Romantischer Geigelstein

Landschaftlich äußerst abwechslungsreiche Rundwanderung. Gute Kondition und am Anstieg zum Weitlahnerkopf auch Trittsicherheit erforderlich. (Autor: Michael Pröttel)
15 km
1320 m
6.00 h
Direkt vor dem Parkplatz Hainbach weist ein weißes Schild »Geigelstein« nach Osten. Wir folgen dem breiten Fahrweg über eine Brücke, wenden uns danach nach links und gehen nun auf einem etwas schmaleren Weg im Klausengraben steiler bergan. Nach etwa einer Stunde wird der Weg flacher, und wir erreichen die freien Wiesen der Dalsenalm. Hier befindet sich ein Wegweiser, an dem der Geigelstein erstaunlicherweise nicht aufgeführt ist. In Höhe des Wegweisers sehen wir aber rechts von uns rote Punkte auf Steinen. Diese markieren einen Wiesenpfad, der uns zuerst angenehm flach, dann durch steilere Wiesen die Nordseite des Weitlahnerkopfs hinaufführt.
Zuletzt in lichtem Bergwald erreichen wir einen Wiesenrücken und sehen das Gipfelkreuz. Der Weg wendet sich nun nach Westen und führt zu einem felsigen Hang, dessen Aufstieg durch Drahtseile erleichtert wird. Hat man den höchsten Punkt erklommen, geht man noch ein kurzes Stück geradeaus bis zu einer Abzweigung. (Nicht gleich links dem ersten Durchschlupf durch die Latschen folgen!) Hier geht es scharf links und unschwer weiter zum Weitlahnerkopf (2:15Std., 1615m), wo sich eine wunderschöne Aussicht auf das im Norden liegende Alpenvorland mit der dominierenden Kampenwand bietet.
Vom Gipfel gehen wir zurück zum Sattel und folgen dem Weg – nun flacher – nach Westen hinüber zur Roßalm. Hier biegt der Weg nach Süden ab und erreicht leicht ansteigend einen breiten Rücken, von dem aus wir bereits den Gipfel des Geigelsteins sehen können. Um diesen auch zu erreichen, müssen wir noch den vorgelagerten Roßalpenkopf westlich umgehen und gelangen so zum Roßalmsattel (3:30Std.). Von hier führen uns Serpentinen durch die latschenbewachsene Nordflanke zum Gipfelkreuz des Geigelsteins (4 Std., 1813 m). Während im Osten die weichen Bergformen der Chiemgauer Alpen grüßen, beeindrucken im Süden die schroffen Kalkwände des Wilden Kaisers und der Loferer Steinberge.
Vom Gipfel steigen wir zum Roßalmsattel zurück und wenden uns gleich nach links. Über einen steilen Wiesenpfad geht es nun hinunter in den Kessel der Oberkaseralm (bei Nässe Rutschgefahr). Dort, wo es flacher wird, wendet sich der Weg nach Süden, wird breiter und führt uns zuletzt angenehm flach zum großen Gebäude der Priener Hütte (4:45 Std., 1411 m). Von der Hüttenterrasse leitet ein schmaler Weg etwas steiler zu einer breiten Almstraße. Auf dieser wandern wir nun ein gutes Stück in Richtung Westen, bis wir auf einen Querweg stoßen. Hier gehen wir kurz links, bei der Alm gleich wieder rechts von der Almstraße weg (Schild »Huben/Sachrang«). Wir steigen über eine Zauntreppe und lassen uns von dem schönen Wiesenweg bergab in den Wald führen, wo wir schließlich wieder auf eine breite Forststraße treffen. Hier wandern wir rechts und an einer Abzweigung geradeaus bis zu einer Kehre. An dieser folgen wir dem Schild »Huben« nach rechts und gelangen in stetem Gefälle auf einem schönen Waldweg bis zum Parkplatz und zur Bushaltestelle Huben (6:15 Std.).
Wichtiger Hinweis: Im Zuge des Almwegebaus an Geigelstein sollen als Ausgleichsmaßnahme die Wanderwege saniert werden. So ist z.B. geplant, den steilen Wiesenpfad nicht mehr zu begehen. Für diesen Fall steigt man den breiteren Weg über die Oberkaseralm ab.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied1320 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBushaltestelle und Parkplatz Hainbach.
EndpunktBushaltestelle und Parkplatz bei Huben.
TourencharakterEin romantischer Wildbach, traumhafte Almflächen, wunderschöne Blumenwiesen und zuletzt ein Panoramagipfel par excellence: Die Rundwanderung auf den Geigelstein lässt einfach keine Wünsche offen. Leider wurde nach langem Rechtsstreit ein Almstraßenbau am wunderschönen Teilstück von der Roßalm hinüber zum Roßalmsattel im Herbst 2003 genehmigt (siehe Kasten: Almwegebau am Geigelstein).
Beste Jahreszeit
KartentippTouristenkarte Chiemsee und Umgebung, 1:50000, Bayerisches Landesvermessungsamt.
MarkierungenRote Punkte.
VerkehrsanbindungMit dem Auto von München auf der A8 bis Ausfahrt Frasdorf und von hier über Aschau Richtung Sachrang. Ca. 4km südlich von Aschau in Hainbach parken. Mit dem Zug von München mit Umsteigen in Prien nach Aschau und von dort mit dem Bus nach Hainbach. (2003 gab es keinen Busbetrieb an Sonntagen, deshalb Verbindung vorher abklären. Wenn kein Bus, dann ca. 4km per Autostopp zurück zum Ausgangspunkt.)
GastronomieRoßalm (zur Hochsaison) sowie Priener Hütte (DAV), ganzjährig geöffnet, Tel. 08057/428.
Tipps
Almwegebau im Naturschutzgebiet Geigelstein. Die nördlich des Geigelsteins gelegene Roßalm wurde bisher durch Hubschrauberflüge und ein Geländemotorrad versorgt. Anfang der 90er Jahre beantragte der Almbauer, dass der bestehende Wandspitzsteig zu einem 1,20m breiten Weg ausgebaut werden dürfte, damit er mit einem handgeführten Motorschubkarren befahrbar wäre. Im Gegenzug sollte der am Gegenhang von der Priener Hütte auf den Gipfel verlaufende Wanderweg, welcher starke Erosionsschäden mit sich brachte, aufgegeben und auf den neuen Weg umgeleitet werden, damit der Boden an den zerstörten Stellen saniert werden könnte. Die Befürworter des Bauvorhabens (u.a. die Regierung von Oberbayern, der Almwirtschaftliche Verein Oberbayerns, die Gemeinde Aschau, das Landratsamt Rosenheim und das Landwirtschafts- und Umweltministerium) führten folgende Argumente an: Die Weideflächen würden nicht weniger, sondern eher mehr, wenn die Wanderer die Lenkungs- und Wegebaumaßnahmen beachten würden. Die Grundversorgung der Roßalm würde erheblich verbessert werden. Angeblich stünde auch ein Großteil der Bevölkerung dahinter. Die Bürgerinitiative »Rettet den Geigelstein« und der Bund Naturschutz ließen dies so nicht gelten: In einem Naturschutzgebiet ist jeder Art von Wegebau verboten. Die EU-Kommission hat das Naturschutzgebiet am Geigelstein auf Vorschlag der Staatsregierung als Teil eines überregionalen Biotopverbundsystems registriert. In solchen Fauna-Flora-Habitat-Gebieten (F**) ist der Bau neuer Straßen und Wege verboten. Die Bürgerinitiative befürchtet erhebliche Eingriffe in die Natur und zunehmende Störung empfindlicher Tierarten und Lebensräume. Die Gegner befürchten zudem, dass nach einem Ausbau des Wegs bald eine weitere Verbreitung auf 2,50m oder mehr folgt (2,50m waren ursprünglich beantragt worden). Die Roßalm als höchstgelegene Alm Deutschlands sei in einer absoluten Grenzertragslage: Der Wegebau im Vergleich zu den vorhandenen Alternativen ist unverhältnismäßig teuer; zur Sanierung der Erosionserscheinungen am bestehenden Weg ist ein bescheidener Ausbau des Steigs per Hand ausreichend und wesentlich naturverträglicher. Im Herbst 2003 fiel dann die Entscheidung: Umweltminister Schnappauf erteilte die Genehmigung für einen 1,20 m breiten Weg – und machte es damit keiner von beiden Seiten Recht: Die Umweltschützer reagierten entsetzt und empört, während dem Almbauern der Ausbau nicht breit genug war. Doch das war zum Glück nicht das letzte Wort: Das Verwaltungsgericht München hob 2005 die von der Regierung von Oberbayern erteilte naturschutzrechtliche Befreiung für das umstrittene Projekt auf. Damit durfte die Fahrstraße endgültig nicht gebaut werden.
Unterkunft
Bauernhof Landinger, Einfang 10, 83229 Aschau i. Ch., Tel. 08052/2015, E-Mail: josef.landinger@bnro.de
Tourismusbüro
Aschau, Kampenwandstr. 38, 83229 Aschau i. Ch., Tel. 08052/9049-0, Fax 08052/9049-45, E-Mail: info@aschau.de

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