Von Wesenberg nach Kratzeburg

Eine abwechslungsreiche Radtour für Jung und Alt, die immer wieder kurze Anstiege aufweist. Bis auf ein Schotterstück am Etappenbeginn verwöhnt Sie heute guter Asphalt. Lärmpassagen durch motorisierten Verkehr sind nicht zu erwarten.
29 km
80 m
3.00 h
Von Wesenberg nach Blankenförde.
Nördlich von Wesenberg den geschotterten Radweg am Woblitzsee benutzen. Am Bahnhof Groß Quassow Beginn des Abstechers nach Neustrelitz. Der Radfernweg Berlin–Kopenhagen geht nach links zur Useriner Mühle. Dort angelangt links halten und nach der Ortsdurchfahrt von Zwenzow rechts bis Blankenförde.
Der Start erfolgt an der großen Straßenkreuzung in Wesenberg (Bhf.). Hier benutzen wir kurz die Mirower Chaussee und folgen der Vorfahrtsstraße in einer Rechtskurve zur MST 6 Vor dem Wendischen Tor. Bei der nächsten Wegverzweigung wählen wir die links abgehende Bahnhofstraße, um ein Stück weiter rechts auf der MST6 Lindenstraße bis zu den Gleisanlagen zu radeln. Hier beginnt rechter Hand ein geschotterter Radweg, der längs der Schienen aus der Stadt hinausführt und dort einen prächtigen Panoramaausblick auf den Woblitzsee gewährt. Nun steht eine drei Kilometer lange Rollpassage am Wasser an, die durch eine starke Steigung nach links jäh beendet wird. Wir kommen erneut zu der Bahntrasse, der wir uns nach rechts anschließen, so einen Wald durchqueren und nach Überschreiten der Havel wieder guten Asphalt unter den Rädern haben. Schließlich queren wir vorsichtig den unbeschrankten Bahnübergang und müssen uns hier entscheiden, ob wir die sehenswerte Kreisstadt Neustrelitz besuchen möchten.
Abstecher nach Neustrelitz.
Dazu fahren wir nach dem Eisenbahnübergang rechts bis Groß Quassow (Bhf.). Hier sehen wir am Ortseingang ein großes Storchennest. Unterhalb informieren Sie Schilder über die Bruterfolge der letzten Jahre und veranschaulichen das Leben der Weißstörche. Nun wird das Dorf durchfahren, indem man nach dem Friedhof und der 600-jährigen Linde links abfährt. Die nächsten 2,2 Kilometer verlaufen im Wald. Dann wird das Dorf Lindenberg und sogleich die L 25 erreicht, in die wir rechts einfahren müssen. Wenn wir dem Straßenverlauf für 800 Meter gefolgt sind, geht nach der Brücke links ein Naturweg mit schöner Baumallee ab, welcher uns im Wald zu einer Schienentrasse führt, die man geradeaus quert und anschließend in einem Linksbogen entlangradelt. Nach einer Kleingartensiedlung und dem nächsten Schienenübergang nach links kommt man zum nachgebildeten Slawendorf (A).
Das heutige Mecklenburg-Vorpommern wurde vom 7. bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts von slawischen Stämmen besiedelt. Dies sieht man in der Region besonders schön an den Ortsbezeichnungen, die häufig mit -in, -ow, -itz oder -gast enden, was auf ihren slawischen Ursprung hindeutet. Auf dem 1998 eröffneten Gelände gibt es unterschiedlich gestaltete Gebäude zu sehen, die die verschiedensten handwerklichen Zünfte wie z. B. Töpfern, Schmieden oder Filzen beherbergen. Interessierte können sich auf dem Areal auch an den jeweiligen Berufen selbst versuchen. Lohnend ist außerdem die Besteigung des Wachturms, der eine herrliche Aussicht über das kleine Dorf und den nahen Zierker See bietet, an dem ein Slawenboot vor Anker liegt. Für das leibliche Wohl wird natürlich auch gesorgt (Öffnungszeiten: Mai–Sept. täglich 10–17 Uhr, April/Okt. Mo–Fr 10–17 Uhr, Tel. 03981/27 31 35, www.slawendorf-neustrelitz.de).
Zurück in der Gegenwart orientieren wir uns wieder an den Gleisen und treffen nach der nächsten Schienenquerung auf die Useriner Straße, in die wir geradeaus auffahren müssen. Wir kommen zu einem Kreisverkehr, den wir auf der Seestraße verlassen. Anschließend erreichen wir einen sehr großen Kreisverkehr, wo wir die dritte Ausfahrt in die Strelitzer Straße wählen und im Zentrum von Neustrelitz (Bhf.) angelangt sind. Das Gebiet um die Kreisstadt wird auch Neustrelitzer Kleinseenplatte genannt, da es hier 320 Seen gibt.
Der Schlosspark (B) ist der Besuchermagnet der Stadt. Ein Schloss sucht man jedoch vergeblich. Das herzogliche Residenzschloss aus dem 18. Jahrhundert brannte 1945 völlig aus und wurde nicht wieder errichtet. Abträglich ist dies jedoch nicht bei einem romantischen Spaziergang durch den Park. Auf der Hauptachse des Gartens schmücken Skulpturen, wie die Ildefonso-Gruppe (C), die Viktoria Statue (D) und die Prunkvase (E) den Weg zum Hebetempel (F). In dessen Inneren befindet sich die Kopie der berühmten Statue der Göttin Hebe – die Göttin der Jugend von Antonio Canova. Das Original befindet sich in der Berliner Nationalgalerie. Orientiert man sich nun nach Westen, erblickt man den auf einer Anhöhe gelegenen Luisentempel (G), das Grabdenkmal von Königin Luise. Der dreiflügelige neogotische Marstall (H) und das Theater (I) findet man ebenfalls in der Nähe. Spaziert man nun zurück Richtung Osten, erreicht man das Hirschportal (J), den ehemaligen Eingang zum herzoglichen Jagdrevier und heutigen Wildgatter. Daneben ragen die spitzen Türme der Schlosskirche (K) von 1859 auf, die eines der bedeutendsten Werke Friedrich Wilhelm Buttels ist. Nach dem großen Platz vor der Orangerie (L) wandelt man zuletzt durch die barocke Götterallee (M); dort blickt man zu Sandsteinplastiken empor, die antike Götter und Jahreszeiten darstellen. Zurück auf dem Marktplatz dominieren das klassizistische Rathaus (N) und die gegenüberliegende barocke Stadtkirche (O) das Ortsbild. Die Besonderheit dieses Marktplatzes ist zudem, dass acht Straßen sternförmig den Kern verlassen. Nach unserem Kulturausflug radeln wir auf derselben Strecke zurück zum Radfernweg Berlin–Kopenhagen.
Die Tour selbst setzt sich am Bahnhof von Groß Quassow fort, wo es links nach den Gleisen auf den Plattenweg der Beschilderung Useriner Mühle nach geht. Dort treffen wir auf ein T-Kreuz, schwenken nach links auf die L 25 und blicken im Norden über den Useriner See, an dem es eine Badestelle gibt. Bei der Ortsausfahrt wechseln wir über die junge Havel und rollen in den bewaldeten Müritz-Nationalpark hinein. Das nächste Dorf, das wir erreichen, ist Zenzow, welches wir geradewegs durchfahren, um den ansteigenden Radweg längs der Landstraße zu nutzen. Nach zwei Kilometern biegt die Route an einer Weggabelung in Richtung Blankenförde ab und führt kurvig durch einen skandinavisch anmutenden Wald ins Nationalparkdorf.
Von Blankenförde nach Kratzeburg.
An der Kirche von Blankenförde links in Richtung Babke abfahren. Nun nach Norden und rechter Hand an Granzin vorbeifahren. Von hier geradewegs über Dalmsdorf bis Kratzeburg.
Der folgende Abschnitt verläuft durch den Ortsteil Kakeldütt, von dort über die sehr schmale Havel zum ehemaligen Freischulzenhof, in dem eine Nationalparkinformation untergebracht ist. Nachdem wir die Fachwerkkirche (1702) passiert haben, schwenken wir links in die Vorfahrtsstraße und halten uns stets an die Beschilderung nach Babke. Dort fällt uns die rote Backsteinkirche von 1901 auf. Wie Ausgrabungsfunde belegen, war die Region zwischen dem Jäthen- und dem Zotzensee schon seit der Steinzeit besiedelt. Das ehemalige Bauerndorf wurde 1257 erstmals erwähnt und lebt heute vom Tourismus. Nach dem Ort führt der Weg ansteigend auf Betonplatten durch eine liebliche Wald- und Wiesenlandschaft. Unterwegs passieren wir eine Überflutungswiese, aus der abgestorbene Baumgerippe hervorragen. Eine kurze Wegstrecke weiter schwenken wir rechts, klettern dann über einen Anstieg und streifen darauf das Dorf Granzin. Schlussendlich nutzen wir den straßenbegleitenden Radweg nach Dalmsdorf, unterqueren die Bahnstrecke und erreichen mit Kratzeburg (Bhf.) das nächste Tourziel. Die beschauliche Gemeinde im Müritz-Nationalpark empfängt Besucher mit der im Eichenfachwerk gebauten Kirche aus dem Jahr 1786. Ihr Flügelaltar entstand im 15. Jahrhundert.

Etappe auf einen Blick.
km 0 Wesenberg, auf Schotterweg am Woblitzsee entlang, später folgt ein Anstieg, km 7 Bahnhof Groß Quassow, hier lohnender Abstecher nach Neustrelitz, km 10 Useriner Mühle, nun radeln wir mitten in den Müritz-Nationalpark hinein, km 16 Blankenförde, Nationalpark-Info besuchen und mehrere Hügel bezwingen, km 25 Granzin, vorbei an zwei Seen über Dalmsdorf zum nächsten Etappenort, km 29 Kratzeburg, ruhige Lage im westlichen Teil des Nationalparks.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour29 km
Höhenunterschied80 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortWesenberg
AusgangspunktWesenberg
EndpunktKratzeburg
TourencharakterZu Beginn der Tour lohnt ein Abstecher in die nahe Kreisstadt Neustrelitz. Im weiteren Verlauf fahren wir in den grünen Müritz- Nationalpark, der mit seinen über 100 Seen ein wichtiges Revier für See- und Fischadler bildet.
Hinweise
Bademöglichkeiten entlang der Strecke.
KartentippTopografische Karte 1:50 000, L2742 Mirow, ISBN 978-3-8618-2130-4, www.laivmv.de
VerkehrsanbindungBahnreisende erreichen Wesenberg mit einem Umstieg in Neustrelitz. Per Pkw fährt man bis Neuruppin auf der A 24 und erreicht anschließend über mehrere Bundes- und Landstraßen den Startort der Etappe.
GastronomieNeustrelitz: Park Hotel Fasanerie, Karbe-Wagner-Str. 59, Tel. 03981/489 00. Blankenförde: Gaststätte Blankenförder Krug, Blankenförde 33, Tel. 039829/203 16. Dalmsdorf: Gasthof Zu den Linden, Dalmsdorf 26, Tel. 039822/298 86.
Tipps
Müritz-Nationalpark. Die Entstehung dieser Naturidylle geht auf die Weichseleiszeit zurück. Im Laufe der Zeit formten abfließende Schmelzwasserströme und Toteis die heutigen Täler und Seebecken. Heute bestimmen vor allem Wälder das Landschaftsbild. Rund 72 % bedecken das 322 km2 große Areal, die Seen und Moore übernehmen den restlichen Teil … ein Eldorado für Fauna und Flora. An keinem anderen Ort Deutschlands brüten heute mehr See- und Fischadler sowie Kraniche als in der Mecklenburgischen Seenplatte und im Müritz-Nationalpark. Info: www.nationalpark-mueritz.de
Verleih
In Neustrelitz – Fahrradcenter Ballin, Zierke 36, Tel. 03981/20 30 44; Pedal-Point, Strelitzer Chaussee 278, Tel. 03981/ 44 16 38; Call a Bike, Rudi-Arndt-Platz 2, Tel. 0700/05 22 55 22.
Informationen
Unterkunft
Neustrelitz: Hotel Schlossgarten, Tiergartenstr. 15, Tel. 03981/245 00. Granzin: Töpferhof Doris Steuer, Dorfstr. 4, Tel. 039822/202 42, www.fewo-nationalpark.de. Dalmsdorf: Am Käbelicksee, Dalmsdorf 21 b, Tel. 039822/201 81, www.dalmsdorf-urlaub.de
Tourismusbüro
Kratzeburg: Tourismusverein Havelquellseen e.V., Dorfstr. 24, Tel. 0700/ 38842835, www.havelquellseen.de

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