Von Bad Reichenhall zum Königssee

Bad Reichenhall – Bayerisch Gmain – Bischofswiesen – Berchtesgaden – Königssee (Autor: Thorsten Brönner)
Von Bad Reichenhall nach Bischofswiesen: Start der letzten Etappe am Kurpark, dann den Radsymbolen durch Bad Reichenhall folgen und den Anstieg nach Bayerisch Gmain ansteuern. Sehr steiler Radweg durch den Wald nach Hallthurm. Leicht abschüssig entlang des Talgrunds nach Bischofwiesen rollen. Das letzte Teilstück von Bad Reichenhall (Bhf.) aus beginnt an der Kirche St. Zeno (A), von wo aus wir auf der Salzburger Straße durch ein altes Villenviertel fahren und dabei den Kurpark passieren. Anschließend radeln wir vorsichtig durch die Fußgängerzone (Radfahren gestattet), halten uns am Café Spieldiener rechts (Kurmittel- und Badehaus), dann sofort links und steuern auf dem Adolf-Bühler- Weg die Altstadtfußgängerzone an. Hier geht es immer geradeaus, wobei wir zahlreiche Brunnen bewundern und auf das Alte Rathaus (I) von 1849 treffen. Ab da geht es über den Rathausplatz und rechts einmündend in die Salinenstraße (Alte Saline (B)), die uns zielsicher zum Florianiplatz (G) führt. Dieser urbayerisch anmutende Platz spiegelt das Ortsbild aus dem 16./17. Jahrhundert wider. Das Florianiviertel ist der einzige Stadtteil, der nicht von der tragischen Feuersbrunst im Jahre 1834 heimgesucht wurde, und veranschaulicht heutzutage schön die damalige städtebauliche Arbeitsweise im alpenländischen Stil. Nun leiten uns die Routenschilder in die ansteigende Sebastianigasse, welche wir an der nächsten Rechtsabzweigung in Richtung B 20 verlassen, um dort links zu fahren. Unweit der Stadtgrenze zweigt links ein schmaler Weg nach Bayerisch Gmain (Bhf.) ab, der uns einigen Schweiß abverlangt. Oben angelangt, geht es immer geradeaus, bis wir auf eine große Kreuzung treffen, wo rechter Hand die für uns verbindliche Reichenhaller Straße abzweigt. Nachdem diese in den Dötzenweg übergegangen ist, treffen wir auf der Höhe der Tourist-Info auf das nächste Straßenkreuz. Hier führt uns ein weiterer Rechtsschwenk am attraktiven Kurgarten vorbei und später gelangen wir nach einer Links-rechts-Kombination zur belebten Bundesstraße. Nun folgen wir auf dem Radweg für zwei Kilometer dem Talverlauf, unterqueren dabei die Fernstraße und erreichen einen Waldrand. Die Berge rücken nun enger zusammen und zwingen die Radroute in die Höhe. Diese steigt teilweise so steil an, dass wir eine längere Schiebepassage auf uns nehmen müssen. Einen Kilometer weiter sind die Strapazen zu Ende und wir erreichen die Engstelle Hallthurm (693m) mit Resten einer alten Passbefestigung. Das nächste Wegstück verläuft nun auf einem unbefestigten Weg, der uns die ersten Blicke auf den Watzmann (2713 m) vermittelt. Danach stoßen wir auf eine Bahntrasse, die wir überqueren müssen, um kurz darauf nach Süden abzudrehen und für vier Kilometer der Bundesstraße zu folgen. Die Ortsdurchfahrt von Bischofswiesen (Bhf.) hat bis auf die Bergansichten wenig zu bieten und so radeln wir zügig entlang der Hauptstraße in Richtung Berchtesgaden (Bhf.) weiter, das wir auf der St 2097 (links einbiegen) erreichen. Von Berchtesgaden zum Königssee: Nach der Ortsdurchfahrt von Bischofswiesen links nach Berchtesgaden schwenken. Der Hauptstraße in einer scharfen Rechtskurve hinunter zum Bahnhof folgen. Die letzten 5 km verlaufen leicht ansteigend, entlang der ungezähmten Königsseer Ache zum Reiseziel an den Königssee. Am Ortsanfang von Berchtesgaden radeln wir immer auf der Hauptstraße, die einen Linksbogen vollzieht, weiter und stoßen so ins Zentrum vor. Hier weckt als Erstes das Nationalpark-Haus (A) (geöffnet täglich 9–17Uhr) unser Interesse. In der Infostelle erfahren Sie alles Wissenswerte über den 1978 gegründeten, 210Quadratkilometer großen Nationalpark. Wenig bekannt ist, dass 1990 die besonders schützenswerte Kernzone des Parks um das UNESCO-Biosphärenreservat Berchtesgaden erweitert wurde, dessen vorrangiges Ziel ein ausgeglichenes Zusammenleben von Mensch und Natur ist. Nebenan können Sie die 1488–1519 erbaute Klosterkirche »Unsere Liebe Frau am Anger« (B) bewundern und einen Blick in den angrenzenden Kurgarten (C) werfen. Wenn wir nun weiter nach Norden gehen, erblicken wir die beiden neoromanischen Türme der Stiftskirche St. Peter und Johannes der Täufer (D). Die kolossale, dreischiffige Basilika stammt aus dem 12. Jahrhundert und gehörte ursprünglich zum Kloster der Augustiner-Chorherren, das 1803 mit weitreichenden Folgen aufgelöst wurde. Jahrhundertelang hatten nämlich die Fürstpröpste des Stifts die Schürfrechte an dem lukrativen Salzabbau inne, welche kurzzeitig an das neu gegründete Kurfürstentum Salzburg fielen. Als Europa nach den Wirren der Napoleonischen Kriege (1792–1815) neu geordnet wurde, kam das Bergwerk unter die Fittiche »Baierns« (das »y« kam erst 1825 unter König Ludwig I.) und die erste Soleleitung nach Bad Reichenhall wurde verlegt. Unser nächstes Ziel ist das ehemalige Kloster, das heutige Königliche Schloss (E) (geöffnet Mitte Mai– Mitte Okt. So–Fr 10–13 und 14– 17Uhr). Einen Kilometer weiter lohnt das Heimatmuseum im Schloss Adelsheim (F) (geöffnet Di–So 10– 16Uhr), das Sie vorzüglich in das lokale Brauchtum und Handwerk einweiht. Als Nächstes biegen wir rechts ab in die Bahnhofstraße, die eine Abfahrt für uns parat hält. Wenn Sie Interesse an einem Besuch des Erlebnisbergwerks (G) haben, fahren Sie unten nach links und folgen der Fließrichtung der Berchtesgadener Ache. Die seit 1517 aktive Salzabbaustätte erfreut sich großer Beliebtheit und wird jährlich von rund 400 000 Besuchern erkundet. Die spannenden, einstündigen Führungen (täglich 9–17Uhr) beinhalten eine Fahrt mit der Grubenbahn, eine Floßfahrt auf dem bezaubernden Spiegelsee und Einblick in ein informatives Salzlabor. Unweit davon liegt der Obersalzberg, Schauplatz der dunkelsten Zeitspanne der Weltgeschichte. Ab 1933 hatte das NS-Regime die lokale Bevölkerung von dort vertrieben und sich in dem »Führersperrgebiet « eingenistet. Nachdem die Anlage gegen Ende des Zweiten Weltkrieges von amerikanischen Bombern ausradiert worden war, errichtete 1999 der bayerische Freistaat hier die Dokumentation Obersalzberg (H). Die Ausstellung erzählt anhand von nackten Zahlen und teils schockierenden Zeitdokumenten von den Gräueltaten der Nazis. Das Museum ist täglich von 9–17Uhr geöffnet und ist für Radler nur mit dem Bus erreichbar. Wir wenden uns nun endgültig wieder unserem Radweg zu. Wenn wir den vor dem Bahnhof gelegenen Kreisverkehr über die zweite Ausfahrt verlassen, treffen wir auf einen guten Kiesweg, der bergwärts der wild aufschäumenden Königssee-Ache folgt. Nach rund 700 Metern überqueren wir das Fließgewässer und radeln bei einer gleichbleibend moderaten Steigung bis Unterschönau. Jetzt folgen wir dem gewundenen Hauptweg, passieren einen Campingplatz und steuern vorsichtig zwischen den zahlreichen Souvenirläden hindurch, welche bereits das Reiseziel ankündigen. Vor uns liegt nun nach einer erlebnisreichen Fahrradreise das Tourenziel Königssee . Suchen Sie sich nun am besten erst einmal einen Biergarten aus und lassen Sie den Blick über die belebte Seepromenade, den Bootsanleger, die Schiffsschuppen und die wildromantische Berglandschaft schweifen, bevor Sie dann ausgeruht zu einer Bootstour auf dem atemberaubend schönen Alpensee aufbrechen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour26 km
Höhenunterschied460 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortBad Reichenhall
AusgangspunktBad Reichenhall
EndpunktKönigssee
TourencharakterAuf den letzten Kilometern läuft der Radweg nochmals zur Höchstform auf. Wir erkunden Bad Reichenhall und Berchtesgaden, die mit ihren Sehenswürdigkeiten glänzen. Die Natur hält mit erhabenen Bergpanoramen um den 2713Meter hohen Watzmann und dem fjordartigen Königssee dagegen
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte 1:50 000, Lindau- Oberstaufen, www.geodaten.bayern.de; Radwanderkarte Bodensee-Königssee- Radweg 1:50 000, www.publicpress.de
VerkehrsanbindungAnreise Bad Reichenhall und Berchtesgaden verfügen über Bahnanschluss. Mit dem Auto verlässt man die A 8 über die Anschlussstelle Bad Reichenhall.
GastronomieBerchtesgaden: Gasthof Goldener Bär; Hotel Gasthof Seimler. Schönau am Königssee: Gaststätte Café Waldstein.
Tipps
Wer den spektakulärsten See Deutschlands aus der Vogelperspektive bewundern möchte, kann von Schönau aus bequem mit der Jennerbahn (Betriebszeiten Anfang Juni–Anfang Okt. 9–17:30Uhr) auf eine Höhe von 1800 Meter entschweben. Ein kurzer Bergmarsch zum nahen Gipfel und schon tut sich vor uns der »Königsblick « auf, der uns ein unverstelltes Bergpanorama beschert. Den krönenden Abschluss einer Reise auf dem Bodensee-Königssee-Radweg bildet die anschließende Fahrt mit dem Elektroboot auf dem 6,3 Kilometer langen, fjordartigen Bergsee. Lehnen Sie sich zurück, lauschen Sie dem Trompetensolo an der berühmten Echowand und lassen Sie langsam die 1800 Meter hohe Watzmann-Ostwand an sich vorbeigleiten, die scheinbar aus demWasser wächst. Last but not least sollten Sie einen Blick in das Kloster St. Bartholomä werfen, das im Jahre 1134 gegründet wurde und heute ein beliebter Wallfahrtsort ist. Wem der Touristentrubel zu viel wird, der kann bis zur Endstation Salet fahren und einen 15-minütigen Spaziergang zum Obersee unternehmen, an dem wir unsere Reise beenden möchten.
Verleih
Bad Reichenhall: Zweirad Koren, Angerl 11, Tel. 08651/15 58. Berchtesgaden: Maltan, Rathausplatz 16, Tel. 08652/ 33 99.
Unterkunft
Übernachtung Berchtesgaden: Hotel Vier Jahreszeiten, Maximilianstr. 20, Tel. 8652/95 20. Schönau am Königssee: Alpenhotel Lärchenhof, Am Rehwinkl 3, Tel. 08652/968 70.
Tourismusbüro
Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee, Königsseer Str. 2, Tel. 08652/96 70, E-Mail: info@berchtesgadener-land.info, www.berchtesgadener-land.com
Tags: