Camping Odersbach (22 km); 4. Nacht Camping Runkel (20 km); 5. Nacht: Diez (Wassersportzentrum Zum Mühlchen oder Camping Oranienstein) (16 km); 6. Nacht: Gasthaus Lahntal (20 km); Ausstieg: Nassau (15 km).
Tourismusbüro
Lahntal Tourismus Verband e.V., Karl-Kellner-Ring 51, 35576 Wetzlar, Tel. 06441/ 4071900, www.daslahntal.de; Fremdenverkehrsverband Ferienland Westerwald-Lahn-Taunus e.V., Schiede 43, 65549 Limburg/Lahn, Tel. 06431/59080, www.landkreis-limburg-weilburg.de; Lahn-Taunus-Touristik e.V., Obertal 9a, 56377 Nassau, Tel. 02604/951991, www.nassau-touristik.de