Rund um den Forggensee

Einfach zu fahrende Tour mit schönen Blicken auf den Forggensee. Geringe Steigungen am Illasberg und vor Hegratsried, insgesamt weitgehend eben. Wir fahren auf kleineren Straßen und Wegen bis Dietringen, am nördlichen Rand des Forggensees auf einem Radweg über die Staumauer, dann sehr ruhig bis nach Brunnen. (Autor: Michael Graf)
31 km
370 m
2.00 h
Von St. Mang in Füssen radeln wir unter der Lechbrücke hindurch und anschließend auf dem von zahlreichen Radfahrern und Fußgängern benutzten Weg lechabwärts. Nachdem wir die B17 unterquert haben, geht es geradeaus auf dem Lechuferweg bis zum Seerestaurant beim Seebad. Hier biegen wir rechts ab und halten uns kurz danach geradeaus in einen kleinen Weg entlang dem Ufer. Wir treffen auf die B16, rechts sehen wir die Seebühne des Ludwig-II.Musicals, und fahren ein kurzes Stück auf einem Radweg entlang der Bundesstraße, bis wir beim Sägewerk der Achmühle die Füssener Achen in einer Rechtskurve überqueren. Auf einem Radweg geht es leider nochmals entlang der viel befahrenen B16, dann parallel zum Seeufer auf einem kleinen Weg. Auf der anderen Seeseite sieht man die Pfarrkirche von Waltenhofen aufragen.Wir knicken am See nach links, dann geht es aufwärts, nach rechts, und an der Kapelle St. Urban vorbei wieder abwärts. Wir biegen nach rechts ab und radeln am Seeufer entlang nach Osterreinen. Wir durchqueren den Ort, fahren am Ortsende über eine Straße geradeaus weiter und vor der Bundesstraße wieder nach rechts. In einem Bogen geht es bis Dietringen. Am Ortsende radeln wir aufwärts zum Radweg entlang der B16. Auf diesem gelangen wir entlang der Bundesstraße bis kurz vor der Abzweigung nach Roßhaupten. Dann geht es rechts ab zum See, wir radeln auf einem Kiesweg durch einen kleinen Wald und treffen bei Mangmühle auf einen Radweg entlang der Straße. Nach rechts geht es abwärts in einem Bogen um das nördliche Seeufer. Dabei passieren wir die Staumauer mit dem Kraftwerk Roßhaupten; hier wird der Lech zum Forggensee aufgestaut. Dann müssen wir aufwärts fahren, der Radweg endet und wir radeln zwischen dem links gelegenen Illasberg und dem Illasbergsee auf der anderen Seite vorbei. Es geht am See mit seinem Seebad vorbei und hinauf nach Kniebis. Kurz danach kommen wir durch Rauhenbichl und biegen gegenüber des Kühmoossees rechts ab (Wegweiser Greith) in eine kleine Straße.Wir passieren den Weiler Greith, danach geht es in leichten Schwingungen hinab. Die Landschaft wird deutlich mooriger. Auf diesem schönen Weg radeln wir am idyllischen Hegratsrieder See (Bademöglichkeit) vorbei. Nach rechts haben wir einen guten Blick auf den Forggensee. Entlang einem Waldrand fahren wir durch diese abgeschiedene, ursprünglich wirkende Gegend mit dem Säuling sowie Schloss Neuschwanstein im Süden. Nach der Überquerung der Mühlberger Ach gelangen wir wieder zurück in die belebte Feriengegend. Wir halten uns nach der Brücke rechts (Wegweiser Brunnen) und am Anfang des kleinen Orts Brunnen links nach Waltenhofen. Eben geht es durch Wiesen bis in den Ort mit der hoch aufragenden, weithin sichtbaren Kirche St. Maria und Florian. Bereits im Jahr 746 soll hier vom heiligen Magnus und seinem Begleiter eine Kirche errichtet worden sein. Der heutige Bau ist im Kern gotisch und wurde im 16. Jh. erweitert, die Stuckierungen sind barock. Unter dem Chor befindet sich die nicht zugängliche mittelalterliche Gruft der Herren von Schwangau.Wir radeln geradeaus durch Waltenhofen, der Weg verläuft dann sehr nah am Ufer. Vor uns sehen wir schon die malerische Stadtsilhouette Füssens liegen. Der Beschilderung Füssen folgend, fahren wir einen kleinen Asphaltweg rechts hinab in die tiefer gelegenen Wiesen. Auf diesem Weg kommen wir wieder über den Lech und können nach links entlang des Lechs zum Ausgangspunkt in Füssen zurückkehren.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour31 km
Höhenunterschied370 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktFüssen, St. Mang.
EndpunktFüssen, St. Mang.
TourencharakterFüssen mit seinen zahlreichen Kunstschätzen und den malerischen Seen in seiner Umgebung bildet einen Anziehungspunkt für Radler im südlichen Ostallgäu. Dies gilt besonders für die Umrundung des großen Forggensees vor der hoch aufragenden Alpenkulisse.
Beste Jahreszeit
KartentippADFC-Regionalkarten Allgäu und Bayerische Seen, jeweils 1:75000; topografische Karte L10 Füssen und Umgebung, 1:50000.
MarkierungenRadbeschilderung Forggenseerundweg; von Füssen bis zum Nordteil des Sees auch Via Claudia.
VerkehrsanbindungMit dem Zug ist Füssen über Seeg und Marktoberdorf zu erreichen; mit dem Auto über die A7 und dann die B309 und die B310 von Kempten (die A7 zwischen Nesselwang und Füssen ist im Bau); über die B17 von Schongau sowie über die B16 von Marktoberdorf.
GastronomieFüssen: mehrere Gasthäuser; auf der Strecke viele Einkehrmöglichkeiten.
Tipps
Abkürzung per Schiff: Von Juni bis September können Sie die Tour mit dem Schiff abkürzen. Von Füssen aus gibt es sieben Anlegestationen am Forggensee.
Informationen
Der Forggensee wurde als Speichersee angelegt und erhielt seinen jetzigen Umfang im Jahr 1954. Er ist ein Stausee des Lechs, eines alpinen Flusses, der von den österreichischen Lechtaler Alpen früher in mächtigen Mäandern stürmisch der Donau zufloss. Östlich von Roßhaupten wird er an der Lechstaustufe 1 das erste Mal gezähmt und zum Forggensee aufgestaut. Der Name erinnert an den Ort Forggen, der diesem wasserwirtschaftlichen Projekt geopfert wurde.Auf deutscher Seite wird der Lauf des Lechs heute insgesamt 26-mal gehemmt, wodurch ein großer Teil der ökologisch wichtigen Auenlandschaft zerstört wurde. Vor allem zu Zeiten der Schneeschmelze, von Mai bis Juni, gibt es jedoch immer wieder Hochwasser; im Hochsommer dagegen kann der Fluss durchaus auch fast trockenfallen. Deshalb kann der Forggensee nicht das ganze Jahr über seinen Pegelstand beibehalten, sondern gibt das aufgestaute Wasser flussabwärts weiter, sodass am Seeufer zeitweise große, schlammige Trockenflächen entstehen. Im Winter wird der Forggensee abgelassen, dann sind Reste der ehemaligen Römerstraße Via Claudia Augusta zu sehen.InfoFüssenNicht nur der wohlbekannte Bayernkönig Ludwig II. wusste um die landschaftlichen Reize dieser Gegend. Allerdings geht die Gründung der Stadt Füssen durch die Römer wohl eher auf verkehrstaktische Gründe zurück; sie benötigten die Garnison Foetibus an der wichtigen Via Claudia, die die rätische Provinzhauptstadt Augsburg über den Fern- und Reschenpass mit Italien verband. Diese bedeutende Verbindungsstraße ist heute wieder für den Rad- und Wanderverkehr ausgeschildert.Die enge Verbindung zu Augsburg ist geblieben: Das Bistum Augsburg erstreckte sich bis in diese Region und sogar nach Tirol hinein. Jahrhundertelang lag die Sommerresidenz der Augsburger Bischöfe in Füssen. So beherrscht bis heute die mächtige Klosteranlage St. Mang mit dem darüber liegenden Hohen Schloss die Stadtsilhouette. Der beste Blick bietet sich vom gegenüberliegenden Lechufer oder von den Lechauen vom Forggensee kommend. Der Name des Klosters geht auf den »Apostel des Allgäus«, den heiligen Magnus, zurück, der vom schweizerischen Kloster St. Gallen zur Missionierung des Ostallgäus hierher geschickt wurde. Nach diversen Vorgängerbauten – der erste war die Zelle des hl. Magnus aus dem 8. Jh. – wurde die heutige Anlage Anfang des 18. Jh.s von dem berühmten Johann Jakob Herkomer erbaut. Im Museum des ehemaligen Benediktinerklosters können zahlreiche Prunkräume sowie der wunderschöne ovale Bibliothekssaal, Reste der mittelalterlichen Anlage und die St.-Anna-Kirche besichtigt werden. Dort befindet sich ein besonderes Kunstwerk: der Füssener Totentanz von Hans Georg Hiebeler aus dem Jahr 1602. 20 Einzelbilder mit teilweise schaurigem Text stellen die Vergänglichkeit der Menschen aller Stände, vom Papst bis zum Maler selbst, im Bild eines Tanzes mit dem Tod dar.Oberhalb von St. Mang ließ 1269 Herzog Ludwig von Bayern das Hohe Schloss errichten, das im 14. und 15. Jh. umgebaut und erweitert wurde. Trotz der unterschiedlichen Türme erzielt der Innenhof einen sehr prächtigen Eindruck. Die Fassaden weisen spätgotische Malereien auf, die Fenster und Portale umrahmen und Erker vortäuschen. Im Barock wurden die Innenräume und die Kapelle St. Veit umgestaltet. Im Schloss, dessen Inneres bis auf den Rittersaal mit seiner spätgotischen Kassettendecke aus dem Jahr 1500 barock ausgestattet wurde, befindet sich heute eine Gemäldegalerie des Bayerischen Nationalmuseums.Sehenswert sind auch die Spitalkirche Hl. Geist mit Fassadenfresken, die am Ortsausgang Richtung Reutte gelegene Kirche zu Unserer Lieben Frau am Berg und der dort folgende Lechdurchbruch, die Reste der alten Stadtbefestigung und die zahlreichen Bürgerhäuser aus der Spätgotik und dem Barock, die von Füssens Bedeutung als Handelsplatz mit Italien zeugen.
Tourismusbüro
Füssen Tourismus und Marketing, Kaiser-Maximilian-Platz 1, 87629 Füssen, Tel. 08362/93850.

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