Von den Elbbrücken nach Harburg

Elbbrücken – Peute – Spadenland – Bunthäuser Spitze – NSG Heuckenlock – Alte Harburger Elbbrücke – Harburger Binnenhafen – S/DB-Harburg (Autor: Günter Weigt)
21 km
15 m
2.00 h
Von den Elbbrücken ins Spadenland.
Elbbrücken Peute ( Hafenbahngleise auf der Straße!) Spadenland.
Wir starten auf der Ostseite der Neuen Elbbrücke über die Norderelbe. Bis zum Südende der Elbbrücke ist vorsichtiges Fahren auf dem kombinierten Fuß- und Radweg der Brücke vonnöten – hinter der Leitplanke donnert unaufhörlich der Autoverkehr, an eine Unterhaltung braucht man gar nicht erst zu denken … Am Ende der Brücke biegen wir hinter dem Pumpenhäuschen nach links auf den asphaltierten Radweg ab. Am verklinkerten Rundbunker geht es nach links in die Peutestraße und dann drei Kilometer lang immer geradeaus bis zum Obergeorgswerder Hauptdeich – zwischen Speditionen und Industriegebäuden hindurch, vorbei an zwei großen Lager- hauskomplexen aus den 20er-Jahren im typischen Bauhaus-geprägten Backsteinstil . Vorsicht: In der weiten Kurve der östlichen Peutestraße führen mehrmals Hafenbahngleise spitzwinkelig über die Straße!
Am Ende der Peutestraße biegen wir links in den Obergeorgswerder Hauptdeich, unterqueren die Autobahn – und finden uns unvermittelt in einer ganz anderen Welt wieder: Hier beginnt das Spadenland mit weiten Wiesen, Äckern und hübschen alten Bauernhäusern.
Vom Spadenland zur Harburger Elbbrücke.
Spadenland Bunthäuser Spitze NSG Heuckenlock An der Süderelbe entlang zur Alten Harburger Elbbrücke.
Wir lassen das neue Obergeorgswerder Gewerbegebiet rechts liegen und radeln immer am endlosen Deich entlang, rechts die Wiesen und Felder Wilhelmsburgs, später zahlreiche Gewächshäuser. Falls Sie sich über den weiten Bogen zwischen Deichkilometer 7 und 8 wundern: Hier wurde – als ökologische Ausgleichsmaßnahme – der Deich um gut 300 Meter zurückversetzt, um im Kreetsander Vordeichgelände Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen zu schaffen. Gleichzeitig soll das Flachwassergebiet den immer größer werdenden Tidenhub in der Elbe ein wenig dämpfen, indem es bei Flut verzögert vollläuft und sich bei Ebbe entsprechend später leert. Immer wieder kommen wir an gemütlichen Bauernhäusern vorbei, mal einzeln hingestreut, mal in kleinen Straßendörfern aneinandergereiht. Am Ende des Moorwerder Hauptdeichs fahren wir geradeaus in die Einfahrt der Stackmeisterei hinein und biegen dort – am Info-Haus zu den Elb-Tideauen – rechts ab auf den 800 Meter langen Wanderweg zum Leuchttürmchen an der Bunthäuser Spitze . Eine gute Stelle zum Picknicken! Und zum Nachdenken über die unfeinen Tricks des Hamburger Senats, der am Anfang des 15. Jahrhunderts durch geschickten Landaufkauf und nachfolgende wasserbauliche Maßnahmen die Bunthäuser Spitze so verlegte, dass das meiste Elbwasser von nun an mit der Norderelbe nach Hamburg floss und die Harburger mit ihrem Hafen buchstäblich auf dem Trockenen saßen.
Es geht zurück zur Straße und auf dem Moorwerder Hauptdeich an der Süderelbe entlang. Wir radeln vorbei am Naturschutzgebiet Heuckenlock, einem einzigartigen Süßwasserwattgebiet, durchzogen von zahlreichen Prielen und Standort einer außerordentlich reichen Flora und Fauna.
Die Route folgt dem Deich bis zur Autobahn. (Wer direkt ans Südufer der Elbe möchte: Die Autobahnbrücke verfügt über einen Radweg!). Es geht dort weglos über den Deich, dann auf einem Fahrweg unter der Autobahnbrücke hindurch und auf den Finkenrieker Hauptdeich. Hinter dem Friedhof – 200 Meter vor der Eisenbahn- Elbbrücke – fahren wir rechts in den König-Georg-Weg, dann links in den König-Georg-Deich und unter der Eisenbahn und der vierspurigen Wilhelmsburger Reichsstraße hindurch. Jetzt radeln wir quer über den Zubringer zur Autobrücke hinweg und gelangen auf die Alte Harburger Elbbrücke, Baujahr 1899, mit ihren wuchtigen Sandsteinportalen und der Eiffelturm-artigen Gitterkonstruktion. Hier haben wir einen schönen Rundumblick über die Einfahrt in den Alten Harburger Hafen, die modernen Bürotürme dahinter, den breiten Süderelbstrom und die Raffinerien am Reiherstieg.
Von der Alten Harburger Elbbrücke zum Harburger Bahnhof.
Alte Harburger Elbbrücke ( Harburger Binnenhafen) S/DB-Harburg.
Für den Abschluss der Tour bieten sich zwei Varianten an: Die schnelle Variante direkt zum Bahnhof (2 km): Wir biegen gleich hinter der Elbbrücke nach links auf den parallel verlaufenden Radweg an der Hannoverschen Straße und folgen ihm bis zum Bahnhof Harburg – vorbei an historischen Industriebauwerken, u. a. den denkmalgeschützten Backsteinhallen der »Hamburg-New Yorker Gummiwarenfabrik« .
Die Forscher-Variante durch den Harburger Binnenhafen (5 km; Details siehe Tour 24): Hinter der Elbbrücke fahren wir rechts hinunter über den Hafenbezirk zur Hafenschleuse , überqueren diese auf einer Fußgängerbrücke und radeln in weitem Bogen um den alten Harburger Binnenhafen herum: Hinter der Schleuse nach rechts auf den Harburger Hauptdeich, zwischen Lagerhallen und Kleinbetrieben hindurch und links in den Dampfschiffsweg, vorbei an der Zitadellenstraße (mit Abstechermöglichkeit auf die Schloss in sel ). Hinter der Lotse-Klappbrücke biegen wir links in den Kanalplatz/Veritaskai und dann nach rechts in den Schellerdamm. Dabei bestaunen wir den Strukturwandel im alten Hafengebiet: Schicke Cappuccino- Cafés, ein Beach-Club und zu Hightech- Bürohäusern umgebaute Getreidespeicher kontrastieren mit Hafen brache, halb verfallenen Güterbahnhofsrelikten und Fachwerkhäuschen aus dem frühen 19. Jahrhundert. Es geht links weiter auf dem Straßenzug Karnapp/Seevestraße zur Hannoverschen Straße. Hier biegen wir nach rechts auf den Radweg, und 400 Meter weiter liegt links der Harburger Bahnhof. Weiterfahrt Richtung Finkenwerder, St.-Pauli-Landungsbrücken oder Elbbrücken: siehe Tour 24.

Tour auf einen Blick.
km 0 Elbbrücken, nach Südosten auf die Peute km 1 Peute, auf der Peutestraße durch das Industriegebiet km 6 Spadenland, am Deich entlang zur Südost-Spitze Wilhelmsburgs km 11 Bunthäuser Spitze, an der Süderelbe entlang Richtung Alte Harburger Elbbrücke km 18 Alte Harburger Elbbrücke, auf der Hannoverschen Straße zum Bahnhof km 19 Harburger Binnenhafen, Variante durch den alten Harburger Hafen km 20/23 S/DB-Harburg, Endpunkt der Tour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour21 km
Höhenunterschied15 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortElbbrücken
AusgangspunktNorderelbbrücken
EndpunktS/DB-Harburg
TourencharakterDirekt hinter der schmutzigen und lauten Peute, an Container- Lastern, Recycling-Halden und qualmenden Schornsteinen vorbei, geht es zwischen grünen Deichen, weiten Feldern und alten Bauernhöfen weiter. An der Bunthäuser Spitze genießen wir die Aussicht, danach passieren wir das Naturschutzgebiet Heuckenlock, eines der letzten Süßwasserwattgebiete, und die imposante Alte Harburger Elbbrücke. Und plötzlich ist man im Harburger Binnenhafen mit Kränen, Schiffen und zu Werbeagenturen umfunktionierten Lagerhäusern. Vielfältig!
Beste Jahreszeit
KartentippStadtplan Hamburg.
MarkierungenVereinzelte Fahrradrouten-Hinweisschilder mit örtlichen Zielen.
VerkehrsanbindungS-Bahn S 3
GastronomieFernfahrer-Imbiss im Lagerhaus links der Peutestraße; Café an der Bunthäuser Spitze; Ausflugsrestaurant im Harburger Hafen; Cafés und Restaurants in Harburg.
Tipps
Dschungelvariante durch das Heuckenlock. 500 Meter hinter dem Parkplatz an der Bunthäuser Spitze radeln wir über den Deich, danach 600 Meter am Deichfuß entlang. Dann tauchen wir auf einem kaum lenkerbreiten Fußweg in den Mini-Urwald an der Elbe ein: vorbei an uralten Weiden, dichtem Röhricht und mäandernden Prielen, kurz an den Elbstrom heran und dann über ein Eisenbrückchen zurück auf den Vordeichweg. Wenige Meter weiter geht’s über den Deich zurück auf den Moorwerder Hauptdeich. Um Enttäuschungen vorzubeugen: Bei hohem Wasserstand – laut Info-Tafel etwa 100 Mal im Jahr – steht schon mal das gesamte Heuckenlock unter Wasser, da entfällt die Variante natürlich.
Informationen
Kombinationen mit anderen Touren möglich. Anfahrt mit Tour Von Altona zu den Elbbrücken, Von den Elbbrücken zur Tatenberger Schleuse oder Von den Elbbrücken nach Neuhof; Weiterfahrt mit Tour Von den Landungsbrücken zur Kattwyk-Hubbrücke.
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