Von Follonica nach Siena

Auf mäßig stark befahrenen Straßen leitet diese Tour durch das Hügelland der Colline Metallifere. Nach den lang gezogenen Anstiegen bieten lange, ebene Wegstrecken immer wieder die Möglichkeit, sich zu erholen. Wer die Tour in zwei Stücke aufteilen möchte, der sollte im wundervollen Massa Marittima einen Zwischenstopp einlegen. (Autor: Bernhard Irlinger)
90 km
1150 m
7.00 h
Im Zentrum von Follonica folgen wir den Wegweisern »Massa Marittima« und »Siena«, die uns nach Osten aus der Stadt führen. Durch eine Schatten spendende Allee und über die Gleise der Bahnstrecke erreichen wir nach gut 2km die alte Via Aurelia, die wir geradewegs überqueren (Wegweiser Massa Marittima und Siena; in Gegenrichtung Follonica). Die N439 führt uns bald unter der neuen Schnellstraße hindurch und knickt nach weiteren 2km am Ende einer langen Geraden nach rechts.
Hier biegen wir links auf ein schmales Sträßchen (Wegweiser Montioni), dem wir 4km folgen. Dann zweigt nach einem kleinen Bach rechts eine schmale Straße ab, auf die wir einbiegen. Durch sanft gewelltes Hügelland, das von Weinbergen und bunten Äckern bedeckt ist, führt uns das Sträßchen nach 5km zur Fattoria Marsiliana. Die gepflegten Gebäude beherbergen ein landwirtschaftliches Versuchsgut, in dem am Wochenende die Einheimischen unverfälschte Produkte kaufen. Im Gut wird noch die alte Rasse der weißen Maremma-Rinder gezüchtet, die in früheren Zeiten mit ihren weit ausladenden Hörnern das Bild dieser Landschaft prägten und heute fast vollständig verschwunden sind.
Wir radeln vorbei an der Fattoria und anschließend sanft abwärts. Unterhalb des Castello di Marsiliana müssen wir einen kurzen, steilen Anstieg überwinden. Danach geht es erholsam flach durch eine weite Talmulde auf das jetzt schon nahe Massa Marittima zu, das imposant auf einem Hügel thront. Am Fuß des Stadthügels stoßen wir auf eine Querstraße, die uns rechts durch eine Zypressenallee zur nahen N439 bringt. Wir überqueren die Nationalstraße, die hier als breite Umgehungsstraße ausgebaut ist. Jenseits beginnt der steile, Schweiß treibende Anstieg auf der alten N439, der uns nach anstrengenden 2,5km zur sehenswerten Altstadt von Massa Marittima bringt.
Wir radeln auf der breiten Straße an der Westseite der Altstadt entlang, bis wir nach Norden wieder zur Umgehungsstraße hinunterfahren können. Wir halten uns rechts (in Gegenrichtung Wegweiser Massa Marittima) und erreichen nach 4km eine Kreuzung, an der wir rechts auf die N441 überwechseln (Wegweiser Siena, Florenz und Prata; in Gegenrichtung Massa Marittima und Follonica). Durch dichten Wald geht es 7km meist sanft aufwärts bis in einen Sattel. Über dem Einschnitt wacht das Dorf Prata, dessen Häuser sich hoch über der Straße an einen steilen Hügel klammern.
Die Hauptstraße leitet uns nun erholsam flach durch das malerische Tal des Fiume Merse nach Nordosten. Kurz nach dem Dörfchen Palazzetto führt rechts ein kurzer Abstecher zur herrlichen Klosterruine von San Galgano. Nach dem Abzweig überwindet die N441 einen Hügel und führt uns zur N73, auf die wir linkshaltend einbiegen (Wegweiser Siena und Firenze; in Gegenrichtung Massa Marittima und Follonica).
3km leitet uns die N73 durch ein sanftes Tal, ehe uns an Forsini vorbei ein 4km langer, teils anstrengender Anstieg in die Hügel hinaufbringt. An der Gegenseite lassen wir die Räder über einen teils steilen Berg zu einer Kreuzung hinabrollen, an der wir der Hauptstraße folgen. Ein enges, dicht bewaldetes Tal, in dem der elegante Bogen der Ponte della Pia an den alten Handelsweg von Siena nach Massa Marittima und Grosseto erinnert, führt uns ohne Anstrengung nach Rosia.
Wir radeln auf der Hauptstraße durch den Ort und dann durch sanftes Weideland bis zu einem Hügelkamm südlich von Siena. Einige kurze, teils steile Anstiege bringen uns nach Costalpino. Nach einer Abfahrt geht es auf den letzten Hügel, von dem die Straße in das Tal südlich von Siena hinabzieht. Hier überqueren wir die autobahnähnlich ausgebaute Umgehungsstraße (Wegweiser Porta Camollia; in Gegenrichtung Roccastrada, Massa Marittima und Follonica) und fahren anschließend geradewegs über die Via Massetana (Wegweiser Porta San Marco; in Gegenrichtung SS73, Roccastrada und Massa Marittima). 2km leitet uns die Straße durch einen Hang aufwärts, bis wir entlang der Stadtmauer die Porta San Marco erreichen, durch die wir in die herrliche Altstadt von Siena radeln.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour90 km
Höhenunterschied1150 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktFollonica.
EndpunktSiena.
TourencharakterDiese Tour leitet uns von der Küste durch die Colline Metallifere ins Herz der Toskana. Am Weg liegt das bezaubernde Massa Marittima, die malerische Klosterruine San Galgano und als Höhepunkt die mittelalterliche Großstadt Siena.
Beste Jahreszeit
MarkierungenOrts- und Straßenausschilderung.
VerkehrsanbindungFollonica ist problemlos mit der Bahn zu erreichen.
GastronomieRestaurants und Verpflegungsmöglichkeiten in den Städten und Dörfern entlang der Route.
Tipps
Das sehenswerte Massa Marittima eignet sich hervorragend als Zwischenstopp auf dieser langen Etappe. In einem Palast in der Altstadt bietet das Hotel Il Sole**H komfortabel Unterkunft, Corso della Libertá 43, Tel. 0566/901971. Im Domus Bernardiniana findet man dagegen eine einfache und preiswerte Übernachtungsmöglichkeit im ehemaligen Bischofskonvent, Via San Francesco 10, Tel. 0566/902641.
Informationen
Massa Marittima: Das Centro Storico, bestehend aus Unterstadt (Città Vecchia) und Oberstadt (Città Nuova); der wundervolle, asymmetrische Hauptplatz Piazza Garibaldi; der herrliche romanisch-gotische Dom mit wertvoller Ausstattung; der im 16. Jh. aus alten Turmhäusern zusammengefügte Palazzo Comunale; der im 13.Jh. erbaute Palazzo del Podesta, in dem ein Museum mit archäologischen Funden und wertvollen mittelalterlichen Kunstwerken untergebracht ist; in der Oberstadt die aussichtsreiche Sieneser Festung, die Kirche San Francesco aus dem 14. Jh., die Kirche Sant'Agostino aus dem 13. Jh. mit Kreuzgang aus dem 15. Jh.; am Stadtrand in einem alten Stollen das sehenswerte Bergbaumuseum Museo della Minera; am Fuß der Stadt an der Route das Centro Carapax zur Wiederansiedlung von Störchen und Schildkröten; San Galgano: Die Anfang des 13. Jhs. als erstes gotisches Gotteshaus erbaute Kirche des ehemaligen Zisterzienserklosters, die heute als schönste Ruine der Toskana gilt; auf dem nahen Monte Siepi der außergewöhnliche Rundbau der romanischen, Ende des 12. Jhs. erbauten Grabkirche des heiligen Galgano; Siena: Siehe Tour 2. Alljährlich findet in Massa Marittima am Sonntag nach dem 20. Mai und am zweiten Sonntag im August das alte Stadtfest Balestro del Garifalco statt. Ein Umzug in historischen Kostümen und die Vorführungen der Fahnenschwinger bieten farbenfrohe Bilder. Höhepunkt ist das Armbrustturnier auf der Piazza Garibaldi, bei dem Vertreter der drei Stadtteile versuchen, einen hölzernen Falken zu treffen.
Unterkunft
Hotels in Massa Marittima und Siena, eine Jugendherberge in Siena und Campingplätze in Sovicille nördlich von Rosia und in Siena.
Tourismusbüro
Massa Marittima: Via Norma Parenti 22, Tel. 0566/90275; Siena: APT Siena, Piazza del Campo 56, Tel. 0577/280551.
Region:
Italien
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