Von Born zum Darßer Ort und weiter nach Zingst

Ebene, aber aufgrund der schlechten Wege teils anstrengend zu fahrende Steckentour an der Boddenküste entlang und durch den Darßer Wald. (Autor: Michael Graf)
34 km
142 m
4.00 h
Vom Hafen in Born radeln wir auf einem Plattenweg neben der Straße die Chausseestraße entlang, der Beschilderung »Prerow-Wiek« folgend. Kurz bevor man die Straßenkreuzung erreicht, biegt man rechts ein in den Bliesenrader Weg. Auf einem Sandweg radeln wir an einem mit Gehölzgruppen bestandenen Bächlein entlang. Man gelangt auf die Straße, hält sich rechts und kurz darauf, vor Blieshagen, links. Nun verläuft der Weg erst durch den Wald, dann durch Schilfgelände in einem Bogen entlang des Bodstedter Boddens nach Wiek. Dies war ebenso wie Born ein wichtiges Schiffer- und Fischerdorf. Viele der rohrgedeckten Fischerhäuser wurden sehr liebevoll und manchmal etwas übereifrig renoviert. Ins Auge fallen vor allem die farbenprächtigen, geschnitzten Haustüren, die man auch in anderen Darßdörfern entdeckt. Meist verwendetes Motiv ist das der aufgehenden Sonne, die den Zeitpunkt der glücklichen Heimkehr anzeigt. Wir biegen auf die Dorfstraße nach rechts ein und radeln den Südkaten entlang. Außerhalb von Wiek verläuft der Teerweg durch Wiesen und Weiden. Leider bleibt der Weg nicht asphaltiert und wird sehr holprig und daher anstrengend zu fahren. Wir erreichen Prerow an dem kleinen idyllischen Hafen, von dem aus auch Bootsfahrten durch den malerischen Prerower Strom nach Born oder Zingst möglich sind. Gegenüber dem Hafen, über der Brücke und gleich links, liegt die sehenswerte Seemannskirche von Prerow von 1726-28 mit Schiffsmodellen aus dem 18. und 19.Jh. im Inneren. Verschiedene Grabsteine des um die Kirche liegenden Friedhofs geben durch ihre Verzierungen mit Schiffen und Schiffssymbolen Auskunft über den Beruf der dort Begrabenen. Vom Hafen aus überquert man die Bäderstraße und fährt gegenüber die Hafenstraße weiter und dann rechts in die Strandstraße, die sich in der Waldstraße fortsetzt. Fast an deren Ende geht es rechts in den Bernsteinweg, von dem nach links, kurz vor dem Campingplatz, ein Waldweg zum Darßer Ort abzweigt. Alternativ kann man gleich nach Überqueren der Bäderstraße rechts den Radweg nehmen und dann links weiter radeln. Leider sind die lauschigen, gut ausgeschilderten Wege im Darßer Wald für Radler oft ungeeignet, es sind schmale, mühsam zu befahrende Sand- oder Waldwege, die über viele Baumwurzeln verlaufen, was eine hohe Konzentration verlangt. Trotzdem trifft man hier auf viele Radler, denn der Darßer Ort ist als Kernzone I des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft für den Autoverkehr gesperrt.
Am Darßer Ort findet sich in einer kleinen backsteinernen Anlage um den Leuchtturm, dem ehemaligen Leuchtturmwärterhaus mit Stallgebäude, das Natureum des Deutschen Meeresmuseums. Die Ausstellung zeigt informativ die Küstenformungsprozesse der Abtragung und Anlandung und die Flora und Fauna des Darß, der bis ins 15.Jh eine Insel war. Ein Blick vom 35m hohen Leuchtturm von 1848 macht dann das Erklärte sofort augenscheinlich. Es handelt sich um einen der ältesten Leuchttürme der Ostseeküste, der noch in Betrieb ist. Im Oberwärterhaus befindet sich für die Besucher des Museums ein angenehmes Nichtraucher-Café. Außerdem besteht eine gute Bademöglichkeit am Weststrand. Vom Darßer Ort radeln wir etwas zurück bis zur Radwegekreuzung. Hier zweigt auch ein markierter Weg zum Großen Stern, dem Wander- und Radwegeverteiler des Darßer Waldes, ab (4,9km, siehe Tour12). Wir biegen links ab auf einen Betonplattenweg Richtung Darßer Haltestelle und radeln den am Anfang holprigen Weg durch den Wald, am Campingplatz vorbei und danach links in die Villenstraße, der Radbeschilderung »Hohe Düne« und »Zingst« folgend. Ein gepflasterter Weg führt uns nun angenehm auf der Deichkrone entlang des Prerowstroms. Dieser geht in einen Sandweg über, der in einem Bogen zur Straße verläuft. Dort liegt auch der Aussichtsturm, von dem man einen schönen Blick auf den sich schlängelnden Prerowstrom hat. Der bei Inline-Skatern, Radlern und Fußgängern gleichermaßen sehr beliebte Weg verläuft anschließend parallel zur Straße auf der Deichkrone geradeaus direkt bis zur Seepromenade des belebten Ostseebads Zingst. Rückfahrt: Nur mit dem Fahrrad möglich.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour34 km
Höhenunterschied142 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBorn.
EndpunktZingst.
TourencharakterAm Bodstedter Bodden entlang verläuft unsere Tour über den Darß zu den belebten Seebädern Prerow und Zingst. Ein Abstecher führt uns durch das Naturschutzgebiet zum Darßer Ort, wo man sich über die geologischen Besonderheiten der Küstenlandschaft informieren kann.
Hinweise
Für die Region Fischland-Darß-Zingst gibt es eine eigene Radbroschüre mit 15Tourenvorschlägen, zu beziehen u.a. bei : Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst e.V., Barther Str. 31, 18314 Löbnitz, Tel. 038324/6400, Fax 038324/64034.
KartentippDeutsche Radtourenkarte Blatt 4, Rügen - Usedom - Vorpommern, 1:100000.
MarkierungenGute lokale Rad- und Wanderbeschilderung.
VerkehrsanbindungBorn ist nur mit dem Auto oder dem Fahrrad erreichbar. Die nächste Bahnverbindung verläuft über Ribnitz-Damgarten.
GastronomieZahlreiche Fischrestaurants in Prerow; kleine Gaststätte im Natureum des Darßer Orts.
Tipps
Durch das Dünengelände am Neudarß wurde ein Rundwanderweg angelegt, auf dem man das Wissen aus dem Natureum vor Ort umsetzen kann. Hier gewinnt man Einblicke in allein der Natur vorbehaltene Areale.
Verleih
Born: u.a. Neumann's Fahrradshop, Im Moor 2, Tel./Fax 038234/272.
Informationen
Der Darß besteht aus drei morphologisch unterschiedlichen Teilen: dem Altdarß, einer Jungmoränenlandschaft aus der Weichselkaltzeit von vor ca. 12000 Jahren, dem Vordarß, einem ca. 4000 Jahre alten Versumpfungsmoor und dem Neudarß, der erst vor 2500 Jahren anfing sich zu bilden und seitdem weiter wächst. Er wird von der Ostsee und ihren Strömungen geformt, die die Westküste unterspülen und Sand Richtung Nordosten transportieren und so auch die Inseln Fischland, Darß und Zingst verbunden haben. Zunächst siedeln sich niedrige Pflanzen wie Salzmiere oder Spießmelde an, die den Sand festhalten und so eine Düne bilden. Auf diesen frühen Dünen, den Weißdünen, wachsen Strandhafer und Strandroggen. Durch weiteren Bewuchs mit Moosen und Flechten werden sie zu Graudünen, dann durch Zwergsträucher zu Braundünen. Nun können sich auch Kiefern entwickeln, die den typischen Dünenkiefernwald bilden, die nächste Entwicklungsstufe ist ein Eichen-Buchen-Wald.
Unterkunft
Zahlreiche Unterkunftsmöglichkeiten und Campingplatz in Zingst.
Tourismusbüro
Kurverwaltung, Chausseestraße 75, 18375 Born a. Darß, Tel. 038234/208 o. 5040, Fax 038234/50431. Kur- und Tourismusbetrieb, Klosterstraße 21, 18374 Ostseebad Zingst, Tel. 038232/8150, Fax 038232/81525.

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