Von Kochel am See nach Bad Tölz

Kochel am See – Benediktbeuern – Bad Heilbrunn – Bad Tölz (Autor: Thorsten Brönner)
25 km
210 m
2.00 h
Von Kochel am See nach Benediktbeuern: Kochel am See nach Norden verlassen und auf der topfebenen Radstrecke für 2 km der Eisenbahnstrecke folgen. Nach links in Richtung Mondscheinfilz abbiegen. In einem Zickzackkurs geht es auf dem geschotterten Flurweg nach Benediktbeuern. Die 4000 Einwohner zählende Gemeinde Kochel am See (Bhf.) liegt in schönster Lage am gleichnamigen Gewässer, das sich unterhalb der Berge Herzogstand (1731m) und Heimgarten (1790m) ausbreitet. Das Dorf, das auf eine über 1250-jährige Geschichte zurückblicken kann, hat neben den Naturschönheiten noch anderes zu bieten. Der expressionistische Maler Franz Marc fand die Voralpenlandschaft besonders inspirierend. Der Mitbegründer der Künstlervereinigung »Der Blaue Reiter« lebte gegen Ende seines kurzen Lebens (er fiel 1916 im Alter von nur 36 Jahren bei Verdun) im nahen Ried. Im Franz- Marc-Museum wurden Kunstwerke des Meisters sowie weitere Gemälde von anderen Malern zusammengetragen, die in Wechselausstellungen präsentiert werden (geöffnet Di– So/Fei 10–18Uhr). Für Technikinteressierte dürfte das direkt an einer Bergwand gelegene Walchenseekraftwerk in Kochel einen Besuch lohnen. Das 1924 unter Leitung des Ingenieurs Oskar von Miller fertig gestellte Kraftwerk nutzt den Höhenunterschied von gut 200 Metern zum Walchensee und war zu seiner Zeit eines der größten Wasserkraftwerke der Welt, sodass sogar Fragen aufkamen wie: »Wohin mit all dieser elektrischen Energie?« Um das tollkühne Vorhaben durchzuführen, wurden sechs riesige Rohrleitungen zwischen den beiden natürlichen Speicherbecken verlegt sowie die Fließgewässer Isar und Rissbach angezapft, um für ausreichenden Wassernachschub zu sorgen. Heute erzielt das Kraftwerk jährlich eine Leistung von rund 300Mio. Kilowattstunden und ist damit noch immer eines der größten Hochdruckspeicherkraftwerke Deutschlands. Neben dem Turbinenhaus, das besichtigt werden kann, erläutert das benachbarte Informationszentrum anhand von Modellen und Schautafeln den Betrieb des Industriedenkmals (geöffnet täglich 9–17Uhr, Eintritt frei). Wir setzen unsere Radreise an der Hauptstraße fort. Hier lenkt uns ein gelbes Radschild mit der Aufschrift Benediktbeuern in den Döllerfeldweg, der geradeaus vom Friedzaunweg abgelöst wird. Auf diesem gelangen wir zu den Bahngleisen, denen wir nach Norden folgen. Wir verlassen den Schotterweg an der Infotafel »Wiesenbrütergebiet Loisach-Kochelsee-Moore«, schwenken nach links und radeln auf einem gepflasterten Flurweg durch die topfebene Streuwiesenlandschaft. Wir erreichen ein einsames Gehöft und biegen hier rechts ab. Nun geht es im Zickzack auf einer schlechten Rüttelpiste durch die Filze – wobei wir die gelben Radschilder (Benediktbeuern) im Auge behalten müssen. Unterwegs sorgen am Wegesrand kleine Wasserläufe, üppig wuchernde Blumen und zum Teil verfallene Heuschober für nette Blickfänge. So treffen wir wieder auf die Eisenbahnstrecke, von wo aus wir bereits die lange Seitenfront des Klosters Benediktbeuern sehen. Von Benediktbeuern nach Bad Tölz: Vom Kloster Benediktbeuern in nordöstliche Richtung aufbrechen, Ober- und Untersteinbach durchqueren und auf Bad Heilbrunn zuhalten. Als Erstes steuern wir amKlosterende links, queren die Schienen und radeln auf der Bahnhofstraße zum Ortskern von Benediktbeuern (Bhf.). Hier überqueren wir die B 11 und fahren in die Straße »Dorfplatz« ein, die wir hinter dem Gasthof zur Post via Tölzer Straße (links) verlassen. Nach einem Torbogen verweist uns das nächste Radwegschild nach rechts an die Ludlmühlstraße. Wir lassen mit der Schule das letzte Gebäude hinter uns und tauchen in eine Weidelandschaft ein, die uns mit den ersten Steigungskuppen des Tages empfängt. Am Ortsschild von Bichl wenden wir uns nach rechts und erreichen so Hofstätt. Hier setzen wir über einen Bach und rollen auf der abschüssigen Steinbachstraße durch Obersteinbach bis zur B 11. Wir unterqueren diese und folgen ihr auf dem Begleitradweg, bis uns das nächste Wegschild in einen knackigen Anstieg nach rechts schickt. Die Steigung führt durch die Bauernsiedlung Baumberg zu einer Landstraße hoch. Hier fahren wir rechts ab, erreichen in Bad Heilbrunn die B 472, um ihr für knapp 100 Meter nach Norden zu folgen und links in die Ferdinand-Maria-Straße abzuzweigen. Der mitten im Tölzer Land gelegene heilklimatische Kurort feierte 2009 sein 850-jähriges Gemeindebestehen. Historische Funde legen nahe, dass bereits die Kelten in der Eisenzeit die jodhaltige Quelle entdeckten. Bad Heilbrunn profitierte lange von dem angesammelten naturheilkundlichen Wissen des nahen Klosters. Richtig bekannt wurde die Gemeinde erst 1659, als die bayerische Kurfürstin Henriette Adelheid hier zum Bade weilte und Heilbrunn zum Hofbad der Wittelsbacher machte. Bei unserer Fahrt durch die kleine Ortschaft bieten sich die barocke Pfarrkirche St. Kilian und die im grünen gelegene Parkvilla , die Sie gerne mit Kaffee und Pasta verwöhnt, als Stopps an. Nun müssen Sie sich entscheiden, wie Sie an das Etappenziel nach Bad Tölz gelangen möchten. Von der Ludwigstraße biegen wir in die Badstraße und rollen links folgend bis zur Isarbrücke, unserem heutigen Etappenziel, hinunter.

Thermentour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour25 km
Höhenunterschied210 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortKochel am See
AusgangspunktKochel am See
EndpunktBad Tölz
TourencharakterKochel am See, Kloster Benediktbeuern, Bad Heilbrunn und Bad Tölz sind die wichtigsten Stationen auf dieser Etappe. Dazwischen verwöhnen uns auf dieser mittelschweren Tour der Kochelsee, das Loisach-Kochelsee-Moor und die Isar.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte 1:50 000, Lindau- Oberstaufen, www.geodaten.bayern.de; Radwanderkarte Bodensee-Königssee- Radweg 1:50 000, www.publicpress.de
MarkierungenBlauer Schriftzug »Bodensee-Königssee-Radweg« auf weißem Grund; durchgehend gleiche Markierung bis zum Königssee.
VerkehrsanbindungAnreise Den Bahnhof von Kochel am See erreicht man über München. Mit dem Auto auf der A 95 bis zur Anschlussstelle Murnau-Kochel, dann weiter auf der St 2062.
GastronomieBad Heilbrunn: Gasthof Kronschnabl. Bad Tölz: Altes Zollhaus; Ristorante Milano Pizzeria.
Verleih
Kochel am See: Benedikt Heinritzi, Bahnhofstr. 8, Tel. 08851/471. Bad Heilbrunn: Gästeinformation, Wörnerweg 4, Tel. 08046/323, www.bad-heilbrunn.de
Unterkunft
Bad Heilbrunn: Landgasthof Hotel Reindlschmiede, Reindlschmiede 8, Tel. 08046/ 285. Bad Tölz: Hotel Marienhof, Bergweg 3, Tel. 08041/76 30; Hotel Alexandra, Kyreinstr. 13, Tel. 08041/784 30; Alte Einbachmühle, Einbachstr. 119, Tel. 08041/ 80 46 64.
Tourismusbüro
Tourist-Information Bad Tölz, Max-Höfler-Platz 1, Tel. 08041/786 70, E-Mail: info@bad-toelz.de, www.bad-toelz.de
Tags: