Auf dem Donau-Radweg über die Schwäbische Alb

Von Tuttlingen bis nach Sigmaringen führt diese Etappe ohne nennenswerte Steigung durch das herrliche Tal, das die Donau durch die Schwäbische Alb geschnitten hat. (Autoren: Bernhard Irlinger, Michael Reimer, Wolfgang Taschner)
55 km
805 m
3.00 h

Auf dem Donau-Radweg über die Schwäbische Alb

Von Tuttlingen nach Stetten

Wir beginnen die Tour am nördlichen, dem Stadtzentrum von Tuttlingen gegenüberliegenden Ufer der Donau. Am Ufer entlang führt uns der Donauradweg unter einer Straßenbrücke hindurch zur Wördenbrücke. Auf ihr über den Fluss und links auf dem Uferweg nach Ludwigstal. Hier radeln wir auf schmaler Brücke über die Donau und biegen hinter der Bahnlinie nach rechts. Nun entlang der Gleise bis vor Nendingen, nach rechts über den Bahnkörper und geradewegs durch den Ort. Durch Wiesen geht es jetzt geradewegs nach Stetten. Wir radeln links haltend sanft aufwärts in das Ortszentrum.

Abstecher nach Mühlheim

Von hier ist nach rechts über die Donau ein Abstecher zur Altstadt von Mühlheim möglich. Dort kann man sich von der romantischen, mit einer Stadtmauer umgebenen Altstadt verzaubern lassen. Durch das Stadttor gelangt man zu den alten Fachwerkhäusern, dem gotischen Rathaus und dem Schloss. Von der Altstadt kehrt man auf der nach Kolbingen ausgeschilderten Straße zurück zur Hauptroute, die man nördlich der Donau auf der Straße durch das Neubauviertel von Mühlheim wieder erreicht. Felsen überragen die steilen Talhänge. Wir radeln in Stetten jedoch auf der Hauptroute des Donauradweges rechts am Gasthof Schlüssel vorbei und biegen nach der Bahnlinie rechts ab. Der Donauradweg führt uns geradewegs zur Hauptstraße im Neubauviertel von Mühlheim. Auf ihr nach links und nach kurzer Strecke rechts auf die zur Altstadt ausgeschilderte Nebenstraße. Wir fahren an der romantischen Galluskirche, die sehenswerte Chorfresken aufweist, vorbei. Hinter dem Gotteshaus halten wir uns rechts und radeln in das nun autofreie Donautal. Links der Donau führt uns der ruhige Weg durch das gewundene Tal nach Fridingen. Dort kurz aufwärts zur Hauptstraße, auf ihr nach rechts und bei erster Gelegenheit rechts in eine Nebenstraße. Wir fahren am linken Donauufer durch den Ort.

Das Städtchen weiß mit einem malerischen Ortszentrum zu gefallen. Im kleinen Ifflinger Schloss, das im 15. Jahrhundert erbaut wurde, ist heute das Heimatmuseum untergebracht. Vom Ortsende fahren wir durch das autofreie Tal in weitem Bogen um einen Bergsporn. Nahe einer Versinkungsstelle, an der Donauwasser vom verkarsteten Untergrund verschluckt wird, überqueren wir den Fluss. Die steilen Hänge rücken nun nahe zusammen und wir dringen rechts des Flusses in das wildromantische Tal vor. Ein kurzer Zwischenanstieg bringt uns über einen Bergsporn und vorbei am Gasthof Jägerhaus radeln wir durch das stille Tal nach Beuron. Der Radweg führt kurz aufwärts zur Straße, auf der links das nahe Kloster zu erreichen ist. Die weit ausladenden Gebäude des 1077 gegründeten Klosters beherrschen das Tal. 1687 wurde das Augustinerkloster in den Rang einer Abtei erhoben. In der Folgezeit wurden die alten Gebäude durch den mächtigen barocken Bau ersetzt. Zentraler Blickfang ist die Barockkirche. Der Innenraum ist mit üppigem Rokokostuck und farbenfrohen Deckenfresken ausgeschmückt. In der Gnadenkapelle findet man eine spätgotische Pietà. Nahe dem Kloster führt eine alte, aus Holz erbaute Brücke über die Donau.

Im Land der Burgen und Schlösser

Wir bleiben rechts der Gleise und überqueren bald auf neuem Steg den Fluss. Der Weg leitet uns vorbei an der Mauruskapelle um einen Bergsporn. Im Süden liegt hoch über der Talschlinge, nur durch einen schmalen Steig vom Talgrund aus zu erreichen, die imposante Burg Wildenstein. Im 13. Jahrhundert wurde die Burg errichtet, die im 16. Jahrhundert zu einer starken Renaissancefestung erweitert wurde. Rund um den Burghof gruppieren sich die ausgezeichnet restaurierten Gebäude, in denen heute eine Jugendherberge untergebracht ist (Tel. 07466/411). In der Burgkapelle befindet sich die Kopie des berühmten Wildensteiner Altars.

Ein weiterer Steg bringt uns wieder auf die rechte Donauseite. Bald liegt vor uns auf steilem Fels Schloss Werenwag. Im 11. Jahrhundert wurde auf einem Steilfels hoch über der Donau eine erste Burg errichtet, die im Laufe der Jahrhunderte zu einem Schloss umgebaut wurde. Die malerischen Gebäude, die heute zu sehen sind, entstanden vom 17. bis zum 19. Jahrhundert. Wir lassen es mit dem Anblick vom Talboden aus bewenden, denn die steile Auffahrt lohnt nicht, da das Schloss sich in Privatbesitz befindet und nicht besichtigt werden kann.

Am Ortsrand von Hausen im Tal bleiben wir rechts der Donau und radeln geradewegs über die Hauptstraße. Vorbei am Gasthof Neumühle führt uns der Radweg nach Thiergarten. Kurz nach dem Ort überqueren wir nahe der im 16. Jahrhundert erbauten Georgskapelle, die als kleinste dreischiffige Basilika in Europa gilt, auf einem neuen Brückchen den Fluss und folgen dem Radweg bis zu einer Teerstraße. Auf ihr radeln wir unterhalb von Schloss Gutenstein über die Donau und geradewegs durch Gutenstein bis zu einer Vorfahrtsstraße. Auf ihr kurz nach links und nach den Gleisen rechts abbiegen. Jetzt am rechten Donauufer entlang, bis wir nach dem Jugendzeltplatz auf die nördliche Talseite wechseln. Dietfurt, das von der auf einem steilen Felskegel gelegenen Burgruine überragt wird, bleibt rechts liegen. Der Radweg führt immer nahe der Gleise nach Osten. Bald versteckt sich links im Waldhang die malerische Ruine der auf steilem Felszacken erbauten Burg Gebrochene Gutenstein.

Zum malerischen Hohenzollernschloss in Sigmaringen

Hinter dem Bahnhof Inzigkofen rechts auf der Teerstraße über die Donau und in Kurven hinauf nach Inzigkofen. Am Ortsrand folgen wir der Beschilderung links durch den Schlosspark zum ehemaligen Kloster. Es wurde im 14. Jahrhundert gegründet und im 19. Jahrhundert zu einem Landsitz für die Familie Hohenzollern-Sigmaringen umgestaltet. In der ehemaligen Klosterscheune ist heute ein Bauernmuseum untergebracht. Sehenswert ist die 1780 erbaute barocke Klosterkirche mit schönem Emporengitter. Nahe der Klosterkirche knickt unser Weg nach links ab und wir lassen die Räder zur Donaubrücke in Laiz hinabrollen. Wir fahren über die Hauptstraße und folgen dem Weg am rechten Donauufer. Am Campingplatz bieten sich zwei Varianten an. Entweder man hält sich links, bleibt am Donauufer und umfährt die Altstadt von Sigmaringen. Oder man fährt rechts und folgt der Antonstraße, die zum Stadtzentrum von Sigmaringen hinaufführt.

Die Hohenzollernstadt Sigmaringen

1077 wurde zum ersten Mal die Burg auf dem die Donau beherrschenden Fels erwähnt, in deren Schutz sich Sigmaringen entwickelte. Im 17. Jahrhundert wurde die Burg erweitert und im 18. Jahrhundert Sigmaringen in eine barocke Residenzstadt verwandelt. 1806 wurde die Stadt Zentrum des Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen und fiel 1850 an das verwandte Haus Preußen. Nach einem Großbrand im Jahre 1893 wurde das Schloss gemäß dem romantisierenden Geschmack jener Zeit umgestaltet. Im Schloss sind umfangreiche Sammlungen untergebracht, deren Exponate von vorgeschichtlicher Zeit bis ins 19. Jahrhundert reichen. In der Stadt besticht die im 18. Jahrhundert errichtete Kirche St. Johannes mit ihrer prachtvollen Ausstattung. Die Josephskapelle birgt die wertvollen Flügeltüren eines gotischen Schreins. In der Altstadt erinnert der Runde Turm an die alte Stadtbefestigung.


Fahrtzeiten: Tuttlingen – Fridingen 1 Std. – Beuron 45 Min. – Hausen im Tal 30 Min. – Thiergarten 30 Min. – Sigmaringen 1 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour55 km
Höhenunterschied805 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktDas Donauufer in Tuttlingen
EndpunktDas Stadtzentrum von Sigmaringen
TourencharakterDer Donaudurchbruch durch die Schwäbische Alb zählt zweifellos zu den eindrucksvollsten Abschnitten des gesamten Donau-Radweges. Helle Kalkfelsen, an die sich malerische Burgen und Schlösser klammern, überragen die Wiesen, Dörfer und Klöster im tief eingeschnittenen, teils autofreien Talgrund.
Beste Jahreszeit
KartentippADFC-Radtourenkarte 1:150000, Blatt 25 Bodensee – Schwäbische Alb.
VerkehrsanbindungAnfahrt: Tuttlingen liegt östlich der Ausfahrt Geisingen von der A 81 im Donautal. Anreisemöglichkeit mit der Bahn.
Rückfahrt: Sigmaringen liegt im Tal der Donau an der B 32. Rückkehrmöglichkeit mit der Bahn.
GastronomieIn Nendingen, Stetten, Mühlheim, Fridingen, im Jägerhaus, in Beuron, Hausen im Tal, Neidingen, in Thiergarten, Gutenstein, Inzigkofen, Laiz und Sigmaringen.
Tipps
Romantische Einkehr: Wer eine Nacht im einsamen, wildromantischen Durchbruchstal der Donau verbringen möchte, der findet im Gasthaus Jägerhaus eine Unterkunft im autofreien Talabschnitt zwischen Fridingen und Beuron (Tel. 07466/254).
Unterkunft
In Nendingen, Mühlheim, Fridingen, Beuron, Hausen im Tal, Neidingen, Thiergarten, Gutenstein und Inzigkofen. In Sigmaringen: große Auswahl an Hotels und Gasthöfen; Hohenzollern-Jugendherberge, Tel. 07571/13277.
Tourismusbüro

Tourist-Info Sigmaringen, Fürst-Wilhelm-Str. 15, 72488 Sigmaringen, Tel. 07571/106223, Fax 07571/106221, www.sigmaringen.de; Verkehrsamt Mühlheim, Tel. 07463/8903; Verkehrsamt Fridingen, Tel. 07463/8370; Bürgermeisteramt Hausen im Tal, Tel. 07579/9210-0.

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