Königsschlösser und ruhige Seen

Zwischen Bayerniederhofen und Greith sind 50 Hm zu überwinden, dann geht es weitgehend eben entlang dem Bannwaldsee und dem großen Filz; danach leicht hügelig durch die abgeschiedene Gegend beim Hegratsrieder See. Die Tour verläuft auf einem Radweg bis Hohenschwangau, dann auf einem Kiesweg vor dem Bannwaldsee und wieder auf einem Radweg entlang der B17; eine befahrenere Verbindungsstraße führt von Bayerniederhofen bis zur Abzweigung nach Greith, dann folgt eine kleine Straße. (Autor: Michael Graf)
27 km
260 m
2.00 h
In Füssen fahren wir vom Bischöflichen Schloss St. Mang rechts unter der Brücke hindurch und am Lech abwärts nach links. Entlang dem Forggenseezufluss radelnd, treffen wir auf die Fußgänger- und Fahrradbrücke, die uns über den Lech führt. Wir folgen der Beschilderung Hohenschwangau, fahren auf dem Radweg parallel zur Bundesstraße, bis es rechts auf Neuschwanstein zugeht. Ein Radweg führt uns am Anfang entlang einer alten Kastanienallee und dann durch den Wald, vor uns thront Neuschwanstein vor den Bergen. Wir fahren direkt am Schloss Hohenschwangau vorbei, das rechts im Wald liegt. Kurz danach erreichen wir den großen Besucherparkplatz von Hohenschwangau. Von hier kann man auf einem Fußweg zum Schloss Neuschwanstein aufsteigen (ca. 20 Min.).Zur Weiterfahrt gibt es mehrere Möglichkeiten: Entweder man folgt dem Bodensee-Königssee-Radweg, der erst auf der Colomanstraße verläuft, bis es nach dem Sportplatz rechts weggeht. Weiter verläuft der Weg sehr schön durch Wiesen und kleine Waldstücke bis zur B17, wo sich der Fernradweg auf der anderen Straßenseite fortsetzt. Zuvor kann man einen kurzen Abstecher zur sehenswerten Wallfahrtskirche St. Coloman nach links machen, die idyllisch in den Wiesen liegt. Schon von außen wirkt der Bau elegant und wohlproportioniert. Zusammen mit dem schlanken, hoch aufragenden Turm mit Zwiebelhaube vor der Bergkulisse bietet sich hier ein einmaliges Bild, da die Kirche ohne störende Bebauung in der Umgebung einsam auf der grünen Wiese steht. Kein Wunder, dass sie zu den am meisten fotografierten Kirchen in Bayern gehört! Der berühmte Wessobrunner Stuckateur Johann Schmuzer entwarf 1671 die Pläne, der Stuck stammt ebenfalls vom Baumeister selbst. Der Weiß in Weiß gehaltene frühbarocke Stuck – damals wurde der Stuck noch nicht bemalt – vermittelt zusammen mit den ebenfalls von Schmuzer geschaffenen rot-weiß gehaltenen Stuckmarmoraltären eine harmonische Einheit.Oder man fährt am Besucherparkplatz in Hohenschwangau die erste Straße nach links, die Schwangauer Straße, auf den Radweg. Eine schöne Allee verläuft bis nach Schwangau, wir orientieren uns an der Beschilderung Romantische Straße und treffen auf die B17. Dort geht es links und gleich wieder rechts ab hinein nach Schwangau. Nach rechts geht es über den Alemannenweg aus dem Ort hinaus.Wir orientieren uns weiter an der Beschilderung Romantische Straße, überqueren die Mühlberger Ach und danach noch einen Bach und halten uns dann rechts und gleich wieder links. Durch mooriges Gebiet geht es am Campingplatz des Bannwaldsees vorbei. Nun verläuft ein Radweg ziemlich dicht an der viel befahrenen B17 entlang. Anschließend löst sich der Radweg wieder von der Bundesstraße, wir kommen durch ein Moorgebiet: das Große Filz. Nach Westen hat man einen schönen Blick auf den ruhig liegenden Bannwaldsee. Wir fahren geradeaus auf dem kleinen Weg bis Bayerniederhofen. An der Querstraße angelangt, biegen wir links in den Ort ein, auf den weithin sichtbaren, kraftvollen Turm der Kirche St. Michael zu. Der Innenraum der sehenswerten Kirche ist geprägt von einem in höchster Qualität stuckierten Rankenwerk, das sich zart von dem rosafarbenen Grund abhebt.Im Weiler Berghof, der sich an Bayerniederhofen anschließt, biegen wir halblinks der Beschilderung Kgl. Bay. Radweg folgend nach Greith ab. Wir erreichen wieder die große Straße, fahren auf dieser nach links aufwärts, an den Gehöften von Pfefferbichl vorbei und biegen danach links ab nach Greith. Hier befinden wir uns auf dem Forggenseerundweg, dem wir bis nach Füssen folgen (Beschreibung siehe Tour 24).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour27 km
Höhenunterschied260 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktFüssen, Residenz.
EndpunktFüssen, Residenz.
TourencharakterDer direkt neben dem großen Forggensee gelegene natürliche Bannwaldsee bietet sich ebenfalls für eine Seeumrundung per Rad an. Attraktionen dieser Tour sind sicher die beiden weltberühmten Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein.
Hinweise
In der Hauptsaison lange Wartezeiten (bis zu 3 Std.) bei der Schlossführung Neuschwanstein.
KartentippADFC-Regionalkarten Allgäu und Bayerische Seen, jeweils 1:75000; topografische Karte L10 Füssen und Umgebung, 1:50000.
MarkierungenRadbeschilderung ab der Lechüberquerung bei Füssen Bodensee-Königssee-Radweg bis vor Bayerniederhofen; ab der Abzweigung nach Hegratsried Forggenseerundweg bis zurück nach Füssen.
VerkehrsanbindungMit dem Zug ist Füssen über Seeg und Marktoberdorf zu erreichen; mit dem Auto über die A7 und dann die B309 und die B310 von Kempten (die A7 zwischen Nesselwang und Füssen ist im Bau); über die B17 von Schongau sowie über die B16 von Marktoberdorf.
GastronomieZahlreiche Gaststätten in Schwangau und Bayerniederhofen sowie in Waltenhofen.
Informationen
Die Königsschlösser: Schloss Hohenschwangau ist von der gleichnamigen Ortschaft in einem fünfminütigen Fußmarsch zu erreichen. Im Gegensatz zu dem neu entworfenen Neuschwanstein kann Hohenschwangau auf eine lange Geschichte zurückblicken, die bis ins 11. Jh. reicht. Zusammen mit drei weiteren Burgen, Frauenstein im Westen sowie Vorder- und Hinterhohenschwangau östlich über der Pöllatschlucht, bildete das ehemalige Schwanstein den Herrschaftsbereich der Ritter von Schwangau, die Lehensträger der Welfen waren. Nach dem Tod der letzten Schwangauer Ritter verfiel die Burg, wechselte mehrmals den Besitzer und wurde zweimal wieder aufgebaut, zuletzt 1833 unter dem romantisch gesinnten Kronprinzen Maximilian von Bayern.Bei der Innenausstattung wurden die Geschichte und die damit verbundenen Sagen des Schlosses mit einbezogen und so prägen der Schwan, das Wappentier der ehemaligen Besitzer, sowie der Schwanenritter Driant und seine Fahrt über den See, eine lokale Form der Lohengrin-Sage, die Ausgestaltung der Räume. Die Entwürfe der Wandbilder stammen von Moritz von Schwind, dem Künstler der Münchner Residenz, die Ausführungen wurden leider weniger talentierten Malern überlassen. Die bemerkenswertesten Räume sind der Schwanrittersaal mit der Geschichte des Schwanritters Lohengrin, der Helden- oder Rittersaal, geschmückt mit Bildern aus der Wilkina-Sage, sowie das romantisch geprägte Tassozimmer, das königliche Schlafzimmer.Das Schwanenmotiv findet sich – durchaus passend – auch in Neuschwanstein wieder, denn für den Neubau, der 1869 mit der Grundsteinlegung begann, mussten die Ruinen der beiden mittelalterlichen Burgen Vorder- und Hinterhohenschwangau abgetragen werden. Geprägt durch seine Kindheit in Hohenschwangau und sein Interesse für die Sagen- und Märchenwelt des Mittelalters, ließ sich Ludwig II. auf dem schmalen Felsgrat bei der Pöllat ein Märchenschloss bauen, das die bekanntesten Sagen der beschworenen Zeit wie Thannhäuser, Lohengrin oder Tristan und Isolde in sein farbenprächtiges, wenn auch qualitativ weniger hochwertiges Bildprogramm aufnimmt. Aufgrund finanzieller Probleme und parallel laufender Arbeiten an Linderhof, Herrenchiemsee und Trausnitz bei Landshut kamen die Arbeiten langsamer voran als geplant; die Vollendung der Anlage verhinderte der mysteriöse Tod Ludwigs II. im Jahr 1886 im Starnberger See. Zu dieser Zeit waren nur die königlichen Wohnräume und die Festsäle vollständig eingerichtet.Der steile Aufstieg nach Neuschwanstein nimmt etwa 20 Gehminuten in Anspruch. Beide Schlösser sind nur im Rahmen von Führungen zugänglich. Da man die genaue Zeit seiner Besichtigungstour bereits beim Kauf der Eintrittskarte im Besucherzentrum erfährt, kann man die verbleibende Zeit nutzen, z.B. zu einem Aufstieg zur Marienbrücke, die über die Pöllatschlucht führt und den Wanderer mit einem unverstellten und weiten Blick auf das Schloss und die abwechslungsreiche Landschaft des Ostallgäus belohnt.
Tourismusbüro
Füssen Tourismus und Marketing, Kaiser-Maximilian-Platz 1, 87629 Füssen, Tel. 08362/93850.

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