Vor dem Bramwald zum Solling

überwiegend Landstraße, meist ohne Radwege. Geringe, zuweilen steile Steigungen von jeweils maximal 30 Hm. (Autor: Bernhard Pollmann)
24 km
240 m
2.00 h
Hemelner Kreuzstein Von der Weserfähre in Hemeln führt die Fährstraße aufwärts; an der ersten Verzweigung wechselt der Weser-Radweg links in die Weserstraße, die zur Marienkirche mit ihrem romanischen Westturm aus Bruchstein und Quadern führt. An der Durchgangsstraße geht es kurz links und gleich wieder halb links ab (Unterdorf) und am Campingplatz vorbei hinaus in die Wiesen. Der autofreie Weg mündet bald wieder auf die Landstraße; wenn wenig Verkehr ist, kann man ihr nun folgen und kommt dann am Hemelner Kreuzstein vorbei, während der Weser-Radweg wieder Richtung Fluss hinab- und gleich darauf steil zur Märchenbuche unterhalb der P Bramburg hinaufführt. Kloster Bursfelde Von der Weserschleife unterhalb der Bramburg führt der Weser-Radweg in den Mündener Ortsteil Glashütte (Jugendzeltplatz) und auf der Landstraße nach Bursfelde. Das geistliche Zentrum Kloster Bursfelde in landschaftlich einmaliger Lage an der Mündung der Nieme in die Weser ist ein evangelisches Einkehr- und Tagungshaus, das sich als Zentrum für spirituelles Leben und persönliche geistliche Erfahrung versteht (www.kloster-bursfelde.de). Graf Heinrich der Dicke von Northeim gründete hier 1093 am Fuß des Bramwalds die Benediktinerabtei Bursfelde. Ab dem ausgehenden Mittelalter zählte sie zu den bedeutendsten Reformabteien Europas: Unter dem Abt Johannes Hagen, dem Gründer der Bursfelder Kongregation, wurden 1458 die Bursfelder Statuten verabschiedet, die eine strikte Beachtung der Benediktinerregeln vorsahen. Bis zur Reformation schlossen sich rund 100 Abteien der Bursfelder Kongregation an. Die Kirche Sankt Thomas und Sankt Nikolaus wurde im ausgehenden 11. Jh. als flach gedeckte Basilika errichtet (Chor um 1134); die Doppelturmfassade (Ende 12. Jh.) wurde 1900–1903 ohne Berücksichtigung der ursprünglichen Form des Westabschlusses historisierend neu erbaut. Kurz nach Passieren der ehemaligen Abtei lädt das Hotel-Restaurant »Klostermühle«, ein beliebter Rastpunkt am Weser-Radweg, zur Einkehr. Oedelsheim Der Weser-Radweg verlässt Kloster Bursfelde auf der Landstraße, überquert am ersten Waldstück die niedersächsisch-hessische Grenze und erreicht den Luftkurort Oedelsheim in der Gemeinde Oberweser am rechten Ufer des Flusses. Eine Fähre stellt hier die Verbindung zum linken Ufer her. Das kleine Kirchdorf verfügt über Hallenbad und Campingplatz. In einem Fachwerkhaus von 1656 im Ortskern ist das Dorfmuseum Oberweser-Oedelsheim untergebracht: Es präsentiert eine Dauerausstellung zu Ortsgeschichte, Handwerk, Textilherstellung, Schifffahrt und Flößerei. Die klassizistische evangelische Kirche wurde 1829/30 erbaut, blickt jedoch auf eine uralte Tradition zurück: Für die Vorgängerkirche St. Martin wird eine Entstehungszeit während der Sachsenkriege um 800 angenommen. Gieselwerder Der Luftkurort Gieselwerder mit seinen zahlreichen Fachwerkhäusern des 17.–19. Jh. liegt am Fuß des P Reinhardswalds am linken Ufer der Weser, über die hier die erste Straßenbrücke ab Hann. Münden führt. Nach Überqueren der Brücke steht links innerhalb von mittelalterlichen Burgmauern bei einer gotischen Pforte heute das Rathaus anstelle der Wasserburg, die hier einst den Zugang zum Kloster Lippoldsberg und den wichtigen Übergang über den Fluss sicherte. Dem mainzischen Burgort gehörten um 1300 16 umliegende Dörfer. 1583 wurde Gieselwerder an Hessen abgetreten und die hessischen Landgrafen verlegten den Amtsmannssitz von der Burg Gieselwerder auf die Sababurg im Reinhardswald. 1813 wurde die Fachwerkkirche von Gieselwerder errichtet. Lippoldsberger Märchenfähre Von Gieselwerder führt der Weser-Radweg autofrei durch die Wiesen links des Flusses am Fuß des Reinhardswalds. Bald wird jenseits der Weser das Fachwerkdorf P Lippoldsberg mit der ehemaligen Abteikirche des Benediktinerinnenklosters sichtbar. Die Gemeinde Wahlsburg ist Mitglied der Deutschen Märchenstraße. Die Märchenfigur von Wahlsburg ist das tapfere Schneiderlein, die Weserfähre im Ortsteil Lippoldsberg heißt die »Lippoldsberger Märchenfähre«. Sie pendelt von etwa Mitte März bis etwa Ende Oktober zwischen Lippoldsberg und Gewissenruh. Auf dem Lippoldsberger Ufer befinden sich direkt am Fähranleger ein Hotel-Restaurant und ein Wohnmobilstellplatz mit öffentlichen Toiletten. Die autofreie Passage durch das Grünland von der »Lippoldsberger Märchenfähre« bis zur Wahmbecker Weserfähre ist landschaftlich ausgesprochen reizvoll.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour24 km
Höhenunterschied240 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWeserfähre in Hemeln (Ortsteil von Hann. Münden).
EndpunktWeserfähre in Wahmbeck (Ortsteil der Gemeinde Bodenfelde). Knapp 3 km entfernt von Lippoldsberg befindet sich in Bodenfelde am Fuß des Solling der erste DB-Bahnhof ab Hann. Münden.
TourencharakterVom Fährdorf Hemeln folgt der Weser-Radweg dem Fuß des Bramwalds zur romanischen Abtei Bursfelde und in den Luftkurort Oedelsheim, wechselt auf der ersten Weserbrücke ab Hann. Münden in den Luftkurort Gieselwerder und führt am Fuß des Reinhardswalds zur Wahmbecker Fähre.
Beste Jahreszeit
VerkehrsanbindungNächste Bahnhöfe in Hann. Münden (Tour 1) und Wahmbeck.
GastronomieHann. Münden (zahllos), Gimte, Hemeln, Veckerhagen.
Tipps
Ausflug zur Tillyschanze: Der neugotische Aussichtsturm Tillyschanze (1881–1885) am Rabanenkopf im südöstlichen Steilhang des Reinhardswalds bietet einen umfassenden Rundblick und ist vom Tanzwerder aus in knapp einer Viertelstunde erreichbar. Der Name des Aussichtsturms geht auf den katholisch-kaiserlichen Feldherrn Johann Tserclaes von Tilly zurück, der während des Dreißigjährigen Kriegs am 30./31. Mai 1626 Münden eroberte und ein Massaker veranstaltete, das als »Blutpfingsten« in die Geschichte der Stadt einging: 2260 Menschen wurden niedergemetzelt, die Stadt fast völlig zerstört.
Informationen
Der Bramwald im Naturpark Münden ist der oberste Bergzug rechts der Weser; seine höchste Erhebung ist der Totenberg (408 m). Das geschlossene Waldgebiet umfasst rund 8500 ha und ist bis auf die Randlagen unbewohnt. Wie Teile des gegenüberliegenden Reinhardswalds wurde auch der Bramwald bis ins 19. Jh. als Hudewald genutzt.
Tourismusbüro
Tourist-Information Hann. Münden, Rathaus, Lotzestraße, 34346 Hann. Münden, Tel. 0 55 41/7 5313, www.hann.muenden.de; Gemeindeverwaltung Reinhardshagen, Amtsstraße 10, 34359 Reinhardshagen, www.reinhardshagen.de; Verkehrsamt Oberweser-Oedelsheim, Oberdorfstraße 1, 34399 Oberweser, Tel. 0 55 74/3 07; Verkehrsamt Oberweser-Gieselwerder, Haus des Gastes, In der Klappe 1, Tel. 0 55 72/937314, 34399 Oberweser, www.oberweser.de; Gemeindeverwaltung Wahlsburg, Am Mühlbach 15, 37194 Wahlsburg, Tel. 0 5572/937811, www.wahlsburg.de.
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