Um den Forggensee

Schöne Rundtour um den See, fast ausschließlich auf ausgeschilderten Radwegen und wenig befahrenen Nebenstrecken. Nur teilweise im Schatten. Die Tour lässt sich auch, z. B. wenn man mit Kindern unterwegs ist, per Schiff verkürzen. (Autor: Lisa und Wilfried Bahnmüller)
32 km
300 m
3.00 h
Die Dorfmitte von Roßhaupten ist der Ausgangspunkt unserer Radtour. Wir folgen zunächst den Radwegschildern Füssen, dann aber, nach der Unterführung der Bundesstraße, dem Wegweiser Halblech. Wir passieren den Kunstpark Via Claudia Augusta, in dem Künstler aus dem In- und Ausland ausstellen (frei zugänglich), und erreichen wenig später die große Staumauer des Forggensees. Man kann sich sehr gut vorstellen, wie vor Jahrtausenden hier eine natürliche Barriere den Lech zu einem See aufgestaut hat. In einer weiten Linkskurve erreichen wir die Anhöhe über dem Illasbergsee, der kein eigenständiger See ist, sondern durch eine kleine Öffnung mit dem Forggensee verbunden ist. Es lohnt sich, hier eine erste kleine Rast einzulegen. Das Panorama nach Süden über den See ist einmalig. Der Reigen der Berge beginnt im Osten mit den Ammergauer Alpen, mit der Hochplatte und dem Tegelberg. Unter dem Säuling können wir die beiden Königsschlösser entdecken, über Füssen schauen die Lechtaler Alpen zu uns herüber. Dann folgen die Berge um das Thannheimer Tal, schließlich lässt sich ganz im Hintergrund, aber an seiner großen Antenne eindeutig zu identifizieren, noch der Grünten erblicken. Nach der Schaurast folgen wir dem Weg weiter über Kniebis nach Rauhenbichl. Am Ortsausgang liegt links das Gasthaus Seerose. Hier biegt unser Weg unvermittelt rechts ab, jetzt folgen wir den Radwegschildern Forggensee-Rundweg Über Greith kommen wir zum Hergatsrieder See, an dem wir baden können. Er ist sehr viel wärmer als der vom Lech gespeiste Forggensee und oft schon kurz nach Ostern zum Schwimmen geeignet. Der bestens ausgeschilderte Weg führt weiter über Brunnen und Waltenhofen direkt nach Füssen. Wir überqueren den Lech am Kraftwerk (hier bitte das Rad schieben, die Schienen am Boden können böse Stürze verursachen!) und fahren neben der Autostraße ins Zentrum von Füssen. Nach einem ausgiebigen Besuch der Stadt beginnt unser Rückweg. Er ist mit »Roßhaupten« ausgeschildert, der eigentliche Einstieg in den Weg beginnt in der Hochstiftstraße, die gegenüber dem Sebastianstor von der mehrspurigen Durchgangsstraße abzweigt. Er führt etwas kompliziert, aber immer gut ausgeschildert durch das große Villengebiet, das vor allem nach dem Krieg zwischen der Altstadt und dem Forggensee entstanden ist. Sollten Sie sich wirklich verfahren, ist das nicht tragisch, praktisch alle Wege, die nach Norden führen, enden am Festspielhaus Neuschwanstein. Am Festspielhaus vorbei braucht es einen kleinen Schlenker nach links, um die Füssener Ache zu überqueren, dann erreichen wir weiter am Seeufer entlang und am Café Maria vorbei den Ortsteil Oberreinen der Gemeinde Rieden. Jetzt wendet sich der Weg vom direkten Seeufer ab, wir folgen stets der Beschilderdung und erreichen so wieder Roßhaupten.

Motto: Wandern am Wasser;

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour32 km
Höhenunterschied300 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktRoßhaupten, Dorfmitte
EndpunktRoßhaupten
TourencharakterDer Forggensee ist kein natürlicher See, sondern der durch das Kraftwerk von Roßhaupten aufgestaute Lech. Zumindest im Sommer und im Herbst hat man aber den Eindruck, er sei schon immer ein Voralpensee gewesen. Dies hat einen Grund. Denn an der Stelle des Kraftwerks hat nach der Eiszeit ein Felsriegel das Wasser des Lech zu einem See aufgestaut, der allerdings noch ein gutes Stück größer war als der heutige Forggensee. Das Wehr hat also nur einen alten, längst vergangenen Zustand wiederhergestellt.
Hinweise
SOMMERSITZ DER AUGSBURGER FÜRSTBISCHÖFE. Der Augsburger Fürstbischof Friedrich I. Spät von Faimingen hatte Glück. Er war gerade flüssig, als Kaiser Heinrich VII. in Geldnöten war. Der Kirchenfürst konnte ihm im Jahr 1313 mit dem stattlichen Betrag von 400 Mark Silber aushelfen. Das war immerhin so viel, dass er die begüterte Reichsvogtei Füssen als Pfand bekam. Heinrich starb noch im gleichen Jahr, und weil auch seine Nachfolger das Pfand nicht einlösen konnten, ging die Stadt endgültig in die Hand der Augsburger über. Sie wurde zum bischöflichen Sommersitz.Damals war Füssen schon mehr als 1000 Jahre alt. Einst kontrollierten hier die Römer mit einem Militärlager vom Schlossberg aus ihre Via Claudia Augusta, die damals wichtigste Handelsstraße zwischen Nord und Süd. Damit wären wir bereits beim modernen Füssen, denn diese Via Claudia gibt es in Füssen noch immer, es ist die heutige Reichenstraße, das Zentrum und die gute Stube der Stadt. Sie liegt unter dem Hohen Schloss, das sich die Augsburger am Ende des 15. Jh. gebaut hatten. Heute beherbergt es ein Zweigmuseum der Bayerischen Staatsgemäldesammlung. Vom Schloss aus schaut man auf das alte Kloster St. Mang, das in seinen Wurzeln bis in die Zeit um 750 zurückreicht. In der Pfarrkirche sind die ottonischen Fresken sehenswert. Das Kloster gehört heute der Stadt Füssen, seine barocken Repräsentationsräume können ebenfalls besichtigt werden.
KartentippBayerisches Landesvermessungsamt, Blatt UK L10 Füssen und Umgebung, 1:50 000
VerkehrsanbindungVon München auf der A 95 nach Murnau, weiter über Bad Kohlgrub und Echelsbacher Brücke nach Steingaden und Lechbruck, von dort auf der B 16 nach Roßhaupten; kostenlose Parkplätze am Kurpark.
GastronomieUnterwegs viele Möglichkeiten. Brunnen: im Gasthof Huberhof leckeres Essen und eine besonders freundliche Bedienung
Tipps
BADEMÖGLICHKEITEN: An allen ausgewiesenen Badestellen, Erholungsgebieten und Strandbädern des Sees

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