Durch die Rostocker Heide

Landschaftlich unterschiedliche Tour durch die Rostocker Heide und entlang des Boddens auf kleinen Wegen: Ribnitz-Damgarten - Klockenhagen - Jagdschloss Gelbensande - Wiethagen - Graal-Müritz - Ribnitz-Damgarten (Autor: Michael Graf)
44 km
20 m
3.00 h
Die ehemalige Grenzstadt Ribnitz-Damgarten: Beherrschend in Ribnitz ist die dreischiffige, spätgotische Backsteinkirche St. Marien mit ihrem hohen Turm, von dem man nach über 200 Stufen Aufstieg einen weiten Ausblick hat. Das mächtige und prächtige Rostocker Tor zeugt als letztes von fünf Toren ebenfalls von der Bedeutung der ehemaligen Grenzstadt. Die Ribnitz war die Grenze zwischen Mecklenburg und Vorpommern. Im weitgehend original erhaltenen Klarissinnenkloster, 1323/24 von Heinrich II. dem Löwen von Mecklenburg als Damenstift gegründet, finden sich im Inneren der einschiffigen Kirche u.a. spätgotische Holzplastiken und ein Renaissancesteingrab von 1556. Das angegliederte Bernsteinmuseum – auch für Kinder sehr interessant – enthält die reichste Sammlung an Bernsteinen in Deutschland. Öffnungszeiten: tägl. 9.30–18 Uhr. Von Ribnitz-Damgarten nach Wiethagen: Vom Rathaus an der Kirche vorbei durch das mächtige Rostocker Tor. Am Kreisel halblinks auf einem schlechten Plattenweg, dann rechts/links, hinter den Häusern weiter, nach der Rechtskurve gleich links bis zur Straße. Auf dem gegenüberliegenden Radweg nach linksweiter bis kurz vor der Tankstelle. Hier rechts der Beschilderung Klockenhagen/Graal-Müritz nach in die Alte Klockenhäger Landstraße. Auf dem Radweg geht es bis nach Klockenhagen. Hier geradeaus über die Ampel, auf dem Radweg in den Ort und dort links zum Freilichtmuseum. Einige Gebäude des Dorfes Klockenhagen begründeten die Anlage des Freilichtmuseums, die immer noch erweitert wird. Zu sehen sind niederdeutsche rohrgedeckte Bauernhäuser, Scheunen, ein Ziehbrunnen, ein Backhaus, Landarbeiter-Katen aus dem 17. bis 19. Jh. sowie eine hölzerne Bockwindmühle. Das älteste Haus ist von 1671, wie die Inschrift über dem Tor mitteilt, und besitzt einen der schönsten Schaugiebel Mecklenburg-Vorpommerns. Es handelt sich um ein niederdeutsches Hallenhaus, einen Haustyp, der Mensch und Tier unter einem Dach vereint. Ein zweireihiges, hölzernes Ständerwerk trägt das Dach, wie im Museumsrestaurant gut zu erkennen ist, und so ergeben sich drei Schiffe mit der klassischen Diele in der Mitte, die Ställe für das Vieh, Scheune für die Ernte und schließlich Unterkunft für die bäuerliche Familie mit dem Gesinde boten. Öffnungszeiten: tägl. 9–17 Uhr. Am Freilichtmuseum geradeaus weiter auf dem Kiesweg (Altheider Weg) bis zur Querstraße. Hier rechts (keine Beschilderung) bis zur Kreuzung vor Neu-Hirschburg. Es geht links Richtung Gelbensande, dann bei der Schranke geradeaus in den Wald der Rostocker Heide. Auf dem Waldweg bis zur Schranke, hier links in einen kleineren Weg (Beschilderung Schloss Restaurant). Kurz danach erreicht man das Jagdschloss Gelbensande. Gebaut wurde das Jagdschloss Gelbensande 1885/86 für den lungenkranken Friedrich Franz III. von Mecklenburg im Cottage-Stil. Dies zeigt sich deutlich in seiner Fachwerkkonstruktion, die mit gedrechselten und geschnitzten Holzteilen die Backsteinfassade durch Türmchen, Erker und Loggien romantisch auflockert. Der russische Doppeladler weist auf die Verbindung der Mecklenburger mit dem russischen Zarenhaus hin. Im Inneren ist die Originalausstattung zum großen Teil noch erhalten, u.a. die Warmluftheizung. Es gibt auch ein Restaurant mit schöner Außenbewirtschaftung. Öffnungszeiten Museum: tägl. 11–17 Uhr. Nach dem Schloss nach rechts auf den historischen Rad und Wanderweg, auf einer schönen Lindenallee erreicht man Gelbensande. An der Querstraße links, in der Linkskurve geradeaus (Wegweiser Köhlerhof) und gleich wieder rechts in den Meiers-Hausstelle-Weg. Nun wieder durch den Wald bis zu Meyers Hausstelle. Die idyllisch gelegene Meyers Hausstelle bezeichnet einen Schuster, der an diesem Ort geduldet wurde, obwohl er nach der Rostocker Zunftordnung hier nicht hätte arbeiten dürfen. Es gab jedoch weit und breit keinen Schuster. (3km) An Meyers Hausstelle links, wieder durch den Wald auf teilweise schlechtem Weg mit losem Sand, bis es links zum Forst- und Köhlerhof abgeht. Im Forst- und Köhlerhof von Wiethagen, einem technischen Denkmal von 1837, zeigt noch ein kleiner aktiver Teerschwelofen die früher weit verbreitete Tätigkeit eines Köhlers. Eine Teerausstellung, ein Forstmuseum und ein Baumund Naturlehrpfad runden den Besuch der Teerschwelerei ab. Öffnungszeiten: April–Sept. 9–16 Uhr. Von Wiethagen nach Ribnitz-Damgarten: Vom Köhlerhof wieder zurück auf den Sandweg, hier links weiter, über die Bahnlinie bis zur Asphaltstraße. Dort rechts und nach dem Linksbogen, beim Stadtforstamt, rechts in die Wiethäger Schneise. Entlang des Ruhe Forst auf dem Sandweg bis zur befahrenen Autostraße. Vorsicht beim Überqueren! Es geht immer geradeaus weiter, teils schlechter Sandweg, bis wir auf den quer laufenden Sandweg des Ostseeküsten- Radwegs stoßen (keine Beschilderung) und diesem nach rechts bis Graal-Müritz folgen. Am Kreisel am Ortsanfang von Graal-Müritz rechts, dann links in die Parkstraße, am Heimatmuseum vorbei und vor dem Kurpark rechts auf den linksseitigen Radweg. Am Kreisel rechts, an der neoromanischen Kirche vorbei bis zur Durchgangsstraße. Auf dem Radweg nach links, beim Bahnhof geradeaus in den Wald (Graaler Landweg). Bei der Autostraße nach rechts auf den Radweg, der sich dann auf der linken Seite fortsetzt. Der Weg führt von der Kiesstraße weg, wird breiter und läuft an Neuhaus entlang. Die Naturschatzkammer mit Pilz-, Insekten- und Vogelmuseum und Paradiesgarten ist ein privates Museum und zeigt ca. 250 Pilzarten, ca. 2000 Arten der schönsten Schmetterlinge der Welt und ca. 200 Präparate einheimischer Vogel- und Säugetierarten. Öffnungszeiten: Mai–Okt. Di–So 9–11.30 Uhr und Di–Sa 13– 17 Uhr. Eine Eichenallee führt durch Wiesen zur Straße, man quert diese und fährt Richtung Ribnitz geradeaus auf dem Betonplattenweg. Beim Bernsteinsee bei Körkwitz erreicht man die Autostraße, quert und fährt auf dem schlechten Betonplattenweg bis Ortsende, nach der Brücke links auf den gepflasterten Boddenradweg. Dieser führt sehr schön entlang des Ribnitzer Sees bis zum Hafen von Ribnitz. Zum großen Marktplatz sind es nach rechts nur wenige Meter.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour44 km
Höhenunterschied20 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktRibnitz-Damgarten
EndpunktRibnitz-Damgarten
TourencharakterAuf schattigen Waldwegen führt diese Rundtour durch die abwechslungsreiche Rostocker Heide, die neben ihren Naturschönheiten auch kulturgeschichtliche Sehenswürdigkeiten zu bieten hat.
Beste Jahreszeit
KartentippADFC-Regionalkarte, Rügen/Fischland-Darß, 1:75000, BVA
MarkierungenTeils Radbeschilderung, teilweise nur Wanderbeschilderungen.
VerkehrsanbindungVon Born a. Darß mit dem Fahrradbus oder mit dem Schiff.
GastronomieKlockenhagen: im Freilichtmuseum. Gelbensande: schöne Außenbewirtschaftung. Wiethagen: Grillmöglichkeit im Forst- und Köhlerhof. Mehrere Gaststätten in Graal-Müritz und Ribnitz-Damgarten
Informationen
Die Rostocker Heide: Nordöstlich der Hansestadt Rostock liegt die Rostocker Heide. Die Stadt erwarb das 400 qm große Gebiet 1252 von Fürst Borwin III. und seit dieser Zeit ist es städtischer Besitz und trägt den Namen der Stadt. Die Heide darf man sich nicht als baumloses, mit Heidekraut bewachsenes Gelände vorstellen; es ist vielmehr eines der letzten großen Waldgebiete an der deutschen Ostseeküste. Nadelwald, Mischwald, Moor- und Heidelandschaften wechseln sich in diesem Landschaftsschutzgebiet ab. Während der DDR-Zeit war die Hälfte der Rostocker Heide militärisches Sperrgebiet mit Panzerschießplatz und Raketenstellungen. Aufgrund der Munitionsbelastung sind manche Gebiete heute noch gesperrt (Lebensgefahr!).
Unterkunft
Ribnitz-Damgarten: zahlreiche Ferienhäuser und Pensionen
Tourismusbüro
Ribnitz-Damgarten: Stadtinformation Bernsteinstadt Ribnitz-Damgarten, Am Markt 14, www.ribnitz-damgarten.de
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