Isar-Tour

Überwiegend befestigter Radweg entlang der Isar, z.T. Fußweg, wo man das Rad schieben muss; Kopfsteinpflaster am Anfang der Floßlände und schlechter Straßenbelag in der Nockherstraße (Autor: Antje Martin, Cornelia Landensperger, C. Dechant)
17 km
194 m
3.00 h
Vom Deutschen Museum zum Flaucher Wir starten unsere Tour an der Ludwigsbrücke (s. Highlights-Tour, S. 12) Ecke Steinsdorfstraße und fahren die Isar entlang Richtung Süden. Die Isar entspringt im Karwendelgebirge, ist etwa 295 Kilometer lang und mündet bei Deggendorf in die Donau. Links von uns taucht das von Oskar von Miller 1903 gegründete Deutsche Museum (s. Highlights-Tour, S. 12) auf. 1300 Betonpfähle, die auf einer Kiesbank stehen, stützen das größte technische Museum der Welt. Gleich gegenüber passieren wir rechts von uns das Deutsche Patentamt (Backsteinbau) und daneben das Europäische Patentamt (schwarzes Stahl/Glas-Gebäude). Wir radeln weiter geradeaus, überqueren die Corneliusstraße und folgen vor der Fraunhoferstraße links dem Radweg, der uns durch eine Unterführung leitet. Nach der Reichenbachbrücke sehen wir auf der rechten Seite die katholische Kirche St. Maximilian, die aussieht wie die Kathedrale Notre Dame de Paris. St. Maximilian wurde in den Jahren 1895 bis 1901 als Erinnerungsdenkmal für König Max II. nach Plänen von Heinrich von Schmidt errichtet und deshalb dem heiligen Maximilian geweiht. Unsere Tour führt uns geradeaus weiter. Kurz nach der Wittelsbacherbrücke können wir rechts das Firmenschild der Firma Rodenstock lesen – das einzige Unternehmen auf der Welt, das sich seit 125 Jahren mit Brillengläsern und Brillenfassungen beschäftigt. An der nächsten Kreuzung Wittelsbacher-/ Ehrengutstraße fahren wir links. Südliche Isarauen Vor der Braunauer Eisenbahnbrücke passieren wir rechts eines der drei Wasserkraftwerke der Stadtwerke München, die das Gefälle der Isar zur Stromerzeugung nutzen. Wir radeln links unter der Brücke durch und folgen dem Radwegweiser durch das Naherholungsgebiet »Flaucher«. Der Name stammt von einer in dem ehemaligen Forsthaus eröffneten Gastwirtschaft. Später wurde die gesamte Grünanlage so genannt. Wir folgen dem Radwegweiser, kommen an der Stadtgärtnerei vorbei und gelangen schließlich zu dem schön gelegenen Biergarten »Am Flaucher«, der zur ersten Rast einlädt. Wir radeln weiter geradeaus, fahren rechts über die Schinderbrücke (benannt nach einem früher hier ansässigen Abdecker) und dann gleich wieder links in die Straße Am Isarkanal. Links sehen wir das zweite Isarkraftwerk. Vor der Thalkirchner Brücke fahren wir links und folgen dem Radweg, der uns am Kanal entlangführt. Gerne wird dieser von Wassersportfreunden zum Paddeln genutzt. Danach fahren wir links über die Brücke und kommen an einem der ältesten Freibäder Münchens vorbei - Maria Einsiedel. Hier kann man sich auf dem Kanal treiben lassen, der mitten durch die Anlage fließt. An der nächsten Kreuzung radeln wir rechts in die Zentralländstraße bis zur Gaststätte Floßlände und biegen dort links ab. Der Weg führt uns anfangs über etwas holpriges Kopfsteinpflaster, bis wir die Floßlände erreichen. Von der Floßlände zur Großhesseloher Brücke Gegenüber der Floßlände befindet sich der Campingplatz Thalkirchen. Links von der Anlegestelle hat der bereits 1913 gegründete Cowboyclub München seinen Sitz. Wir radeln geradeaus weiter, machen an der nächsten Kreuzung einen kurzen Abstecher nach rechts auf die Brücke und können den Surfern bei ihren Balanceakten zuschauen. Zurück zur Kreuzung folgen wir dem Radwegweiser geradeaus in Richtung Pullach und kommen in den Hinterbrühler Park. Er wurde 1909 angelegt, nachdem beim Bau des Werkkanals eine Fläche mit nicht versickerndem Wasser zurückblieb. Hieraus wurde der Hinterbrühler See mit einer Insel gestaltet, die über eine Fußgängerbrücke erreichbar ist. Wir radeln am See entlang, fahren an der Schleuse rechts über die Brücke und sehen vor uns den Gasthof Hinterbrühl am See, der im 18. Jh. aus einer Kalkbrennerei entstanden ist. Die Gaststätte gehört Karl-Heinz Wildmoser sen., von dem wir auf unserer Nord-Tour (S. 82) berichten. Hier radeln wir nach links und passieren nach ein paar Metern auf der linken Seite die Skulptur eines Flößers. Kurz danach gabelt sich der Weg und wir fahren links am Kanal entlang, bis vor uns die Großhesseloher Brücke auftaucht. Sie wurde im Zuge des Baus der Bahnstrecke München–Holzkirchen im Jahr 1857 eröffnet und war damals mit 31 Metern die höchste Eisenbahnbrücke der Welt. Gestaltet hat sie Friedrich August Pauli, der spätere Rektor der Technischen Universität München. Trotz Denkmalschutz wurde die historische Brücke, die durch ihre filigranen Gitterträger aus Eisen beeindruckt, abgetragen bzw. gesprengt und 1985 durch eine Neukonstruktion ersetzt. Oben fährt die S-Bahn, während der untere Teil Fußgängern und Radfahrern vorbehalten ist. Vor der Brücke führt rechts ein steiler Weg den Hang hinauf. Oben angekommen, fahren wir links der Beschilderung nach und überqueren die Brücke. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick über das eiszeitlich geformte Isartal und kann sich am Ergebnis der Renaturierungsmaßnahmen erfreuen. So ähnlich hat sich wohl früher schon die einst reißende Isar durch die Flusslandschaft geschlängelt. Über die Hochterrasse zurück zum Isarufer Nach der Brücke fahren wir zweimal links ein kurzes Stück bergauf und folgen auf der Isarhochterrasse der Beschilderung nach rechts in Richtung Ludwigsbrücke. Nach etwa 500 Metern erreichen wir den Biergarten Menterschwaige, der uns die Anstrengung der Brückenüberquerung schnell vergessen lässt. Einst bekamen die Pferde des königlichen Hofes hier ihr Gnadenbrot. Wir radeln die Hochleite geradeaus, bis wir zu der Kreuzung kommen, wo rechts die Straße Über der Klause abzweigt. Hier fahren wir links und schieben die Räder über den Fußweg den Isarabhang hinunter. Bald taucht auf der rechten Seite die kleine hölzerne Marienklause auf. Wir radeln an der Kapelle vorbei und kommen nach ein paar Metern zum Marienklausensteg. Die Brücke verbindet seit 1920 die Stadtteile Harlaching und Thalkirchen. Am Ende der Brücke wird der Auer Mühlbach aus dem Isarkanal abgeleitet und über einen so genannten Düker (Tunnel unter der Isar) auf die rechte Isarseite geleitet, wo er anfangs durch den Tierpark Hellabrunn fließt. Spurensuche am Auer Mühlbach Wo heute der Tierpark zu finden ist, existierte seit dem 14. Jh. eine Mühle, die zum Adelssitz und Lustschlösschen Hellabrunn gehörte. Nach dem Abbruch der Mühle wurde 1905 der Verein Zoologischer Garen e.V. gegründet. Der Architekt Emanuel von Seidl erarbeitete den künstlerischen Generalplan und schaffte in der vom Auer Mühlbach durchflossenen Auenlandschaft ein Gelände für naturnahe Tierhaltung. Sein architektonisches Paradestück im Park ist das 1914 erbaute Elefantenhaus, auf das er die damals größte frei tragende Betonkuppel der Welt setzte. Eröffnet wurde der Tierpark 1911. Nach dem Ersten Weltkrieg musste der Zoo jedoch schließen und wurde 1928 unter Heinz Heck wieder eröffnet. Durch sein Konzept der Rück- und Neuzüchtung ausgestorbener Tierarten, wie z.B. Tarpan und Auerochse, erlangte der Tierpark als Geo-Zoo weltweite Anerkennung. Er ist inzwischen der größte Zoo in Europa. Wir folgen dem Radweg in Richtung Norden, der uns am Tierpark entlangführt. Wenn wir die Thalkirchner Brücke wieder erreicht haben, biegen wir nach rechts ab in die Tierparkstraße und überqueren an der nächsten Kreuzung die Fußgängerampel, folgen dem Radweg, der uns über den Auer Mühlbach leitet, und fahren anschließend links in die Mörikestraße. Rechts von uns sehen wir die Gaststätte Siebenbrunn. Ihren Namen verdankt sie den Hangquellen, die unterhalb der Isarhochterrasse heraustreten. Der ehemalige Adelssitz wurde im frühen 19. Jh. zu einer gern besuchten Ausflugswirtschaft umgebaut. Wir radeln geradeaus, kommen an einer Schrebergartenanlage vorbei und müssen das Rad teilweise schieben, da dies ein offizieller Fußweg ist. Weiter geht es links über die Brücke und danach gleich wieder rechts. Rechts von uns liegt das Gelände der Kraemerschen Kunstmühle, die heute noch in Betrieb ist. Sie ist ein Überbleibsel der frühindustriellen Entwicklung. Seit 1701 befand sich hier eine Papiermühle, die Mitte des 19. Jh. zur Getreidemühle umgebaut wurde. Sie war die erste mit Turbinen betriebene Getreidemühle in München und wurde deshalb »Kunstmühle« genannt. Man hört kein klapperndes Mühlrad, sondern nur ein leises Surren. Von den ehemals 14 Mühlen in München haben nur zwei überlebt. Die andere Mühle befindet sich direkt neben dem Hotel Mandarin Oriental in der Nähe des Hofbräuhauses (s. Highlights-Tour, S. 14). Wir sind in der Wohlgemutstraße, biegen am Ende rechts in die Lebschéestraße und danach links in die Straße Birkenleiten. Vor uns taucht ein bizarres Gebäude mit vielen Türmchen auf, das nicht so recht in die Umgebung passen will: das Templer-Kloster. Vom Templer-Kloster zu Münchens Klein-Venedig Das neugotische Schlösschen mit dem gewaltigen, 87 Meter hohen Kirchturm ist der Hauptsitz der Templer-Ordensgemeinschaft in Deutschland. Gebaut wurde es um das Jahr 1880 im altdeutschen Stil. Als die Templer 1968 hier einzogen, erwies sich das Gebäude bald als zu klein. Nach einem Besuch des damaligen Ministerpräsidenten Alfons Goppel wurde beschlossen, einen Glockenturm anzubauen, um das Platzproblem zu lösen. Dabei wurde versucht, traditionell templerische Bauformen zu verwenden. Alles an diesem Bau hat eine Bedeutung: Die vier Türme, die mit so genannten Jerusalemkreuzen geschmückt sind, stehen für die vier Apostel. Auf dem großen Zwiebelturm prangt das Patriarchalkreuz des Ordens. Als vorherrschende Formensprache wurde die Gotik gewählt, da dies die große Zeit des Ordens war. Das Geläute im Glockenturm ist mit 21 Glocken das größte im süddeutschen Raum. Um Kosten zu sparen, wirkten die Ordensangehörigen selbst am Bau mit. Über die Geheimlehre der Tempelordensritter wird viel gemunkelt und spekuliert. Stadtteilhistoriker berichten, dass im Kloster 13 Männer und Frauen leben, wobei die Zahl Christus und seine zwölf Jünger symbolisiert. Die Frauen dürfen das Kloster nur in Ausnahmefällen verlassen, wohingegen die Männer Geld verdienen müssen und in verschiedenen Berufen arbeiten. Ihre Einkünfte gehören allerdings zu je einem Drittel dem Altar Gottes, den Armen und dem Leben im Konvent. Täglich werden hier mittags und abends bis zu 100 Mahlzeiten an Bedürftige ausgegeben. Wir radeln am Kloster vorbei, biegen am Ende des Weges in den Paula-Herzog-Weg und danach links unter der Brücke durch in die Lohstraße ein. Hier treffen wir wieder auf den Auer Mühlbach und sehen vor uns die so genannte Bäckermühle. Bereits im Jahr 957 stand an dieser Stelle eine Mühle, die dem Bischof von Freising gehörte. Die älteste Mühle Giesings wechselte öfters den Besitzer und wurde 1894 Eigentum der Münchner Bäckerinnung, daher der Name »Bäckermühle«. Anfang der 1960er-Jahre wurde die Mühle abgerissen. 1988 errichtete der Kfz-Meister Günter Tremmel an ihrer Stelle als privater Investor ein Kleinkraftwerk mit zwei Turbinen, das Strom für etwa 620 Haushalte liefern kann. Wir folgen weiter der Lohstraße (Lohe = Auwald). Auf dem moorigen, landwirtschaftlich wertlosen Grund entstand ab Mitte des 15. Jh. eine Tagelöhnersiedlung. Die wilden Siedlungen wuchsen schnell und kletterten aus Platzgründen die Hänge des Isarhochufers hinauf. Gegenüber von Hausnummer 60 befindet sich noch heute ein öffentlicher Brunnen, aus dem früher das Trinkwasser geholt wurde. Wer möchte, kann noch einen kleinen Abstecher in die links abzweigende Mondstraße machen. Die Häuser der Mondstraße gelten als Münchens Klein-Venedig, da ihre Hinterhöfe an den Auer Mühlbach grenzen. Hinter der Hausnummer 14 kann man noch einen letzten Blick auf den Bach werfen, bevor er im Untergrund verschwindet. Tagelöhner, Bierbrauer und erstes Industrieviertel Münchens Zurück in der Lohstraße, gilt es nun den Kolumbusplatz sicher zu überqueren. Wir fahren links in die Kupferhammer-, dann rechts in die Pilgersheimerstraße bis zur Ampel, überqueren die Humboldtstraße, fahren ein kurzes Stück rechts und hinter der Bushaltestelle links an der Kneipe »Chicago« vorbei in die Nockherstraße. In dieser Straße sieht man auf der rechten Seite noch kleine Häuser, die an die alten Tagelöhnersiedlungen erinnern. Die letzten 50 Meter der Nockherstraße schieben wir das Fahrrad (Einbahnstraße!) und überqueren die Straße Am Nockherberg (Vorsicht: keine Ampel!). Diese radeln wir ein kurzes Stück nach links und dann gleich wieder rechts in den Weg Am Neudeck, wo wir erneut auf den Auer Mühlbach treffen. Seit dem Jahr 2002 fließt der Bach Am Neudeck wieder oberirdisch. Hier befindet sich eine Jugendarrestanstalt, das Frauengefängnis und die Polizeiinspektion 21. Gegenüber sehen wir das Gelände der Paulaner-Brauerei. Die Paulanermönche wurden im 17. Jh. von Kurfürst Maximilian I. in das Kloster Neudeck berufen. Durch die Erfindung der Dampfmaschine und der künstlichen Kühlmaschine von Carl von Linde (1875) wurden konstante Produktqualität und ganzjähriges Brauen möglich. Paulaner war eine der ersten Brauereien mit modernen Kühlanlagen. Carl von Lindes verbesserte Eismaschine von 1881, die durch den Auer Mühlbach betrieben wird, ist noch heute in der Brauerei zu besichtigen. Wir radeln Am Neudeck entlang, biegen am Ende links ab und kommen zum Mariahilfplatz mit der Kirche Mariahilf (s. In-Viertel-Tour, S. 44), wo wir rechts fahren. Wir überqueren die Gebsattelstraße, fahren ein kurzes Stück Am Herrgottseck entlang und gleich wieder rechts über die Brücke in die Quellenstraße. Die Quellenstraße verläuft entlang Münchens erstem Industrieviertel. Früher standen hier zahlreiche Herbergen, die heute alle abgerissen sind. Rechts von uns sehen wir das so genannte Mural – ein kommunales Wandbild mit bunten Motiven aus dem kulturellen, sozialen und politischen Leben des Stadtteils. Nach wenigen Metern lesen wir links das Straßenschild Am Kegelhof. Bereits 1347 entstand hier eine der ersten Papiermühlen Deutschlands. Am Ende der Quellenstraße fahren wir links über die Brücke, anschließend rechts in die Lilienstraße und erreichen an der Ampel wieder die Ludwigsbrücke. Hier endet unsere Tour. Der Auer Mühlbach fließt noch ein kurzes Stück weiter und wird am Maxwerk unterhalb des Maximilianeums (s. Highlights-Tour, S. 12) wieder in die Isar zurückgeleitet.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied194 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktIsartor (S-Bahnhof, 2 Minuten ab Marienplatz, S-Bahn fährt im 5-Minuten-Takt)
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterAuf dieser Rundtour lernen wir die verschiedenen Facetten einer Flusslandschaft kennen - die gezähmte Isar, die renaturierte Isar sowie den abgeleiteten Auer Mühlbach, der teils unterirdisch, teils oberirdisch verläuft.
Beste Jahreszeit
Informationen
Isar-Renaturierung am Flaucher Am Beginn der Erholungslandschaft Flaucher zeigt das Wasserwirtschaftsamt auf einer Infotafel die Maßnahmen, die im Zuge der Renaturierung der Isar seit dem Frühjahr 2000 durchgeführt wurden bzw. geplant sind. Das Gebiet zwischen der Braunauer Eisenbahnbrücke und der Stadtgrenze im Süden wurde völlig umgestaltet. Um ein naturnahes Flussbett schaffen zu können, entfernte man die Betonverbauungen. So genannte »Fischtreppen« erleichtern den Fischzug in beide Richtungen, und bei Hochwasser bildet die Isar sogar an manchen Stellen wieder neue Kiesinseln und Seitenarme, die zum Sonnenbaden einladen. Außerdem wurden die Kläranlagen südlich von München aufgerüstet, sodass die Isar wieder je nach Witterungslage Badewasserqualität erreichen kann. Die Isar-Flößerei Vor der Einführung der Eisenbahn war die Isar ein wichtiger Verkehrsweg aus den Alpen nach München. Holz war bis ins 14. Jh. das meistverwendete Baumaterial und wurde per Floß aus dem waldreichen Alpenvorland in die Stadt transportiert. Allein für den Dachstuhl der Frauenkirche wurden damals 147 Flöße mit Holz benötigt. Auch andere Materialien, wie Kohle, Kalk und Stein, kamen auf dem Floß nach München. Ab dem 17. Jh. konnte man sogar per Floß nach Wien reisen. Je nach Wetter dauerte die Reise zwischen sechs und neun Tagen. Die Flößerei erreichte ihren Höhepunkt um 1870, als bis zu 10000 Flöße pro Jahr München erreichten. Heute wird die Flößerei auf der Isar nur noch als touristische Attraktion betrieben. Im Sommer kann man nachmittags hier den Flößen beim Anlanden zuschauen. Die Marienklause Das starke Gefälle der Isar unterhalb von Großhesselohe und eine gefährliche Stromschnelle brachten früher die Flößer an der Schleuse oft zum Kentern. Martin Achleitner, dessen Vater einen Sturz ins Wasser überlebt hatte, ließ 1865/66 als Dank dafür der Heiligen Jungfrau eine Kapelle errichten. Zu ihr gehört auch das eingezäunte Gärtchen mit 14 Kreuzwegstationen und einem Steinaltar. Die idyllisch gelegene kleine Grotte steht unter Denkmalschutz.

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