Im Leitzachtalkessel bei Bayrischzell

Ruhige, fast flache Tour auf Radwegen am Fuße des Wendelsteins. Ein Ganztagsausflug, der mit vielen interessanten Attraktionen die Kinderherzen höher schlagen lässt. (Autor: Lisa Bahnmüller)
21 km
20 m
1.00 h
Bayrischzell – Geitau – Wolfsee – Fischbachau – Osterhofen – Bayrischzell.
Vom Parkplatz Seeberg radeln wir am Sportplatz vorbei, queren nach 500 m über eine Brücke die Leitzach und fahren am rechten Ufer entlang. Bei 950 m geht es erneut über eine Brücke ans linke Ufer, jetzt folgen wir den Schildern »Kapellentour«. Mehrere Viehgatter bremsen unser Tempo, nach 3,2km biegen wir links auf die Teerstraße, radeln an Bauernhöfen vorbei und folgen immer weiter unseren Schildern. Bei 5,5km radeln wir durch den kleinen Ort Geitau und überqueren die B307. Weiter geht es neben den Eisenbahnschienen. Am Ort Stauden (9,0km) treffen wir auf die Vorfahrtstraße, hier biegen wir rechts ein. 500m später wenden wir uns erneut rechts dem Schild »Wolfsee« (Bademöglichkeit/Gasthof) nach. Bald passieren wir den Campingplatz. Bei 10,5km halten wir uns rechts, am Waldrand entlang Richtung Birkenstein (Wanderwegschild »W3«). Jetzt erfolgt ein kurzer, steiler Anstieg und gleich darauf erreichen wir an einer Teerstraße Birkenstein (11,8km). Die Wallfahrtskirche und die Gebirgsmühle liegen nur wenige Meter links. Für den Rückweg wenden wir uns an der Teerstraße nach rechts dem Schild »Waldlehrpfad Hammer – Geitau – Bayrischzell« nach. Gleich darauf radeln wir wieder auf einem Forstweg, passieren nach einem kurzen Anstieg eine Schranke und halten uns dann rechts. Jetzt geht es über Serpentinen abwärts. Wir überqueren einen kleinen Bach und folgen rechts wieder den Schildern »Kapellentour«. Bei 15,2km biegen wir links ab und folgen weiter dem Kapellenschild. Nach dem Weiler Dorf halten wir uns vor der Bahnüberquerung links auf dem schmäleren Weg unter der Wendelstein-Seilbahn hindurch und sind bei 17,3km am Bahnhof von Osterhofen, wo wir unsere Beine direkt in der am Weg gelegenen Kneippanlage erfrischen können. Weiter folgen wir unserer »Kapellentour« und überqueren dabei die B307 geradeaus. Bald treffen wir wieder auf die Leitzach, diesmal geht es links über die Brücke, bis wir bei 18,9km auf unseren alten Weg stoßen, dem wir zum Parkplatz (20,0km) zurückfolgen.
Wissenswertes.
Fischbachau: Zur Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt von Birkenstein am Fuße des Breitensteins pilgern noch heute viele Gläubige. Über zwei Geschosse ist der kleine Bau angelegt. Im oberen Geschoss befindet sich das Gnadenbild, der Raum ist ganz im Stil des Rokokos ausgestattet. Nicht weniger als 92 Engel und Putten umflattern das Gnadenbild Maria mit dem Jesuskind. Die Wände sind schier zugekleistert von einer unglaublichen Vielzahl an Votivbildern. Alle haben eines gemeinsam: Sie erzählen von der wundersamen Erhörung ihrer Gebete durch die Muttergottes von Birkenstein.
Bayrischzell: Der Ort liegt am Ende des Leitzachtales unter dem Gipfel des Wendelstein. Vor über 900 Jahren gab es erhebliche Probleme, diese einsame Gegend zu besiedeln. Die Wittelsbacher Gräfin Haziga wollte ein eigenes Hauskloster besitzen. Das war damals Luxus und über- dies ein Statussymbol, das sich so ziemlich alle großen Herrscher leisteten. Eigene Klöster waren praktisch, ersparten sie einem doch das viele Beten und trotzdem war der Platz im Himmelreich gesichert. Leider gehörte besagte Gräfin nicht zu den Allerreichsten und überdies war sie wohl ziemlich sparsam. Sie stiftete ein Kloster im entlegendsten Winkel des Leitzachtales, wo der Grund sowieso nichts wert war. Raues Klima, ungerodeter Wald, wenig Sonne… In dieser unwirtlichen Gegend wollten die frisch angesiedelten Mönche, die zur Kultivierung des Tales beitragen sollten, nicht bleiben. Nach nicht einmal zehn Jahren warfen sie das Handtuch und gaben auf. Das hätte dem Ruf der werten Gräfin erheblich geschadet, deshalb gab sie schnell einen besseren Grund im vorderen Leitzachtal frei, so konnte sie die Mönche zum Bleiben bewegen. Diese gründeten Fischbachau und versuchten sich von hier als Kolonisten. Noch immer kann man in Fischbachau die klösterlichen Bauten besichtigen. Heute ist das von Bergen umrahmte Bayrischzell alles andere wie unwirtlich, es wurde zum beliebten Urlaubsort, der allen Annehmlichkeiten des Tourismus gerecht wird.

kindgerecht ; Gute Erreichbarkeit mit dem Öffentlichen-Personen-Nahverkehr(Bus/Bahn)

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour21 km
Höhenunterschied20 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBayrischzell - Parkplatz Seeberg.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterInmitten schöner Bergwelt an Bachläufen entlang und an belebten Tierweiden vorbei geht es zur sehenswer-ten Wallfahrtskirche Birkenstein, die wegen ihres Kirchenschmuckes und den vielen Votivtafeln begeis-tert. Wen sakrale Kunst nicht so sehr anspricht, der sollte sich auf keinen Fall die Gebirgsmühle entgehen lassen. Auch auf dem Rückweg kann man Stopps einlegen. Man kann die Wendelstein-Seilbahn wenige Meter über sich vorbeiziehen sehen oder sich von einer Kneippanlage zum Wassertreten einladen lassen.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 8, Tegernsee/Schliersee, 1 - 50000.
VerkehrsanbindungMit dem Auto - auf der Salzburger Autobahn A 8, Ausfahrt Bad Aibling, Landstraße Richtung Bayrischzell, der Parkplatz befindet sich 30 m hinterm Ortsschild auf der linken Seite beim Sportplatz. Mit der Bahn: mit der BOB von München nach Bayrischzell, der Ausgangspunkt liegt ca. 400 m südlich des Bahnhofes.
GastronomieGasthof Wolfsee, eine ganz auf Kinder eingestellte Wirtschaft, Café Krugalm, gleich nach Geitau direkt am Radweg gelegen, beliebtes Ausflugscafé in schöner Lage mit Spielplatz.
Tipps
Jedes Jahr zu Maria Himmelfahrt findet an der Wallfahrtskirche Birkenstein eine große Trachtenwallfahrt statt. Eine gute Möglichkeit verschiedene heimische Trachten zu sehen. Gebirgsmühle in Fischbachau - Das kleine, von Wurzelschnitzarbeiten verzierte Blockhaus liegt schräg gegenüber der Einfahrt zur Wallfahrtskirche. Dieses bald 100 Jahre alte mechanische Meisterwerk fasziniert große und kleine Kinder. Bis ins kleinste Detail ist hier der Mühlenalltag liebevoll an einem Modell dargestellt. Viele bewegliche Elemente an den Häusern, kleine Figuren und auch Miniatur-Tiere lassen immer wieder Neues entdecken. Die angebotene Führung entschädigt zusätzlich für den (geringen) Eintrittspreis. Geöffnet täglich bis auf freitags während der Sommermonate. Ein Minigolfplatz in Bayrischzell liegt fast direkt am Start-Parkplatz.
Informationen
Bayrischzell - Alpenfreibad. Fischbachau: Warmfreibad mit großer Rutsche.
Tourismusbüro
Kurverwaltung Bayrischzell, Tel.: 08028/648.
Tags: 
Mehr zum Thema