Im Naturpark Fränkische Schweiz

Radtour im Naturpark Fränkische Schweiz mit Besuch von Gößweinstein und Teufelshöhle. GPS-Track umfasst nur die Radtour. (Autor: Armin Scheider)
6 km
605 m
1.00 h
Besichtigungen vor der Radtour. Nachdem die Anfahrt mit der Bahn sehr schwierig ist, sollte man mit Auto anreisen (A 9 und B 470) und kann so vor der Radtour noch zwei Stationen besuchen, die etwas abseits der Radroute liegen: die Teufelshöhle und Gößweinstein. Die Teufelshöhle ist die bekannteste und größte der rund 1 000 Höhlen der Fränkischen Schweiz. Entstanden sein soll sie in den vergan-genen zweieinhalb Millionen Jahren. Sie liegt zirka 2 km südlich von Pottenstein an der B 470 und ist eine Schauhöhle, kann also mit Führung besucht werden (April–Nov. täglich 9–17 Uhr). Passiert werden dabei auf zirka 1,5 km Länge Stollengänge und Felshallen wie der Kuppelsaal (9 m hoch), der Barbarossadom (Länge 25 m, Breite 18 m, Höhe 18 m) und der Riesensaal (Länge 30 m, Breite 16 m, Höhe 13 m), der größte der Teufelshöhle.Beeindruckend sind auch die Jahrtausende alten Tropfsteingebilde, die Namen erhalten haben wie Papstkrone, Kaiser Barbarossa oder Riese Goliath. Zudem wurden in der Höhle Knochenreste urzeitlicher Tiere gefunden. Bekanntestes Beispiel ist ein Höhlenbär in der gleichnamigen Höhle, der aus verschiedenen Knochenfunden zusammengesetzt wurde.Wir fahren auf der B 470 ein paar Kilometer weiter und kommen nach Gößweinstein. Dort wollen wir unser Augenmerk auf zwei markante Bauten richten: zum einen auf die malerische Burg, die über der Stadt thront. Gegründet im 11. Jh., zeigt sie heute ein Aussehen, das im 16. Jh. durch Neubau und im 18. Jh. durch romantisierende Umgestaltung entstanden ist. Wichtige Gebäude der Festung sind der Zwinger, das Hauptgebäude mit Vorbau und Turm und die Burgkapelle mit spätgotischen Holzfiguren. Frappierend ist die Aussicht von oben auf die Stadt und ins Land!Das Stadtzentrum wird dagegen von der Pfarr- und Wallfahrtskirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit dominiert, Wahrzeichen des Marktes. Eine Vorgängerkirche soll es schon 1240 gegeben haben, die be-stehende Kirche aber hat der weltberühmte Architekt Balthasar Neumann 1739 erbaut. Sie ist »nach Münsterschwarzach der zweite monumentale Sakralbau Neumanns« (Georg Dehio). Wirkt schon die stolz aufragende doppeltürmige Barockfassade imposant, nimmt uns im Innern eine qualitätsvolle Ausstattung ganz und gar gefangen. Die Stuckaturen und Deckenfresken sind bemerkenswert, des Weiteren der figurenreiche Hochaltar mit Gnadenbild, das alljährlich unzählige, auf Heilung und Kraft hoffende Wallfahrer anzieht. Auch die Seitenaltäre und die Altäre in den Langhauskapellen wurden kunstvoll gestaltet. Sehenswert sind schließlich auch die Kanzel, ein Taufstein und der Orgelprospekt.n Information: Tel.: 09242/456; www.goessweinstein.den Einkehr: Hotel-Gasthof Stern, Pezoldstr. 5, Straßenterrasse; Scheffel-Gasthof, Balthasar-Neumann-Str. 6, Garten (Mo Ruhetag).Von Tüchersfeld nach Püttlach. In Tüchersfeld im Püttlachtal angekommen, bestaunen wir erst einmal die imposante Felskulisse des Dorfes. Direkt über den Häusern ragt eine riesige Felsburg mit Steinsäulen und übereinander geschichteten Quadern in den Himmel, und am Sockel des Massivs klebt malerisch eine fachwerkverzierte Gebäudegruppe. Dieses Fotomotiv gehört zu den beliebtesten der Fränkischen Schweiz. Im Mittelalter standen dort einmal zwei Burgen, die ihre Zeit jedoch nicht überdauert haben. Die hoch gelegenen Gebäude sind im Übrigen auch Sitz des »Fränkische-Schweiz-Museum« (Sommer: Di–So 10–17 Uhr), das über dieses Land »der Burgen, Höhlen und Mühlen« alles Wissenswerte bereithält.Reißen wir uns also los von diesem pittoresken Anblick und starten zur Radtour. Am Zeckenstein geht es hinauf und aus dem Felsendorf hinaus. Diese erste Steigung bleibt nicht die einzige. Auf den nächs-ten 10 km bis Hohenmirsberg sind immer wieder leichte bis mäßige Anstiege zu überwinden. Aber wir bewegen uns ja auch in Mittel-gebirgsgelände. Etwa 500 m nach Tüchersfeld halten wir uns an der Straßengabel links in Richtung Unterailsfeld und nach weiteren 1,5 km biegen wir rechts Richtung Hohenmirsberg ab. Diese Route trägt die Nr. BT 12. Nach rund 1 km Waldfahrt wird eine Asphaltstraße überquert und in ländlicher Gegend Pfaffenberg angesteuert. Gut 800 m nach diesem Dorf zweigt rechts ein Schotterweg Richtung Hohenmirsberg (BT 12) ab und führt uns in ein stilles und apartes Tal, das zunächst von Wald gesäumt ist, sich aber bald öffnet und dann schöne Ausblicke bietet. Nach einer Rechtsabzweigung erreicht man die Ortsmitte von Steifling und biegt am Brunnen links ab (BT 12/13). Es folgt jetzt eine Reihe von Abzweigungen: 300 m nach Steifling links, nach weiteren 450 m rechts, an der nächsten Asphaltstraße wieder links und 200 m danach ein letztes Mal rechts (mit Radschild). Einen guten Kilometer weiter erreichen wir dann den höchstgelegenen Punkt der Strecke (ca. 600 m). Die Landschaft bisher war bäuerlich geprägt, Felder wechselten sich mit Wiesen ab und stellenweise boten sich schöne Fernblicke. Die Wege waren durchwegs gut zu radeln, ausgenommen ein Stück nach Steifling, das grob geschottert und alles andere als radfreundlich war.Etwa 500 m nach dem Gipfelpunkt wenden wir uns nach rechts (abgehend vom Schild BT 12) und fahren hinunter nach Hohen-mirsberg zum Gasthof Post. Wenn man sich dort gestärkt hat, geht es schräg gegenüber weiter in Richtung Püttlach. Nach einer letz-ten kurzen Steigung beginnt eine genussvolle, stellenweise auch steile Abfahrt von 2 km, an deren Ende wir im Püttlachtal und im Dorf Püttlach ankommen.Im Püttlachtal nach Pottenstein. In Püttlach halten wir uns an der Durchgangsstraße rechts (BT 13), wählen am Feuerwehrhaus die linke Abzweigung und folgen nun dem stillen Sträßchen, das an der Püttlach entlang nach Süden durch das schmale Tal läuft. Kaum Autos, wenige Menschen, eine abgelegene beschauliche Gegend. Nach 3 km stößt man auf die Straße Pegnitz–Pottenstein, biegt rechts ab und muss sich gleich nach Ende des Weilers Oberhauenstein entscheiden. Entweder setzt man seinen Weg auf der bisherigen Straße fort (BT 13/16), durchquert die Ortschaft Prüllsbirkig (am Straßendreieck links halten) und schwenkt 300 m danach links auf den Pottensteiner Radweg (BT 13) ein, der uns durch Wald und ein Naturschutzgebiet nach Pottenstein bringt. Diese bequeme Variante auf ländlicher Strecke ist ab Oberhauenstein zirka 5 km lang. Die etwas abenteuerlichere Variante führt nach Oberhauenstein links auf einem Waldweg weiter an der Püttlach entlang in ein wildromantisches Tal, dessen Route aber auch wesentlich beschwerlicher ist, zumindest auf einem Teilstück von gut 1 km. Aber der Reihe nach: Man folgt also dem geschotterten Waldweg für knapp 1,5 km, biegt dann an der Gabel rechts Richtung Pottenstein ab und muss nach weiteren 300 m aufpassen. Dort zweigt scharf rechts ein schmaler Waldweg ab (Markierung blauer Balken auf weißem Grund) und erweist sich auf gut 1 km als »Problemstrecke«: schmal, von Fels und Wurzeln durchsetzt, ständiges Auf und Ab. Da muss man auch mal kurz absteigen und schieben. Also alles in allem nichts für Kinder! Danach wird der Weg zusehends besser und breiter und bringt uns schließlich auf komfortabler und reizvoller Strecke nach gut 6 km bis Pottenstein.Das von Resten einer Stadtmauer bewehrte und von bizarren Fels-formationen und Höhlensystemen umgebene Städtchen zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Ausflugs- und Urlaubszielen der Fränkischen Schweiz. Über seinen Dächern thront die um 1100 gegründete Burg, in der 1228–1229 auch die Landgräfin Elisabeth von Thüringen, eine bis heute verehrte Heilige der Katholischen Kirche, Zuflucht gesucht hat. Die Anlage stammt in wesentlichen Teilen aus dem Spätmittelalter und befindet sich heute in Privatbesitz. Dennoch sind Besichtigungen (Burgmuseum) möglich.Das Städtchen selbst erhielt im 14. Jh. die Stadtrechte und zeigt trotz eines verheerenden Brandes 1736 ein ansprechendes Ortsbild. In der Hauptstraße reihen sich malerische Fachwerkfassaden, dort stehen auch die Pfarrkirche St. Bartholomäus (Schnitzwerke), ein Brunnen und mehrere Gasthäuser.n Information: Tel.: 09243/708 41/42; www.pottenstein.den Einkehr: Brauerei-Gasthof Wagnerbräu, Hauptstr. 1, Straßenterrasse; Brauerei-Gasthof Hufeisen, Hauptstr. 36–38, Biergarten (Mo Ruhetag).Rückkehr nach Tüchersfeld. Der Rest unserer Radtour durch die Fränkische Schweiz ist schnell erzählt. Vom Marktplatz in Pottenstein geht es auf der Fischergasse mit schönen Tiefblicken auf die Stadt den schweißtreibenden Bayreuther Berg hinauf und auf der Jugendherbergstraße hinaus (BT 13/15). Nach gut 3 km fol-gen wir der Linksabzweigung Richtung Rackersberg und lassen nach diesem Dorf das Rad für 1 km auf erholsamer Abfahrt hinunter-sausen in die Ortsmitte von Tüchersfeld. Das Felsendorf hat uns wieder!

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied605 m
Dauer1.00 h
TourencharakterDiese Radtour durch die Fränkische Schweiz, den Nordteil der Frankenalb, ist ein steigungsbetonter Kurs, bietet aber auch überraschende Attraktionen: das Felsendorf Tüchersfeld, das reizvolle Püttlachtal und das malerische Pottenstein. Vor der Radtour empfiehlt sich per Auto ein Besuch der Teufelshöhle und der Wallfahrtsbasilika Gößweinstein.
Beste Jahreszeit
KartentippReisekarte Franken: ADAC-Autokarte Bayern Nord, 1:200 000. Radtour Tüchersfeld: Kompass Wander- und Radkarte Nr. 171 Fränkische Schweiz, 1:50 000.
VerkehrsanbindungMit dem Auto ab München/Nürnberg A 9 bis AS Pegnitz, ab Augsburg B 300/A 9.

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