Stepbergalm und Enningalm

Vom Pflegersee bis zur Enningalm überwiegend Forststräßchen und Almwege. Der Übergang zur Stepbergalm erfolgt auf Bergsteig, ebenso der Abstieg auf dem Stepbergalpensteig (recht steil). Der Kramerplateauweg ist ein breit angelegter Wanderweg, der Kellerleitensteig ein schmaler, aber gut begehbarer Bergweg. Pflegersee - Sulzbachgraben - Enningalm - Hirschbichelrücken - Stepbergalm - Stepbergalpensteig - Kramerplateauweg - Kellerleitensteig - Pflegersee. (Autor: Heinrich Bauregger, Peter Freiberger)
19 km
1358 m
7.00 h
Vom Pflegersee zur Enningalm Vom großen Parkplatz am Ende der öffentlichen Straße wandern wir zunächst rechts vorbei am kleinen, idyllisch eingebetteten Pflegersee mit der dazugehörigen Ausflugswirtschaft auf Forststraße in den Wald hinein und folgen dabei durchgehend der Markierungs-Nummer 256. Bei einer engen Kurve durchschreiten wir den Lahnenwiesgraben und biegen kurz dahinter links auf einen Ziehweg ab. Wir treffen bald auf eine Forststraße, folgen dieser kurz, biegen rechts ab und folgen einem Ziehweg in den Sulzgraben hinein. An dessen Ende auf Forststraße weiter und links ab durch Wald hinauf zur Hirtenhütte der Enningalm. Übergang zur Stepbergalm Von der Enningalm folgen wir dem Wanderweg links (Markierungs-Nummer 261) über die Bergwiesen, bis nach einigen Minuten ein Pfad links abzweigt (nicht den ersten Abzweiger nehmen). Nun leicht ansteigend durch die freien Nordosthänge des Krottenköpfels und des Hirschbichels bis zum Hirschbichelrücken (1683 m). Dort rechts um die Ecke und durch Wald zu den Wiesen der Stepbergalm, dann links hinab zu den Almhütten. Abstieg über den Stepbergalpensteig Von der Stebbergalm links kurz über die Bergwiesen ansteigen, bis rechts der markierte Steig (Markierungs-Nummer 259) abzweigt. Bald hinein in den Wald und zunächst nur leicht fallend durch die Südwestflanke des Kramer, bis der Steig stark abfällt und sich in zahlreichen Serpentinen talwärts windet. Nach einer langen Linksquerung durch Wald treffen wir auf einen Wirtschaftsweg. Vorbei an einer Wildfütterung. Wir erreichen den Graben bei der Dürerlaine. Hier links weiter – immer auf dem Kramerplateauweg über die Maximilianshöhe –, bis nach einer halben Stunde Gehzeit links der Kellerleitensteig abzweigt. Dieser steigt zunächst an (bei der Wegverzweigung rechts halten) und bringt uns durch schönen Wald zurück zum Pflegersee. Abstiegsvariante über das „gelbe Gwänd“ direkt von der Alm in Richtung Süden und auf ausgeschildertem Steig (Markierungs-Nummer 261) ins Tal der Kammerlaine. Über einige Gräben – hoch über dem Bacheinschnitt – in direkter Linie den Berg hinab, bis sich der Weg Richtung Osten wendet und in einen Fahrweg übergeht. Nach 10 Minuten zweigt links ein Weg ab, der uns zum Kramerplateauweg bringt. Der Gipfelabstecher Von der Stepbergalm folgt man zunächst links dem ausgeschilderten Wiesenpfad hinauf zu einem Latschenrücken und folgt diesem auf nunmehr leicht ansteigendem Bergwanderweg bis zum Gipfelfuß. Zuletzt über die steilen Schrofen hinauf zum Gipfelkreuz des Kramer (1985 m).

kindgerecht

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied1358 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz am Pflegersee (830 m). Evtl. Parkplatz beim Gasthaus Almhütte (780 m).
TourencharakterDie Enningalm ist die erste Station auf unserer Route und sie gilt – was ungewöhnlich ist – als so genannte Großviehalm. Dieses Attribut steht ihr zu, weil auf dem weitläufigen Almgelände neben den etwa 130 Stück Jungvieh auch elf Pferde weiden. Der Hirte Franz Neuner aus Partenkirchen betreut hier mit seiner Frau die Herde der Weidegenossenschaft Garmisch-Partenkirchen. Dazu gehört die im Jahre 2000 neu erbaute Hirtenhütte – die alte Hütte entsprach nicht mehr den Erfordernissen der Zeit –, in der Wanderer Brotzeit und Getränke erhalten können. Auch die Stepbergalm ist eine Ausnahme unter den bayerischen Almen, denn sie ist eine der wenigen noch erhaltenen Schafalmen. Hermann Ostler und seine Frau Elisabeth betreuen dort oben die Tiere der Weidegenossenschaft Garmisch-Partenkirchen - das sind 480 Bergschafe, 70 bis 80 Stück Jungvieh, ein paar Sauen sowie einige Milchkühe. Mit der Milch der Kühe wird Topfen, Butter und Käse hergestellt. Für Wanderer gibt es aber neben den üblichen Brotzeiten auch ein paar warme Gerichte, z. B. Gemüsesuppe und den viel gerühmten Kaiserschmarrn. An der Stelle des 1982 neu erbauten Kasers stand eine vielleicht jahrhundertealte – so genau weiß es keiner – Almhütte. Das Almrecht selbst lässt sich über 600 Jahre zurückverfolgen. Das Jungvieh wird zuerst auf die Schellalm – unterhalb der Schellschlicht – aufgetrieben und kommt erst Mitte August auf die Stepbergalm. Dieser Viehumtrieb wird gefeiert, auf der Stepbergalm spielt die „Farchanter Musik“ auf. Nach Beendigung der Bergsaison werden die Schafe – etwas früher als die Rinder, denn das Weidegras wird zu diesem Zeitpunkt knapp – zum Schafanger auf der Maximilianshöhe abgetrieben. Am dritten Samstag im September ist Schafverteilung am so genannten Schafstadl in Garmisch, das ist eine öffentliche Angelegenheit mit Grillfest und Ausschank. Die Rinder werden erst im Oktober über die Rotmoosalm ins Tal getrieben und kehren dann heim in ihre Ställe, manche haben da den weiten Weg bis nach Kochel zu bewältigen. Wer über die Stepbergalm wandert, genießt hier oben aber nicht nur ein bisschen Almleben, sondern freut sich auch über den außergewöhnlichen Blick auf die prallen Felsen des Wettersteinmassivs. Wer zusätzliche Energie verspürt, macht von der Stepbergalm noch einen Abstecher zum Kramer, um den Ausflug mit einem Gipfelerlebnis abzurunden. Wem die hier vorgeschlagene Route zu lang ist, kann natürlich vom Gasthaus Almhütte über den Stepbergalpensteig direkt zur Stepbergalm hinaufsteigen und über das „Gelbe Gwänd“ wieder absteigen, daraus ergibt sich ebenfalls eine abwechslungsreiche Rundtour.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte BLVA, 1 - 50 000, Blatt „Werdenfelser Land“.
VerkehrsanbindungAuf der Garmischer Autobahn (A 95) bis zum Ende, auf der B 2/B23 bis zum Ortsanfang von Garmisch, hier rechts der Ausschilderung zum Pflegersee folgen; dort großer Parkplatz. Oder weiter Richtung Griesen, bei der Zugspitzstraße rechts über die Loisachbrücke und hinauf zur Maximilianshöhe. Dort großer Parkplatz bei der Gastwirtschaft Almhütte. Mit dem Werdenfels-Takt nach Garmisch-Partenkirchen, weiter mit Ortsbus zur Maximilianshöhe (der Pflegersee wird nicht angefahren).
GastronomieEnningalm (1550 m), privat, während der Weidezeit von Anfang Juni bis Mitte September Brotzeit und Getränke erhältlich. Stepbergalm (1583 m), privat, von 1. Mai ab an Wochenenden und während der Weidezeit – etwa von Anfang Juni bis Mitte Oktober – durchgehend bewirtschaftet; hier gibt es auch einige warme Gerichte.
Tipps
Der Tipp für Kinder Für kleine Kinder ist die vorgeschlagene Tour zu lang. Am Pflegersee gibt es eine kleine Liegewiese und einen Ruderbootverleih. Als Wanderalternative bietet sich die Begehung des Kramerplateauwegs und ein Abstecher zur Burgruine Werdenfels an.
Informationen
Dauer - Vom Pflegersee durch den Sulzgraben zur Enningalm 2 Std., Übergang zur Stepbergalm 1 Std., Abstieg über den Stepbergalpensteig 2 1/2 Std., Rückkehr auf dem Kramerplateauweg zum Pflegersee 1 1/2 Std. Gesamtgehzeit: 7 Std. Gipfelabstecher auf den Kramer 1 1/2 Std.