Saarschleife bei Mettlach

Deutschlands schönste Flussschleife -
Die zum Teil schmalen, steilen Pfade erfordern festes Schuhwerk. (Autor: Bernhard Pollmann)
15 km
300 m
4.00 h
Mettlach Vom Bahnhof Mettlach führt die Bahnhofstraße hinab Richtung Fluss, bis der mit dem Zeichen »rot-weiß« markierte Saarland-Rundwanderweg kreuzt und der Saaruferstraße flussaufwärts zum Marktplatz folgt. Links liegen die ehemalige Benediktinerabtei mit dem Stammsitz von Villeroy & Boch sowie die umgebenden Parkanlagen; unten am Fluss befindet sich der Anleger der Ausflugsschiffe. Keramikmuseum Das barocke Klostergebäude von Mettlach mit dem romanischen Alten Turm zählt zu den schönsten Fabrikgebäuden Europas. Es beherbergt die Konzernzentrale der Villeroy & Boch AG sowie ein Keramikmuseum. Den gusseisernen Brunnen für den Park entwarf Friedrich Schinkel (1838) anlässlich eines Besuchs des nachmaligen preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. bei Jean-François Boch. Boch, Sohn eines Steingutunternehmers, kaufte 1809 in Mettlach das Gebäude der säkularisierten Benediktinerabtei und richtete hier eine Geschirrfabrik ein. Durch zum Teil selbst konstruierte Maschinen mechanisierte er die Arbeitsprozesse und ebnete den Weg zur industriellen Produktion bei höchstem Qualitätsanspruch. Die benötigten Rohstoffe wurden per Schiff auf der Saar angeliefert. Das 1829 entwickelte weiße, extrem feste Steingut war dem Porzellan so ähnlich, dass es Porzellansteingut genannt wurde; kein anderes Unternehmen konnte etwas Vergleichbares herstellen. Der Zusammenschluss mit dem größten Konkurrenten, Nicolas Villeroy, legte 1836 die Basis für die europäische Marktführerschaft. Mit den Gewinnen aus dem florierenden Unternehmen gründete Boch Kranken-, Witwen-, Waisen-, Darlehens- und andere Fonds sowie Bildungseinrichtungen für seine Arbeiter. Zugleich legte er mit seinen privaten Kunstsammlungen den Grundstein für das heutige Keramikmuseum. Pfade und Aussichtskanzeln Nach Überqueren der Hängebrücke, die Mettlach und Keuchingen verbindet, wechselt der mit dem Zeichen »rot-weiß« markierte Saarland-Rundwanderweg in die zweite, für den öffentlichen Verkehr gesperrte Straße (Am Bohnenberg) links in den Hang. Schon nach wenigen Minuten endet die Straße; der Wanderweg schwingt sich passagenweise als schmaler Pfad auf die Abbruchkante hoch über dem Tal hinauf, tangiert später die letzten Häuser von Keuchingen und führt dann zu den Aussichtsfelsen der Keuchinger Schweiz. Unter alten Buchen und Eichen senkt sich der Weg hinab in das in das unter Naturschutz stehende Wellesbachtal hinab, nun im Gleichlauf mit dem Europäischen Fernwanderweg 3. Nach Überqueren des Bachs auf einer Stegbrücke führt der Weg zum Teil steil hinauf zur Eichenlaubstraße, folgt ihr bis an den Ortseingang von Orscholz und erreicht nach Überqueren des Weselbachs den Aussichtspunkt Cloef hoch über der Saarschleife. Saarschleife Die aufgemauerte Felsklippe Cloef bietet einen einmaligen Blick auf die Saarschleife. Auf dem bewaldeten Bergrücken, den der Fluss umfließt, steht die spätmittelalterliche Burgruine Montclair. Von der Cloef geht es weiter auf dem Saarland-Rundwanderweg, der sich bald verzweigt. Für unsere Route wichtig ist die ebenfalls mit der Markierung »rot-weiß« bezeichnete »Moselgauschleife« - Sie führt zur Teufelsteinhütte, wo sich erneut ein prachtvoller Ausblick öffnet. Nun verengt sich der Weg und führt teils als Pfad, teils auf Stufenanlagen und Holzstegen, die bei Nässe rutschig sein können, durch das unter Naturschutz stehende Steinbachtal hinab zur Saar, wo das Haus Becker mit Restaurant und Sommerterrasse an der Saarschleife zur Einkehr einlädt. Hier, auf Uferhöhe, bietet sich ebenfalls ein eindrucksvolles Bild der Saarschleife. In der Saarschleife pendelt die einzige Fähre über den Fluss. Sie bringt von April bis Oktober täglich außer montags Wanderer und Radler von Steinbach auf die andere Seite der Saar. Wer mit der Fähre übersetzt, kann auf dem ausgeschilderten »Burg-Montclair-Weg« zur Burgruine hinaufwandern und von dort nach Mettlach absteigen. Der bequemere Weg ist der Wirtschaftsweg auf dem linken Ufer der Saar: An der Mettlacher Schleuse vorbei führt er zurück nach Mettlach.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied300 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortMettlach (180 m), einer der bedeutendsten Keramikproduktionsstandorte Europas (Villeroy & Boch, Keramikmuseum), liegt an der Saarschleife im Naturpark Saar-Hunsrück nahe der Grenze zu Frankreich und Luxemburg. Der Ortsteil Orscholz mit dem Aussichtspunkt »Cloef« über der Saarschleife ist Luftkurort und heilklimatischer Kurort.
AusgangspunktBahnhof Mettlach (180 m) bzw. Parkplätze an der Brücke über die Saar an der Straße Richtung Orscholz.
TourencharakterDie Saarschleife bei Mettlach ist eine der eindrucksvollsten Flusslandschaften Deutschlands und ein Wahrzeichen des Saarlands - In einer tiefen Schlucht sucht sich der Fluss mit einer 180-Grad-Wende seinen Weg durch das harte Hunsrückgestein. Ein einzigartiger Blick auf dieses Naturwunder im Naturpark Saar-Hunsrück öffnet sich am Aussichtspunkt Cloef. Auf naturnahen Pfaden und Wegen führen der Saarland-Rundwanderweg und der Saar-Hunsrück-Steig zu diesem einmaligen Aussichtspunkt.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte 1 - 50000, Blatt NSH Naturpark Saar-Hunsrück (Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz).
VerkehrsanbindungMit der Bahn von Koblenz bis Trier und weiter Richtung Saarbrücken bis Mettlach. Mit dem Auto A 1 Köln – Trier und auf der B 51 weiter Richtung Saarbrücken bis Mettlach.
GastronomieMettlach, Orscholz, Saarschleife.
Tourismusbüro
Tourist Information Saarschleife Touristik, Freiherr-vom-Stein-Straße 64, 66693 Mettlach, Tel. 06864/8334, Internet www.mettlach.de.

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