Entlang der Westküste Rügens

Schöne, meist ebene Streckentour an der kaum touristischen Westküste Rügens. (Autor: Michael Graf)
48 km
214 m
3.00 h
Wir beginnen unsere Tour am Hafen von Altefähr, fahren hoch zur Kirche und orientieren uns Richtung Campingplatz. Von Stralsund kommend erreicht man Altefähr auf dem Radweg über den Frankendamm und den stark befahrenen insgesamt 2,5km langen Rügendamm über den Strelasund. Dabei überquert man auch die Insel Dänholm, auf der in einer Außenstelle des Deutschen Meeresmuseums, dem Nautineum, vor allem größere Objekte zur Fischerei, Meeresforschung und Hydrografie ausgestellt sind.
Alternativ kann man vom Hafen von Stralsund mit dem Schiff übersetzen, denn Altefähr war und ist, wie der Name schon sagt, die Fährstation zwischen der Hansestadt und der Insel Rügen, bevor 1936 der Damm gebaut wurde. Vom Boot aus zeigt Stralsund den beeindruckendsten Blick auf seine Silhouette von Türmen und Toren. Das Innere der hoch gelegenen, von einem Friedhof umgebenen Schifferkirche vom Ende des 15.Jhs. zeugt ebenfalls von der Tradition des Orts als Fährhafen. Neben gotischen Fresken sind dort vor allem Votivschiffe zu sehen, unter anderem die Modelle des Raddampfers »Altefähr« und der Motorfähre »Altefähr2«. Ein Schiff dient auch als Wetterfahne auf dem Ostgiebel. Wir folgen der Radbeschilderung nach Rambin und kurz danach dem Kiesweg Richtung Bodden. Der Weg verläuft anfangs parallel der Küste; nach links hat man einen schönen Blick auf die Silhouette von Stralsund. Vor Bessin hält man sich links, radelt auf Betonstreifen weiter durch Breesen und dort links über Grabitz nach Rambin.
Wir folgen der Radbeschilderung Gingst und gelangen so nach Drammendorf, wo man sich - ohne Radwegweiser - hinter dem Dorf rechts hält und die wenig befahrene Autostraße bei Rothenkirchen erreicht. Auf dieser geht es weiter, bis man sich bei der Priebowschen Wedde links in die Pappelallee nach Dußvitz hält. Dort biegen wir rechts nach Landow, in dessen Mitte eine kleine, renovierungsbedürftige Dorfkirche steht, deren barocke Inneneinrichtung samt Decke und Glocke im Lauf der Zeit verkauft wurden. Auf einem Sandweg erreichen wir Unrow, dort können wir entweder geradeaus auf einem schlecht befahrbaren Sandweg direkt nach Gingst radeln oder links abbiegen und nach Groß Kubitz fahren. Dort geht es entweder auf der schmalen Autostraße rechts weiter nach Gingst, oder erst links und gleich wieder rechts nach Volsitz durch den Wald und so nach Gingst. Hier konzentrierten sich bereits im Mittelalter die Handwerker der Insel, was heute im Handwerksmuseum dokumentiert wird. In einem Rauchhaus aus dem 17.Jh. und einem so genannten Kossatenhaus wird das Dorfhandwerk vom 18. bis zum Beginn des 20.Jhs. lebendig. Die spätgotische Hallenkirche wurde bei einem Brand im Jahr 1726 teilweise zerstört und im barocken Stil restauriert. Daneben liegt romantisch das Pfarrhaus, in dem man auch unangemeldet nach einer Führung durch die Kirche fragen kann. Gegenüber der Kirche radeln wir den Markt entlang und am Ortsende geradeaus. Auf einem Betonplattenweg geht es bis zur viel befahrenen Straße, auf der wir leider links nach Trent radeln müssen. An der sehenswerten Kirche vorbei fährt man noch ca. 3km, bis man links nach Udars einbiegt und endlich die durch den ständigen Verkehr sehr unangenehme Straße verlassen kann. Nun folgt jedoch ein schöner Weg, der hinter Udars am Ufer der Udarser Wiek bis zum Hafen nach Schaprode führt. Es handelt sich hier um einen der ältesten Orte auf der Insel, dessen Kirche vom Anfang des 13.Jhs. die drittälteste der Insel ist und im Inneren noch reichen ornamentalen Schmuck und eine spätgotische Triumphkreuzgruppe aus der Zeit um 1500 besitzt. Der Dorfkern weist noch schöne backsteinerne Häuser mit Rohrdächern rund um die Kirche auf. Vom Schaproder Hafen starten die meisten und die kürzesten Fährverbindungen nach Hiddensee. Gleich daneben liegt das urtümliche »Gasthaus Keil«. Rückfahrt: Von Schaprode nur mit dem Bus, Auto oder Rad.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour48 km
Höhenunterschied214 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
Ausgangspunkt(Stralsund) - Altefähr.
EndpunktGingst.
TourencharakterVon der Hansestadt Stralsund, dem Tor zur Insel Rügen, starten wir unsere Streckentour entlang der grünen und flachen Westküste der beliebten Ferieninsel bis nach Schaprode.
Hinweise
Die meisten Orte auf Rügen sind nicht an das DB-Netz angebunden, es fahren aber zahlreiche Busse, die oft auch Fahrräder transportieren (Tel. 03838/19449, www.rpnv.de)
KartentippKompass Wander- und Radtourenkarte Insel Rügen 1:50000.
MarkierungenRügenrundweg und lokal.
VerkehrsanbindungAltefähr ist per Fähre oder mit dem Zug über Stralsund zu erreichen.
GastronomieWenige Einkehrmöglichkeiten auf der Strecke; Schaprode: Gasthaus Keil am Hafen.
Tipps
Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund ist einen Besuch wert (s. Öffnungszeiten). Zahllose Ausstellungsobjekte, u.a. das 16m lange Skelett eines Finnwals, zeigen anschaulich Themen der Meereskunde und speziell die Flora und Fauna der Ostsee. Auch die Seefischerei ist dargestellt. Besonderer Anziehungspunkt ist das Meeresaquarium. In Stralsund lohnt sich allein wegen des Blicks auf die Stadt eine Hafenrundfahrt. Oder setzen Sie, ebenfalls mit der Weißen Flotte (Tel. 03831/268138, www.weisse-flotte.com), vom Stralsunder Hafen mit der Fähre nach Altefähr über. Fährverkehr besteht auch nach Hiddensee (Reederei Hiddensee, Tel. 038300/50169, www.reederei-hiddensee.com).
Informationen
Rügen ist mit 926km2 die größte Insel Deutschlands. Sie verfügt über 750km sehr unterschiedliche Küste: Sandstrände im Südosten, Kreidefelsen im Norden und Nordosten und Boddenküsten im Westen. Es gibt auch drei Naturschutzgebiete: der Naturpark Jasmund, das Biosphärenreservat Südost Rügen und Teile des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft, die sich auf Ummanz und Hiddensee erstrecken. Das Innere der Insel ist stark durch die ehemaligen LPGs der DDR-Zeit geprägt, hier finden wir riesige Anbauflächen. Heute dominiert der Tourismus, der sich vor allem auf die Seebäder im Osten, auf Sass-nitz, Binz, Sellin, Baabe und Göhren konzentriert. Die lange Tradition der Erholung an der See zeigt sich im ehemaligen Luxusbad Putbus, das im 19.Jh. für den Hochadel errichtet wurde. Die Dampf-Schmalspurbahn Rasender Roland verbindet die Seebäder von Lauterbach bis Göhren. Bis 1971 gab es sogar ein funktionierendes Schmalspurnetz über die ganze Insel.
Unterkunft
Mehrere Hotels und Pensionen in Stralsund, Campingplatz in Altefähr (mit der Fähre oder über den Rügendamm zu erreichen).
Tourismusbüro
Stadt-Information, Alter Markt 9, 18439 Hansestadt Stralsund, Tel. 03831/24690, Fax 03831/246949, Internet: www.stralsund.de. Tourismus-Info, Fährberg 9, 18573 Altefähr, Tel. 038306/75424, Fax 038306/75056. Internet: www.Altefaehr.de, www.ruegen.com.

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