Von Weilheim nach Polling

Schöne Rundtour überwiegend auf ebenen, ruhigen Radwegen. Nur ein kleiner Teil ist auch für Autofahrer freigegeben. Auf dem Rückweg radeln wir nicht mehr am Fluss entlang, dafür passieren wir jede Menge Bäche. (Autor: Lisa und Wilfried Bahnmüller)
32 km
100 m
3.00 h
Wir starten vom Parkplatz der Oberlandhalle in Weilheim und queren schräg die große Wessobrunner Straße in den Tassiloring. An dessen Ende beginnt der Radweg entlang der Ammer. Jetzt immer stur geradeaus, unter der Eisenbahn hindurch flussaufwärts. So erreichen wir Oberding mit seinem munter mitten durch den Ort plätschernden Dorfbach. Wir biegen links in die Dorfstraße, die uns zurück zur Ammer bringt. Geradeaus überqueren wir die große Autostraße und wenden uns dann vor der Brücke rechts in den nur vom Wasseramt freigegebenen Pfad. Der schmale Wiesenweg mündet erneut in eine große Autostraße, auf der wir ein Stück nach links, nur bis kurz vor der Brücke radeln. Dann biegen wir rechts in den Prälatenweg ein. Nach 500 m halten wir uns links, wieder näher ans Flussufer. Herrlich ruhig geht es durch die Ammerauen. Immer wieder laden Sandbänke zum Rasten und Verweilen ein. Hier fließt die Ammer in gemächlichen Schleifen durch das Alpenvorland. Am Campingplatz geht unser Radweg in eine geteerte Straße über und immer wieder haben wir schöne Aussichten auf den nahen Hohenpeißenberg. Wir radeln am Klärwerk von Peißenberg vorbei, unter der neuen Umgehungsstraße hindurch und erreichen bei Flusskilometer 141 erneut eine Brücke, auf der wir nun den Fluss überqueren.Kleinod am Wegrand Jetzt geht es für 2,4 km auf der Autostraße Richtung Oberhausen. Nach der Gärtnerei Kreilhof überqueren wir die Eyach und biegen unmittelbar danach rechts zum St.-Nikolaus-Kirchlein ein. Die kleine, frisch renovierte Kirche liegt in herrlicher Lage erhöht auf einem der ehemaligen südlichen Seeufergebiete. Sie beherbergt einen wundervollen Freskenzyklus, der die Geschichte des hl. Nikolaus lebendig erzählt. Weiter bergauf, an Kirche und Bauernhöfen vorbei, folgen wir immer dem Weg leicht aufwärts in den Wald. An einer markanten Wegabzweigung mit kleinem Radwegschild biegen wir links ein. Abwärts, an der Teerstraße links erreichen wir das große Gut Achberg. Es thront in aussichtsreicher Lage und gehörte um die Wende zum 20. Jh. Theodor Pschorr, Mitglied einer großen Münchner Brauerei-Familie. Inzwischen ist das Gut seit vier Generationen in Familienbesitz und vor allem für seinen Christbaummarkt mit Gutsschänke zur Weihnachtszeit bekannt. Vor dem Gut halten wir uns links, steil abwärts und radeln auf der Waldstraße durch Obermaxlried. Dann überqueren wir die Ach und erreichen über einen Wiesenbuckel das Dorf Oberhausen. Geradeaus geht es auf der Dorfstraße durch den Ort. Wir queren mithilfe der Unterführung sicher die B 2 und biegen unmittelbar nach den Eisenbahnschienen links in den Radweg nach Polling ein. Immer der Beschilderung nach erreichen wir über freie Felder das Klosterdorf Polling. Zur Besichtigung radeln wir direkt auf die Klosterkirche zu. Sie und die große Klosterwirtschaft liegen malerisch am kleinen Tiefenbach und sind eine längere Pause wert. »Liberalitas Bavarica« prangt in goldenen Buchstaben über dem Kircheneingang. Der Sinnspruch dokumentiert die Freiheit des Denkens, die einstmals in den Klostermauern herrschte. Für die letzte Etappe, zurück nach Weilheim, umrunden wir das Kloster, biegen am Ortsende rechts in den Prälatenweg ein und folgen der Radwegbeschilderung links nach Weilheim. Auch hier führt der Radweg relativ verkehrsberuhigt an der Schule vorbei bis direkt in die Altstadt. Die lockt natürlich ebenfalls zu einem Bummel. Nun ist es nicht mehr weit der Beschilderung Oberlandhalle nach zurück bis zum Ausgangspunkt.

Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour32 km
Höhenunterschied100 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWeilheim, Parkplatz an der Oberlandhalle
EndpunktWeilheim
TourencharakterNach der letzten Eiszeit bedeckte der Ammersee das Gebiet, auf dem heute die Kreisstadt Weilheim und Polling liegen. Diese Rundtour führt entlang der Ammer über den einstigen Seeboden und erlaubt eine weite Sicht in das Alpenvorland und die nahen Garmischer Berge. Für Kulturinteressierte ist das ehemalige Augustinerchorherrenstift Polling ein lohnendes Ziel.
Hinweise
DIE HIRSCHKUH UND DREI KREUZE IN POLLING. Im Jahr 750 hielt Herzog Tassilo mit großem Gefolge Hofjagd im Ammertal. Seine Hunde stöberten eine Hirschkuh auf und verfolgten sie lange. Plötzlich blieb das Tier auf einer Lichtung stehen und begann, unbeeindruckt von seinen wütenden Verfolgern, mit den Vorderhufen den Boden aufzuscharren. Der Herzog ließ nachgraben und fand drei Kreuze und eine kostbare Reliquie. Da beschloss er, an dieser von Gott offenbarten Stelle ein Kloster zu errichten, in dem die heiligen Gegenstände verehrt werden konnten. So berichtet es die Gründungslegende des Klosters Polling.Nun setzt natürlich sofort Kritik an der Geschichte ein: Kein Jäger würde ihr Glauben schenken, denn so benimmt sich keine gehetzte Hirschkuh. Historiker bekämen erst recht Zweifel, denn Tassilo war damals gerade mal neun Jahre alt! Also nichts als Fantasie? Keineswegs. Im Mittelalter sprach man gern in Bildern und Symbolen von all dem, was man nicht sehen und begreifen konnte. So gesehen liest sich die Geschichte neu wie folgt: Die Hirschkuh war das Symbol für die Gott suchende menschliche Seele, die bellenden Hunde entsprechen dem wütendem Zorn der Feinde, die sie verfolgen. Das war damals noch ganz wörtlich zu verstehen. Um 750 war nämlich das Land nördlich der Alpen noch keineswegs flächendeckend christianisiert, im Gegenteil, die vorchristlichen Religionen, seien sie keltisch, römisch oder germanisch, dominierten. Vermutlich war an dieser Stelle eine christliche Siedlung untergegangen, die wertvollen Kultgegenstände hatte man in der Not vergraben. Der christliche Herrscher Tassilo versuchte, die Siedlung neu zu beleben, ließ die Schätze heben und begründete ein Kloster, das stark genug war, nicht wieder von Andersgläubigen überrannt zu werden. Die angegebene Jahreszahl aber ist nichts weiter als ein kleiner Seitenhieb auf das Nachbarkloster Wessobrunn, dessen Gründung im Jahr 753 erfolgte. Da wollten die Pollinger einfach älter sein.Das Zentrum des Hochaltars der Pollinger Klosterkirche ist ein großes Kreuz, der Legende nach eines der Kreuze, die damals der Agilolfinger-Herzog gefunden hatte. Wir können das Kircheninnere durch ein kunstvoll geschmiedetes Gitter betrachten. Im barock gestalteten Kirchenschiff wurden die Decken und Wände im zartrosafarbenen Wessobrunner Stuck von Josef Schmutzer gestaltet. Die Figuren stammen von keinem Geringeren als Johann Baptist Straub und zeigen die Stifterfiguren Heinrich und Kunigunde.
KartentippBayerisches Landesvermessungsamt, Blatt Pfaffenwinkel/Staffelsee, 1:50 000
VerkehrsanbindungVon München auf der B 2 über Starnberg nach Weilheim. Mit der Bahn stündlich von München auf der Strecke nach Mittenwald, oder Zugverbindung von Augsburg nach Schongau.
GastronomieIn Weilheim viele Möglichkeiten, nette Straßencafés gibt es auf dem Marktplatz. Alte Klosterwirtschaft in Polling
Tipps
BADEMÖGLICHKEITEN: Keine

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