DIE SCHÖNBORN-ROUTE VON BRUCHSAL NACH SPEYER

Bequeme Streckentour in der Rheinebene; asphaltierte und befestigte Rad- und Wirtschaftswege; einzelne Abschnitte auf Straßen; von Rheinhausen mit einer Fähre über den Rhein (Fahrzeiten beachten; wenn der Fährbetrieb eingestellt ist, auf die Alternativstrecke über Altlußheim und die Rheinbrücke Speyer ausweichen). (Autor: Ute und Peter Freier)
64 km
40 m
4.00 h
Bruchsal - Vom Parkplatz bei den Sportanlagen von Bruchsal fahren wir in der Schwetzinger Straße zurück, biegen an einem Parkplatz links ab in den Giesgrabenweg (Radmarkierung: Schönborn-Route) und unterqueren eine Bahnlinie. Da im vor uns liegenden Schlosspark Radfahren nicht erlaubt ist, wenden wir uns nach links und folgen der Straße Am Schlossgarten entlang des Parks zum Damianstor, wo wir rechts einen Fuß- und Radweg, dann in der Schönbornstraße die Vorderfront des Schlosses erreichen.Von Bruchsal nach Waghäusel: Wir kehren in die Straße am Schlossgarten zurück, wenden uns nach rechts und folgen der Forster Straße nach Forst. Am Ortsbeginn führt die Route nach rechts am Ortsrand entlang und am Freizeitgelände Heidesee vorbei zu einem breiten Forstweg am Rand des ausgedehnten Lußhardtwalds; linker Hand in geringer Entfernung ein Tier- und Vogelpark. Wir halten uns rechts, folgen dem schnurgeraden Forstweg in Richtung Bad Schönborn-Kronau, passieren nach drei Kilometern die links im Wald stehende St.-WendelinKapelle und wenden uns an der nächsten Wegkreuzung nach links.Wiederum auf einem schnurgeraden Forstweg überqueren wir die A5 Karlsruhe–Heidelberg und erreichen einen Baggersee beim Ort Wiesental. Entlang des Wagbachs führt unser Weg am Ort vorbei nach Waghäusel und durch den Ort zum Schloss Eremitage und der Wallfahrtskirche Waghäusel.Schloss Eremitage und Wallfahrtskirche Recht jung ist die Siedlung Waghäusel, die in der Nähe des im Jahr 1724 erbauten Lust- und Jagdschlosses des Fürstbischofs Schönborn entstand. Im 19. Jahrhundert wurde die Anlage an die Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation, heute Südzucker AG, verkauft, die eine große Zuckerfabrik errichtete. Winzig wirkt das Schlösschen neben der Industrieanlage und ebenso fehl am Platz wie die Wallfahrtskirche. Der Bau der ersten Kapelle »Zum Waghus« soll auf ein wundersames Ereignis zurückgehen: Im Jahr 1435 wollte ein Schäfer mit einem Kahn seine Schafe vor dem Hochwasser retten, wagte sich aber nicht in die Fluten, bis ihn eine Stimme aus einem Marienbildnis mit den Worten »Wag’s, wag’s!« ermunterte. Er vertraute der Stimme und rettete seine Schafe. Über den Rhein nach Speyer: Kurz nach der Eremitage überqueren wir sowohl die B36 als auch eine Bahnlinie und fahren zwischen Oberhausen zur Linken und dem Freizeitzentrum Erlichsee hindurch zum Ortsende von Oberhausen und nach Rheinhausen. Auf der Hauptstraße geradeaus durch den Ort, vorbei am Gasthof Alte Post, erreichen wir die Anlegestelle einer Rheinfähre für Fußgänger und Radfahrer.Am westlichen Rheinufer – nun befinden wir uns in Rheinland-Pfalz – umfahren wir eine Erdölraffinerie nach rechts und durchqueren ein Industriegebiet mit einer Hafenanlage. Vorbei an einem Freibad, einem Technik-Museum sowie einem IMAX-Filmtheater und unter der B39 hindurch, gelangen wir an einen weitläufigen Parkplatz, halten uns nach links zum Historischen Museum der Pfalz und erreichen den Domplatz, wo die Längsachse durch die Altstadt (Fußgängerzone; frei für Radfahrer) beginnt. Speyer: Der Dom ist das größte romanische Bauwerk auf deutschem Boden und Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Ungewöhnlich hoch ist der gewaltige, streng wirkende Innenraum, der in seinen Maßen alles übertraf, was bis zum 11. Jahrhundert gebaut worden war. Eine mächtige Kirche sollte es werden, das hatte der Salierkaiser HeinrichIV. gelobt, weshalb er das im Jahr 1061 eingeweihte Bauwerk bereits 20 Jahre später in großem Maßstab umbauen und erweitern ließ. Sowohl er als auch der Erbauer des Doms sowie weitere Angehörige des mächtigen Adelsgeschlechts der Salier, die in Speyer einen umfangreichen, palastartigen Herrenhof besaßen, eine sogenannte Pfalz, und zwischen 1024 und 1125 vier deutsche Kaiser stellten, wurden im Königschor der Kirche beigesetzt. Bei der Zerstörung der Stadt im Jahr 1689 durch die Truppen des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. wurden die Gräber aufgebrochen und durchwühlt. Um 1900 wurden in einer wissenschaftlichen Untersuchung die Gräber erneut geöffnet und anschließend die Skelettreste wieder bestattet. Über den Särgen wurde ein Gruftgewölbe errichtet, das man durch die vierschiffige, schlichte Krypta betritt, die als »schönste Unterkirche der Welt« bezeichnet wird. Aus der glanzvollen Zeit, als in Speyer, einer der wichtigsten freien Reichsstädte des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, rund 50 Reichstage stattfanden, ist aufgrund der Zerstörung durch die französischen Truppen wenig erhalten. Nur der östliche Teil des Doms, einige Gebäude sowie eines der Stadttore, das Altpörtel (13. Jahrhundert), mit 55 Metern Höhe einer der höchsten Tortürme Deutschlands, blieben stehen. Vom Stadttor führte die breite Hauptstraße, die heutige Maximilianstraße, geradeaus zum Dom, auf den auch alle anderen, in der Form eines Fächers angeordneten Straßen zuliefen. Beim Wiederaufbau Anfang des 18. Jahrhunderts blieb dieser Grundriss erhalten, die Gebäude jedoch wurden im Stil des Barock errichtet, u.a. das Rathaus und die Dreifaltigkeitskirche mit bemaltem Holzgewölbe sowie Holzschnitzereien.In einem der ältesten Viertel der Stadt südlich der Maximilianstraße und unweit des Doms wurden um das Jahr 1080 Juden angesiedelt. Aus jener Zeit erhalten ist der kultische Mittelpunkt des Judenviertels, der Judenhof mit Judenbad: eine unterirdische Anlage, die der rituellen Reinigung diente und als größtes Bauwerk dieser Art in Deutschland gilt.Wer sich eingehender mit der Geschichte der Stadt befassen möchte, sollte das Historische Museum der Pfalz besuchen. Rückweg nach Bruchsal: Auf dem gleichen Weg, auf dem wir nach Speyer gelangten, kehren wir nach Bruchsal zurück.Vorschlag für eine verkürzte Tour: Als Ausgangs-/Endpunkt den Parkplatz bei den Sportanlagen von (Waghäusel-)Wiesental anfahren und entweder Bruchsal (hin und zurück 37 km/2,5 Std.) oder Speyer (hin und zurück 31 km/2 Std.) ansteuern.

BADEMÖGLICHKEITEN - Freibäder in Bruchsal, Waghäusel und Speyer; Badeplätze am Heidesee bei Forst und am Erlichsee bei Oberhausen; Freibad und Baggersee-Badeplätze in Speyer.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour64 km
Höhenunterschied40 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBruchsal.
EndpunktBruchsal.
TourencharakterBenannt wurde die Radroute nach dem Fürstbischof Damian Hugo von Schönborn, der um 1720 seine Residenz von Speyer nach Bruchsal verlegte. Zwischen Speyer und Bruchsal verläuft auch diese markierte Radstrecke. Über den Rhein nach Speyer gelangt man mittels einer Fähre, die jedoch nicht immer verkehrt; Fahrzeiten - Karfreitag–Mitte Okt. Fr. 11–20, Sa/So/Feiertag 9–20 Uhr, alle 30 Minuten.
Hinweise
BADEMÖGLICHKEITEN - Freibäder in Bruchsal, Waghäusel und Speyer; Badeplätze am Heidesee bei Forst und am Erlichsee bei Oberhausen; Freibad und Baggersee-Badeplätze in Speyer.
KartentippRadwanderkarte des Landesvermessungsamts Baden-Württemberg, Blatt 58 (Rhein-Neckar), 1 - 100000.
MarkierungenDurchgängig Schönborn-Route.
VerkehrsanbindungPkw - A5 Basel–Frankfurt, Ausfahrt 42 (Bruchsal) und B35 in Richtung Bruchsal; nach 1 km in einer Rechtskurve der Straße geradeaus und nach 800 m rechts in die Stadtmitte; nach weiteren 500 m an Kreuzung links abbiegen in die Schwetzinger Straße zu Parkplätzen bei Sportanlagen/Freibad. Bahn: Bruchsal ist Station an der Linie Karlsruhe–Heidelberg.
GastronomieIn Bruchsal; im Tier- und Vogelpark Forst; am Ortsbeginn Wiesental und in der Ortsmitte; in Waghäusel; am Erlichsee bei Oberhausen; in Rheinhausen und nahe der Fähranlegestelle der Gasthof Alte Post; in Speyer.
Tipps
BAROCKSCHLOSS BRUCHSAL - Die Schlossanlage besteht aus 50 Einzelgebäuden, symmetrisch gruppiert um den weitläufigen Ehrenhof. Mit dem Bau dieser weitläufigen Anlage erfüllte sich der aus einer mächtigen Familie stammende Kardinal Damian Hugo von Schönborn, Bischof von Speyer, seinen Wunsch nach einer prunkvollen Residenz mit Park, doch er erlebte die Fertigstellung nicht. Seine Nachfolger setzten die Arbeit fort und nutzten das Schloss als Residenz, bis es in der napoleonischen Säkularisation (1803) enteignet wurde und an den Großherzog von Baden fiel. Knapp 30 Jahre lang wurde noch Hof gehalten, dann wurden Teile der wertvollen Einrichtung versteigert und in den Räumen Behörden untergebracht. Im Februar 1945 wurde das Schloss, wie 80 Prozent der Stadt, durch alliierte Luftangriffe zerstört. Nach dem Wiederaufbau können das von Balthasar Neumann geschaffene Treppenhaus und die Prunkräume im Hauptgebäude wieder besichtigt werden. Im Hauptgebäude sind drei Museen untergebracht.
Tourismusbüro
Touristcenter, Am Alten Schloss 2, 76646 Bruchsal, Tel. 07251/50594-60, www.bruchsal.de; Tourist-Information Speyer, Maximilianstr. 13, 67346 Speyer, Tel. 06232/142392, www.speyer.de

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