Von Deggendorf nach Passau

Anfangs auf Feldwegen und Nebenstraßen durch das breite Donautal nach Vilshofen, dann durch das zunehmend engere Tal in das herrlich gelegene Passau. (Autor: Bernhard Irlinger Michael Reimer WolfgangTaschner)
63 km
125 m
5.00 h
In Deggendorf beginnen wir an der Ampelkreuzung nahe der Stadthalle und radeln neben der Hauptstraße nach Deggenau. In der Ortsmitte biegen wir rechts in den Rittsteigweg und radeln nach der Bahnlinie links an den Gleisen entlang zur Autobahn. Rechts und dann unter der Autobahn hindurch führt ein kurzer Abstecher zur Donau, der einen Blick auf das wildromantische Sumpfgebiet an der Isarmündung gewährt.
Zum Münster in Niederalteich Der Hauptweg führt allerdings vor dem Damm der Autobahn nach links. Wir radeln an der hübschen Wallfahrtskirche in Halbmeile mit ihren ländlichen Votivtafeln vorbei und überqueren südlich von Seebach die A 3 nach rechts. Entlang der Donau, vorbei an einem Badeweiher, führt uns der Donauradweg bis zur Fähre in Niederalteich. Links haltend erreicht man von hier das »Niederaltaich« geschriebene Kloster im Ortszentrum, das im Mittelalter zu den bedeutendsten in Bayern zählte. Nach einem Brand wurden 1718 Kloster und Basilika im barocken Stil wieder aufgebaut. Im ausladenden Kirchenschiff vereinigen sich die feine Stuckierung, die prunkvollen Fresken und die Altäre zu einem harmonischen Ganzen.
In Niederalteich teilt sich der Donauradweg. Eine Variante bleibt am linken Flussufer bis kurz vor Winzer. Von dort entweder über die Brücke zur Südroute oder weiter am Nordufer durch Winzer und Hofkirchen bis Vilshofen.
Am Südlichen Donauufer entlang Wir lassen uns in Niederalteich die Fahrt mit der Radlerfähre nicht entgehen, die uns an das Südufer der Donau bringt. Vom Fähranleger radeln wir geradewegs in das nahe Thundorf und halten uns dort links. Wir folgen dem angenehmen Weg entlang der Donau und wechseln in Aicha auf die schmale Straße. Nach kurzer Fahrt erreichen wir Mühlham. Geradeaus führt ein Abstecher zur Barockbasilika von Osterhofen, die der Baumeister J. M. Fischer und die Gebrüder Asam zu einem barocken Gesamtkunstwerk von hohem Rang gemacht haben.
Kurz vor dem Ortsende von Mühlham biegen wir jedoch dem Hauptweg folgend links in ein Sträßchen ein, das in einen Feldweg übergeht. Wir stoßen auf eine Straße und radeln links abwärts zum Donaudamm. Nach kurzer Fahrt links in eine schmale Teerstraße, die am Damm entlangläuft. Schräg links haltend über eine schmale Vorfahrtsstraße und am Damm entlang unter der Straßenbrücke hindurch. Nun entweder nach kurzer Fahrt rechts über den Weiler Zainach und das Dörfchen Arbing nach Gramling. Oder geradewegs am Damm entlang und nach weiteren vier Kilometern rechts haltend zu einer Kreuzung. Geradeaus über den Weiler Schnelldorf nach Gramling. Der Donauradweg führt uns durch Endlau nach Langkünzing. Am Ortsende halten wir uns an der Kreuzung links und folgen dem Vorfahrtssträßchen, das uns nach einem Rechtsknick nach Künzing führt. Hier sollte man einen Blick in das neue Museum Quintana werfen, das archäologische Funde aus Künzing zeigt.
Das Donautal wird nun enger Wir fahren geradeaus durch den Ort, überqueren die Hauptstraße und bald links haltend die Bahnlinie. Nach den Gleisen biegen wir in die Straße zur Linken und halten uns an der folgenden Wegkreuzung wieder links. An dieser Stelle geradeaus, bis wir am Ortsrand von Pleinting neben der Bahnlinie unter einer Brücke durchfahren. Nach einem Rechtsschwenk biegen wir in die erste Straße links. Sie knickt nach wenigen Metern nach links und führt uns zu einer Vorfahrtsstraße. Auf ihr links abwärts zum Bahnhof. Wir bleiben rechts der Gleise und radeln auf der bald für den allgemeinen Verkehr gesperrten Straße bis nach Vilshofen. Dort erreichen wir eine Vorfahrtsstraße, die uns links unter der Bahnlinie durch zur Hauptstraße hinabbringt. Auf ihr rechts zum Stadttor von 1647, einem Rest der alten Stadtbefestigung, durch das wir in die Altstadt radeln.
Eine geschlossene Zeile alter Bürgerhäuser säumt beiderseits die lang gezogene Hauptgasse des 1206 zur Stadt erhobenen Vilshofen. Die im Kern gotische Pfarrkirche, die nach dem Stadtbrand von 1794 neu aufgebaut wurde, enthält im Inneren die aus zwei aufgelassenen Klöstern übernommene barocke Ausstattung. Die 1726 geweihte Wallfahrtskirche Mariahilf überzeugt mit feinem Stuck, schönen Deckenfresken und einem prächtigen Hochaltar. Die Südufervariante überquert hinter der Altstadt die Vils und läuft entlang der Bahnlinie bis Sandbach, von wo aus die Donau mit einer Fähre überquert wird.
Am Nordufer der Donau nach Passau Wir lassen allerdings in der Altstadt von Vilshofen die Räder zur Donaubrücke hinabrollen und überqueren den Fluss. Nach dem Flugplatz biegen wir rechts ab, fahren auf dem Radweg nach Windorf und folgen der Hauptstraße durch den Ort. Teils auf der Straße, teils auf Radwegen geht es anschließend in leichtem Auf und Ab am linken Donauufer entlang. Vor Gaishofen schwenken wir von der Hauptstraße rechts zum Donauufer hinab und radeln auf ruhiger Strecke südlich an Gaishofen und Irring vorbei. Nach Schalding geht es wieder hinauf zur Hauptstraße und über die Gaißa. Der Weg wechselt auf die linke Seite der viel befahrenen Straße.
Wir treffen auf eine vorfahrtsberechtigte Straße, der wir nach links folgen. Über Donauhof und Wörth führt sie uns wieder zur Hauptstraße zurück. Am Ortsrand von Maierhof wechseln wir die Straßenseite. Nach einigen Hundert Metern können wir am Kraftwerk die Donau überqueren (Radwegweiser Passau). Die Beschilderung des Donauradweges führt uns jedoch noch kurz links an der Donau entlang und leitet uns über die neu erbaute Straßenbrücke über den Fluss. Gemeinsam führen dann beide Varianten auf dem Radweg rechts der B 8 durch die Vororte nach Passau. In der Nähe des Bahnhofes bringt uns eine Radler-Unterführung links an das Ufer der Donau, dem wir bis zum Rathaus am Rand der Passauer Altstadt folgen.
Die Drei-Flüsse-Stadt Passau Die unvergleichliche Lage am Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz nutzten schon die Kelten für ihre Siedlung Baiodurum. Das römische Kastell der Bataver gab der Stadt ihren Namen. 739 machte Bonifatius Passau zum Bischofssitz, von dem aus das Gebiet bis Ungarn missioniert wurde. Dank der Flussschifffahrt und der nach Prag führenden Handelsstraße, der Goldenen Steige, kam die Stadt im Mittelalter zu großen Reichtümern. Gegen das erstarkende Bürgertum setzten die Bischöfe ab dem 13. Jahrhundert die Veste Oberhaus, in der heute mehrere Museen untergebracht sind. Im 14. Jahrhundert entstand auf der unterhalb gelegenen Landzunge zwischen Ilz und Donau die Veste Niederhaus. Im 17. Jahrhundert vernichteten zwei Brände weite Stadtgebiete, erst der Wiederaufbau gab der Altstadt ihr barockes Aussehen. Wichtigstes Bauwerk ist der Dom St. Stephan, die größte Barockkirche nördlich der Alpen. Nur im Chor und im Querhaus blieb die gotische Vorgängerkirche erhalten. Die Fassade wurde nach dem Vorbild des Salzburger Doms gestaltet und der barocke Innenraum ist mit schwerem Stuck und gewagten Fresken ausgeschmückt. Neben den wertvollen Altären und einer herrlichen Kanzel besitzt der Dom die größte Kirchenorgel der Welt, die über 17974 Pfeifen und 233 Register verfügt.
Am Residenzplatz hinter dem Dom zeigt die Neue Residenz ihre barocke Fassade. Im Inneren ein schönes Rokoko-Treppenhaus und das Domschatz- und Diözesanmuseum. Die nahe Alte Residenz ist ein im Kern gotischer Bau, der im Stil des Barock neu gestaltet wurde. Die Heilig-Kreuz-Kirche nahe der Spitze der Landzunge, die Donau und Inn bilden, gehörte zum ehemals einflussreichen Kloster Niedernburg. An die romanische, um 1010 erbaute Kirche ist ein gotischer Chor angefügt. In der gotischen Parzkapelle findet man neben anderen Gräbern das der um 1060 gestorbenen ungarischen Königin Gisela. Die nahe, Ende des 17. Jahrhunderts erbaute Jesuitenkirche St. Michael ist mit feinem Barockstuck und einer prächtigen Kanzel ausgestattet. Am Donauufer liegen am Rathausplatz das Alte Rathaus aus dem 14. Jahrhundert und ein Glasmuseum.In der Innenstadt, am rechten Innufer, steht die heutige Friedhofskirche St. Severin. Teile des Mauerwerks dieser ältesten Kirche Passaus reichen bis in das 8. Jahrhundert zurück. Die Severinskapelle soll die Klosterzelle sein, in der Severin, der erste Missionar Passaus, im 5. Jahrhundert lebte. Ebenfalls in der Innenstadt liegt das Römermuseum im Kastell Boiotro mit einer Ausstellung zur frühen Geschichte.

FAHRZEITEN: Deggendorf – Niederalteich 45 Min. – Osterhofen 1 Std. – Vilshofen 1 Std. 15 Min. – Gaishofen 1 Std. – Passau 1 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour63 km
Höhenunterschied125 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktDas Stadtzentrum von Deggendorf.
EndpunktDie Altstadt von Passau.
TourencharakterDurch das weite Donautal führt uns diese Etappe zur herrlichen Basilika in Niederalteich, von der uns die Radlerfähre zum Südufer der Donau bringt. Nach und nach schnüren dann die Ausläufer des Bayerischen Waldes das Tal ein, ehe wir die Drei-Flüsse-Stadt Passau erreichen. Die herrliche Lage und die malerische, kunstreiche Altstadt machen Passau zum krönenden Abschluss einer Radreise entlang der deutschen Donau.
Beste Jahreszeit
KartentippADFC-Radtourenkarte 1:150000, Blatt 23 Bayerischer Wald – Donau.
VerkehrsanbindungANFAHRT: Deggendorf liegt nördlich der Kreuzung der A 3 mit der A 92 an der Donau. Anreisemöglichkeit mit der Bahn. RÜCKFAHRT: Passau liegt östlich der A 3 an der Kreuzung mehrerer Bundesstraßen im Tal der Donau. Rückkehrmöglichkeit mit der Bahn.
GastronomieIn Niederalteich, Thundorf, Mühlham, Osterhofen, Künzing, Pleinting, Vilshofen, Windorf, Gaishofen, Schalding und Passau.
Unterkunft
In Niederalteich, Osterhofen, Künzing, Pleinting, Vilshofen, Windorf, Gaishofen, Schalding; in Passau: große Auswahl an Hotels, Gasthöfen und Pensionen, auch Jugendherberge Veste Oberhaus, Tel. 0851/493780.
Tourismusbüro
Passau Tourismus, Rathausplatz 3, 94032 Passau, Tel. 0851/955980, Fax 0851/35107, tourist-info@passau.de, www.passau.de; Niederalteich: Verkehrsamt im Rathaus, Tel. 09901/935323; Vilshofen: Touristik-Information, Tel. 08541/20816; Windorf: Verkehrsamt, Tel. 08541/962640.

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