Von Basel nach Neuenburg am Rhein

Basel – Weil am Rhein – Isteiner Schwellen – Bad Bellingen – Neuenburg am Rhein.
Für Radfahrer heißt es zu Beginn des Radtages Obacht beim Verlassen der quirligen Stadt Basel. Denn zu Beginn teilen sich »Velo-Fahrer«, Mofas, Busse und Straßenbahnen für ein kurzes Stück die Fahrbahn. Sobald das Rheinufer jedoch erreicht ist, wird es ruhiger. Das Wehr Kembs bietet ein interessantes Fotomotiv, von dort ab bleibt der Charakter des Radweges bis nach Neuenburg nahezu unverändert. Es geht auf einem gut befahrbaren, geschotterten Sandweg schnurgerade am Ufer des Rheins entlang. Dieser fließt idyllisch über kleine Felsinseln und bietet Fischreihern ein geschütztes Revier. Von Kembs aus besteht Gelegenheit zu einem Kurzabstecher nach Frankreich. (Autor: Karsten-Thilo Raab, Ulrike Katrin Peters)
Von Basel bis zu den Isteiner Schwellen.
Startpunkt ist das Rote Rathaus in Basel direkt am Marktplatz. Das Rathaus rechter Hand, fahren wir geradeaus die Straße runter, an der ersten Möglichkeit biegen wir rechts in die Eisengasse ab, setzen unseren Weg geradeaus über die Mittlere Brücke fort und überqueren den Rhein. Nach etwa einem Kilometer vom Startpunkt am Rathaus biegen wir links in die Untere Rheingasse, unmittelbar nachdem wir die Rheinbrücke passiert haben. Beim Abbiegen ist aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens Vorsicht geboten!
An der nächsten Möglichkeit folgen wir links der Straße mit dem Schild Klingental und fahren unter einem Torbogen hindurch und umfahren den historischen Gebäudekomplex mit dem Museum Kleines Klingental. Danach geht es links durch ein schmiedeeisernes Tor runter an das Rheinufer, wo wir uns rechts halten. Hier gilt es, ein paar Stufen zu meistern, die allerdings eine Schiebevorrichtung für Räder haben. Wir fahren parallel zum Rhein auf der Straße Unterer Rheinweg. Bei Tageskilometer 1,9 unterqueren wir die nächste Rheinbrücke. Es ist sehr wohltuend, die pulsierende Stadt mit ihrem Autoverkehr hinter sich zu lassen. Linker Hand passieren wir nun Industrieanlagen von Novartis und Coop sowie eine kleine Hafenanlage, während wir unter einer weiteren Rheinbrücke hindurchfahren. Auch rechter Hand an der Brücke ist die Firma Novartis gut sichtbar mit einem Hochhaus vertreten. Weiter geht es parallel zu einem Gleis, das uns etwas vom Rhein wegführt. Die Straße heißt nun Altrheinweg. Linker Hand sind riesige Gas- und Öltanks. Bald erreichen wir Kleinhünigen.
In Höhe der Firma Rhenus Logistics macht der Rhein einen Rechtsknick. Wir folgen der Beschilderung am Altrheinweg rechtsherum Richtung Rheinhafen und Dreiländereck. Die Straße macht einen Rechtsknick, heißt nun Am Wiesendamm. Wir radeln parallel zum Flüsschen Wiese, überqueren die Straße und fahren gleich links über die Brücke. Dann überqueren wir den Kreisverkehr, passieren linker Hand das Restaurant Schiff und folgen nun der Dorfstraße. Schließlich biegen wir rechts in den Weilerweg ab.
Wir treffen auf die Straße Kleinhüningeranlage und biegen links ab. Es geht einen leichten Anstieg die Brücke hinauf. Hier verläuft parallel zur Straße ein Radweg. Nach knapp fünf Radkilometern seit dem Start haben wir die schweizerisch-deutsche Grenze erreicht, nachdem wir durch das Hafengebiet gefahren und die Brücke leicht heruntergerollt sind. Wir erreichen direkt nach der Grenze und der Zollstation Weil am Rhein. Unmittelbar nach dem Ortseingangsschild von Weil am Rhein biegen wir rechts in die Obere Schanzstraße ab. Wir überqueren die Klybeckstraße sowie die Grenzstraße und folgen einer Spielstraße, die immer noch die Obere Schanzstraße ist. Sobald wir auf die Hardstraße treffen, biegen wir links ab und fahren weiter unter der Brücke hindurch. Wenn wir auf eine Straße treffen, überqueren wir diese an der Fußgänger- und Radfahrerampel und setzen unseren Weg geradeaus an dem Radweg fort, der unter der Brücke entlangführt. Linker Hand treffen wir auf ein paar Häuser – dort weist links das erste Schild auf den Rheintal-Weg hin. Wir folgen weiter dem Rad- und Fußweg parallel zur Autobahnbrücke, der schließlich in die Alte Straße übergeht. An der Kreuzung Riedlistraße und Alte Straße biegen wir rechts ab und folgen weiter der Alten Straße. Parallel zur Autostraße verläuft ein Radweg. Wir bleiben der Alten Straße ein ganzes Stück weit treu und fahren geradeaus, bis sie ihren Namen in Rheinstraße ändert. Wo rechts die Wampfler AG erscheint, biegen wir links ab in die Rheinstraße, die Richtung Rhein und Stauwehr Märkt ausgeschildert ist. Wir fahren sofort über eine kleine Wehranlage an einem kleinen Bachlauf, passieren rechter Hand einen Fußballrasenplatz und linker Hand das Restaurant Am Stauwehr.
Geradeaus fällt nun das Stauwerk Kembs in den Blick. Ein Schild weist darauf hin, dass in 100 Metern Frankreich erreicht ist, das auf der anderen Rheinseite liegt. Wir biegen vor dem Stauwerk rechts ab Richtung Neuenburg. Bei entsprechendem Wetter sieht man hier im Wasser zahlreiche Fliegenfischer stehen. Linker Hand steht ein alter Kran am Ufer, geradeaus fallen die Ausläufer der Vogesen in den Blick. Der Weg auf dem breiten Damm ist hier eine gut befahrbare Sand- und Schotterpiste, wird links und rechts von Bäumen gesäumt und verläuft mit Vater Rhein zur Linken. Das Einzige, das nun die Idylle etwas stört, ist der Lärm der Autobahn, der immer wieder durch die dichten Bäume dringt. Bei Flusskilometer 177 hat dieser Rheinnebenarm eine besondere Gestalt: Zahlreiche kleine Felseninselchen, die mit Bäumchen bewachsen sind, dominieren das Wasser und sorgen für kleine Staustufen, die sogenannten Isteiner Schwellen.
Von den Isteiner Schwellen nach Neuenburg am Rhein.
Bei Tageskilometer 19 wartet eine kleine, ungewöhnliche Herausforderung auf die Radler: Es gilt, einen kleinen Bachlauf mit dem Rad zu durchqueren. Bei schönem Sommerwetter und niedrigem Wasserstand sicher eine willkommene Erfrischung, wobei diese nicht ohne Risiko ist: Die Steine, die stets im Wasser liegen, sind mit Algen bewachsen und daher rutschig. Die sichere Variante ist, links über die kleine Holzbrücke auszuweichen und so den Bachlauf zu »überfahren«. Unmittelbar nach dem Bach geht es einen kleinen Anstieg hoch. Dort sind ein Grillplatz sowie ein Tisch und Bänke für eine kleine Rast zu finden.
Kurz danach kommen rechter Hand, oberhalb eines Steinbruches, die ersten Weinberge in den Blick. Eine verheißungsvolle Vorausahnung des Weingenusses, den Radler im Verlauf des Rheines bis nach Mainz erleben können. Nach Rheinweiler verläuft der Weg weiter parallel zur Autobahn und linker Hand zum Rhein. Die Autobahn liegt dabei teilweise nur knapp 20 Meter weit vom Radweg ab, und das sorgt hier für ein kurzes Stück nicht nur für beständiges Rauschen, sondern auch für etwas schlechtere Atemluft.
Wenige Kilometer später bietet sich rechts die Möglichkeit, nach Bad Bellingen abzubiegen mit der Balinea Therme, dem Kurhaus mit Café und einem Barfußpark, der nach dem Strampeln auf dem Rad vielleicht für angenehme Abwechslung sorgt. Um den Kurpark zu erreichen, muss man nur den kleinen Tunnel durchfahren. In Bad Bellingen befindet sich direkt neben dem Parkplatz des Kurhauses und der Therme auch ein großer Supermarkt mit Bäckerei, sodass man hier auch seine Getränke- und Verpflegungsvorräte auffrischen kann.
Nach rund 400 Metern passieren wir linker Hand die Fundamente einer Drahtseilfähre – es ist nur noch die Einfahrt zu erkennen, ansonsten ist von der Fähre nichts mehr zu sehen. Neben der Fährstelle liegt auch ein alter Anker, der 1999 gefunden wurde. Nach etwa 750 Metern passieren wir rechter Hand einen Fußballplatz. Angrenzend findet sich die Sportgaststätte des VfR Bad Bellingen. Nach etwa zwei Kilometern passieren wir rechter Hand eine Schutzhütte. Dann liegt rechts ein Klärwerk. Wir erreichen einen weiteren, nicht mehr in Betrieb befindlichen Fähranleger. Schließlich unterqueren wir die Autobahn A5, die hier auch eine Brücke über den Rhein schlägt. Gute fünf Kilometer später unterqueren wir eine Stahlbrücke, über die neben Autos auch Züge verkehren. Nun geht der Weg weiter auf Betonplatten. Der Betonweg endet schließlich an einer Kreuzung, an der einem das Restaurant-Schild »Zum kleinen Hecht« ins Auge fällt. Wir halten uns an dieser Stelle halb rechts und folgen der Müllhauser Straße geradeaus vorbei an der Gaststätte »Zum kleinen Hecht«, fahren dann unter der Unterführung hindurch und rechts den Berg leicht hoch. Nach der Ampel fahren wir links in die kleine Grünanlage. Dort, wo sich der Weg gabelt, geht es rechts in einem U-förmigen Bogen leicht bergauf. Oben wartet ein Denkmal, an dem wir uns rechts halten und der gepflasterten Straße in das Zentrum von Neuenburg folgen. Wir überqueren die Hauptstraße und fahren weiter geradeaus in die Metzgerstraße, die als Sackgasse ausgeschildert ist. Von hier aus sind es noch 100 Meter bis ins Zentrum von Neuenburg am Rhein. Am Ende der Metzgerstraße treffen wir auf die Fußgängerzone am Rathausplatz, wo die erste Etappe endet.

Etappe auf einen Blick.
km 0. Basel, Rotes Rathaus, Rhein überqueren und weiter nach
km 4,5. Weil am Rhein, deutsch-schweizerische Grenze erreicht. Es geht durch Wohngebiete und dann am Stauwerk Kembs wieder direkt an den Rhein; diesem parallel folgen bis zu den
km 15. Isteiner Schwellen, weiter am Rhein entlang, vorbei an Kleinklems und Rheinweiler nach
km 22,5. Bad Bellingen, parallel zum Rheinufer weiter bis
km 34. Neuenburg am Rhein, Rathausplatz, Zielort erreicht.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour35 km
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortBasel.
AusgangspunktBasel.
EndpunktNeuenburg am Rhein.
TourencharakterVom Roten Rathaus im Herzen von Basel führt die Route entlang des Hafens zur schweizerisch-deutschen Grenze. Danach geht es vornehmlich am Ufer des Altrheins entlang und durch das Markgräflerland, wobei der Blick immer wieder auf den südlichen Schwarzwald und die Vogesen im benachbarten Frankreich fällt.
Hinweise
Abstecher. Lohnend ist insbesondere ein Abstecher nach Bad Bellingen, wo die Thermen zu einem entspannenden Bad einladen. Werkstätten. Basel: Isi-Velowerkstatt, Dornacherstr. 277, Tel. +41/(0)61/332 22 00. Neuenburg: Fahrradfachgeschäft Alfons Harwardt, Rebstr. 12, Tel. 07631/ 741 60.
MarkierungenRhein-Radweg (gelber Radler auf blauem Grund mit Schriftzug »Rhein«) und Rheintal-Weg (weißer Radfahrer auf grünem Grund mit Schriftzug »Rheintal-Weg«).
VerkehrsanbindungBahn. Basel besitzt drei Bahnhöfe, die von Deutschland aus mit dem ICE erreicht werden können. In Neuenburg Regionalzüge. Auto. Basel hat Anschluss aus Deutschland an die A5/E35. Parken: Ein Parkleitsystem erleichtert die Suche nach freien Parkplätzen in der Baseler City. Neuenburg am Rhein erreichen Sie über die Anschlussstelle Müllheim/Neuenburg (65) oder über die B3/B378. Parken: Parkplätze in der Tiefgarage am Rathaus. Flugzeug. Der internationale Flughafen EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg liegt 15 Min. vom Zentrum und ist mit Bus Nr. 50 an die Innenstadt angebunden.
GastronomieBasel. Gasthof zum Goldenen Stern, St.-Alban-Rheinweg 70, Tel. +41/(0)61/272 16 66 (historische Gasträume – im Sommer zwei Terrassen); Restaurant Dreiländereck, Westquaistr. 75, Tel. +41/(0)61/639 95 40, www.dreilaendereck.ch (Aussicht auf den Rhein, ins Elsass und den Baseler Hafen); Restaurant Schlüsselzunft, Freie Str. 25, Tel. +41/ (0)61/261 20 46, www.schluesselzunft.ch (im Herzen der Stadt, ausgezeichnete Fleisch und Fischgerichte in historischer Stube). Neuenburg: Gasthof Adler, Breisacher Str. 20, Tel. 07631/721 20, www.adler-neuenburg.de (familiengeführtes Restaurant, Spezialitäten der Markgräfler Küche); Hotel-Restaurant Krone, Breisacher Str. 1, Tel. 07631/70 39-0, www.krone-neuenburg.de (gutbürgerliche Küche mit eigener Metzgerei).
Tipps
Das »Das Hoosesaggmuseum«. Es gibt wohl kaum etwas, was hinter dem gerade einmal 50 mal 50 Zentimeter großen Fenster noch nicht in irgendeiner Form zu sehen war: Teesiebe und Gummibälle, Quietscheentchen, Kämme und Minibücher, aber auch Stopfkugeln, Flaschenöffner, Modellautos und Elefanten. Wertvolles und weniger Wertvolles, Kitschiges und Kunstvolles. Keine Frage, das »Hoosesaggmuseum« darf sich rühmen, unter den kleinsten Museen eines der größten zu sein. Hochwahrscheinlich ist es sogar das kleinste der Welt, auf jeden Fall aber eines der ungewöhnlichsten. Denn das »Hosentaschenmuseum« kostet keinen Eintritt. Das Museum in dem historischen Gemäuer aus dem Jahr 1345 ist auch nicht öffentlich zugänglich. Dafür kann ein jeder im Vorbeigehen oder während einer kleinen Verweilpause im Imbergässlein in der Basler Altstadt einen Blick auf die wechselnden Ausstellungen in dem ungewöhnlichen Fenster der Haustür werfen. Und das Beste: Ein jeder kann entgeltfrei seine eigene kleine Sammlung dort für sechs Wochen zeigen. Dagmar Vergeat, Imbergässlein 31, 4051 Basel, Tel. +41/(0)61/261 00 11, www.hoosesagg museum.ch
Informationen
Die erste Etappe startet in der fahrradfreundlichen Kulturmetropole Basel. Es empfiehlt sich, hier einen Ruhetag vor dem eigentlichen Start der Tour einzulegen, um sich für die malerische Altstadt, das Museum und die zahlreichen Cafés und Restaurants genügend Zeit nehmen zu können. Basel ist eine Großstadt im Westentaschenformat. Eine Stadt mit Lebensart und internationalem Flair, die bequem mit dem Fahrrad, also auf Schusters Rappen, aber auch mit der »Drämmli«, wie die Straßenbahn hier liebevoll genannt wird, erkundet werden kann. Die lange Geschichte der Besiedlung dokumentieren Zeugnisse aus keltischer und römischer Zeit, aber auch aus dem Mittelalter, der Neuzeit und Moderne. Spätestens als 1225 hier die erste Brücke zwischen dem Bodensee und der Nordsee über den Rhein geschlagen wurde, begann Basels rasanter Aufstieg als Handelszentrum. Obwohl sich die Kantonshauptstadt im Laufe der Jahrhunderte territorial nur unmerklich ausgedehnt hat, finden hier heute auf knapp 33 Quadratkilometern mehr als 160000 Menschen Arbeit. 1514 erfolgte die Fertigstellung des markanten Roten Rathauses (A), eines Prachtbaus im Herzen der Innenstadt. Zu dessen Besonderheiten zählen neben dem prächtig verzierten Großen Saal insbesondere die bunten Wappenscheiben aus dem Jahr 1520. Und auch die Statue von Lucius Munatius Plancus im Innenhof dient immer wieder als beliebtes Fotomotiv. Der noch immer als Stadtpatron verehrte römische Feldherr (87–15 v. Chr.) soll im Gebiet der Rauracher die Stadt Augst, geschichtlich die Vorgängerin von Basel, gegründet haben. Älter noch als das Rathaus, in dem bis zum heutigen Tag das Parlament des kleinsten Schweizer Kantons tagt, sind die drei noch erhaltenen Stadttore aus dem 14. Jahrhundert – und nicht zu vergessen: das Münster (B). Das Gotteshaus thront nach einem Brand und dem Erdbeben von 1356 im romanisch-gotischen Stil über dem Rhein. Von der angrenzenden Pfalz bietet sich ein grandioser Blick auf den größten europäischen Fluss, über die Stadt sowie zu den Ausläufern des nahe gelegenen Schwarzwaldes und der Vogesen. Rund 170 zum Teil sehr aufwendig gestaltete Brunnen – wie etwa der verspielte Tinguely-Brunnen (C) am Architekturmuseum oder der Affenbrunnen (D) am Andreasplatz – prägen das Bild Basels ebenso wie die verträumten Gassen der Altstadt. Das herausragende Merkmal Basels ist jedoch der kulturelle Reichtum, der sich in jedem Winkel der 190000-Seelen-Gemeinde manifestiert. Nicht von ungefähr zählt die Grenzstadt zu den bedeutendsten Zentren der bildenden Kunst in Europa. Das selbst auferlegte Prädikat »culture unlimited« wird hundertfach mit Leben gefüllt. Mehr als 30 Museen locken mit einer großartigen Vielfalt. Der Bogen spannt sich vom sehenswerten Antikenmuseum und dem Anatomischen Museum mit Originalpräparaten von menschlichen Körperteilen über das beliebte Karikatur- und Cartoon-Museum bis hin zum Puppenhausmuseum, das mit seinen Teddybären, Puppen, Kaufmannsläden und Miniaturen die Herzen von kleinen und erwachsenen Kindern höherschlagen lässt, oder dem Schweizer Sportmuseum, das einen Querschnitt durch Sport und Spiel in der Alpenrepublik zeigt. Mitten in der Altstadt am Totengässlein befindet sich das Pharmazie-Historische Museum der Universität Basel, besser bekannt als Apothekermuseum. Abenteuerliche Sammlungen aus alten Apotheken und geheimnisvolle Heilmittel, Laborutensilien und mittelalterliche Instrumente laden ein, bei einer Reise durch die Vergangenheit der Pharmazie entdeckt zu werden. International viel beachtet und seit Jahren das meistbesuchte Museum der Schweiz ist die Fondation Beyeler. Das Sammlerehepaar Hildy und Ernst Beyeler trug während der 1950er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts parallel zu einer erfolgreichen Galeristentätigkeit ausgesuchte Werke der klassischen Moderne zusammen. 1982 wurde die Sammlung mit ihren mehr als 200 Bildern und Skulpturen in eine Stiftung überführt. 1997 erhielt die Sammlung mit der Fondation Beyeler ein Zuhause in einem modernen Gebäudekomplex, der vom italienischen Stararchitekten Renzo Piano entworfen wurde. Vermittelt wird ein vielfältiger Einblick in die Kunst der klassischen Moderne. Der Bogen spannt sich dabei vom Spät- und Postimpressionismus mit Werken von Paul Cézanne, Vincent van Gogh und Claude Monet über Kubismus mit Pablo Picasso und George Braque bis hin zu weiteren repräsentativen Werkgruppen von Joan Miró, Wassily Kan dinsky, Henri Matisse, Paul Klee – um nur einige zu nennen. Hinzu kommen Beispiele des amerikanischen Expressionismus von Mark Rothko und Barnett Newman. Auch Roy Lichtenstein und Andy Warhol sind hier vertreten. Überaus empfehlenswert ist daneben der Besuch des Schaulagers. Dieses macht seinem Namen alle Ehre und stellt mehr als eine neue Art von Raum für Kunst dar – weder Museum, noch Lagerhaus. Ein Ort, an dem die Sammlung der Emanuel-Hoffmann-Stiftung zum Ausgangspunkt von Kreativität und Aktivität, von Lernen und Vergnügen wird. Letzteres wird insbesondere in den lauen Nächten an der Kleinbasler Seite großgeschrieben, wenn die Promenade bis spät in die Nacht zur Flaniermeile wird und sich die Probleme der Welt in den gemütlichen Kneipen und Restaurants bei dem einen oder anderen Glas Wein in Wohlgefallen auflösen. Manch einer hüpft dann mit den Worten »I gang an Bach« mit einem wasserdichten Kleidersack im Schlepptau in den Rhein, um sich abzukühlen und ein Stück stromabwärts zu schwimmen. Ein Stück Freiheit, das die Basler als Symbol ihrer Weltoffenheit werten, ebenso wie jenes Monument am Rheinhafen, das das Dreiländereck markiert. Die 28000-Seelen-Gemeinde Weil am Rhein (www.w-wt.de und www.weil-am-rhein.de) im Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und Schweiz ist die südwestlichste Stadt der Bundesrepublik. Die besondere Lage zwischen dem Rhein und den Ausläufern des Schwarzwaldes sorgt für ein fast südländisches Klima und bietet hervorragende Voraussetzungen für den Weinbau. Nicht von ungefähr ist Weil am Rhein auch Startpunkt der Badischen Weinstraße (www.deutsche-weinstrassen.de). Daneben ist die Kleinstadt als »Stadt der Stühle« bekannt. An verschiedenen Stellen im Stadtgebiet sorgen überdimensionale Designerstühle für ungewöhnliche Blickfänge. Sehenswert ist auch das Stapflehus (www.stapflehus.de) aus dem Jahr 1607. In dem ehemaligen Herrenhaus ist heute eine städtische Galerie untergebracht. Derweil zeigt das Museum am Lindenplatz (www.museen-weil-am-rhein.de) wechselnde Ausstellungen zu kulturhistorischen Themen. Auf das wohl größte Interesse bei Besuchern aus dem In- und Ausland stößt aber das Vitra Design Museum (www.design-museum.de), das maßgeblich zur Erforschung und Popularisierung von Design beigetragen hat. Das Museum untersucht und vermittelt Design in seinen unterschiedlichsten Ausprägungen und legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf Möbel- und Interiordesign. Eine Besonderheit ist auch die 2007 für den Verkehr freigegebene Dreiländerbrücke, die Weil am Rhein mit dem französischen Huningue verbindet. Das von Dietmar Feichtinger entworfene Bauwerk avancierte mit 229,4 Metern zur längsten freitragenden Fußgänger- und Radfahrerbrücke der Welt. Die Stromschnellen werden von Felsblöcken durchzogen. Bis ins 19. Jahrhundert behinderten die mächtigen Steinklötze die Schifffahrt in diesem Bereich massiv. Dies war ein Grund dafür, dass im Jahr 1928 der knapp 50 Kilometer lange Rheinseitenkanal, der Grand Canal d’Alsace, zwischen Weil am Rhein und Breisach angelegt wurde. Im Jahr 2009 wurde eine umstrittene Besucherplattform an den Isteiner Schwellen errichtet. Hier erläutern Informationstafeln das Naturphänomen und verschaffen einen kurzen Einblick in die Geschichte dieses Rheinabschnitts, der hier zahlreiche kleine Sand und Steinstrände aufweist. Letztere erfreuen sich insbesondere bei Nacktbadern großer Beliebtheit, was schon mal dazu führt, dass der faszinierende Blick auf die Isteiner Schwellen zur Nebensache wird. Nur ein kurzes Stück hinter den Isteiner Schwellen fällt der Blick auf ein weiteres Naturphänomen, den Isteiner Klotz. Nördlich von Istein (www.istein.de), das heute Teil von Efringen-Kirchen ist, ragt dieser rund 150 Meter aus der Rheinebene auf. Der 1986 unter Naturschutz gestellte markante Bergrücken besticht durch eine artenreiche Fauna und Flora. In einer Felsnische befindet sich eine Kapelle, die um das Jahr 1100 errichtet wurde. Das kleine Gotteshaus ist dem Heiligen Vitus gewidmet, der einst als Heiler der Epilepsie galt. Die 4000-Seelen-Gemeinde Bad Bellingen (www.bad-bellingen.de), die lange Zeit kaum mehr als ein Weiler mit Gehöften war, kam eher durch Zufall in den Status eines Kurortes. Denn eigentlich sollte in dem Dorf nach Öl gebohrt werden, als im Jahr 1956 statt des schwarzen Goldes heißes Wasser aus der Erde schoss. Und schon bald wurden zwei weitere Thermalquellen entdeckt. Aus bescheidenen Anfängen, mit einem Weinbottich als Badezuber, entstanden die heutigen, mit modernster medizinischer Infrastruktur ausgestatteten Balinea Thermen. Das Mineralbad besticht durch eine 1000 Quadratmeter große Wasserfläche, Massagedüsen und Sprudelliegen sowie eine Salzgrotte, einen Sauna park und ein angeschlossenes Gesundheitszentrum. Aufgrund seines hohen Mineralsalzgehaltes verschafft das 35 Grad Celsius warme Thermalwasser Linderung bei Beschwerden der Gelenke oder der Wirbelsäule sowie der Muskulatur. Wer mehr über die Kulturgeschichte des Heilbadens in der Region von den Römern bis heute erfahren möchte, sollte dem Oberrheinischen Bäder- und Heimatmuseum (www.baedermuseum.de) einen Besuch abstatten. Viele Sehenswürdigkeiten weist Neuenburg am Rhein (www.neuenburg.de) nicht auf, sieht man einmal von dem kleinen Stadtmuseum mit seiner stadtgeschichtlichen Sammlung ab. Rund um den charmanten Rathausplatz mit seinen Brunnenanlagen finden sich zahlreiche gastronomische Einrichtungen. Lachse im Oberrhein. Im Jahre 2010 wurden erstmals seit den 1950er-Jahren wieder Lachse im Oberrhein bei Basel gefangen. Nach der verheerenden Chemie-Katastrophe von 1986, die vom schweizerischen Pharmakonzern Sandoz verursacht wurde, begannen die Rheinanliegerstaaten mit dem Wiederansiedlungsprojekt »Lachs 2000«. Damit wurde der Fisch zugleich zum Symbol der ökologischen Wiederherstellung des Rheins. Im Zuge des Programms wurden an den zehn Staustufen zwischen der Nordsee und Basel die Wanderhindernisse für den Lachs beseitigt und Fischtreppen errichtet. Der geteilte Rhein. Südwestlich des seit 1975 zu Weil am Rhein gehörenden Ortsteils Märkt teilt sich der Rhein vor dem gleichnamigen Stauwerk Märkt in den Rheinseitenkanal, den Grand Canal d’Alsace, der über 50 Kilometer bis nach Breisach führt, und den Alt-Rhein. Das Wehr, über das ein Fußgänger- und Radweg direkt nach Frankreich führt, wurde 1932 nach fünfjähriger Bauzeit in Betrieb genommen, nachdem die Franzosen gemäß Versailler Vertrag von 1919 das Recht erwirkt hatten, Rheinwasser ableiten und die Wasserkraft des Flusses nutzen zu dürfen. Zusammen mit dem Kraftwerk in Kembs regelt das von Électricité de France betriebene Stauwerk die Pegelstände am Rhein. Nur ein Teil des Wassers wird in den Alt-Rhein-Arm abgelassen. In der Mitte des Rheins verläuft die Landesgrenze zwischen Deutschland und Frankreich.
Unterkunft
Basel. Hotel Rochat, Petersgraben 23, Tel. +41/(0)61/262 81 40, www.hotelrochat.ch (wenige Gehminuten oberhalb der Altstadt am Campus der Universität gelegen, 3-Sterne-Haus, großzügige, schlichte Zimmer); Hilton Basel, Aeschengraben 31, Tel. +41/(0)61/275 66 00, www.basel.hilton.com (hohe Qualität, 10 Min. zu Fuß von der Altstadt, mit Schwimmbad und Health Club); Hotel Drei Könige, Blumenrain 8, Tel. +41/(0)61/260 50 50, www.drei-koenige-basel.ch (nobel, eines der ältesten Stadthotels in Europa, direkt am Rheinufer und in der Altstadt); Hotel Basilisk, Klingentalstr. 1, Tel. +41/(0)61/686 96 66, www.hotel-basilisk.ch (mitten im lebendigen »Glaibasel«; viele der Zimmer sind nach den Richtlinien von Feng-Shui eingerichtet); Camping Waldhort, Heideweg 16, Tel. +41/(0)61/711 64 29, www.camping-waldhort.ch (ruhig, am Stadtrand von Basel, Schwimmbäder). Neuenburg: Hotel Anika, Freiburger Str. 2 a, Tel. 07631/79 09-0, www.hotel-anika.de (3 Sterne, fahrradfahrer-freundlich); Dreiländer-Camping Gugel, Oberer Wald 1, Tel. 07631/77 19, www.camping-gugel.de (mit Schwimmbad und Wellnessbereich).
Tourismusbüro
Basel: Basel Tourismus, Aeschenvorstadt 36, Tel. +41/(0)61/268 68 68, Fax +41/(0)61/268 68 70, info@baseltourismus.ch, www.baseltourismus.ch Neuenburg am Rhein: Tourist-Information, Rathausplatz 5, Tel. 07631/79 10, Fax 07631/79 12 32 12, touristik@neuenburg.de
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