Zu den Kreidefelsen der Stubbenkammer

Anstrengende Tour auf oft schlecht befahrbaren Wegen. (Autor: Michael Graf)
45 km
465 m
6.00 h
Von Altenkirchen fährt man mehr schlecht als recht auf der mit Findlingen gepflasterten Straße in das touristisch geprägte Breege. Besser ist es, von Altenkirchen auf dem Radweg gleich nach Juliusruh zu radeln. In Breege halten wir uns links Richtung Hafen und Juliusruh. Hier legte 1796 der größte Grundbesitzer Wittows, Julius Christoph von der Lancken, einen schönen Landschaftspark an, in dem auch ein Landhaus stand. Kurz vor der großen Straße geht rechts ein Radweg nach Glowe ab. Es schließt sich der südliche Nehrungsweg an, der teilweise sehr holprig durch den Wald, teils entlang des Großen Jasmunder Boddens führt und sehr zeitaufwendig zu fahren ist. Achtung: Dazwischen muss das Fahrrad auf einer Holztreppe etwa 20 Stufen hinabgetragen werden! In Klein Gelm geht es auf einer Teerstraße weiter, man hält sich rechts und wieder links, dann geradeaus der blauweißen Beschilderung nach und erreicht die viel befahrene Hauptstraße in Glowe. Hier radelt man nach rechts etwa 200m und biegt beim Hotel Schaabes rechts in den Wanderweg nach Spyker ein. Der Weg führt zwischen dem Spykerschen See und dem Mittelsee hindurch und ist leider schlecht befahrbar und dadurch anstrengend. Nach den Seen hält man sich links auf einem Kiesweg nach Spyker, einem rot gestrichenen Renaissanceschlösschen mit vier runden Ecktürmen vom Ende des 16.Jhs. Heute ist darin ein Hotel mit Restaurant untergebracht. Man fährt um das Schloss herum nach Osten auf die befahrene Straße und auf dieser nach rechts hinauf, durch Bobbin hindurch, wo links die weithin sichtbare Kirche St. Paul thront, die um 1400 mit einigen großen Feldsteinen erbaut wurde und einen sehenswerten Taufstein birgt. Es geht weiter aufwärts und dann links in die Straße Richtung Neddesitz. Dort biegt man am Ortsanfang links der Wanderbeschilderung »Lohme« folgend in einen Weg ein. Der leider auch schlechte Sandweg führt aufwärts, links sieht man den Babelonberg mit Hügelgräbern, nach rechts die Kreidesteinbrüche, die weiß aus der Landschaft hervorstechen. Beim ersten Haus von Nardevitz geht es rechts, auf einem Sandweg wieder aufwärts und so stößt man auf die Teerstraße bei Nipmerow. Da die Tour anstrengend zu fahren ist, kann man hier auf dem naturnahen Campingplatz im Wald übernachten. Von dort verläuft ebenfalls ein Weg bis zur Stubbenkammer. Man fährt rechts durch den Ort und hält sich am Ortsende rechts Richtung Hagen. Im Wald hinter Hagen fährt man links, in einer für den Autoverkehr gesperrten Straße (aber Busverkehr!) aufwärts zum Parkplatz beim Königsstuhl. Der Königsstuhl ist der bedeutendste Felsvorsprung an der Jasmunder Kreideküste, die sich in die Kleine und Große Stubbenkammer und die Wissower Klinken teilt. Der Name rührt vom Schwedenkönig Karl XIII. her, der von diesem Felsen 1715 ein Seegefecht zwischen Dänen und Schweden beobachtet haben soll. Die fast senkrecht herabfallenden Kreidefelsen sind starker Erosion ausgesetzt, so dass die Begrenzung der Aussichtsplattform bereits mehrmals versetzt werden musste. Der Blick von hier wurde durch Caspar David Friedrich und sein Bild »Glaube, Liebe, Hoffnung« berühmt. Hier kann man auch die fast endlosen Stufen hinab bis zum steinigen Strand steigen, von dem aus man den besten Blick auf die Kreidefelsen hat. Deutlich sieht man auch in den Felsen die schwarzen Bänder aus Feuerstein. Von der Stubbenkammer kehrt man zurück nach Hagen, gleich am Waldrand geht es links auf einem zunächst mit Findlingen gepflasterten Weg nach Sassnitz. Durch den Wald radelnd erreicht man eine Wegekreuzung, hält sich geradeaus, dann zweimal links und kommt am Parkplatz mit einer Informationstafel oberhalb von Sassnitz heraus. Links und gleich wieder rechts fahrend geht es dann ordentlich hinab auf die Teerstraße, auf der man nach rechts Sassnitz erreicht. Zur Seepromenade muss man nochmals links hinabradeln beziehungsweise auf Findlingspflaster hinabschieben. Sassnitz ist die nördlichste Stadt Mecklenburg-Vorpommerns. Als ehemals prominenter Badeort beherbergte es Johannes Brahms und Theodor Fontane, der sich hier für seinen Roman »Effi Briest« inspirieren ließ. Sassnitz verlor seine Bedeutung als Badeort, nachdem auf Mönchgut die Badeorte emporkamen, da diese im Gegensatz zum steinigen Sassnitzer Strand über Sandstrand verfügen. Noch heute zeugen Häuser mit weißen, verzierten und oft verglasten Holzbalkonen im typischen Stil der Bäderarchitektur von vergangenem Badebetrieb. Bekannt ist Sassnitz auch durch den Fährhafen, wo 1897 die Eisenbahnfährroute Sassnitz-Trelleborg eröffnet wurde, die lange Zeit die rationellste Verbindung nach Schweden darstellte. 1986 wurde ein neuer Fährhafen südlich von Sassnitz in Mukran gebaut. Rückfahrt: In Sassnitz endet die Bahnlinie auf den Jasmund.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour45 km
Höhenunterschied465 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAltenkirchen.
EndpunktSassnitz.
TourencharakterDurch den Wald der Schaabe, der schmalen Verbindung zwischen Wittow und Jasmund, geht es auf die Halbinsel Jasmund. Hier ragen die berühmten Kreidefelsen der Stubbenkammer mit dem Königsstuhl empor.
Hinweise
Abfahrt von Breege nach Hiddensee um 9.30 u. 12.40Uhr. Achtung: Holztreppen auf der Strecke Juliusruh - Glowe, das Fahrrad muss hinabgetragen werden.
KartentippKompass Wander- und Radtourenkarte Insel Rügen 1:50000.
MarkierungenLokale Radbeschilderung, teilweise auch Wanderbeschilderung.
VerkehrsanbindungNur mit Auto oder Fahrrad möglich.
GastronomieSchloss Spyker; Restaurant beim Parkplatz Königsstuhl; in Sassnitz zahlreiche Gasthäuser.
Tipps
Im Hafen von Sassnitz werden Bootsausflüge zu den Kreidefelsen angeboten, eine gute Gelegenheit, die berühmten weißen Felsformationen mit grünem Buchenwald von der Seeseite aus zu bestaunen. Zwischen Sassnitz und der Stubbenkammer mit dem Königsstuhl verläuft ein sehr schöner Wanderweg, bei dem man auch an den beeindruckenden Wissower Klinken vorbeikommt. Am steinigen Strand finden Sie mit Glück Hühnergötter, Donnerkeile oder sogar Bernstein.
Verleih
In Breege: Informationsamt.
Informationen
Der Nationalpark Jas- mund mit altem Buchenbestand bei Stubnitz und den berühmten Kreidefelsen steht bereits seit 1929 unter Naturschutz und hat seit 1990 den Status eines Nationalparks, der 3 Zonen umfasst: Die Kernzone (Zone I), die sich auf die Buchenbestände erstreckt, wird völlig dem Lauf der Natur überlassen. Die Zone II besteht aus Entwicklungs- und Pflegezone. Vor allem die Entwicklungszone soll langsam zurückgebaut und in die Zone I zurückgeführt werden. Die Erholungszone III soll auf angemessene Weise die Bedürfnisse des Tourismus mit denen des Naturschutzes verbinden. Deshalb gibt es strenge Regeln. So darf nur auf den ausgewiesenen Wegen geradelt oder gewandert werden.
Unterkunft
Zahlreiche Hotels und Pensionen in Sassnitz aber kein Campingplatz.
Tourismusbüro
Informationsamt, Wittower Neustr. 5, 18556 Breege, Tel. 038391/311; www.kap-arkona.de. Fremdenverkehrsbüro, Seestraße 1, 18556 Sassnitz, Tel. 038392/5160.

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