Radtour von Seeon durchs Trauntal

Schöne Rundtour, fast ausschließlich auf Nebenstraßen oder Radwegen, Straßen oft ungeteert, wenig Schatten (Autor: Dr. Wilfried und Lisa Bahnmüller)
40 km
300 m
3.00 h
Der große Parkplatz vor dem Kloster Seeon ist unser heutiger Startpunkt (siehe auch Ausflug 11). Wir fahren zum Kloster, an seiner Nordseite vorbei und über den Steg nach Bräuhausen mit der kleinen Kirche St. Maria; ab hier wird uns der »Mozart-Radweg « Richtung Obing leiten. Bei der Kirche wenden wir uns nach links und radeln am Nordende des Sees entlang. Wir erreichen die Autostraße, fahren auf ihr knapp 400 Meter nach rechts und biegen dann links zum Einödhof Thalham ab. Der Weg führt am Hof vorbei in nördlicher Richtung nach Großbergham und von hier nach links über die Berghamer Straße ins Zentrum von Obing. Im Ort überqueren wir die B304 und fahren zur Kirche, in der wir am Hochaltar (im Vorgriff auf St. Jakob in Rabenden) drei Figuren des Meisters von Rabenden finden. Weiter geht es am Maibaum vorbei und dann am Ortsende rechts auf dem »Skulpturenweg« nach Pfaffing. Wir passieren das Strandbad am Obinger See und kommen über Jepolding wieder an die B 304. Auf dem Radweg neben der Straße erreichen wir Rabenden. Für das so unscheinbar wirkende Kirchlein St. Jakob mit seinen gotischen Altären sollte man unbedingt einen längeren Zwischenstopp einplanen.
Auf dem Radweg neben der Bundesstraße erreichen wir Altenmarkt, bewundern dort die Alzfälle links unter der Straßenbrücke und biegen rechts in die Hauptstraße ein. Nach etwa 500 Metern bringt uns rechts die Baumburger Straße zum alten Augustinerchorherrenstift Baumburg mit seiner mächtigen Barockkirche. Versäumen Sie nicht, auf den Deckenfresken der Kirche die reizenden kleinen Putten zu suchen, die zwischen den so wichtigen Heiligen ihr kindliches Unwesen treiben, und gehen Sie auch einmal außen um die Kirche herum. Der Ausblick auf das Trauntal ist großartig, und Richtung Süden sehen Sie das Hochschloss Stein, unser nächstes Ziel.
Von Baumburg aus geht es zurück nach Altenmarkt, wo wir die Hauptstraße überqueren und am Bahnhof vorbei zuerst durch die Steiner Straße und dann kurz an der B 304 entlang nach Stein fahren. Hier sollten Sie auf jeden Fall die Höhlenburg besuchen (Infos unter www.steiner-burg.de). Nach dem Burgbesuch, den man auch noch durch eine Brauereibesichtigung ausweiten kann, fahren wir weiter die Bundesstraße (Radweg) entlang Richtung St. Georgen. Der Radweg führt schräg aufwärts zur Kirche und dann wieder zurück ins Trauntal zur Abzweigung Richtung Irsing. Wer sich diesen Anstieg sparen möchte, überquert die Autostraße etwa dort, wo die Steigung beginnt. Auf einem schmalen Weg erreichen wir die Talsiedlung von St. Georgen und durch sie die Straße nach Irsing. Sie überquert die Traun, steigt dann auf das Hochufer, führt am Ort Irsing vorbei und schließlich nach Hassmoning. Im Ort, etwas nach links versetzt, beginnt die Straße, die uns über flache Moränenhügel nach Truchtlaching und damit wieder zur Alz bringt. An der Kirche folgen wir nicht der Straße zur Traun, sondern biegen schräg links in die Westenstraße ein, die uns aus dem Ort über die Wiesen leitet. Nach einem kurzen Rechts-links-Schwenk erreichen wir zwei Stadel, wo es links den Hügel aufwärts geht. Die Wegweiser »Archäologischer Rundweg Bedaium« führen uns zu einer großen keltischen Viereckschanze. Wir fahren auf dem Weg, der an der Schanze vorbeiführt, weiter und erreichen wieder Truchtlaching.
Am Ortsanfang geht es auf der Hochöder Straße leicht bergab aus dem Ort und dann über die Wiesen zu einer Querstraße am Waldrand. Dort etwa 250 Meter nach links, dann rechts weiter nach Stöffling. Am Ortseingang steht die Rekonstruktion eines keltischen Gehöfts, das uns eine Vorstellung davon gibt, wie unsere Urahnen vor zwei Jahrtausenden gelebt haben. In Stöffling biegen wir rechts ab und folgen dem Wegweiser nach Seebruck, das wir nahe der Alzbrücke erreichen. Wir überqueren die Alz und fahren geradeaus weiter an der Kirche vorbei zum Römermuseum Bedaium. Der Ort Seebruck hieß zu Römerzeiten Bedaium, und hier stand eines der Kastelle an der Römerstraße, die nördlich am Chiemsee entlangführte. So ein Kastell hatte ähnliche Aufgaben wie heute die Rasthäuser entlang der Autobahnen. Hier konnten Reisende übernachten und sich und ihre Pferde versorgen, hier wurden auch die Fuhrwerke und Kutschen repariert. Das Museum informiert über die zahlreichen Ausgrabungen in der Umgebung von Seebruck und gibt einen Einblick in das Leben zu keltischer und römischer Zeit.
Vom Museum geht es zur Hauptstraße zurück und auf ihr Richtung Norden. Dort, wo die Hauptstraße scharf links abbiegt, fahren wir auf der Pullacher Straße geradeaus weiter bis nach Ischl. In Ischl biegen rechts in die Querstraße ab und nach etwas mehr als einem Kilometer bei der nächsten großen Querstraße links Richtung Seeon. Über Bräuhausen (Wegweiser) erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour40 km
Höhenunterschied300 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
Startort
AusgangspunktParkplatz am Kloster Seeon
EndpunktParkplatz am Kloster Seeon
TourencharakterAuf dieser Radltour geht es durch die uralte Kulturlandschaft nördlich des Chiemsees. Man sollte hierfür unbedingt einen ganzen Tag einplanen, denn am Wegesrand lockt eine außergewöhnliche Vielzahl an Sehenswürdigkeiten.
Hinweise
KartentippKompass 1 - 50 000, Blatt 10 Chiemsee
Markierungen
VerkehrsanbindungAuto. Von München auf der A 8 Richtung Salzburg bis zur Ausfahrt Bernau am Chiemsee und über Prien, Rimsting und Eggstätt zum Kloster Seeon; großer Parkplatz neben der Straße
GastronomieUnterwegs viele Möglichkeiten, besonders empfehlenswert - das »Bräustüberl« im Kloster Baumburg mit seinem unfiltrierten Bier
Tipps
Verleih
Informationen
Rabenden und sein Meister. Am recht unscheinbaren Kirchlein St. Jakob in Rabenden rauscht man auf der Bundesstraße meist vorbei, egal ob im Auto oder auf dem Fahrrad – ein großer Fehler, denn das Innere des Kirchleins prangt in kostbarster Gotik. Der Hochaltar birgt in seinem mit filigranem Flechtwerk überzogenen Schrein drei Figuren - Den Kirchenpatron Jakobus und die Apostel Simon und Judas Thaddäus. Der Altar besitzt vier Flügel: zwei bewegliche, mit denen man ihn verschließen konnte, und zwei Standflügel. Sie sind bemalt und zeigen geöffnet Bilder aus dem Marienleben und geschlossen die Kirchenväter und wichtige Heilige. Es wird vermutet, dass sie von einem Salzburger Maler geschaffen wurden. Der Altar, seine Figuren und die Bilder werden auf die Zeit zwischen 1510 und 1515 datiert, im letzten Stadium der Gotik, die wenige Jahre später der strenge Stil der Renaissance ablöst. Die Kunsthistoriker konnten bis heute noch nicht den Meister herausfinden, aus dessen Werkstatt der Altar stammt, und so nannte man ihn einfach nach seinem bedeutendsten Werk »Meister von Rabenden«. Figuren von ihm findet man in ganz Südostbayern; eine Madonna, ein Laurentius und ein weiterer Jakobus stehen am Hochaltar der Pfarrkirche von Obing.
Höchster Punkt
Unterkunft
Tourismusbüro
Tourist Information Seebruck, Am Anger 1, 83358 Seebruck, Tel. 0700/73 32 78 25, www.seeonseebruck.de
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