Von Bad Kohlgrub nach Kochel am See

Bad Kohlgrub – Eschenlohe – Ohlstadt – Großweil – Kochel am See (Autor: Thorsten Brönner)
36 km
150 m
3.00 h
Von Bad Kohlgrub nach Ohlstadt: Von Bad Kohlgrub aus in einer teils geschotterten Abfahrt hinunter nach Grafenaschau. Jetzt nach Süden einschwenken und ca. 9 km entlang des Murnauer Mooses bis nach Eschenlohe radeln. Weiter auf dem Loisachradweg flussabwärts und anschließend der St 2562 nach Ohlstadt folgen. Wir nehmen Abschied vom Moorheilbad Bad Kohlgrub (Bhf.), verlassen dazu die breite Ortsstraße und fahren rechts in die Mühlstraße ein. Nach 400 Metern ist der Ortsausgang erreicht und wir sausen nun durch umzäunte Viehweiden in ein größeres Waldstück hinein. Hier wechselt der Wegbelag mehrmals zwischen Asphalt und Schotter. Der erste Wegpunkt, wo wir aufpassen müssen, ist nach knapp zwei gefahrenen Kilometern erreicht .Hier vollzieht das Sträßchen einen Linksschwenk, wir müssen uns aber an den geschotterten Forstweg halten, der hinter dem Weidegatter beginnt (Schild Grafenaschau). Auch wenn die Waldidylle um den mit großen Felsbrocken übersäten Lindenbach zum Umherschauen verleitet, sollte man sich doch lieber gut auf die tückische Rüttelpiste konzentrieren, denn der lose, teilweise tiefe Schotter ist nicht ohne. Nach der langen Waldpassage geht es am nächsten Radschild nach links (Murnau) und auf einer reizvollen Allee zur nächsten Autostraße vor. Abstecher ins Murnauer Moos: An dieser Stelle bietet sich die einmalige Chance, einen Abstecher in das Naturschutzgebiet Murnauer Moos zu machen, um es per Fahrrad kennenzulernen. Hierzu fahren Sie geradeaus über die Straße und folgen dem gekiesten Weg ins Moos. Die weit einzusehende Moorlandschaft wird von offenen Feuchtwiesen geprägt, die eivon einzelnen Baumgruppen durchzogen sind.Mit einer Fläche von 32 Quadratkilometern ist das Areal eines der größten zusammenhängenden Moorgebiete Mitteleuropas. In der vielfältigen Landschaft sindHoch- und Übergangsmoore zu finden. An den Randflächen – den sogenannten Niedermoorwiesen – entwickelten sich durch die Rodung und Mahd der Bauern artenreiche Streuwiesen. In dem gesamten Moorgebiet sind heute Hunderte seltener Pflanzenarten heimisch, die teilweise in Deutschland nur noch hier anzutreffen sind. Ebenfalls von großer Bedeutung ist die naturnahe Kulturlandschaft für mehr als 200 Vogelarten. Im Besonderen finden hier Wiesenbrüter wie z. B. der Große Brachvogel ideale Brutbedingungen. Jahr für Jahr kehrt der etwa 58Zentimeter große Vogelmit seinen markanten Stelzbeinen und dem langen, nach unten gekrümmten Bogenschnabel von seinen Überwinterungsplätzen in Nordafrika an den bayerischen Alpenrand zurück, um hier zu brüten. Zu verdanken haben wir die anmutige Naturlandschaft dem Loisachgletscher, der den Landstrich während der Würmeiszeit platt walzte und dadurch die Bedingungen zur Moorbildung schuf. Nach unserem Naturausflug radeln wir wieder zur Fahrstraße zurück. Wir schwenken auf den Radweg ein und halten auf die Häuser zu, über denen wir gut die steil abfallende Nordwand des Estergebirges (2086m) ausmachen können. Bei den ersten Gebäuden von Grafenaschau endet der Radweg und uns nimmt nun die Aschauer Straße auf. Jetzt müssen wir nach 400 Metern der links wegführenden Schwaigener Straße folgen und gelangen so an den südlichen Siedlungsrand. Da die folgende Asphaltstraße nur für den Anrainerverkehr freigegeben ist und der Weg überwiegend talwärts führt, sollten Sie ein wenig bummeln und die Fahrradbremse schleifen lassen. Für landschaftliche Glanzpunkte sorgen wieder das linker Hand vorbeiziehende Murnauer Moos und die fantastische Bergschau. Wenn auf der rechten Seite am unteren Berghang die stattlichen Kuhställe von Schwaigen auftauchen, dann ist der Talgrund bald erreicht. Im Süden schieben sich nun die schroffen Kalksteinwände des Wettersteingebirges ins Bild, die wie ein Sperrriegel den Talausgang verstellen. Und auf der rechten Seite der Berggruppe können Sie bei schönem Wetter sehr gut die 2962 Meter hohe Zugspitze erkennen. Um nach Eschenlohe (Bhf.) zu kommen, unterfahren wir die A95 und schwenken an der B 2 nach rechts. Wir unterqueren die B2 nach 200 Metern und treffen – nachdem wir auch die Schienen gequert haben – in der 1600-Seelen-Gemeinde ein, die 2005 von eivon nem massiven Hochwasser heimgesucht wurde. Hier radeln wir am Soldatendenkmal links und erreichen so die Pfarrkirche St. Clemens (erbaut 1764–1782), in die Sie einen kurzen Blick werfen sollten. Weiter geht es auf derMurnauer Straße, auf der wir wieder die Bahnstrecke überqueren und erneut auf die laute B 2 treffen. Später nimmt uns ein schmaler Kiesradweg auf, der geradewegs in den Auwald der Loisach hineinführt. Am Radwegende treffen wir auf eine breite Nebenstraße, der wir rechts über die Brücke folgen und so Ohlstadt (Bhf.) erreichen. Dort halten wir uns an die Hauptstraße, die einen Linksknick macht, und biegen kurz vor den letzten Gebäuden rechts in den Fieberkirchweg. Von Ohlstadt nach Kochel am See: Erste Station nach Ohlstadt ist Schwaiganger. Von dort aus geht es entlang der Staatsstraße nach Großweil. Weiter der Radmarkierung nach Unterau folgen und auf ebenen Wegen bis an das Etappenziel Kochel am See radeln. Hinter Ohlstadt weichen die Berge zurück und wir finden uns in einer hügeligen Graslandschaft wieder, die die nächsten Steigungen für uns parat hält. Auf der Ostfahrt über den holprigen Plattenweg erreichen wir bald das Gestüt Schwaiganger, das die Herzen von Pferdeliebhabern höherschlagen lässt (Führungen Mitte Mai–Mitte Okt. Di–Do 13:30 und 15Uhr). Das Pferdezentrum, das über 450Hektar Nutzfläche und 300Hektar Wald verfügt, beherbergt rund 350 Pferde, die hier gezüchtet, aufgezogen und zugeritten werden. In der Anlage werden seit über 1000 Jahren Pferde gehalten. Nach einem kurzen Radwegstück entlang der St 2062 weist ein Schild hinauf zur Kreut Alm, wo sich unterhalb das sehr lohnende Freilichtmuseum Glentleiten befindet, für das Sie abermals den Fernradweg verlassen sollten. Alternativroute über Freilichtmuseum Glentleiten: Vor dem Besuch müssen wir leider einen 120 Höhenmeter umfassenden Anstieg erklimmen und an der Gaststätte links hinunterrollen. Das in schönster Lage über dem Alpenvorland gelegene Bauernhausmuseum ist das größte Freilichtmuseum Oberbayerns. Auf einer Fläche von 35Hektar werden hier anschaulich rund 60 Häuser, Mühlen, Werkstätten und Almen vorgestellt, die noch den Geist vergangener Tage atmen. In den original erhaltenen Gebäuden, die aufwendig in Glentleiten neu aufgebaut wurden, finden täglich Handwerksvorführungen und Sonderausstellungen statt, die uns heutzutage den beschwerlichen Alltag vor 50, 100 und 200 Jahren vor Augen führen (geöffnet Di–So 9–18Uhr, Juni–Sept. auch Mo). Nach der Besichtigung rollen wir auf der breiten Straße nach Großweil hinunter, womit wir wieder auf dem Bodensee-Königssee- Radweg wären. Die Standardroute ist ein wenig kürzer und verläuft stets entlang der Staatsstraße. Wir durchfahren Großweil, indem wir der großen Ortsstraße erst nach Osten, dann nach Süden folgen, wo wir dann die nächste Abzweigung nach links (Unterau) nutzen. Dort angelangt, biegen wir in der Dorfmitte links in den Wirtschaftsweg ein, der uns sogleich über die Loisach bringt, die hier scheinbar den Bergen zuströmt. Wenn wir nun dem Fluss bis zur St 2062 folgen, sehen wir rechts den Doppelkirchturm des Klosters Schlehdorf , wo ein Besuch der Stiftskirche St. Tertulin lohnt. Die Geschichte des Konvents geht auf das Jahr 763 zurück. Nachdem einst die Benediktiner und später die Augustiner-Chorherren hier ansässig waren, wurde das Kloster 1803 im Zuge der Säkularisierung aufgelöst. Heute beleben wieder einige Dominikanernonnen die Anlage. Das Etappenziel Kochel am See (Bhf.) erreichen wir nach weiteren drei Kilometer Fahrt, indem wir den reizvollen Radweg entlang der Fernstraße nach Osten radeln und dabei ein zweites Mal die Loisach queren.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour36 km
Höhenunterschied150 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortBad Kohlgrub
AusgangspunktBad Kohlgrub
EndpunktKochel am See
TourencharakterAuf flachen Wegen radeln wir entlang des Murnauer Mooses. Die vielfältigen Landschaftsformen mit ihren Streuwiesen, Wassergräben und Mooren sind Lebensraum für Hunderte von Pflanzenarten und ein Refugium für seltene Vögel und Reptilien. Unterwegs ist das Freilichtmuseum Glentleiten sehenswert.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte 1:50 000, Lindau- Oberstaufen, www.geodaten.bayern.de; Radwanderkarte Bodensee-Königssee- Radweg 1:50 000, www.publicpress.de
MarkierungenBlauer Schriftzug »Bodensee-Königssee-Radweg« auf weißem Grund; durchgehend gleiche Markierung bis zum Königssee.
VerkehrsanbindungAnreise Die Bahnanbindung erfolgt über eine Lokalbahn von Murnau. Von München auf der A 95 bis Abfahrt Murnau-Kochel und weiter auf der St 2062 und einer Nebenstraße bis Bad Kohlgrub.
GastronomieGroßweil: Fröhliches Platzl. Schlehdorf am Kochelsee: Gasthof Hotel Klosterbräu. Kochel am See: Schmankerl-Restaurant Schmied von Kochel; Seehotel Grauer Bär.
Verleih
Ohlstadt: Hotel Alpenblick, Heimgartenstr. 8, Tel. 08841/79705. Schlehdorf: Harald Fix, Karpfseestr. 13a, Tel. 08851/479.
Unterkunft
Kochel am See: Gasthof-Hotel Waltraud, Bahnhofstr. 20, Tel. 08851/333; Hotel-Gasthof zur Post, Schmid-von-Kochel- Platz 6, Tel. 08851/209; Hotel Postillon, Kalmbachstr. 1, Tel. 08851/18 20.
Tourismusbüro
Tourist-Info Kochel am See, Bahnhofstr. 23, Tel. 08851/338, E-Mail: info@kochel.de, www.kochel.de
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