Rundtour südlich von Holzkirchen

Naturidyll im Kirchseemoor Die Route verläuft meist auf verkehrsberuhigten Nebenstraßen und ist von der Passage am Kirchsee abgesehen auch durchgehend asphaltiert. Steigungen sind kaum zu bewältigen, nur mit Verlassen des Kirchseebodens geht es mal etwas strenger bergauf. Mit Kirchsee und Hackensee laden zwei schöne Moorseen zum Baden ein. (Autor: Michael Reimer, Wolfgang Taschner)
39 km
80 m
3.00 h
Zu Gast beim Jägerwirt: Sachsenkam liegt bereits am Rand des Naturschutzgebiets Elbach-Kirchseemoor. Vom Ortskern geht es zunächst in Richtung Kirchbichl, dann rechts auf dem beschilderten Radweg zum Kirchsee. Wer vor der Badepause Lust auf eine schmackhafte Kalbs- und Schweinshax'n hat, macht vor dem Weiler Abrain noch den Abstecher zum Jägerwirt in Kirchbichl. Die Familie Rank, die das Gasthaus bereits in der vierten Generation betreibt, ist weithin für ihre ausgezeichneten Kochkünste bekannt. Zudem sitzt man im schönen Biergarten unter zwei stattlichen, rund 80 Jahre alten Linden und blickt über den hauseigenen Kräutergarten in das weite Tölzer Land. Die Bäume wurden übrigens zu der Zeit gepflanzt, als Nikolaus und Maria Rank die Bauernstube zur Gaststube umfunktionierten, weil die Jäger sich seinerzeit nach einer gemütlichen Einkehr sehnten. Natürlich ist es Ehrensache, dass die heimischen Jäger auch heute noch im Jägerwirt ein- und ausgehen, oft nicht ohne ihr frisch erlegtes Wild beim Küchenchef abzuliefern. Der leckere Reh- und Hirschrücken des Jägerwirts ist schon fast legendär.Moorsee mit Klosterblick: Zurück auf der Radroute führt die Route angenehm schattig durch den Wald zum Kirchsee. Am westlichen See-Ende finden sich abseits des Rummels die schönsten Badenischen. In dieser Seeidylle schwimmen einzelne Genießer bis an den Schilfrand und Seerosengürtel am unberührten Südwestufer heran. Das Wasser reinigt sich durch den Bachzu- und -ablauf übrigens von selbst. Die Filzlandschaft ist ein Überbleibsel der Gletscher von der letzten Eiszeit vor 20000 Jahren. Erstaunlicherweise wächst das Moor durch absterbendes Pflanzengut um immerhin einen Millimeter pro Jahr. Vögel, Fische und auch Schlangen finden hier den idealen Lebensraum. Jenseits des Kirchsees sieht man das Kloster Reutberg umgeben von sanften Wiesen auf einer Anhöhe liegen. Vom Feinsten ist dort das süffige Klosterbier, das an heißen Tagen auf der aussichtsreichen Terrasse am besten schmeckt. Die mittlerweile 311-jährige Brautradition soll auch in Zukunft nicht gebrochen werden, nachdem der edle Gerstensaft heute ebenso gut ankommt wie seinerzeit bei den Mönchen und sogar Nonnen. Als im Jahr 1901 der vorläufige Beschluss der Franziskanerinnen, den Braubetrieb aufzugeben, publik gemacht wurde, war das Entsetzen beim Volk so groß, dass sogar mit dem Abbrennen des Klosters gedroht wurde. Erst auf ein Bittgesuch des damaligen Pfarrers wurde dieser Beschluss zurückgenommen und es kehrte wieder Ruhe und Frieden ein.Von Reutberg über Kleinhartpenning nach Holzkirchen Von Reutberg radelt man in nördliche Richtung zunächst an die B 13, dann auf beschilderter Straße nach Kleinhartpenning. Unterhalb des Ortes liegt versteckt in einer Waldsenke mit dem Hackensee ein weiterer Moorsee. Am Schreinerwirt vorbei gelangt man auf Radwegen nach Holzkirchen und auf der Burgstaller bzw. Baumgartenstraße zur Münchener Straße am Bahnhof.

Dauer: 3,5 Holzkirchen – Oster-Warngau 0,75 Std. – Sachsenkam 0,75 Std. – Kirchsee 0,75 Std. – Kleinhartpenning 0,75 Std. – Holzkirchen 0,5 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour39 km
Höhenunterschied80 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktS-Bahnhof Holzkirchen.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterWer in den dunklen, von Schilf umsäumten Kirchsee hinausschwimmt und am Horizont neben der Kirchensilhouette von Kloster Reutberg die aufstrebenden Tegernseer und Tölzer Berge erkennt, genießt den Tag in vollen Zügen. Wenn dann auch noch weißblaue Wölkchen über den Himmel ziehen, mag man sich von dieser Bilderbuchkulisse gar nicht mehr verabschieden. Der Kirchsee ist der Höhe- und Wendepunkt dieser abwechslungsreichen Radtour. Nur anfangs rollt man vom Holzkirchener Bahnhof auf der Münchener Straße mit Verkehr, dann geht es auf der Thanner Straße in das ruhige Umland. Bei den Pferdekoppeln von Thann hält man sich links und radelt über Lochham nach Osterwarngau direkt auf den Taubenberg zu. Nach Passieren der Dorfkirche kann man sich bei der Schnapsbrennerei Huber mit Zwetschgenwasser und Obstler eindecken und fährt nach Ober-Warngau weiter. Im Ort biegt man links in die Taubenbergstraße und erreicht nach wenigen Kilometern Reitham. Dort geht es am Dorfteich rechts zur B 318 und geradeaus durch schönen Wald nach Piesenkam sowie über Felder nach Sachsenkam. Mit Erreichen der B 13 sieht man rechter Hand die Moar Alm auf einer kleinen Anhöhe liegen, wo Christine Robert vorzügliche französische Küche bietet (siehe Kasten).
Hinweise
Dauer: 3,5 Holzkirchen – Oster-Warngau 0,75 Std. – Sachsenkam 0,75 Std. – Kirchsee 0,75 Std. – Kleinhartpenning 0,75 Std. – Holzkirchen 0,5 Std.
KartentippADFC-Regionalkarte München/Alpenvorland, 1:75000.
MarkierungenDer Abschnitt zwischen Sachsenkam, Kirchbichl und Reutberg ist beschildert.
VerkehrsanbindungMit der S2 nach Holzkirchen oder mit dem Auto auf der A8 (Ausfahrt Holzkirchen/ Tegernsee).
GastronomieGasthaus Scheuck, Osterwarngau, Tel. 08024/2362; Gasthof Zur Post, Warngau, Tel. 08021/269; Sachsenkam: Auberge Moar Alm (siehe Kasten); Gasthof Neuwirt, Tel. 08021/5506, Mo. Ruhetag; Klosterbräustüberl Reutberg mit Biergarten, Tel. 08021/8686; Kiosk am Kirchsee; Schreinerwirt, Kleinhartpenning, Tel. 08024/1060; Gasthöfe in Holzkirchen.
Tipps
Bonne cuisine bei Christine Robert: Die französische Küche ist für Christine Robert Leidenschaft und Kunst zugleich. Qualität verpflichtet, deshalb wählt sie von den einheimischen Bauern und Gärtnern nur das Feinste aus. Und bereitet jedes Gericht voller Raffinesse mit Kräutern und Gewürzen selbst zu. Die Bouillabaisse etwa, die berühmte Fischsuppe aus sechs bis acht Mittelmeerfischen, schmeckt sensationell gut. Auberge Moar Alm, Holzkirchner Str. 14, Tel. 08021–5520, Mo. ab 18 Uhr, Di.–Fr. 12–14 und ab 18 Uhr, Sa. und So. ab 12 Uhr, www.moar-alm.de
Tourismusbüro
Tölzer Land Tourismus, Prof.-Max-Lange-Platz 1, 83646 Bad Tölz, Tel. 08041/505206, Fax 505375, info@toelzer-land.de, www.toelzer-land.de
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