Von Mainz nach Bacharach

Heute geht es auf größtenteils asphaltierten Wegen gen Bacharach. Alle Radwege, auch die unasphaltierten Teilstücke, sind gut befahrbar, es gibt keine nennenswerten Steigungen. Allein das Verkehrsaufkommen auf der B9, an der es teilweise entlang geht, stört das Fahrvergnügen. Die kurze Fährüberfahrt von Rüdesheim nach Bingen sorgt für eine nette Abwechslung unterwegs. (Autor: Karsten-Thilo Raab und Ulrike Katrin Peters)
51 km
660 m
5.00 h
Mit seinen knapp 200000 Einwohnern ist Mainz (Bhf.) nicht nur die Landeshauptstadt, sondern gleichzeitig die größte Stadt des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Gegenüber der Mündung des Mains am Rhein gelegen, ist die Stadt darüber hinaus die Hochburg des rheinischen Karnevals und auch Sitz einiger Fernseh- und Rundfunkanstalten, eines Bistums sowie einer Universität. Die historische Altstadt (A) erstreckt sich vom Südbahnhof bis zum Dom. Tagsüber locken kleine Geschäfte in den Fachwerkhäusern, abends gemütliche Weinkneipen. Neben der Flaniermeile Augustinerstraße laden auch die kleineren Gassen wie Kirschgarten oder Schönbornstraße dazu ein, in Ruhe entdeckt zu werden. Die zahlreichen Kirchen der Stadt, darunter der romanische Dom Sankt Martin (B), die elegante, gotische Hallenkirche Sankt Stephan (C) mit den sehenswerten Chagall-Fenstern sowie die Christuskirche (D) mit Eduard Kreyßigs gewaltiger Renaissance-Kuppel, gehören zu den meistbeachteten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Aber auch bei trübem Wetter muss sich in Mainz niemand langweilen. Die Museumslandschaft bietet neben dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum, das im Kurfürstlichen Schloss (E) beheimatet ist, das Landesmuseum Mainz (F) sowie das Gutenberg-Museum (G) (siehe Tipp). Eine Besonderheit im Stadtbild sind die roten und blauen Straßenschilder. Seit 1853 verfolgt man diese Tradition: »Rote« Straßen verlaufen vorwiegend quer zum Rhein, während Straßen parallel zum Rhein mit blauen Straßenschildern versehen werden. Kleinere Straßen und solche, die weiter entfernt vom Rhein liegen, sind mit weißen Schildern versehen.Den Hauptbahnhof Mainz im Rücken, halb links halten und in die Bahnhofsstraße abbiegen. Am Münsterplatz links abbiegen und dann gleich wieder rechts. Diese Straße, die Schillerstraße, ist sehr viel angenehmer zu befahren, weil weniger Verkehr herrscht. Es geht vorbei am Proviant-Magazin sowie am Schillerdenkmal, welches linker Hand liegt. Nach dem Schillerdenkmal erscheint links der Schillerplatz, über diesen links in die Ludwigstraße abbiegen. Der detailreiche Brunnen liegt dabei zu Ihrer Linken. Rechter Hand das Denkmal eines Gardetrommlers passieren. Am Gutenbergplatz liegen links das Theater und rechts der Dom. Weiter geradeaus fahren, in einem Halbkreis um den runden Brunnen. Auf dem Domvorplatz, der nun gequert wird, stehen häufig viele Touristengruppen. Nun erscheinen die Steinquader des Letterndenkmals. Vor dem Gutenberg-Museum rechts abbiegen. Die Rheinstraße hinüber und am Fischtorplatz vorbei gelangt man zum Stresemannufer. Hier links halten Richtung Adenauer-Ufer. Gut erkennbar ist jetzt schon die Theodor-Heuss-Brücke; auf diese zufahren. Zur Linken liegen das Rathaus und die Rheingoldhalle. Es geht auf der oberen der beiden Terrassen entlang. Bis nach Bingen sind es von hier aus noch 34km. Rechter Hand liegt ein Beachclub, in dessen Sand Liegestühle stehen. Unter der Brücke hindurchfahren. Nach ca. 100m links durch das Schlosstor fahren und sofort über die Fußgänger- und Radfahrerbrücke bergan Richtung Mainz-Kastell. Genau auf der Hälfte der Brücke verlässt man Mainz und befindet sich jetzt im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kastell – und somit auch in einem anderen Bundesland. Rechter Hand liegt ein Flusszulauf. Nachdem die Brücke passiert ist, links abbiegen, den Berg hinunterrollen und links Richtung DLRG-Rettungsstation zum Rheinufer abbiegen, an dem es nun weiter entlanggeht. Nach Erreichen des Ufers rechts fahren. Bis Wiesbaden-Biebrich sind es von hier 4,8km, bis Eltville 16,3km. Der Radweg ist hier gut befahrbar und besteht aus leicht sandigem, kiesigem Untergrund. An dieser Stelle wird es Zeit für ein erstes »Rotterdam – wir kommen!« – zwar liegen noch über 500km zwischen unserem Standort und dem Ziel, doch ist durch den Fluss die Richtung klar vorgegeben. Das natürlich gestalte Ufer lädt an den Strandabschnitten bereits zu Ruhepausen ein. Der Radweg beschreibt nun eine Rechtskurve. Wir folgen der ausgeschilderten Radstraße, bis diese an die Wiesbadener Straße gelangt. Hier links Richtung Eltville abbiegen. Nach Eltville sind es von hier aus noch 12km. Hinter dem Autohaus geht es links in die Biebricher Straße. Nachdem links eine Kläranlage zur Linken passiert wurde und es unter einer Eisenbahnbrücke hindurchging, fahren wir weiter geradeaus auf der Biebricher Straße. Auch wenn die Straße nicht besonders malerisch und mehr oder weniger über das Gelände einer Zementfabrik verläuft, so geht es doch über einen gut befahrbaren Radweg. Weiter geradeaus auf der Rheingaustraße. Nun liegt zur rechten Seite das hübsche Schloss Biebrich mit seinen Palmen. Am Schloss vorbei- und an einem Zebrastreifen links direkt wieder ans Rheinufer fahren. Nun geht es über eine ruhige, von Bäumen gesäumte kleine, gut befahrbare Straße weiter. Schließlich teilt sich die Straße noch einmal. Dem Straßenverlauf weiter geradeaus folgen. Nach dem Bootshaus geht es wieder links, zum Ufer. Nun fahren wir unter der letzten Rheinbrücke vor Koblenz hindurch. Nach der Brücke müssen wir einem am Ufer liegenden Industriebetrieb »ausweichen« und um diesen rechts herum einen Schlenker machen. Am Ende des kleinen Weges geht es rechts ab. Hier steht ein Schild »Achtung! Lkw-Verkehr«. Am Hafenweg dann links abbiegen Richtung Schierstein. Wir radeln vorbei an einem kleinen Yachthafen und entlang eines Seitenarms des Rheins. Am Schiersteiner Hafen passieren wir einen Brunnen. Es geht nun vorbei an zahlreichen Restaurants und einem Turm mit einem Storchennest. Dort, wo rechts die Kleinaustraße abgeht, links halten. Wer im Juli unterwegs ist, fährt an dieser Stelle mitten über und durch das »Schiersteiner Hafenfest«, einen entlang der Uferstraße aufgebauten Jahrmarkt. Am Ende der Straße links abbiegen Richtung Yachtcafé Goethe. Nun scharf rechts Richtung Eltville fahren, durch die beiden Poller, die zur Verkehrsberuhigung aufgestellt wurden. Zur Linken steht direkt eine Infotafel und geradeaus fällt ein wunderschönes Panorama in den Blick. Der Weg führt nun durch die Schiersteiner Aue und das Naturschutzgebiet Niederwallufer Bucht, über das auch die Informationstafel mit Abbildungen und Texten informiert. Es geht auf der alten Deichstraße entlang, hinter den Bäumen ist »Vater Rhein« zu erahnen. Rechts erscheint nun eine weitere Informationstafel der Storchengemeinschaft Wiesbaden-Schierstein – denn in dem Naturschutzgebiet sind sehr oft Störche zu sehen. Nachdem man im Naturschutzgebiet einem weiten Rechtsbogen gefolgt ist, links abbiegen und der Beschilderung für den Radweg Nr.3 folgen. Es geht einen kleinen Hügel hinunter. Schließlich mündet der Weg in die Rheinallee; hier Richtung Rüdesheim fahren, das ausgeschildert ist. Als Nächstes wird die älteste Weinbaugemeinde im Rheingau erreicht: Walluf. Ab der Gaststätte »Zum weißen Moor« in Walluf bieten sich nun zwei Möglichkeiten: Alternative 1: Weiter dem Weg folgen, der direkt am Rhein liegt. Allerdings weist ein Schild auf der Rheinterrasse darauf hin, dass man als Radler im Interesse der (gerade am Wochenende und bei schönem Wetter zahlreichen) Fußgänger diesen Leinpfad nicht nutzen sollte. Man muss also, je nach Wetterlage und Anzahl der Leute, die hier auf Schusters Rappen unterwegs sind, selbst entscheiden, ob man diesen ca. 2,5km langen, unbefestigten, aber durchaus gut befahrbaren Weg wählen möchte oder lieber auf Alternative 2 ausweicht. (13,2 km) Alternative 2: Rechts in die Kirchgasse fahren, bis diese auf die Bundesstraße trifft. Hier links auf den Radweg fahren, der parallel zu Straße und Bahntrasse verläuft, und diesem bis nach Eltville folgen. Nun fallen die ersten größeren Weinhänge, die gerade im Spätsommer und Herbst ein echter Hingucker sind, ins Auge. In Eltville, der Wein-, Sekt- und Rosenstadt, angekommen, fahren wir ein Stück auf der »Deutschen Fachwerkstraße«. Zu unserer Linken tut sich ein herrliches Panorama auf: mit Weinstöcken und drei historischen Türmen. Rechts in die Walluferstraße abbiegen, dann weiter geradeaus in die Gutenbergstraße Richtung Ortsmitte und darauf links in die Schwabacher Straße wieder Richtung Rhein hinunterfahren. Dabei die Rheingauer Straße überqueren und in die etwas nach links versetzte Marktstraße einbiegen. Diese wird zur Martingasse und führt auf das Rheinufer. Hier angekommen, biegen Sie rechts Richtung Rüdesheim ab. á Abstecher zur Burg der Erzbischöfe An dieser Stelle lohnt ein kurzer Abstecher zur 1329 erbauten kurfürstlichen Burg der Erzbischöfe von Mainz. Folgen Sie dazu einfach dem Wegweiser »Burg«. ÜNach Eltville wird der Uferweg zu einer grobschottrigen, festgefahrenen Erdpiste, während rechter Hand ein Freibad liegt. Nach etwa 2km verläuft links der Rhein und rechts die viel befahrene Straße Richtung Rüdesheim. Der Lärm ist bisweilen ohrenbetäubend. Vorbei an Erbach, einem Stadtteil von Eltville, setzen Sie Ihren Weg am Rheinufer fort. Dieser ist weiterhin geschottert und verläuft unterhalb der Bundesstraße. Insbesondere nach längeren Regenfällen ist die Strecke mit ihrem matschigen Untergrund und riesigen Pfützen nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig. Geübten Radfahrern hingegen macht dieses Stück bei Feuchtigkeit durchaus Spaß. Wer mit Kinder-Anhänger, einem Hand-Bike oder Liegerad unterwegs ist, hat dagegen Probleme durchzukommen. Nach ca. 2km entfernt sich die Strecke wieder von der Bundesstraße, man fährt weiter am Rhein entlang, durch eine Auenlandschaft. Hinter einem Campingplatz liegt rechter Hand ein Denkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges, das einen Löwen auf einem Sockel zeigt. Nach dem Denkmal macht der Weg eine Rechtsbiegung vor einer gastronomischen Einrichtung. Rechter Hand befindet sich eine öffentliche Toilette, die allerdings nur zwischen 9 und 21 Uhr geöffnet ist. Direkt hinter dem Café links abbiegen und den Weg rechts über eine Brücke an einem Bachlauf fortsetzen. Hinter der Brücke, die zu Hattenheim gehört, weiter links am Ufer entlang halten. Auch hier ist der Weg bei Regenwetter matschig und besteht aus einem erdigen, kiesigen Untergrund. Vorbei an Brombeerhecken und ausgiebigen Weinstöcken nähern Sie sich Oestrich-Winkel, dessen Kirche schon von Weitem sichtbar ist. Die Trauben sind zum Anfassen nah und laden fast zum Stibitzen der ein oder anderen Frucht ein. Bei Mittelheim, kurz hinter dem Fähranleger der Rheinfähre Ingelheim, stößt man auf Denkmäler, die Gesteinsbrocken aus verschiedenen Zeitaltern der Menschheitsgeschichte zeigen. In Winkel endet zunächst einmal der Radweg am Ufer, macht eine leichte Rechtskurve, um dann links zur Bundesstraße B42 fortgesetzt zu werden. Nach knapp 200m führt der Weg hinter dem Kieswerk wieder hinunter ans Rheinufer, wo uns weiterhin zur Rechten Weinstöcke begleiten. Der Weg führt weiter mitten über eine Betriebsgelände. Dort, wo er sich gabelt, entweder links oder rechts um einen kleinen Hügel mit einem mit Graffiti übersäten Gebäude vorbeifahren, um dann weiter am Fluss zu radeln. Auf dem Betriebsgelände befinden sich Kies- und Sandberge, kleine Bagger fahren umher – lassen Sie sich davon nicht irritieren und fahren Sie möglichst umsichtig. Nun kommen Sie nach Geisenheim, die liebenswerte Lindenstadt im Rheingau. Auf einem asphaltierten Uferweg geht es weiter, vorbei an einem Campingplatz zur Rechten. Wo der asphaltierte Weg in eine zweispurige Straße übergeht, links halten, am Ufer auf den Schotterweg und weiterradeln gen Rüdesheim. Nach wenigen Hundert Metern kommt zur rechten Seite ein kleiner Pavillon mit vier Säulen in den Blick, der die Geisenheimer Echterquelle markiert – leider kein Trinkwasser, dafür aber ein netter Picknickplatz mit Bänken. Auf dem nun folgenden Wegabschnitt wird man, ob der verschiedenen Untergründe, teilweise kräftig durchgeschüttelt. Teils ist der Untergrund auch mit spitzen Steinen versetzt und mitunter nicht breiter als ein Trampelpfad. Wo der Pfad auf eine Flussmündung trifft, rechts abbiegen. Am Ende des Hafenbeckens links abbiegen, um den kleinen Yachthafen des Rüdesheimer Yachtclubs herumfahren, um dann bei der nächsten Möglichkeit wieder links abzubiegen. Nun hat der Weg wieder eine besser Qualität und man kann das Surren der Reifen auf dem Asphalt genießen. Nach dem Linksabbiegen nicht den links oben liegenden Weg nehmen (Sackgasse), sondern den etwas tiefer liegenden Radweg. Wer möchte, kann hier über die Straße fahren und sich im Asbach-Besucherzentrum über die Herstellung des Branntweines informieren. Hinter der Hindenburg-Brücke, die wir unterfahren haben und die nur noch teilweise steht, biegen wir links ab, um wieder an den Rhein zu gelangen. Während es über den asphaltierten Weg zum Flussufer geht, passiert man rechter Hand einen Campingplatz. Als Nächstes kommen wir am Anleger der Passagierschiffe der Rheinschifffahrt von Rüdesheim vorbei. Während auf der rechten Seite das Asbach-Bad zum Schwimmen einlädt, reiht sich auf der linken Seite Passagierschiff an Passagierschiff.In Rüdesheim gibt es nun zwei Möglichkeiten: Man kann ohne Umweg weiter dem Leinpfad folgen oder rechts über den Eisenbahnübergang einen Abstecher ins Stadtzentrum machen. In Rüdesheim (Bfh.) steht am Eisenbahnübergang der Adlerturm, einst der Südostpfeiler der Stadtbefestigung und in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut. Ein obligatorischer Genuss im Ort ist der Rüdesheimer Kaffee, bestehend aus Asbach, heißem Kaffee und kühler Sahne – gern wird dieser auch flambiert serviert, dann allerdings ohne Sahne. Gestört wird die Idylle im sehr touristischen Rüdesheim allerdings durch die Tatsache, dass in relativ hoher Frequenz die Güterzüge an der Promenade vorbeibrausen.Ab Rüdesheim die Pkw-Fähre nach Bingen (Bhf.) nehmen, um auf die linksrheinische Seite zu gelangen. Von der Fähre kommend geht es in Bingen den kleinen Anstieg hoch und dann sofort rechts ab. Der Weg führt nun vorbei an der Neubausiedlung Gartenstadt und am Bahnhof Bingen (Stadt) zur Linken. Zu unserer Rechten erscheint nun das Gelände der Landesgartenschau 2008. Am Zusammenfluss von Rhein und Nahe gelegen, reicht die Stadtgeschichte von Bingen (Bhf.) bis zurück in die Römerzeit. Wein und Rhein prägen schon seit jeher den Charakter dieser Stadt, die von alters her als Weinhandelsstadt bekannt ist. Aber auch Zerstörung und Wiederaufbau formten das Gesicht der Stadt. Am einprägsamsten für den Radler ist wohl der auf einer kleinen Rheininsel gelegene Mäuseturm. Der Legende nach wurde einstmals der Souverän über Bingen, HattoII., in diesem Turm von Tausenden von Mäusen angefallen und verstarb kurz darauf – hieraus entstand der Name des Turmes. Im 13. Jahrhundert diente er als Zollturm, wurde später von den Franzosen zerstört und erst 1855 wieder als Signalturm für die Schifffahrt aufgebaut, so wie er heute noch zu sehen ist. Sehenswert sind daneben der alte Rheinkran, die Basilika St. Martin und die Burg Klopp. Wer mehr über Hildegard von Bingen, die Äbtissin mit dem selbstbewussten und sehr charismatischen Auftreten, lernen möchte, der ist im Historischen Museum am Strom (Museumstr. 3, Tel. 06721/ 990654, www.historisches-museum@ bingen.de.) gut aufgehoben, in dem eine Dauerausstellung über diese besondere Frau untergebracht ist. Daneben bietet das Museum eine interessante Ausstellung zur Rheinromantik. Nun geht es über eine Radlerbrücke über die Nahe, entlang des Bahnhofsgeländes und vorbei an Schrebergärten mit teilweise supermodernen Schreber-Hüttchen geradeaus. Im Hintergrund ist der Mäuseturm zu sehen. Zwischendurch wird immer wieder der Blick auf den Rhein und die herrlichen Weinhänge auf der gegenüberliegenden Seite frei. Ca. 2,9km nach Bingen endet der Weg, um dann eine kleine Schleife zu machen. Hier rechts abbiegen und unmittelbar wieder links nach St. Goar. Der nächste Ort ist Trechtingshausen (Bhf.), das von hier aus noch 4,2km entfernt ist. Der Wegabschnitt bis dort ist asphaltiert. Auf der rechten Seite kommt nun Assmannshausen in den Blick. Unmittelbar nach dem Ort liegt auf der linken Seite die Rheinstein-Burg , die sich bei Flusskilometer 533 über der Bundesstraße B9 und den Eisenbahnschienen erhebt. Die Burg beherbergt auch ein Café und ein Restaurant. Am Campingplatz Marienort macht der gepflasterte Uferweg einen Linksbogen, vorbei an einem Friedhof und einer Kirche zur Linken. Auf der rechten Seite fällt die nächste Burg ins Auge. Der Weg beschreibt hier unmittelbar vor den Schienen erneut eine Rechtskurve. Direkt nach dem Campingplatz liegen zur Rechten wieder Weinstöcke und links immer noch anmutig die Burg als Wegbegleiter. Vorbei an einigen Schrebergärten und an einem Fußballplatz führt der Weg nun nach Trechtingshausen. Unterhalb des Bahnhofs geht es weiter unmittelbar am Rheinufer entlang. Direkt nach dem Ortsausgang von Trechtingshausen erreichen wir einen wunderbaren Strandabschnitt, der zum Verweilen und vielleicht auch zum Burgenbauen einlädt – obwohl Sie noch genügend Burgen sehen werden. Das Rheindelta wird nun sehr breit. Zur Linken erscheint abermals eine Burg, die Burg Hohneck. Leider ist der Weg dorthin schlecht ausgeschildert und bauliche Sehenswürdigkeiten finden kaum Erklärung. Als nächsten Ort passieren Sie auf der linken Seite Niederheimbach (Bhf.) und auf der gegenüberliegenden Flussseite Lorch. Von hier sind es noch ca. 4km bis Bacharach. Über Rheindiebach thront eine weitere Burg, die Burgruine Fürstenburg. Von hier sind es noch 2,5km bis nach Bacharach. Kurz vor Bacharach gilt es einen kleinen Anstieg zu nehmen. Am Kopf des Weges rechts abbiegen, es sind noch 1,2km bis nach Bacharach. Man rollt ein kleines Stück bergab, um dann unter den Eisenbahngleisen herzufahren. Vor den Schrebergärten geht es wieder rechts und links oben kommt die Burg Stahleck ins Blickfeld. Eines der schönsten Gebäude des Ortes Bacharach (Bhf.) ist das »Alte Haus« . Hier verbrachte der Komponist Robert Stolz (1880–1975) im Kreise seiner Freunde frohe Stunden. Der Bacharacher Wein und das gemütliche Haus inspirierten ihn zu der Operette »Wenn die kleinen Veilchen blühen«. Seitdem wandert das »Alte Haus« als Bühnenkulisse durch viele Länder der Erde. Vorbei an Bacharach mit dem markanten Mönchsturm und der Burg zur Linken folgen Sie weiter dem Radweg entlang der Bundesstraße B9, die vom Ortskern aus nicht zu verfehlen ist – es geht immer Richtung Rhein.

weinradeln

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour51 km
Höhenunterschied660 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMainz.
EndpunktBacharach.
TourencharakterDirekt zu Beginn der heutigen Tour lädt die historische Altstadt von Mainz zum Bummeln und Verweilen ein. Aber auch unterwegs bieten sich mit dem malerischen Schloss Biebrich und seinen Palmen und dem Naturschutzgebiet Niederwallufer Bucht, in dem Sie mit etwas Glück Störche zu Gesicht bekommen, schöne Rastplätze an. Etappenziel ist heute das Weinstädtchen Bacharach.
Hinweise
km 0 Mainz Hbf., weiter über Eltville und Geisenheim nach Rüdesheim, km 31 Rüdesheim, hier per Fähre nach Bingen übersetzen und weiter über Trechtinghausen nach Bacharach, km 47 Bacharach, Zielort erreicht
Markierungen»Rhein«/Rhein-Radweg (gelber Radler auf blauem Grund).
VerkehrsanbindungBahn: ICE, IC und Regionalzüge bis Mainz. Regionalzüge bis Bacharach. Auto: Mainz hat Anschluss an die A60, A63, A643 und A66 in alle Richtungen; zahlreiche Parkhäuser zwischen Hauptbahnhof und Rheinufer; weitere Infos zu Parkmöglichkeiten unter: www.parken-in-mainz.de. Nach Bacharach auf der A61 Bad Neuenahr–Worms, Ausfahrt 44 (Laudert) und weiter auf der L217/L220; Parkplätze nahe Marktturm.
GastronomieMainz: Brauhaus zur Sonne, Stadthausstr. 18, Tel. 06131/236588. Rüdesheim: Altdeutsche Weinstube, Grabenstr. 4, Tel. 06722/94230. Bacharach: Pension-Restaurant Bei der Post, Blücherstr. 159, Tel. 06743/28 88. (Siehe auch Tipp: Altes Haus).
Tipps
Das Gutenberg-Museum: Die Radroute führt direkt vor die Tore des sehenswerten Gutenberg-Museums (G). Hier wurde die Welt des Buchdrucks und der Druckkunst auf 2700 Quadratmetern Ausstellungsfläche erlebbar gemacht. Im Jahre 1900 von Mainzer Bürgern anlässlich des 500. Geburtstages von Johannes Gutenberg gegründet, zeigt es neben mittelalterlichen Handschriften, historischen Drucken und Setzmaschinen früherer Epochen auch eine alte Druckerstube mit funktionierender Presse. Wie vor 550 Jahren gedruckt wurde, können Besucher so in der Werkstatt live miterleben.Liebfrauenplatz 5, Tel. 06131/122640, www.gutenberg-museum.de; Di–Sa 9–17, So 11–15Uhr geöffnet, Mo und an gesetzlichen Feiertagen geschlossen.Bundesgartenschau Besuchen Sie das schöne Gelände der Bundesgartenschau 2008 (Hafenstr. 2, Tel. 06721/30980, www.landesgartenschau-bingen.de), das direkt am Rhein, auf einem ehemals brachliegenden Hafen- und Bahngelände liegt. Auf 24 Hektar und einer Länge von rund 2,7 Kilometern gibt es mit dem Tunneltheater, dem Rosengarten, Hafenpark und dem Hildegarten viel zu entdecken.Das »Alte Haus«: Das schöne Restaurant »Altes Haus« (Oberstr. 61, Tel. 06743/1209) aus dem Jahre 1368 gleicht einem windschiefen Knusperhaus. Serviert wird dem Gast in diesem mittelalterlichen Fachwerkhaus frisch zubereitete Hausmannskost. Im Speisezimmer kommen Sie leicht mit anderen Gästen in Kontakt. Das liebenswerte Häuschen wurde von zahlreichen Rheindichtern besungen und war auch Drehort für viele Filme.
Informationen
Werkstätten Mainz: Fahrradladen Berens und Reus GmbH, Albinistr. 15, Tel. 06131/225013. Bingen: Fahrrad Becker GmbH, Koblenzer Str. 43–45, Tel. 06721/922110.
Unterkunft
Mainz: Altdeutsche Weinstube – Historisches Hotel Schwan, Liebfrauenplatz 7, Tel. 06131/144920, www.mainz-hotel-schwan.de/ (nettes Hotel mit nur 43 Betten, zentral gelegen, ca. 2km vom Hbf.); Rhein-Main-Jugendherberge, Jugendgästehaus Mainz, Otto-Brunfels-Schneise 4, Tel. 06131/85332. Campingplatz Laubenheim, Rheinufer Laubenheim 1A, Tel. 06131/86852. Bacharach: Hotel am Markt, Oberstr. 64, Tel. 06743/1715 (im Herzen der Altstadt gegenüber dem windschiefen »Alten Haus«); Hotel Blüchertal, Blüchertstr. 162, Tel. 06743/1217.
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