Von Zittau nach Görlitz

Ruhige Straßen oder gut ausgebaute straßenbegleitende Radwege; der schönste Abschnitt zwischen Hirschfelde und Ostritz, wo es auf einem z. T. unbefestigten, aber durchgehend gut befahrbaren Radweg durch einen wildromantischen, tief eingekerbten Talabschnitt der Neiße geht. (Autor: Michael Hennemann)
40 km
310 m
3.00 h
Stadtrundgang Zittau: Bei Ankunft in Zittau auf dem Oder-Neiße-Radweg führt die Friedensstraße immer geradeaus direkt ins Stadtzentrum. Bei der Anreise mit dem Zug nach Zittau geht es vom Bahnhof über Bahnhofsstraße und Bautzner Straße geradeaus zum Marktplatz. Zittau (Bhf.) (1) liegt an der Mündung der Mandau in die Lausitzer Neiße und wurde erstmals 1238 urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich vom slawischen »zito« ab, was übersetzt »das Land, wo das Getreide gedeiht« bedeutet. Zusammen mit weiten Teilen der Lausitz war es vom 12. bis 17. Jh. Lehen der böhmischen Könige und als Grenzstadt zu Brandenburg und durch seine Lage an der mittelalterlichen Handelsstraße »Via Regia«, die vom Rhein bis nach Schlesien führte, von großer strategischer Bedeutung. Unter dem Schutz und der Förderung der böhmischen Könige nahm die Siedlung eine bedeutende Position in der Oberlausitz ein und erhielt 1255 das Stadtrecht und Privilegien wie das Markt- und Münzrecht, das Salzstapelrecht und die Gerichtsbarkeit. 1346 wurde Zittau Mitglied im Oberlausitzer Sechsstädtebund, dem außerdem Bautzen, Görlitz, Kamenz, Löbau und Lauban angehörten. Fernhandel, Leinweberei und die Bierbrauerei waren die wirtschaftlichen Grundlagen für den Wohlstand Zittaus, der im Sommer 1547 einen jähen Zusammenbruch erlitt: Als die überwiegend protestantische Bürgerschaft des Sechsstädtebundes dem katholisch gebliebenen böhmischen König Ferdinand I. in der entscheidenden Schlacht des Schmalkaldischen Krieges die Gefolgschaft und Unterstützung verweigerte, rächte sich dieser mit einer hohen Geldstrafe und der Aberkennung sämtlicher Privilegien. Der wirtschaftliche Niedergang wurde verstärkt, als die Oberlausitz an Kursachsen fiel und 1635 die Grenze zu Böhmen geschlossen wurde. Dennoch erholte sich die wirtschaftliche Situation und die Zittauer Bevölkerung schaffte es, die Stadt im 18. Jh. zur wohlhabendsten Stadt des Städtebundes und zur zweitwichtigsten Handelsstadt nach Leipzig in Sachsen zu machen. Seitdem ist die Stadtgeschichte geprägt von einem ständigen Auf und Ab. Im Siebenjährigen Krieg wurde Zittau von Österreich stark beschossen und die anschließende Gebietsneugliederung durch den Wiener Kongress, der die preußisch-sächsische Grenze nördlich von Zittau zog, bremste das Wachstum der Stadt. Einen erneuten wirtschaftlichen Aufschwung erlebte die Stadt durch die Industrialisierung und den Anschluss an das Eisenbahnnetz. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs rückte Zittau, trotz der Nähe zu den »sozialistischen Bruderstaaten« in den letzten Winkel der DDR und verfiel in einen regelrechten Dornröschenschlaf. Heute ist Zittau Teil der Euroregion Oberlausitz–Schlesien–Böhmen und darf sich aufgrund seiner traditionellen Lage an wichtigen Handelswegen berechtigte Hoffnung auf eine Wiederbelebung der Wirtschaft und den damit verbundenen kulturellen Aufschwung machen. Viele der historischen Bauten erstrahlen im prächtigen Glanz und ein ausführlicher Stadtrundgang durch die Altstadt ist unbedingt zu empfehlen. Seit 1914 existiert der Zittauer Kulturpfad, der insgesamt 52 historische Sehenswürdigkeiten umfasst, die alle innerhalb des Stadtzentrums liegen und bequem zu Fuß erreichbar sind. Eine Broschüre mit Wissenswertem zu den einzelnen Stationen gibt es gegen eine geringe Gebühr in der Touristeninformation im Rathaus. Dort starten immer samstags um 11 Uhr Stadtführungen entlang des Kulturpfades. [[die Buchstaben A-G sind rot in der Stadtplanvorlage für Zittau eingetragen]] Ein guter Ausgangspunkt für einen individuellen Stadtrundgang ist der zentrale Marktplatz (A). Beherrscht wird der von eindrucksvollen Barockbauten umsäumte Platz vom Rathaus (B) (Führungen ganzjährig jeden Mittwoch um 15 Uhr). Der monumentale Bau, der von 1840 bis 1845 nach Plänen Schinkels errichtete wurde, erinnert an einen italienischen Palast, weist neben Stilmerkmalen der Renaissance aber auch klassizistische Formenelemente auf. Auf der Westseite des Marktplatzes steht der 1585 geschaffene Rolandbrunnen (C). Er zeigt eine Marsfigur auf einer reich profilierten Renaissancesäule; Früchte, Ähren und Weberschiffchen erinnern an die Quellen des Zittauer Wohlstandes. Zu den weiteren historisch bedeutenden Häusern rund um den Marktplatz zählen das ehemalige Amtsgericht (um 1678 erbaut, Nr. 24), der ehemalige Gasthof Zur Sonne (um 1710 erbaut, Nr. 9), das ehemalige Gästehaus des Stadtrates, die im Rokokostil gehaltene Fürstenherberge, (1767 erbaut, Nr. 11), die Stadtapotheke (1760 erbaut, Nr. 10) und das Noack’sche Haus (1689 erbaut, Nr. 6), eines der prächtigsten Patrizierhäuser der Stadt. Nördlich des Marktplatzes erhebt sich die Johanniskirche (D) mit ihren zwei ungleichen Türmen (Johannisplatz 1, Tel. 03583/51 09 33; Aussichtsturm geöffnet Mo–Fr 12–18 Uhr, im Winter 10–16 Uhr, Sa/So 10–16 Uhr). Erstmals erwähnt wurde eine Kirche an dieser Stelle 1291. Sie wurde allerdings durch den Beschuss durch die Österreicher im Siebenjährigen Krieg 1757 stark zerstört. Der anschließende Wiederaufbau verlief langsam und schleppend, sodass der Neubau erst 1837 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel fertiggestellt wurde. Eine weitere wichtige Kirche findet sich nur wenige Schritte entfernt in nordöstliche Richtung. Die Klosterkirche (E) war die Kirche des ehemaligen Franziskanerklosters. Das Hauptschiff stammt aus dem Jahr 1480 und ist im Stil der Spätgotik errichtet. In den Jahren 1696, 1731 und 1748 entstanden die sogenannten Betstuben oder Logen als Anbauten wohlhabender Zittauer Bürger. Nebenan bietet das Kulturhistorische Museum Franziskanerkloster (Klosterstr. 3, Tel. 03583/51 02 70; Mo–So 10–17 Uhr, im Winter Mo. geschlossen) ein Stadtmuseum mit Ausstellungen zur Heimatgeschichte, eine mittelalterliche Folterkammer sowie eine Sammlung Zittauer Fayencen. In der Mitte der Neustadt erhebt sich der gewaltige Marstall (F) mit dickem Gemäuer und steilem Dach. Er geht zurück auf einen Salzspeicher aus dem Jahr 1389, auf dessen Fundamenten 1511 ein dreistöckiges Gebäude errichtet wurde, das später zunächst auf vier und dann auf acht Stockwerke erweitert und als Salzlagerstätte, Pferdestall, Rüstkammer und Schüttboden verwendet wurde. 1997 begann man mit der Sanierung und heute dient das Gebäude als Handels-, Gastronomie- und Kulturzentrum. Als im 18. Jh. die Stadtmauern verfielen, entstand eine Parkanlage, über der die Kirche zum Heiligen Kreuz (G) wacht. Die Kirche dient heute als Museum und beherbergt die Dauerausstellung Großes Zittauer Fastentuch (Frauenstr. 23; täglich 10–18 Uhr, im Winter Di–So 10–17 Uhr). Der Innenraum der Kirche ist in seiner Form seit 1410 unverändert und beeindruckt durch sein Sterngewölbe, dessen Rippen in einem einzigen Mittelpfeiler zusammenlaufen. Von Zittau nach Ostritz: Vom Rathaus im Zittauer Stadtzentrum geht es auf der Friedensstraße Richtung Grenzübergang. Hinter dem Abzweig der Brückenstraße links ab auf den Uferradweg erst entlang der Mandau, dann entlang der Lausitzer Neiße bis zum Grenzübergang Sieniawka. Dahinter zunächst vorbei an einem kleinen Fußballstadion und anschließend durch den Wald. Am Ende auf dem Radweg entlang der B 99 weiter bis Hirschfelde. Im Ort den Radmarkierungen folgen (der Radweg beschreibt einen Schlenker von der Hauptstraße vorbei an dichtgedrängten Umgebindehäusern), am Ende geht es kurz wieder auf die B 99. Vor dem Berg a m Ortsende aber rechts ab und auf einem schönen, einsamen Weg entlang der Lausitzer Neiße weiter bis zum Klosterstift St. Marienthal bei Ostritz. Von Zittau (Bhf.) (1) aus führt der Oder-Neiße-Radweg mit Ausblicken über die Tagebaulandschaft der Oberlausitz nach Hirschfelde (Bhf.) (2), wo mehrere der für die Oberlausitz typischen Umgebindehäuser zu bewundern sind. Diese Häuser stammen aus dem 18. Jh. und zeichnen sich durch ein vorgezogenes Obergeschoss in Fachwerkbauweise aus, das teils von Holzsäulen, teils von Steinsäulen getragen wird. Das Umgebindehaus ist eine Kombination aus Fachwerkhaus und Blockhaus. Während das Obergeschoss die vertraute Fachwerkfassade besitzt oder mit Schiefer verkleidet ist, zeigt das Untergeschoss eine umlaufende hölzerne Bogenkonstruktion. Der Hausflur verläuft quer durch das Haus und trennt das Erdgeschoss in Wohn- und Wirtschaftsbereich. Als Umgebinde wird das offene Tragegerüst bezeichnet, das die Blockstube »umbindet« und die Last des Obergeschosses trägt. Es ist kein Zufall, dass sich dieser spezielle Haustyp ausgerechnet im östlichen Sachsen herausgebildet hat. Zum einen trafen hier die Blockhausbauweise aus dem Osten und die Fachwerktradition aus dem Westen aufeinander, zum anderen boten die Umgebindehäuser gute Bedingungen für die hier ansässige Leinenweberei. Das gut isolierte Blockhaus-Untergeschoss wurde als Wohnstube genutzt und das lehmverputzte Fachwerk-Obergeschoss bot günstige Arbeitsbedingungen für die Arbeit am Webstuhl. Eine weitere Sehenswürdigkeit von Hirschfelde ist das inzwischen stillgelegte Braunkohlekraftwerk von 1911, das heute ein technisches Museum beherbergt. (Straße zum Kraftwerk, Tel. 035843/222 98, www.kraftwerk-hirschfelde.de; April–Oktober Di/Mi/Fr 9–15 Uhr, Donnerstag 10–17 Uhr Hinter Hirschfelde folgt der Radweg direkt der Neiße und führt durch ein tief eingekerbtes, enges Durchbruchstal. Die Flusswindungen schlängeln sich vorbei an zum Teil steil aufragenden Granitfelsen und jede Biegung hält neue Eindrücke bereit. Der Uferweg ist mal unbefestigt, mal asphaltiert oder mit Schotter bedeckt, aber immer schlaglochfrei und gut zu fahren und zahlreiche Pausenbänkchen und zwei größere Rastplätze laden zu einer Rast ein, bis am Ende dieses wildromantischen Abschnittes das Kloster St. Marienthal (3) bei Ostritz (4) erreicht ist. Von Ostritz nach Görlitz: Über das Klostergelände St. Marienthal Hinter der Klosterschenke rechts halten und auf der Straße nach Ostritz. Im Ort über den Marktplatz und anschließend überwiegend auf dem Fahrradweg, unterbrochen durch ein kurzes Stück auf der B 99, zum Campingplatz am Baggersee in Hagenwerder. Danach auf dem Radweg auf dem Damm in einiger Entfernung parallel zur B 99 weiter über Weinhübel und die Neißewiesen vorbei am Aquädukt bis zur Altstadtbrücke in Görlitz. Rechts liegt der polnische Stadtteil Zgorzelec , links die wunderbar restaurierte und sehr sehenswerte Görlitzer Altstadt. Der Name des Klosters St. Marienthal (3) geht angeblich auf eine Legende zurück, nach der ein Mädchen an dieser Stelle des Neißetals eine Marienerscheinung gehabt haben soll. Das Kloster St. Marienthal ist das älteste Frauenkloster des Zisterzienserordens in Deutschland und wurde 1234 von Königin Kunigunde von Böhmen gestiftet. Das Klosterleben des Zisterzienserordens ist den Regeln des heiligen Benedikt unterworfen und folgt dem Leitspruch »Ora et labora« (»Bete und arbeite«). Von dem ursprünglichen Kloster ist nichts erhalten geblieben. Die heutige Anlage mit ihren goldenen Kreuzen und rot blitzenden Dächern und Fassaden entstand vom ausgehenden 17. Jh. bis zur Mitte des 18. Jh. Auf dem weitläufigen Klostergelände verteilen sich viele Bauten, darunter das Konventsgebäude mit der Abtei als Wohnsitz der Äbtissin, die Klosterkirche (täglich 7–19.30 Uhr), die Propstei als frühere Wohnung des Propstes, die Kreuzkapelle und Nebengebäude wie die Bäckerei, ein Sägewerk, eine ehemalige Mühle und eine Brauerei. 1992 wurde ein Internationales Begegnungszentrum mit zwei Gästehäusern gegründet, das Hotelübernachtungen anbietet. Der vom Kloster verpachtete Weinberg ist der östlichste Deutschlands, sein Ertrag aber nur gering. Die Hobbywinzer, die hier die Rebsorten Müller-Thurgau und Riesling anbauen, erwirtschaften im Jahr kaum 1000 Flaschen. Eine Verkostung gibt es nur einmal im Jahr, und zwar am Ostersonntag im Klosterhof. Ein Superlativ der anderen Art ist das eigentliche Dorf Ostritz (4). Dank Expo-2000-Projekt sind die etwa 3500 Einwohner Selbstversorger mit Ökostrom und unabhängig von Energiekonzernen. Erzeugt wird der Strom aus Windrädern, Wasserkraft sowie Solaranlagen, und ein Biomasseheizkraftwerk sorgt für Fernwärme. An eine weitaus weniger ökologische Energieerzeugung erinnert wenige Kilometer weiter der Schaufelradbagger in Hagenwerder (Bhf.) (5). Als technisches Denkmal und Zeitzeuge steht er für den Braunkohletagebau in der niederschlesischen Oberlausitz (geöffnet Mai–Okt. Di/Do 14–18 Uhr, Sa/So/Fei 10.30–18 Uhr). Ebenfalls ein Erbe des Bergbaus ist der Berzdorfer See, der hinter Hagenwerder zur Linken auftaucht. Hier wird derzeit der ehemalige Tagebau geflutet und es entsteht ein vielfältiges Naherholungsgebiet an der südlichen Stadtgrenze von Görlitz. Mit einem Volumen von etwa 340 Millionen Kubikmetern wird der See einer der größten in Sachsen sein. Immer die Landeskrone im Blick, geht es weiter nach Görlitz (Bhf.) (6).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour40 km
Höhenunterschied310 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktZittau
EndpunktGörlitz
TourencharakterDer erste, eher kurze Abschnitt des Oder-Neiße-Radweges auf deutscher Seite führt durch Sachsen und hat einiges zu bieten: Die Altstädte von Zittau und Görlitz warten auf ihre Entdeckung, in Hirschfelde mehrere der für die Oberlausitz typischen Umgebindehäuser und in Ostritz ein Kloster.
Beste Jahreszeit
MarkierungenRadwegweiser mit Oder-Neiße-Logo.
VerkehrsanbindungBahnverbindung DB-Anschluss Zittau siehe Tour 1. Anreise mit dem Auto A 4 Aachen–Görlitz, Ausfahrt 89 (Bautzen-West); B 96 bis Zittau; Parkplätze im Zentrum: Neustadt, Breitestraße, Mandauer Berg und Haberkornplatz. Rückfahrt mit der regelmäßigen Bahnverbindung Görlitz - Zittau; Fahrtdauer etwa 45 Min.
GastronomieHirschfelde: Gasthof »Dorfidyll«. Ostritz: Klosterschenke St. Marienthal und Dorfgasthof. Weinhübel: Radlerfreundlicher Biergarten an der Pension »Zur Landeskrone«. Breites gastronomisches Angebot für jeden Geschmack und Geldbeutel in Zittau und Görlitz.
Tipps
Ausflug auf die Landeskrone: Eine unübersehbare Landmarke taucht im Westen des Radweges auf: Vor Weinhübel thront die 420 Meter hohe Landeskrone, der Hausberg von Görlitz. Auf diesem ehemaligen Vulkan mit Granitsockel und Basaltkrone thronte in der Vergangenheit zunächst eine slawische, dann eine deutsche Burganlage, die mehrmals ausgebaut, später aber geschleift wurde. Bis zur Mitte des 19. Jh. wurde der Berg militärisch genutzt und diente als Artilleriestellung. 1844 eröffnete das erste Berggasthaus und heute ist der Berg ein beliebtes Ausflugsziel mit Gasthof, Hotel und Aussichtsturm für die Naherholung der Görlitzer. Von hier oben schweift der Blick nicht nur über die historischen Gemäuer von Görlitz, sondern auch über den Berzdorfer See, die Gipfel des Lausitzer Berglands und bei guter Sicht sogar über Iser- und Riesengebirge. Zu erreichen ist die Landeskrone am einfachsten von Görlitz aus, und zwar mit der Straßenbahnlinie Nr. 2. Von der Endhaltestelle Briesnitz führen dann mehrere markierte Wege hinauf zum Gipfel.
Informationen
Das Große Zittauer Fastentuch: Das Große Zittauer Fastentuch aus dem Jahr 1472 ist einmalig in Deutschland und einer der bedeutendsten Kulturschätze des Mittelalters. Das 6,80 x 8,20 m große Tuch zeigt in 90 Bildern Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. Mit den Fastentüchern (Velum quadragesimale), auch Hungertücher oder Schmachtlappen genannt, wurden im Mittelalter während der Fastenzeit von Aschermittwoch bis Karsamstag Altäre, Reliquien, Bilder oder zum Teil sogar ganze Altarräume abgedeckt. Als Entsagung, Buße und Einstimmung auf das Osterfest wurde den Gläubigen so der Blick auf die Heilige Messe verwehrt. Das Zittauer GebirgeDas Zittauer Gebirge ist das kleinste deutsche Mittelgebirge mit einer Ausdehnung von 5 x 15 km. Es liegt im südöstlichen Zipfel Sachsens zwischen Neiße und Lausitzer Bergland. Wie auch das Elbsandsteingebirge besteht es aus Sandstein und bietet, vor allem am Nordabfall, eindrucksvolle Formationen wie die Sächsische Schweiz. Höchste Erhebungen sind Lausche (793 m) und Hochwald (749 m). Bizarre Sandsteinformationen, Wälder und Vulkankegel bilden den Rahmen für ein Aktivurlaubsparadies. Neben Klettermöglichkeiten gibt es über 300 km markierte Wanderwege. Wassersportler wie Segler, Taucher oder Ruderer schätzen den Olbersdorfer See, der anlässlich der sächsischen Landesgartenschau 2001 aus einem Braunkohletagebau entstand. Seit 1890 transportiert die dampflokbetriebene Schmalspurbahn »Bimmel« Touristen von Zittau nach Oybin und Jonsdorf im Zittauer Gebirge.Service rund ums RadFahrradwerkstätten finden sich in:Zittau: Zweirad Glaubitz, Franz-Könitzer-Str. 6, Tel. 03583/51 19 79. Görlitz: Der Fahrradladen, Fischmarkt 4, Tel. 03581/41 07 27; Zweirad Steffen, Hospitalstr. 5, Tel. 03581/41 70 80; Fahrradgeschäft Joachim Kramer, Reichenbacher Str. 112, Tel. 03581/73 05 65. Fahrräder leihen kann man in:Zittau: Hotel Riedel, Friedensstr. 23, Tel. 03583/68 60. Ostritz: Fahrradverleih im Gästeempfang des Klosterstifts St. Marienthal (siehe »Übernachtung« im Kasten »tour kompakt«). Görlitz: Little John Bikes – Fahrradfachmarkt, Heilige-Grab-Str. 26, Tel. 03581/31 31 66. Wer nicht in Görlitz übernachtet, findet vor der Brücke komfortable Fahrradboxen, so dass man das voll beladene Fahrrad sicher unterstellen und den Stadtrundgang ohne Gepäck unternehmen kann. Die Schlüssel gibt es beim Restaurant Vierradenmühle direkt an der Brücke.
Unterkunft
Ostritz: Gästezimmer im Kloster St. Marienthal, St. Marienthal 1, Tel. 035823/77368 (schlichte Zimmer in klösterlicher Atmosphäre, DZ 16–31 €/ Person). Görlitz: Romantik Hotel Tuchmacher, Peterstr. 8, Tel. 03581/47 31 0 (Luxus-Hotel im Renaissance-Bürgerhaus in der Altstadt, DZ ab 124 €); Brauhaus Obermühle, An der Obermühle 5, Tel. 03581/87 98 32 (radlerfreundliches Gasthaus direkt am Oder-Neiße-Radweg, DZ 50€); Jugendherberge Görlitz, Goethestr. 17, Tel. 03581/40 65 10; Zelt- und Campingplatz Hagenwerder, An der alten F 99 7, Tel. 035822/376 70 (April–Okt.).
Tourismusbüro
Marketing-Gesellschaft Oberlausitz Niederschlesien mbH, Tzschirnerstr. 14 a, 02625 Bautzen, Tel. 03591/487 70, www.oberlausitz.com; Tourist-Information Zittau, Markt 1 (Rathaus), 02763 Zittau, Tel. 03583/75 21 37, www.zittau.de; Görlitz Information, Obermarkt 32 (Postanschrift: Fleischerstr. 19), 02826 Görlitz, Tel. (03581) 47570, www.goerlitz.de.

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