Von der Quelle auf dem Altmühlweg nach Herrieden

Zumeist auf asphaltierten landwirtschaftlich genutzten Wegen sowie auf wenig befahrenen Nebenstraßen ohne nennenswerte Steigungen oder Abfahrten. (Autor: Michael Reimer, Wolfgang Taschner)
36 km
180 m
3.00 h
Vom Hornauer Weiher radeln wir auf den mit »Altmühlweg« gut beschilderten landwirtschaftlich genutzten Wegen rechts an Burghausen vorbei und nehmen dann die asphaltierte Nebenstraße nach Binzwangen. Das 200-Seelen-Dorf ist schon von Weitem am Zwiebelturm der evangelischen Kirche St. Sebastian, Cornelius und Cyprian zu erkennen. Das Gotteshaus ist für ländliche Verhältnisse besonders prachtvoll ausgestattet.In Binzwangen nehmen wir nicht den direkten Wegnach Colmberg, sondern weichen links über Ober- und Unterhegenau aus. Kurz vor Erreichen der dominanten Burg Colmberg radeln wir an einem kleinen Badeweiher vorbei, in dem ein Bad an heißen Tagen erfrischende Abkühlung bietet. Zur Besichtigung der Burg fahren wir gleich am Ortseinganglinks den steilen Anstieg hinauf. Wie eine Rampe verläuft die Straße steil die Anhöhe hinauf, sodass auf kürzeste Distanz die 50 Meter Höhenunterschied zurückgelegt sind. Oben angekommen, beeindruckt als Erstes die überwältigende Aussicht auf das obere Altmühltal. Man kann sich an dem weitläufigen Panorama kaum sattsehen. Anschließend bietet sich im Burghof eine Einkehr an. Im Innernder Burg sind einige Räume zu besichtigen, etwa der Festsaal oder die Burgkapelle. Eine Übernachtung auf der Burg ist ebenfalls möglich, die Räder sind derweil in einem extra dafür vorgesehenen Schuppen untergebracht. Die Geschichte der Burg Colmberg geht vermutlich bis auf die Kelten zurück, die in der Karolingischen Zeit im 8. Jahrhundert auf der markanten Anhöhe eine Befestigungsanlage errichtet haben sollen. Die erste urkundliche Erwähnung stammt vom 12. Dezember 1269, in der von einer Veste »Cholbenberc« der Grafen von Truhendingen die Rede ist. Diese verkauften die Burg dann 1318 an den Burggrafen Friedrich IV. von Nürnberg. Ab dem 15.Jahrhundert war sie dann über 300 Jahre lang als Sitz des Oberamtes Colmberg im Besitz der Hohenzollern. Zwischen 1791und 1806 zog die Preußische Verwaltungein, danach unter Napoleon das Bayerische Rentamt. Für 14.500 Mark ging sie 1880 in den Besitz eines Würzburger Kaufmanns über. 1964 erwarb die einheimische Familie Unbehauen die Burg Colmberg, baute sie eigenständig zum Hotel und Restaurant aus und machte sie damit der Öffentlichkeit zugänglich. Das Informationszentrum Naturpark Frankenhöhe rundet das Besichtigungsprogramm in Colmberg ab. Die Dauerausstellung zeigt spannende Dinge über die Lebensräume der Pflanzen und Tiere des Naturraums Frankenhöhe (Am Kirchberg 4 im Haus der Tourist-Information). Der Weg von Colmberg über Frommetsfelden nach Leutershausen führt weitgehend durch Wiesen und Felder, die auf etwa 1,5 Meter Breite angewachsene Altmühl ist schon deutlicher zu erkennen. Vor dem Durchfahren des Leutershausener Stadttors empfiehlt sich ein Abstecher nach rechts zum Altmühlbad. Das Naturschwimmbad wird von den Anwohnern gerne genutzt. In dem aufgestauten Wasser kann man sogar ein kleines Stück schwimmen.Der Geburtsort von Gustav Weißhaupt hat dem Flugpionier ein eigenes Museum eingerichtet (siehe Tour 5). Kurz hinter Leutershausen unterqueren wir zusammen mit der Altmühl die Bahnlinie. In Neunstetten ist die Kirche aus dem 15. Jahrhundert sehenswert. Sie ist eine Wehrkirche mit zwei Chören und einer geneigten Apsis (ca. 500m östlich der Route über die Autostraße zu erreichen).Der nächste Kontakt mit der Altmühl erfolgt erst wieder in Herrieden, das über die historische Steinbrücke erreicht wird. Die Altmühl ist hier mit über 4 Metern Breite kaum wiederzuerkennen. Durch das Tor des Storchenturms (mit Nest) kommen wir direkt ins Zentrum des Orts.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour36 km
Höhenunterschied180 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortHornau
AusgangspunktHornauer Mühle
Endpunkt Herrieden
Tourencharakter Ein großartiger Fluss tritt zu Tage
Beste Jahreszeit
KartentippRadwanderkarte »RomantischesFranken«, 1:70 000
VerkehrsanbindungStündliche Bahnverbindung auf der Strecke Würzburg– Marktbreit–Ansbach– Treuchtlingen mit Ausstieg in Steinach. Mit dem Auto auf der Autobahn A 7 Würzburg– Ulm bis zur Ausfahrt Rothenburg und weiter über Neusitz und Windelsbach nach Hornau.
GastronomieBurg Colmberg, 91598 Colmberg, Tel. 09803/919 20; Pizzeria/Eiscafé »LaVita«, Am Markt 29, 91578 Leutershausen, Tel. 09823/275, Mi Ruhetag.
Informationen
Die Quelleder: Altmühl 1904 legte das Königliche Bayerische Hydrotechnische Bureau zu Münchenden Abflussgraben des Hornauer Weihers als Ursprung der Altmühl fest. Grund dafür waren Meinungsverschiedenheiten über die eigentliche Quelle, da mehrerekleine Zuflüsse des Hornauer Weihers, die inder näheren Umgebung entspringen, teilweise im Sommer ausgetrocknet sind. Auch ein kleiner gefasster Ausfluss nahe der Siedlung Erlach ist mit »Ursprungder Altmühl« beschriftet. Da sich jedoch keine dieser Quellen eindeutig der Altmühl zuordnen ließ, ist die Amtslösung die richtige Entscheidung. Sie bietetzudem den Vorteil, dassman den Beginn von Bayerns gemächlichstem Fluss in einer wunderschönen Umgebung erleben kann. Der bereits jahrhundertelang aufgestaute Weiher ist rund 700m lang und knapp 300m breit. Das Ufer ist von Büschen und hohen Bäumen gesäumt. Im Sommer kann man darin baden.
Tourismusbüro
Tourismusverband Romantisches Franken, Am Kirchberg 4, 91598 Colmberg, Tel. 09803/94 141, www.romantisches-franken.de
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