Steinerne Agnes

Egal, ob man aus der Ferne oder aus der Nähe, von Norden oder von Süden aufs Lattengebirge schaut, immer wird die schlafende Hexe auffallen. Sie ruht schon seit Jahrtausenden in den Gipfelbereichen dieses nicht sehr hohen, aber markanten Gebirges, das aus Ramsaudolomit aufgebaut ist. Und ganz in ihrer Nähe finden wir eins der schönsten Geotope Bayerns: die Steinerne Agnes. (Autor: Siegfried Garnweidner)
Südlich von Hallthurm gibt es neben der Bundesstraße 20 einen Wanderparkplatz, der vor allem durch den großen blauen Wegweiser »Geologie erleben« auffällt. Bei diesem Parkplatz steht eine große Hinweistafel, auf der allerlei Interessantes über die Steinerne Agnes zu erfahren ist. Dort beginnt die Tour.

Man folgt dem breiten Agnesrundweg, bis nach etwa 10 Minuten Aufstiegszeit an beschilderter Stelle nach rechts ein Bergweg abzweigt. Er steigt in vielen Kehren im steilen Waldhang an und führt an einem Wegkreuz vorbei, das zum Gedenken an zwei am 1. Mai 1934 verunglückte Bergfreunde errichtet ist. Anschließend geht es über unbequeme Treppenstufen weiter, bis die Route deutlich abflacht und eine tief eingeschnittene Steilreiße quert.

Dann muss man noch über einen Bachgraben und kommt zu einem felsigen Aussichtspunkt. Von dort im Wald wieder forsch hinauf. Im Rotofensattel verzweigt sich der Weg. Geradeaus weiter und der Beschilderung zu Karkopf und Steinerner Agnes folgen. In langem Auf und Ab nun anfangs nach Süden, dann gegen Südosten weiter. Dabei kann man bei klarem Wetter großartige Ausblicke zu Hohem Göll, Watzmann und Hochkalter auskosten. Schließlich sieht man links unter dem Weg im Wald die Rotofen-Diensthütte stehen. Dort nach rechts auf einen schmalen, steilen Steig abzweigen und in rund 10 Minuten zur Steinernen Agnes hinauf.

Man hat zwei verschiedene Routen zur Wahl. Die eine führt von rechts zur Agnes, die andere von links. Beide sind sehr steil und verlangen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Bis zum Querweg steigt man in jedem Fall am Aufstiegsweg ab. Wer dem Agnesrundweg folgt, geht am Anstiegsweg von der Diensthütte noch ein paar Meter nach Osten und zweigt dann rechts ab, um nach der Querung von zwei Bachreißen im Wesentlichen über einen breiten Rücken am aussichtsreichen Abstiegsweg zur Bachbrücke bei Bichllehen hinunterzugehen. Von dort in mehrmaligem, Kraft raubendem Auf und Ab am Panoramaweg nach Norden hinaus, beim Eisenrichter in einem Linksbogen zu einem schmalen Fahrweg und rund 50 Höhenmeter neben der Stromleitung zur Abzweigung eines Pfads, der zu einem Aussichtspunkt ansteigt. Von dort geradewegs zum Ausgangspunkt zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour2 km
Höhenunterschied1080 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWanderparkplatz in Hallthurm (700m).
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterLandschaftlich prächtige Rundwanderung mit Stellen, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verlangen. 
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte 1:50000, Blatt14 (Berchtesgadener Land – Chiemgauer Alpen).
MarkierungenWegtafeln.
VerkehrsanbindungVon der Autobahnausfahrt Piding (A 8 München – Salzburg) auf der B21 nach Bad Reichenhall; dann auf der B20 zum Ausgangspunkt; Bahnverbindung ab Freilassing.
GastronomieAuf der Route keine Möglichkeit.
Tipps
Aufregender Abstieg durch die Weißbachschlucht: Bei der Rotofen-Diensthütte zweigt ein unmarkierter, aber ordentlicher Bergpfad ab, der anfangs über eine bewaldete Rippe nach Süden abfällt und dann rechts abdreht. In vielen engen Kehren schlängelt sich dieser geschickt angelegte Steig zwischen felsigen Abbrüchen aufregend steil talwärts und quert mehrere Bachläufe. Dabei kommt man zwei Mal kurz ans Drahtseil und an etlichen kleinen Wasserfällen vorbei, bis schließlich der Weißbach erreicht ist. Nun muss man den rauschenden Wildbach queren, was bei hohem Wasserstand durchaus riskant sein kann. Bald gabelt sich der Weg. Wer den linken Wegast wählt, kann bequem durch den Wald weitergehen. Der rechte Pfad, der stellenweise verfallen ist, führt durch die Weißbachschlucht. In spannendem Klammabstieg wird man mehrmals über den Wildbach hüpfen und dabei an vielen Wasserfällen und tiefen Badegumpen vorbeikommen. Schließlich erreicht man wieder einen guten Weg, der beim Klausenhäusl zu einer Asphaltstraße führt. Auf ihr geht es bis zur Bichlmühle hinab und dann nach links auf den beschilderten Panoramaweg. Man folgt ihm in mehrmaligem Auf und Ab und kommt bei Bichllehen zu oben beschriebenem Rückweg.
Unterkunft
Auf der Route keine Möglichkeit.
Tourismusbüro
Bischofswiesen, Tel. 08652/977220; www.bischofswiesen.de