Von Bad Tölz nach Lenggries

Traumtour durchs Isartal. Sie startet zwar mit einer kurzen Schiebepassage, dafür ist der Rest der Tour ziemlich eben. Meist radeln wir auf geschotterten Rad- und Feldwegen, selten auf wenig befahrenen geteerten Nebenstraßen. Entlang des Weges oder zum Abschluss können wir zusätzlich viele sportliche Freizeitmöglichkeiten nützen. (Autor: Lisa und Wilfried Bahnmüller)
25 km
150 m
2.00 h
Mit Blick auf die Blombergbahn halten wir uns auf dem Parkplatz zuerst ganz links und folgen dem Schild »Waldherrenalm/Wackersberg« für ca. 200 m steil bergauf. Am großen Gestüt Bohmerhof vorbei, immer noch dem Schild Wackersberg nach, treffen wir auf eine Teerstraße, auf der wir nach rechts lenken. Nach ein paar Bauernhöfen passieren wir den alten Quellhof von Sauersberg, eine der Fundstellen des jodhaltigen Tölzer Heilwassers. Nach 1,8 km biegen wir am Bienenlehrstand rechts auf den Feldweg (Schild »Pestkapelle«) ein. Direkt an der zum Dank für die überstandene Pest errichteten Kapelle stoßen wir wieder auf die Teerstraße, der wir weiter nach rechts bis zur Kreuzung zur Waldherrenalm folgen. Links geht es jetzt in Richtung Isartal. Gleich nach einer Rechtskurve bleiben wir geradeaus auf dem Feldweg, der zwischen zwei Häusern hindurchführt (Schild Kirchsteinhütte). Der Weg wird zu einem kaum erkennbaren Wiesenpfad, der zuerst direkt an einem Bauernhof, dem Brandlhof, und dann zwischen dessen Misthaufen und einem Baum hindurchführt. Immer geradeaus, alle Abzweigungen ignorierend, passieren wir die hübsche Lehbauernkapelle. Die frischen Blumen um die Bauernheilige Notburga und um den Schutzpatron der Reisenden, den hl. Christophorus, zeigen, wie sehr hier noch der Glaube im Alltag verwurzelt ist. Dann erreichen wir, um den großen Lexenhof herumfahrend, die Teerstraße ins Längental. Auf ihr geht es nun links, leicht bergab, auf Arzbach zu. Kurz vor der Kirche biegen wir rechts in die Angerstraße und dann links auf den Höhenweg. Bergauf, bergab am Gasthaus Schweizer Hof vorbei immer auf dem Höhenweg bleibend, geraten wir ein wenig ins Schwitzen. Stattliche und vorbildlich renovierte Höfe säumen unseren Weg. Viele davon sind liebevoll geschmückt, wie Kaskaden quellen im Spätsommer Blumen über Balkonbrüstungen und Fenstervorsprünge. Bei Kilometer 12 geht es an der alten Prinz-Heinrich-Kaserne vorbei, doch dann endet der Höhenweg an der ehemaligen Talstation der Brauneck-Bergbahn. Wer sich die Falkenshow ansehen oder mit einem Bullcart den Skihang hinunterflitzen möchte, fährt hier rechts über die Parkplätze zu den Liften. Nach Lenggries geht es aber links, abwärts über den Kreisverkehr und die Isarbrücke ins Ortszentrum (13,2 km).Auf dem Rückweg dürfen sich nun unsere Muskeln erholen, denn jetzt geht es brettleben dahin. Dafür schieben wir auf der Lenggrieser Seite bleibend unsere Räder an der Brücke in den dafür vorgesehenen Schienen die Treppen zum östlichen Isarradweg hinunter. Nun folgen wir einfach immer den Radwegschildern nach Bad Tölz. Dafür wechseln wir bei Arzbach erneut das Isarufer. Gemütlich geht es nun durch die lichten, im Hitzestau des Sommers flimmernden Isarauen, vorbei an kleinen Altwasserbecken und den aufgehäuften Steinpyramiden zurück bis Bad Tölz (25 km). Unter der Umgehungsstraße hindurch sehen wir auf der anderen Seite der Isar die reich verzierten Bürgerhäuser der Altstadt und die Marktstraße mit dem Turm der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Wir bleiben auf dieser Isarseite, passieren die große Brücke und radeln auf der Bürgermeister-Stollreither-Promenade weiter flussabwärts. Bald nach dem großen Wohnmobil-Parkplatz und dem Ernst-Thissen-Steg biegen wir links in die Wilhelm-Dusch-Straße ein. An deren Ende erreichen wir beim Café Treibhaus wieder einen Radweg, der uns rechts zurück bis zum Parkplatz der Blombergbahn bringt.

Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour25 km
Höhenunterschied150 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKostenloser großer Parkplatz an der Blombergbahn bei Bad Tölz
EndpunktBlombergbahn
TourencharakterDer Liedermacher Willy Michel komponierte und textete der Isar eine Liebeshymne. Sein Song »Isarflimmern« wurde zu einem seiner bekanntesten Lieder. Darin beschreibt er exakt die Stimmung, die man an einem Sommertag in den Isarauen erleben wird. Auf unserer Radtour geht es mitten durch das Isartal der Münchner Vorberge, und wir kommen an herrlich einsamen Stellen in den Isarauen vorbei – im Sommer sicherlich begleitet vom einzigartigen Isarflimmern.
Hinweise
FREIZEITATTRAKTIONEN AM WEG. In Lenggries gibt es als neueste Freizeitattraktion die Bullcarts. Während der Sommermonate kann man auf diesen überdimensionalen Dreirädern flott die Skipiste des Streidlhangs hinunterrauschen. Der Aufstieg erfolgt bequem mittels Schlepplift. Ein Riesenspaß, nach dem man süchtig werden kann.Am Blomberg, dem Hausberg der Tölzer, kann man auf einer Sommerrodelbahn von 1226 m Länge in Haarnadelkurven von der Mittelstation durch Wald und über Almwiesen zu Tal brausen. Bei Regen und feuchter Bahn gibt es neuerdings sogar eine kürzere alternative Bahn, den Blombergblitz. Ein riesiges Vergnügen für die ganze Familie.BAD TÖLZ UND UMGEBUNGZolleinnahmen am Isarübergang und die Flößerei brachten dem Markt Tölz frühen Wohlstand. Trotz vieler Rückschläge durch Feuersbrünste und die Pest erblühte Tölz immer wieder aufs Neue. So wurden 1846 die Jodquellen auf dem Sauersberg entdeckt. Daraus entwickelten die findigen Tölzer rasch einen florierenden Kurbetrieb, und schon bald erhielt Tölz den stolzen Beinamen Bad. Prominenz, Sommerfrischler und Kurgäste machten den Ort in kurzer Zeit zur vornehmen Kurstadt, deren Charme bis heute ungebrochen ist. Das ist vor allem dem Einfallsreichtum der Tölzer zu verdanken. Viele Veranstaltungen – vom Christkindlmarkt über Oster- und Töpfermärkte, von Rosentagen über Musikkonzerte zu großen Openair-Festivals –, aber aber auch die berühmte Tölzer Leonhardifahrt mit den prachtvollen Truhenwägen, verschiedenste Sportevents und nicht zu vergessen die Drehplätze zu der bekannten Fernsehserie »Der Bulle von Tölz« locken Touristen und Einheimische in die malerische Altstadt. Dabei könnte man schon fast die Schönheit und Vielfalt des umliegenden Tölzer Landes übersehen – wenn uns nicht unsere Rundtour auf den Wiesenbuckeln von Wackersberg, über Lenggries mitten zwischen den Tölzer Hausbergen hindurchführen würde. Auf dem Rückweg treffen wir im Naturschutzgebiet auf die Isar, deren Charakter trotz starker Regulierung immer noch einen Wildwasserfluss vermuten lässt.IM SCHATTEN DER KREISSTADTLeider wird Lenggries oft in den Schatten der großen Kreisstadt Bad Tölz gestellt und deshalb unterschätzt. Dabei zeichnet sich der Ort durch eine altbayerisch gewachsene Dorfstruktur aus, wie sie kaum noch anzutreffen ist. Lenggries hat die Gratwanderung zwischen Tourismus und Tradition, zwischen Neubaugebieten und bäuerlichem Ortskern bravourös gemeistert. Bayerische Kultur und Brauchtum werden hier noch groß geschrieben, ohne deswegen gleich allzu volkstümlich und hinterwäldlerisch daherzukommen. Im Winter erobern die Skifahrer das Brauneck, im Sommer die Bergsteiger. Die Isar ist das Revier der Kajakfahrer, Rafter und natürlich auch zum Baden bestens geeignet. Paraglider sieht man am Himmel, und als neueste Attraktionen gibt es einen Hochseilgarten, die Sommerrodelbahn Jaudenflitzer, Bullcarts und den Falkenhof mit seinen Flugvorführungen (täglich außer Mo 11 und 16 Uhr). Sehenswert ist neben dem alten Ortskern mit seinen blumengeschmückten Bauernhöfen auch die Pfarrkirche St. Jakobus.
KartentippKompass Karte Nr. 182 Isarwinkel, 1:50 000
VerkehrsanbindungVon München auf der A 95, Ausfahrt Sindelsdorf, und weiter Richtung Bad Tölz; zwischen dem Stallauer Weiher und Bad Tölz liegt direkt an der Straße der große Parkplatz der Blombergbahn. Mit der BOB von München nach Bad Tölz und 20 Min. mit dem Rad zur Blombergbahn, auf der Rückfahrt kürzer.
GastronomieWaldherrenalm: Ausflugslokal mit schöner Terrasse direkt unter dem Zwiesel. Arzbach: Café Schusterpeter an der Isar, hausgemachte Kuchen
Tipps
BADEMÖGLICHKEITEN: An allen zugänglichen Stellen der Isar. Naturschutzzonen beachten.

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